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Mobilitätsverhalten von Jugendlichen

Empirische Untersuchung zur Verkehrsmittelwahl und ihrer Determinanten als Beitrag zur Bindung Jugendlicher an den ÖPNV in Dortmund

Mobilitätsverhalten von Jugendlichen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sven Groß
  • Abgabedatum: April 1998
  • Umfang: 181 Seiten
  • Dateigröße: 777,8 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1859-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1859-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1859-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Groß, Sven April 1998: Mobilitätsverhalten von Jugendlichen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Planungsempfehlungen, Personenverkehr, Nahverkehr, Planerische Strategien

Diplomarbeit von Sven Groß

Gang der Untersuchung:

Das erste Kapitel dient der Einführung in das Thema, der Herleitung des Gegenstandbereiches der Arbeit und zur ersten Orientierung über die Konzeption der Arbeit und was die Besonderheit an der Verknüpfung von Jugend und Öffentlicher Verkehr ist. Hieran anschließend werden die Zielsetzung, die grundlegende Annahme, die Hypothese und Fragestellungen der Untersuchung sowie der Untersuchungsraum vorgestellt.

In Kapitel 2 folgt eine Auseinandersetzung mit der Jugend, wozu zuerst allgemein Jugend und ihre Stellung in der Gesellschaft sowie eine Vertiefung des Verständnisses, weshalb der Jugend in der Verkehrsplanung größeres Gewicht eingeräumt werden sollte, erläutert wird. Mit Hilfe der Auseinandersetzung von Definitionen und Abgrenzungsversuchen der Jugend, wird die Altersabgrenzung für den empirischen Teil dieser Untersuchung vorbereitet und durch die Übertragung eines Konzeptes aus der Jugendforschung (Konzept der Entwicklungsaufgaben und Statuspassagen) vollzogen. Schrittweise werden untersuchungsrelevante Aspekte eingegrenzt sowie zentrale Begriffe der Arbeit eingeführt.

Anschließend beschäftigt sich Kapitel 3 mit der Verkehrsmittelwahl als Forschungsfeld. Zunächst bedeutet dies die zentralen Begriffe Mobilität, Mobilitätsverhalten, Verkehrsmittel und Verkehrsmittelwahl zu erklären und den weiteren theoretischen Bezugsrahmen, nach der Erläuterung von Jugend, dieser Arbeit zu legen. Da ein Schwerpunkt der Arbeit auf der Verkehrsmittelwahl und ihrer Determinanten liegt, muß die Erforschung dieser Determinanten ein zentraler Bestandteil der Arbeit sein. Am Umfang des Kapitels 3 zeigt sich, daß die hierbei erzielten Untersuchungsergebnisse eine fundierte Wissensgrundlage für die Konzeptionierung der empirischen Untersuchung schaffen. Neben objektiven Determinanten, wie die Zugehörigkeit zu bestimmten Altersklassen oder das Bildungsniveau, wurden insbesondere durch die Auseinandersetzung mit den Ansätzen psychologischer Forschung subjektive Determinanten herausgearbeitet. Dies wurde speziell vor dem Hintergrund der jugendspezifischen Lebenssituation sowie den daraus resultierenden Verhaltensweisen als notwendig erachtet.

Aus den theoretischen Überlegungen ergeben sich Untersuchungsthesen, die die leitenden Fragestellungen für die empirische Analyse beinhalten und die Grundlage für Kapitel 4 schaffen. Die zusammengetragenen Erkenntnisse aus der Erforschung der Verkehrsmittelwahl sind die entscheidenden Grundlagen zur Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl, die anhand von Interventionsstrategien und der Angebotsplanung in Kapitel 4 erläutert wird. Hierbei wird der Tatsache Rechnung getragen, daß die Stadt Dortmund den Planungsraum dieser Arbeit darstellt. So weit wie möglich werden die Beeinflussungsstrategien auf Dortmund bezogen. Durch die Behandlung dieser Strategien hat sich das Verständnis erweitert, was an der Tatsache festgemacht werden kann, daß die nach Kapitel 3 aufgestellten Hypothesen vertieft bzw. durch neue ergänzt werden.

Kapitel 5 zeigt zunächst die methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung auf, wozu z.B. die Definition der Grundgesamtheit, die Wahl des Auswahlverfahrens (Quota-Verfahren), die Konstruktion des Fragebogens und die Darstellung der Auswertungsmethoden zählen. Hieran anschließend werden die empirischen Ergebnisse der Untersuchung dargestellt. Neben der univariaten Auswertung der Befragung werden theoriegeleitet bivariate Ergebnisse dargestellt. Bei der Darstellung der empirischen Ergebnisse wird auf die subjektiven Determinanten der Verkehrsmittelwahl ein Schwerpunkt gelegt.

Handlungsansätze und Empfehlungen für die Planung können nicht allein auf den Erkenntnissen aus der empirischen Untersuchung zurückgeführt werden. Daher werden im abschließenden Kapitel 6 aus den Erkenntnissen der theoretischen Betrachtung zur Verkehrsmittelwahl und den planerischen Strategien zur Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl (Kapitel 3 und 4) die Handlungsansätze und Empfehlungen für die Planung entwickelt. Den Abschluß bilden eine Einschätzung des Stellenwertes der Ergebnisse, eine zusammenfassende Prüfung der Hypothesen sowie ein Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und -beschreibung 1
1.2 Hypothese, Fragestellungen, Zielsetzung und Abgrenzung des Untersuchungsraumes 5
1.3 Aufbau der Arbeit 6
2. Jugend 8
2.1 Jugend und ihre Stellung in der Gesellschaft 8
2.2 Definitionen und Abgrenzungsversuche von Jugend 10
Jugend als Altersspanne 13
Jugend als Bewältigung einer zentralen Aufgabe 13
Jugend als Abgrenzung von Kindheit und Erwachsenenalter 14
Übertragung des Konzeptes der Entwicklungsaufgaben und der Statuspassagen auf die Mobilität von Jugendlichen 17
3. Verkehrsmittelwahl als Forschungsfeld 19
3.1 Begriffsabgrenzungen und Modellbedarf 19
3.2 Entwicklung des Forschungsfeldes Verkehrsmittelwahl 21
3.3 Aggregierte Modelle 21
3.4 Disaggregierte verhaltensorientierte Modelle 23
3.5 Raum-Zeit-Modelle 24
3.6 Ansätze abgestufter Wahlmöglichkeiten 26
3.7 Ansätze psychologischer Forschung 28
Umweltpsychologie 29
Motivationsforschung 30
Einstellungsforschung 32
Entscheidungstheorien 35
3.8 Fazit und Konkretisierung der Ausgangshypothese 37
3.9 Zusammenfassung 40
4. Planerische Strategien zur Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl 44
4.1 Maßnahmenüberblick 44
4.2 Interventionsstrategien 45
Mobilitätsmanagement 45
Mobilitätserziehung 46
Öffentlichkeitsarbeit 48
"Learning-by-doing-Strategien" 50
4.3 Angebotsplanung 52
Betriebsformen des Systems Bus 53
Nachfrageschwache Zeiten und Räumen berücksichtigende Angebote 53
Jugendliche Mobilitätsbedürfnisse berücksichtigende Angebote 55
Schülerverkehr 56
Angebote der DB AG 57
ÖPNV-Fördermaßnahmen 59
4.4 Vertiefung und Erweiterung der Hypothesen und Fragestellungen 63
5. Verkehrsmittelwahl von Jugendlichen in Dortmund und ihre Determinanten 65
5.1 Datenerhebung 65
Definition der Grundgesamtheit 65
Auswahlverfahren 65
Quantitative Erhebungstechnik: Standardisiertes Interview 68
Fragebogenkonstruktion sowie Vorbereitung und Durchführung der Befragung 68
Auswertung der Befragungsergebnisse 72
5.2 Objektive Einflußgrößen der Verkehrsmittelwahl 74
Demographische Einflüsse 74
Lebenssituation sowie soziale und ökonomische Lebensbedingungen der Jugendlichen 75
Räumliche, zeitliche und sächliche Restriktionen 77
Verkehrliche Umwelt 82
5.3 Subjektive Einflußgrößen der Verkehrsmittelwahl 87
Informationen über die verkehrliche Umwelt 87
Einstellungen/Orientierungen 88
Motive 90
Wahrnehmung der verkehrlichen Umwelt 92
Verkehrssozialisation 95
Exkurs: Gründe für ein eigenes Auto 96
5.4 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse 98
5.5 Verkehrsmittelwahl von Jugendlichen in Dortmund 100
Berufsverkehr 102
Ausbildungsverkehr 103
Einkaufsverkehr 104
Freizeitverkehr 106
Zusammenhang zwischen objektiven Einflußgrößen und der Verkehrsmittelwahl 110
Zusammenhang zwischen subjektiven Einflußgrößen und der Verkehrsmittelwahl 115
5.6 Diskussion der Ergebnisse 118
6. Handlungsansätze und Empfehlungen für die Planung 121
6.1 Grundlagen für die Formulierung von Handlungsansätzen und Empfehlungen 121
6.2 Erwartungen der befragten Jugendlichen an die Angebotsplanung des Öffentlichen Verkehrs 121
Von den befragten Jugendlichen genannte Mängel und Verbesserungsvorschläge 121
Beförderungs- und Transportangebote 124
Serviceleistungen (einer Mobilitätszentrale) 128
Freizeiteinrichtungen 133
6.3 Allgemeine Handlungsansätze und Empfehlungen 134
Interventionsstrategien 134
Angebotsplanung 136
6.4 Stellenwert der Ergebnisse, zusammenfassende Prüfung der Hypothesen sowie Ausblick 140
Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis 143
Broschüren und Informationsblätter 151
Gesprächsliste 151
Anhang
Anhang I: Fragebogen I
Anhang II: Unterlagen zur Befragung V
Anhang III: Klassifizierung der offenen Fragen VII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Mit Zunahme der Anzahl der Autos im Haushalt sinkt der Anteil der Befragten, die Öffentliche Verkehrsmittel bei den ausgewiesenen Wegezwecken nutzen (außer beim Weg zum Ausflugsziel statistisch signifikante Zusammenhänge). Auffallend an den vorliegenden Ergebnissen ist, daß statistische Zusammenhänge für alle Freizeitwege nachweisbar sind. Insgesamt gesehen, lassen die vorliegenden Ergebnisse den Schluß zu, daß nicht nur die Jugendlichen, die über 18 Jahre sind und selbst ein Auto fahren dürfen, verstärkt den motorisierten Individualverkehr nutzen. Auch die Jugendlichen unter 18 Jahren nutzen durch das Vorhandensein eines Autos im Haushalt stärker den MIV. Insbesondere beim wochenendlichen Ausflug scheint das Vorhandensein eines Autos im Haushalt ein ausschlaggebendes Gewicht für die Verkehrsmittelnutzung zu haben. Zwischen den Befragten, die angeben kein Auto im Haushalt zu haben (84,0%) und Jugendlichen, bei denen ein Auto im Haushalt vorhanden ist (44,4%), sind die größten Unterschiede bei der Nutzung Öffentlicher Verkehrsmittel festzustellen. Mit diesem Ergebnis kann den Bezugspersonen der Jugendlichen (zumeist die Eltern) eine Dominanz bei der Wahl des Verkehrsmittels für Freizeitfahrten am Wochenende bescheinigt werden. Auch bei allen anderen ausgewiesenen Aktivitäten sinkt der ÖV-Anteil mit Zunahme der Anzahl der Autos, jedoch nicht in diesem Maße wie es bei Ausflügen am Wochenende der Fall ist. Tabelle 26: Zusammenhang zwischen der Anzahl der Autos im Haushalt und der Verkehrsmittelwahl [...]

Wie zu erwarten, sind die ÖV-Anteile bei den über 18jährigen Jugendlichen höher, die angeben über keinen Pkw zu verfügen als bei denen mit Pkw-Verfügbarkeit. Allerdings variieren die ÖV-Anteile nicht nur bei den Jugendlichen ohne Pkw-Verfügbarkeit erheblich. Es sind Unterschiede von bis zu 39,2 Prozentpunkte zu verzeichnen (Weg zur Ausbildung 96,7% und Weg zum Ausflugsziel am Wochenende 57,5%). Nutzt etwa die Hälfte der Jugendlichen mit Pkw-Verfügbarkeit beim Weg zur Ausbildung (48,2%) und beim Weg in die Innenstadt (50,7%) den ÖV, so sind es bei den Freizeitwegen zu Freunden/Bekannten bzw. zum Ausflugsziel am Wochenende nur 14,7% bzw. 14,1%. Anscheinend können viele Jugendliche zwar größtenteils über einen Pkw verfügen, sie können ihn jedoch nicht zu den routinemäßigen Wegen wie zur Schule, Berufsschule oder Universität nutzen. Hiermit kann die im Abschnitt Pkw-Verfügbarkeit aufgestellte Annahme (s. S. 80f.) bestätigt werden. Insbesondere zu Zeiten, in denen die Eltern den jeweiligen Pkw weniger selbst nutzen, können die Jugendlichen über einen Pkw verfügen. Bis auf den Weg zum abendlichen Freizeittreff wird der Pkw bei den Freizeitwegen auch in sehr großem Umfang genutzt. Sowohl bei der Betrachtung nach Zeitkartenbesitz als auch nach PkwVerfügbarkeit nimmt der Weg zum abendlichen Freizeittreff eine besondere Stellung ein. Der mögliche Alkoholkonsum und die damit in Zusammenhang stehenden Erlebnisse und Ausdrucksweisen des erwachsen werdens, sind für die Jugendlichen ohne Zweifel ein triftiger Grund für eine ÖV-Nutzung. Bei den Jugendlichen ohne Pkw-Verfügbarkeit fällt insbesondere der im Vergleich mit den anderen Wegen geringe ÖV-Anteil beim Weg zum Ausflugsziel am Wochenende und der fast 100%ige ÖV-Anteil beim Weg zur Ausbildung auf. Vorwiegend am Wochenende sind die gegenwärtigen ÖV-Angebote für die Erfordernisse des Freizeitverkehrs nicht ausreichend, so daß auf motorisierte Verkehrsmittel zurückgegriffen wird. Abbildung 17: ÖV-Anteile bei unterschiedlichen Wegezwecken mit (oben) und ohne (unten) Pkw-Verfügbarkeit [...]

scheinen bei den Jugendlichen sehr wichtig zu sein. Beispielsweise sind Einkaufswege in nicht näher bekannte Stadtteile von Dortmund, in umliegende Städte oder in Einkaufszentren an Stadtrand sicherlich einfacher mit motorisierten Individualverkehrsmitteln als mit Öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen, wenn man die Linien, die Abfahrtszeiten, die Lage der Haltestellen u. ä. nicht kennt. Insbesondere bei den Jugendlichen mit Zeitkartenbesitz sind die ÖV-Anteile bei den Freizeitwegen geringer als bei den „notwendigen“ Wegen (zur Schule, Berufsschule oder Universität und zur Arbeit) und Einkaufswegen. Befragte ohne Zeitkarte legen die Wege zum abendlichen Freizeittreff bzw. zu Großveranstaltungen demgegenüber geringfügig stärker mit Bus und Bahn zurück. Ein möglicher Alkoholkonsum bzw. der Spaß und das Zusammensein bereits auf der Fahrt können hier ebenfalls als Begründungen herangezogen werden. Abbildung 16: ÖV-Nutzung bei unterschiedlichen Wegzwecken mit (oben) und ohne (unten) Zeitkartenbesitz [...]

Arbeit zitieren:
Groß, Sven April 1998: Mobilitätsverhalten von Jugendlichen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Planungsempfehlungen, Personenverkehr, Nahverkehr, Planerische Strategien

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