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Modellierung und Bewertung von Bonitätsrisiken

Modellierung und Bewertung von Bonitätsrisiken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Puhle
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 103 Seiten
  • Dateigröße: 746,2 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4949-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4949-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4949-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Puhle, Michael November 2001: Modellierung und Bewertung von Bonitätsrisiken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Credit Rsik, Default Risk, Bonitätsrisiko

Diplomarbeit von Michael Puhle

Einletung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Modellierung und Bewertung von Bonitätsrisiken. Als Bonitätsrisiko (engl.: credit risk bzw. risk of default) wird allgemein die Gefahr verstanden, dass ein Vertragspartner seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt und somit einen finanziellen Verlust beim anderen Vertrags-partner verursacht. Ich beschränke mich in dieser Arbeit auf die Betrachtung der Modelle, bei denen die folgenden Annahmen gelten:

Das betrachtete Gläubigerpapier (die Fremdkapitalposition) ist marktfähig.

Der Handel am Kapitalmarkt ist immer möglich, d.h. es werden nur zeitstetige Modelle (continuous-time models) behandelt.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Untersuchung der Bewertungsmodelle auf Risikoquellen. Es werden insgesamt 19 Modelle der drei großen Modellgruppen Strukturelle Modelle, Strukturell-Strategische Modelle sowie Intensitätsbasierte Modelle untersucht. Zuerst wird das Modell charakterisiert und dessen Annahmen vorgestellt, dann erfolgt eine Untersuchung auf Risiken und deren Neutralisierbarkeit. Im Anschluss wird für jedes Modell der Marktpreis des Risikos und die fundamental partial differential equation mit Hilfe der Hamilton-Jacobi-Bellman’schen Gleichung hergeleitet (stochastische dynamische Programmierung).

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit ist wie folgt organisiert: In Kapitel 2 werden die verschiedenen Möglich-keiten der Modellierung beleuchtet und die Grundbausteine der Modellierung vor-gestellt. Das Kapitel 3 beschreibt zuerst allgemein die Strukturellen Modelle als Gruppe und geht dann gesondert auf die wichtigsten Modelle dieser Gruppe ein. Im Kapitel 4 werden die Strukturell-Strategischen Modelle allgemein vorgestellt und danach einige wichtige Modelle dieser Gruppe näher beleuchtet. Das Kapitel 5 behandelt die letzte Gruppe von Modellen, die Intensitätsbasierten Modelle. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse erfolgt im Kapitel 6. Im Anhang werden die Ergebnisse der einzelnen Modelle mathematisch hergeleitet. Die Arbeit wurde mit LATEX gesetzt.

Inhaltsverzeichnis:

I. Abkürzungsverzeichnis IV
II. Symbolverzeichnis V
III. Literaturverzeichnis VI
IV. Eidesstattliche Erklärung XVII
1. Einleitung 1
2. Bonitätsrisiken 4
2.1 Allgemeines 4
2.2 Modellgruppen 6
3. Strukturelle Modelle 9
3.1 Merton (1974) 10
3.1.1 Berücksichtigung von Coupons 13
3.2 Black/Cox (1976) 14
3.3 Geske (1977) 15
3.4 Ingersoll (1977) 17
3.5 Shimko et al. (1993) 17
3.6 Longstaff/Schwartz (1995) 19
3.7 Brennan/Schwartz (1980) 21
3.8 Kim et al. (1993) 22
3.9 Briys/de Varenne (1997) 25
3.10 Sa´a-Requejo/Santa-Clara (1999) 26
3.11 Zhou (1997) 27
3.12 Mason/Bhattacharya (1981) 30
3.13 Weitere Modelle 31
4. Strukturell-Strategische Modelle 33
4.1 Leland (1994) 33
4.2 Leland/Toft (1996) 35
4.3 Anderson et al. (1996) 36
4.4 Weitere Modelle 38
5. Intensitätsbasierte Modelle 39
5.1 Jarrow/Turnbull (1995) 40
5.2 Jarrow/Lando/Turnbull (1997) 42
5.3 Madan/Unal (1995) 44
5.4 Madan/Unal (1999) 45
5.5 Weitere Modelle 47
6. Zusammenfassung 48
A. Strukturelle Modelle 51
A.1 Allgemeine Herleitung 51
A.1.1 Zufallsprozeß der Zustandsvariablen 51
A.1.2 Wertpapiere 52
A.1.3 Budgetgleichung des repräsentativen Investors 53
A.1.4 Die Hamilton-Jacobi-Bellman’sche Gleichung 55
A.1.5 Die Optimalitätsbedingungen 57
A.1.6 Die Fundamentalgleichung und der Marktpreis des Risikos 58
A.2 Merton (1974) 59
A.2.1 Coupon Bonds 60
A.3 Black/Cox (1976) 61
A.4 Geske (1977) 62
A.5 Shimko et al. (1993) 63
A.6 Longstaff/Schwartz (1995) 65
A.7 Brennan/Schwartz (1980) 65
A.8 Kim et al. (1993) 67
A.9 Briys/de Varenne (1997) 69
A.10 Sa´a-Requejo/Santa Clara (1999) 71
A.11 Zhou (1997) 71
A.12 Mason/Bhattacharya (1981) 72
B. Strukturell-Strategische Modelle 74
B.1 Leland (1994) 74
B.2 Leland/Toft (1996) 75
B.3 Anderson et al. (1996) 75
C. Intensitätsbasierte Modelle 76
C.1 Jarrow/Turnbull (1995) 76
C.2 Madan/Unal (1995) 78
C.3 Madan/Unal (1999) 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

Charakterisierung und Annahmen In diesem Modell tritt Insolvenz ein, wenn der Marktwert des Unternehmens V ein stochastisches Niveau K zum ersten Mal unterschreitet. Die Gl¨ubiger a erhalten bei Insolvenz einen exogen spezifizierten Bruchteil (1−W ) vom Nennwert der Anleihe. Da W (T ) eine exogen gegebene Konstante ist, k¨nnen die o Wertpapiere unabh¨ngig voneinander bewertet werden.91 a Es werden die folgenden Annahmen getroffen:92 a • Es existieren perfekte, friktionslose Finanzm¨rkte. • Der Marktwert des Unternehmens folgt dV = (αV V − C)dt + σV V dz1 a a C ist der Betrag, den die Investoren (Aktion¨re, Gl¨ubiger) des Unternehmens pro infinitesimaler Zeiteinheit erhalten. • Als Zinsprozess wird hier Vasicek (1977) angenommen. Prinzipiell k¨nnen o aber auch andere Zinsmodelle zum Einsatz kommen. • Die Korrelation zwischen dz1 und dz2 ist ρdt. [...]

Charakterisierung und Annahmen Briys/de Varenne (1997) korrigieren die inkonsistente Modellierung des Auftretens von Insolvenz beim Modell von Longstaff/Schwartz (1995).86 In ihrem Modell wird nun zum einen sichergestellt, dass die Zahlung an die Gl¨ubiger a im Falle der Insolvenz nicht gr¨ßer sein kann als der Firmenwert und zum ano deren wird das Modell von Longstaff/Schwartz (1995) um eine stochastische Insolvenzschwelle erweitert.87 Insolvenz tritt ein, sobald der Marktwert des Unternehmens eine stochastische Insolvenzschwelle K(t) erreicht. Die Gl¨ubia ger erhalten dann einen exogen spezifizierten Bruchteil des Marktwertes der Verm¨gensgegenst¨nde des Unternehmens. o a Es werden die folgenden Annahmen getroffen:88 • Es existieren perfekte, friktionslose Finanzm¨rkte. a • Der Marktwert des Unternehmens folgt dV = αV V dt + σV V ( 1 − ρ2 dz1 + ρdz2 ) • Der Zinsprozess ist wie folgt gegeben:89 dr = k(γ − r)dt + σr dz2 Risiken Die dem Modell zugrundeliegende Unsicherheit entspricht wiederum dem Modell von Shimko et al. (1993), mit dem Ergebnis, dass der Markt komplett ist und das Papier F dupliziert werden kann. [...]

• Wenn das Unternehmen den finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, tritt Insolvenz ein. Diese ist mit keinen Kosten verbunden. • Die (konstante) untere Reorganisationsgrenze (lower reorganization bounˆ dary) f¨r den Wert des Unternehmens ist V ∗ = C/γ. Bei diesem Wert, u ist der cash flow gerade groß genug, um die vertragsm¨ßigen Coupons zu a zahlen. • Im Fall der Insolvenz erhalten die Gl¨ubiger den Betrag a ˆ min[δ(τ )B(r, τ ; C), V ∗ ] Die Gl¨ubiger erhalten somit entweder einen Bruchteil δ(τ ) ≥ 0 einer a ˆ vergleichbaren risikolosen Anleihe B(r, τ ; C) oder – falls geringer – den Marktwert des Unternehmens. Es wird angenommen, dass δ(T ) = 1 gilt und es wird somit sichergestellt, dass die Gl¨ubiger bei F¨lligkeit a a min(D, V ) erhalten. Risiken Wie im Modell von Shimko et al. (1993) gibt es auch hier zwei Unsicherheitsquellen. Die Zinsunsicherheit – generiert durch z2 – kann mit dem Papier B neutralisiert werden. Die den Marktwert des Unternehmens betreffende Unsicherheit kann mit dem Underlying V gehedged werden. Das Papier F kann wiederum dupliziert werden. Marktpreis des Risikos und FPDE Die vom Papier F zu erf¨llende FPDE lautet:85 u √ 1 1 2 2 FV V V 2 σV + FrV ρV σV σr r + Frr σr r + 2 2 √ ˆ +Fr (k(γ − r) − λr σr r) + FV (αV V − C − λV V σV ) − r F + Ft + C = 0 (12) Die Komponenten des Marktpreises des Risikos sind identisch mit den im Modell von Shimko et al. (1993) berechneten Gr¨ßen. o [...]

Arbeit zitieren:
Puhle, Michael November 2001: Modellierung und Bewertung von Bonitätsrisiken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Credit Rsik, Default Risk, Bonitätsrisiko

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