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Modell zur optimalen Verteilung der Aufgaben zwischen Fertigungsbetrieb und Anlagenherstellern

Modell zur optimalen Verteilung der Aufgaben zwischen Fertigungsbetrieb und Anlagenherstellern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Johannes Maerz
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 138 Seiten
  • Dateigröße: 2,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6849-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6849-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6849-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Maerz, Johannes April 2003: Modell zur optimalen Verteilung der Aufgaben zwischen Fertigungsbetrieb und Anlagenherstellern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Outsourcing, Betreibermodell, Kernkompetenz, Kooperation, Fertigung

Diplomarbeit von Johannes Maerz

Zusammenfassung:

Um eine erhöhte Flexibilität und Produktivität zu erreichen, streben Fertigungsbetriebe eine Verschlankung der Fertigung an. Im Zuge der Konzentration auf die Kernkompetenz lagern Fertigungsunternehmen daher die Entwicklung und Herstellung von Nicht-Kernkomponenten eines Endprodukts an Zulieferer aus. Die Übertragung von Aufgaben aus Betrieb und Instandhaltung von Fertigungsmaschinen an die Maschinenhersteller in nächsten Schritt stellt sich jedoch ungleich schwieriger dar. Durch die von den Maschinenherstellern geforderten Problemlösungen in Form der Kombination von Sachgut und Dienstleistung sollen Produktivitäts- und Flexibilitätspotentiale realisiert werden. Verfügbarkeitsgarantien, produktionsabhängige Bezahlung und Übernahme von Kundenrisiken durch die Maschinenhersteller sind Ausprägungen dieser neuen Kooperationsformen. Selbst in der Automobilindustrie als Vorreiter neuer Formen der Aufgabenteilung in der Fertigung war im Jahr 2000 nur in wenigen Werken weltweit eine konsequente Vergabe von Betreiberaufgaben an Partner umgesetzt. Entscheidungshilfen für eine stärkere Integration von Maschinenherstellern sind zur Realisierung neuer Flexibilitäts- und Produktivitätspotentiale daher grundlegend.

Die vielfältigen Ausprägungen der Fertigungsstrukturen erlauben aber keine allgemein gültigen Empfehlungen für die Vergabe von Aufgaben an externe Partner. Die Gestaltung muss immer individuell auf Basis der speziellen Situation des Fertigungsbetriebs vorgenommen werden. Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein Modell erarbeitet, welches die Bestimmung der optimalen Aufgabenteilung in der Fertigung ermöglicht. Dieses standardisierte Vorgehen berücksichtigt, eingebunden in die Investitions- und Fabrikplanung, die spezielle Situation der Fertigung. Dem Produktionsplaner wird damit ein strategisches Werkzeug zur Entscheidung über die Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern und industriellen Dienstleistern gegeben.

Die Arbeit gliedert sich einschließlich der Einleitung und der Schlussbetrachtung in acht Kapitel. Ausgehend von Grundlagen der Fertigung werden bestehende Formen der Aufgabenteilung zwischen Fertigungsbetrieben und Maschinenherstellern betrachtet. Die folgende Darstellung von Rationalisierungsansätzen der Produktion leitet zur Bildung eines Modells zur Neugestaltung der Aufgabenteilung in der Fertigung über, welches abschließend in einer Fallstudie beispielhaft angewandt wird.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Motivation 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2. Grundlagen der Fertigung 4
2.1 Begriffsdefinitionen 4
2.1.1 Produktion und Fertigung 4
2.1.2 Fertigungsmaschine und -anlage 5
2.1.3 Aufgaben in der Fertigung 6
2.1.3.1 Betrieb 6
2.1.3.2 Instandhaltung 6
2.1.4 Fertigungsbetrieb 9
2.2 Organisationsformen in der Fertigung 9
2.2.1 Gliederungsprinzip Fertigungsart 10
2.2.2 Gliederungsprinzip Anordnung der Fertigung 12
2.3 Produktionsplanung und Fertigungsplanung 14
2.3.1 Produktionsplanung als Teil der Unternehmensplanung 15
2.3.2 Fertigungsplanung als Teil der Produktionsplanung 16
2.3.3 Ziele der Produktionsplanung 16
2.3.3.1 Klassische Ziele der Produktionsplanung 17
2.3.3.2 Erweiterte Ziele der Produktionsplanung 18
2.3.4 Fertigungsumfang 20
2.3.4.1 Fertigungsbreite 20
2.3.4.2 Fertigungstiefe 21
2.3.5 Kernkompetenzen 21
2.4 Fabrikplanung 22
3. Kunden-Lieferanten-Beziehungen im Maschinen- und Anlagenbau 25
3.1 Lebenszyklus von Investitionsgütern 25
3.2 Formen der Aufgabenteilung 26
3.2.1 Industrielle Dienstleistungen 29
3.2.2 Betreibermodelle 32
3.2.2.1 Definition 32
3.2.2.2 Beweggründe und Konsequenzen 34
3.3 Arten von Zulieferern 35
4. Ansätze zur Rationalisierung der Produktion 38
4.1 Betriebswirtschaftlich motivierte Ansätze 38
4.1.1 Make-or-Buy-Entscheidungen 39
4.1.2 Wertanalyse 40
4.2 Organisatorisch motivierte Ansätze 41
4.2.1 Lean Production 41
4.2.2 Business Reengineering 43
4.2.3 Modulare Fabrik 44
4.2.4 Fraktale Fabrik 46
4.3 Netzwerkansätze 47
4.3.1 Virtuelle Fabrik 47
4.3.2 Flexible, temporäre Fabrik 48
4.3.3 Kompetenznetzwerke 50
4.4 Technologisch motivierte Ansätze 52
4.5 Bewertung der Ansätze 54
5. Ziel der Modellbildung 58
6. Modell zur Neuverteilung der Aufgaben in der Fertigung 60
6.1 Motivation für eine neue Aufgabenteilung 60
6.2 Voraussetzungen für eine neue Aufgabenteilung 62
6.2.1 Strukturelle Voraussetzungen 63
6.2.1.1 Organisatorische Voraussetzungen 63
6.2.1.2 Unabhängigkeit des Wertschöpfungsschrittes 64
6.2.1.3 Bauliche Infrastruktur 65
6.2.1.4 Informations- und Kommunikationstechnologien 66
6.2.2 Unternehmenskultur des Fertigungsbetriebs 67
6.2.3 Voraussetzungen seitens des Partners 68
6.2.3.1 Kompetenz für neue Kooperationsformen 68
6.2.3.2 Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern 69
6.3 Vorgehen zur Ermittlung einer neuen Aufgabenteilung 70
6.3.1 Strategische Einordnung 73
6.3.2 Ermittlung Ist-Situation 75
6.3.3 Festlegung der Objekte zur Neugestaltung 77
6.3.4 Szenariobildung 79
6.3.4.1 Betrieb 82
6.3.4.2 Instandhaltung 86
6.3.4.3 Fertigungsvor- und nachbereitende Dienstleistungen 88
6.3.4.4 Finanzierung 89
6.3.5 Partnerauswahl 90
6.3.6 Bewertung 93
6.3.6.1 Strategische Konsistenzprüfung 94
6.3.6.2 Finanzielle Bewertung 95
6.3.6.3 Flexibilitätsbewertung mittels Realoptionen 96
6.3.7 Umsetzung 98
6.3.8 Operative Durchführung 99
7. Beispielhafte Anwendung des Modells 101
7.1 Ausgangssituation und Motivation 101
7.2 Voraussetzungen der neuen Aufgabenteilung 102
7.3 Vorgehen zur Ermittlung der neuen Aufgabenteilung 103
8. Schlussbetrachtung 108
8.1 Zusammenfassung 108
8.2 Ausblick 110
Anhang
A.1 Praxisbeispiel Fabrikplanung 111
A.2 Industriekontenrahmen 113
A.3 Beispielrechnung Realoptionen 116
A.4 Literatur- und Quellenverzeichnis 119

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Ziel der Flexibilisierung der Produktion stellt vor allem auf eine Umwandlung der fixen Kosten in variable Kosten ab. Die nicht veränderbaren Fixkosten begrenzen den Handlungsspielraum eines Fertigungsbetriebs61. Durch neue Formen der Aufgabenteilung, bei denen der Maschinenhersteller produktionsabhängig bezahlt wird, entsteht eine größere Kostentransparenz für den Maschinennutzer. Die variable Bezahlung nach gefertigter Stückzahl oder Nutzung der Fertigungsmittel schont zugleich die Liquidität des Unternehmens, verbessert die Bilanzstruktur und senkt das Investitionsrisiko. Der ständige Fortschritt in Technologien wie der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung, der Trockenbearbeitung, der Hartbearbeitung, der Präzisionsbearbeitung und in Verfahrenskombinationen (/WIR-00b/, S.15) erschwert vor allem in der spanenden Bearbeitung die Erhaltung der Aktualität der Fertigungsmittel nach technischem Standard. Durch Fremdvergabe des Betriebs oder der Instandhaltung wird die Verantwortung der technologischen Anpassung, v.a. bei Technologiesprüngen, auf den Maschinenhersteller verlagert (/BUS-01/, S.9). Technologische Fortschritte sollen durch die Rückspielung von Betriebsdaten und frühere Testmöglichkeiten in der Serien- oder Massenproduktion, bspw. von Software, [...]

Die Ziele der Produktionsplanung wurden in Abschnitt 2.3.3.2 als Konzentration auf die Kernkompetenz, Reduktion des Investitionsrisikos und erhöhte Agilität dargestellt. Auf Basis industrieller Dienstleistungen wurde in Abschnitt 3.2.2.2 der Fokus der kompletten Fremdvergabe von Fertigungsschritten als Flexibilitäts- und Produktivitätspartnerschaften beschrieben. Diese Motivation zur verstärkten Fremdvergabe kann wie folgt zusammengefasst werden: „Turning fixed into variable costs, the availability of a certain capacity, the opportunity of permanent revamping according to the technological state of the art, and the closeness to the customer are substantial reasons why customers prefer contracting solutions in mechanical and plant engineering.” (/BUS-01/, S.II) Um eine mögliche Neuverteilung der Aufgaben optimal gestalten zu können, ist zuerst die Motivation der Neustrukturierung genau zu klären. Erst diese Erkenntnis erlaubt ein zielgerichtetes Vorgehen. Daher werden in diesem Abschnitt, als erster Schritt für eine neue Aufgabenteilung, die einzelnen Aspekte der Motivation genauer beleuchtet: Die Umwandlung von fixen in variable Kosten, die ständige technologische Anpassung sowie Verfügbarkeitsbereitschaften in Verbindung mit der Optimierung der Maschinenkosten über den Lebenszyklus. Unternehmensindividuell können diese Aspekte um weitere ergänzt werden. In Abbildung 20 wird die Einordnung dieses Schrittes in das Modell gezeigt. [...]

• die Integration des Vorgehens zur Bestimmung einer neuen Aufgabenteilung in die Investitions- und Fabrikplanung sicherstellen, • sowohl Flexibilitäts- als auch Produktivitätsziele unterstützen, • eine Komplexitätsreduktion der Entscheidungsfindung ermöglichen60 und • Kriterien zur Vergabe der einzelnen Aufgaben aufzeigen. Auf Basis der Ziele der Produktionsplanung wird, wie in Abbildung 19 dargestellt, zuerst die Motivation für eine Neuverteilung der Aufgaben und speziell für die externe Vergabe dargestellt, da eine umfassende Kenntnis der Motivation der eigentlichen Planungsaufgabe das Risiko einer Fehlplanung minimiert (/SCH-01a/, S.29). Anschließend werden Voraussetzungen für die Neugestaltung dargelegt, bevor das Vorgehen zur Ermittlung einer optimalen Verteilung der Aufgaben vorgestellt wird. Dieses soll in Kapitel 7 abschließend fallstudienartig an einem Beispiel aus der Druckmaschinenindustrie angewandt werden. [...]

Arbeit zitieren:
Maerz, Johannes April 2003: Modell zur optimalen Verteilung der Aufgaben zwischen Fertigungsbetrieb und Anlagenherstellern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Outsourcing, Betreibermodell, Kernkompetenz, Kooperation, Fertigung

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