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Mobilität von Senioren

Handlungsempfehlungen für einen seniorengerechten Öffentlichen Personennahverkehr auf Grundlage einer empirischen Untersuchung in Hannover-Linden/Limmer

Mobilität von Senioren
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Moritz Peter Krause
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 2,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • Bibliografie: ca. 76
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0251-8
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0251-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krause, Moritz Peter Juli 2006: Mobilität von Senioren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Öffentlicher Personennahverkehr, Älterer Verkehrsteilnehmer, ÖPNV, Senioren, Rentner

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Diplomarbeit von Moritz Peter Krause

Einleitung:

An der Wende zum dritten Jahrtausend kündigt sich in den industrialisierten Staaten eine „Revolution auf leisen Sohlen“ an. Mit dieser Aussage beginnt der erste Zwischenbericht der Enquete-Kommission „Demographischer Wandel – Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft an den einzelnen und die Politik“. Die sich abzeichnenden demographischen Veränderungen berühren nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens und gehen an diesen nicht folgenlos vorüber. Während die Auswirkungen der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung z.B. für die Bereiche „Arbeitsmarkt“ und „Soziale Sicherungssysteme“ ausführlich thematisiert werden, finden die Konsequenzen der zu erwartenden demographischen Trends für den Bereich „Verkehrsentwicklung/ Verkehrsplanung“ unbegründet bisher nur wenig Beachtung: Anlass genug also, so SCHEINER, sich darüber Gedanken zu machen.

Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dieser Aufgabe und widmet sich speziell den Herausforderungen des demographischen Wandels für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei die Problematik demographisch induzierter Veränderungen der Verkehrsnachfrage. Infolge von Schrumpfungs- und Alterungsprozessen wird sich in den kommenden Jahrzehnten das Fahrgastpotenzial des ÖPNV verändern, vielerorts sogar verringern. Einzig und allein die Personengruppe der Senioren wird in Zukunft aller Voraussicht nach zahlenmäßig bedeutsamer.

Das Ziel der Untersuchung ist daher, die räumliche Mobilität von älteren Menschen zu ergründen, um auf diese Weise einen Beitrag für einen attraktiven, seniorengerechten ÖPNV zu leisten.

Der Begriff „Mobilität“ benennt im verkehrsgeographischen Kontext die generelle Möglichkeit zur Überwindung räumlicher Entfernungen. Dagegen wird das Resultat eines realisierten Mobilitätsbedürfnisses als „Verkehr“ bezeichnet.

„Mobility is what we want, traffic is what we get“.

Obwohl beide Begriffe genaugenommen unterschiedliche Bedeutungen haben, werden sie häufig als Aspekte der Fortbewegung unter „Mobilität“ zusammengefasst. So auch im Fall der vorliegenden Untersuchung „Mobilität von Senioren“, welche sich hauptsächlich mit Mobilitätspotenzialen und -bedürfnissen älterer Menschen befasst, aber ebenso deren Verkehrsverhalten untersucht.

Mobilität wird, ein grundlegendes Bedürfnis zur Ortsveränderung vorausgesetzt, durch allgemeine und individuelle, sich auch wechselseitig beeinflussende Faktoren bestimmt. Beispielsweise hängt das Verkehrsverhalten einer Person von der Verteilung potentieller Quell- und Zielorte (Raum- und Siedlungsstruktur) und deren Erreichbarkeit (Verkehrsangebot), aber ebenso von der individuell zur Verfügung stehenden Zeit ab.

Mobilität und Verkehr sind letztendlich Ausdruck individueller Lebensumstände. Die Untersuchung zur Mobilität von Senioren unternimmt deshalb den Versuch, im Hinblick auf einen seniorengerechten ÖPNV „kollektive“ Potenziale, Verhaltensweisen und Bedürfnisse älterer Menschen zu ergründen.

Als Senioren werden im Rahmen der vorliegenden Arbeit alle älteren Personen bezeichnet, die nicht mehr in einem Vollzeitarbeitsverhältnis stehen. Diese Abgrenzung wurde gewählt, da das Mobilitäts- und Verkehrsverhalten einer Person vielmehr vom zur Verfügung stehenden Zeitbudget als vom jeweiligen Alter abhängt. Zur Zielgruppe „Senioren“ gehören Rentner, Pensionäre sowie Personen im Vorruhestand (z.B. Altersteilzeit). Da allerdings nicht in jedem Fall personenbezogene Daten zum beruflichen Status vorliegen (z.B. bei amtlichen Einwohnerstatistiken), werden vereinzelt „60-/ 65-Jährige und Ältere“ der Zielgruppe „Senioren“ gleichgesetzt.

Die Untersuchung „Mobilität von Senioren“ gliedert sich im Wesentlichen in einen allgemeinen, deskriptiven und in einen spezifischen, empirisch-analytischen Teil.

Basierend auf Literatur- und Statistikrecherchen, wird im ersten Teil (Kapitel 2 bis 4) der allgemeine Kenntnisstand zur Untersuchungsthematik wiedergegeben.

Dazu werden einführend, im Kapitel 2 „Demographischer Wandel und ÖPNV“, die grundlegenden Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland sowie deren Auswirkungen auf die Verkehrsnachfrage im ÖPNV beschrieben. Ausgehend von skizzierten Nachfrageveränderungen, wird im 3. Kapitel das Leitziel „Seniorengerechter ÖPNV“ hergeleitet und des Weiteren erläutert, warum in diesem Kontext eine Fokussierung auf den städtischen Raum angebracht ist. Im Kapitel 4 „Mobilitätsstudien“ erfolgt unter Verweis auf abgeschlossene wissenschaftliche Studien die Präsentation repräsentativer Erkenntnisse zu Mobilität und Verkehr von Senioren und damit gewissermaßen die inhaltliche Überleitung zur empirischen Fallstudie.

Im zweiten Teil der Arbeit (Kapitel 5 bis 8) wird – anhand des Untersuchungsgebietes Hannover-Linden/Limmer – eine kleinräumige, empirische Analyse zur Mobilität von Senioren und im Zuge dieser eine Begutachtung von Stärken und Schwächen des ÖPNV durchgeführt.

Das Kapitel 5 „Untersuchungsgebiet“ stellt dazu vorab die allgemeinen, mobilitäts- und verkehrsrelevanten Rahmenbedingungen von H-Linden/Limmer vor, ehe im 6. Kapitel „Empirische Erhebung“ das methodische Vorgehen im Rahmen der Fallstudie erläutert und die Repräsentativität der Stichprobe überprüft wird. Mit der statistischen Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten befasst sich das gleichlautende Kapitel 7. In dessen Mittelpunkt steht die ausführliche Betrachtung der Mobilitätspotenziale, des Verkehrsverhaltens sowie der Mobilitätsbedürfnisse älterer Menschen aus H-Linden/Limmer. Im Kapitel 8 werden, im Anschluss an eine Abschätzung des ÖPNV-Kundenpotenzials, schlussfolgernd aus den empirisch gewonnenen Erkenntnissen konkrete Handlungs-empfehlungen für einen „Seniorengerechten ÖPNV“ abgeleitet.

Den Abschluss der vorliegenden Diplomarbeit „Mobilität von Senioren“ bildet das Kapitel 9, in welchem die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst werden.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen iv
Abkürzungsverzeichnis v
1. Einleitung 1
2. Demographischer Wandel und ÖPNV 4
2.1 Demographischer Wandel in Deutschland 4
2.1.1 Bundesebene 4
2.1.2 Regionale Ebene 6
2.2 Verkehrsnachfrage im ÖPNV 9
2.2.1 Begriffsklärung 9
2.2.2 Veränderungen der Verkehrsnachfrage 11
3. Leitziel „Seniorengerechter ÖPNV“ 14
4. Mobilitätsstudien 16
4.1 Studie „Mobilität in Deutschland“ 16
4.2 Studie „Freizeitmobilität älterer Menschen“ 18
5. Untersuchungsgebiet „Hannover-Linden/Limmer“ 21
5.1 Raum- und Siedlungsstruktur 23
5.1.1 Räumliche Lage und Abgrenzung 23
5.1.2 Flächen- und Siedlungsstruktur 24
5.2 Bevölkerung 25
5.2.1 Bevölkerungsstruktur 25
5.2.2 Bevölkerungsentwicklung 27
5.3 ÖPNV 29
5.3.1 Angebotssituation 29
5.3.2 Mindeststandards 32
5.3.3 „Barrierefreier ÖPNV“ 35
5.3.4 Exkurs: Mobilitätshilfe 38
6. Empirische Erhebung 40
6.1 Konzeption und Durchführung 40
6.2 Überprüfung der Repräsentativität 44
7. Auswertung und Interpretation 47
7.1 Mobilitätspotenziale 47
7.1.1 Gesundheit 47
7.1.2 Motorisierung 48
7.2 Verkehrsverhalten 50
7.2.1 Außer-Haus-Anteil 50
7.2.2 Wegezweck 51
7.2.3 Aktionsraum 53
7.2.4 Verkehrsmittelnutzung 54
7.2.5 Haltestellen-/ Verkehrsmittelwahl 58
7.3 Mobilitätsbedürfnisse 59
7.3.1 Mobilitätssituation 59
7.3.2 ÖPNV 61
7.3.3 Idee „Stadtteiltaxi“ 66
7.4 Ergebnisüberblick 68
8. Handlungsempfehlungen 70
8.1 Potenzialabschätzung 70
8.2 Verkehrsplanerische Empfehlungen 71
8.3 Exkurs: Integrierte Handlungsansätze 76
9. Zusammenfassung 77
Literatur- und Quellenverzeichnis 79
Erklärung 88

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen iv
Abkürzungsverzeichnis v
1. Einleitung 1
2. Demographischer Wandel und ÖPNV 4
2.1 Demographischer Wandel in Deutschland 4
2.1.1 Bundesebene 4
2.1.2 Regionale Ebene 6
2.2 Verkehrsnachfrage im ÖPNV 9
2.2.1 Begriffsklärung 9
2.2.2 Veränderungen der Verkehrsnachfrage 11
3. Leitziel „Seniorengerechter ÖPNV“ 14
4. Mobilitätsstudien 16
4.1 Studie „Mobilität in Deutschland“ 16
4.2 Studie „Freizeitmobilität älterer Menschen“ 18
5. Untersuchungsgebiet „Hannover-Linden/Limmer“ 21
5.1 Raum- und Siedlungsstruktur 23
5.1.1 Räumliche Lage und Abgrenzung 23
5.1.2 Flächen- und Siedlungsstruktur 24
5.2 Bevölkerung 25
5.2.1 Bevölkerungsstruktur 25
5.2.2 Bevölkerungsentwicklung 27
5.3 ÖPNV 29
5.3.1 Angebotssituation 29
5.3.2 Mindeststandards 32
5.3.3 „Barrierefreier ÖPNV“ 35
5.3.4 Exkurs: Mobilitätshilfe 38
6. Empirische Erhebung 40
6.1 Konzeption und Durchführung 40
6.2 Überprüfung der Repräsentativität 44
7. Auswertung und Interpretation 47
7.1 Mobilitätspotenziale 47
7.1.1 Gesundheit 47
7.1.2 Motorisierung 48
7.2 Verkehrsverhalten 50
7.2.1 Außer-Haus-Anteil 50
7.2.2 Wegezweck 51
7.2.3 Aktionsraum 53
7.2.4 Verkehrsmittelnutzung 54
7.2.5 Haltestellen-/ Verkehrsmittelwahl 58
7.3 Mobilitätsbedürfnisse 59
7.3.1 Mobilitätssituation 59
7.3.2 ÖPNV 61
7.3.3 Idee „Stadtteiltaxi“ 66
7.4 Ergebnisüberblick 68
8. Handlungsempfehlungen 70
8.1 Potenzialabschätzung 70
8.2 Verkehrsplanerische Empfehlungen 71
8.3 Exkurs: Integrierte Handlungsansätze 76
9. Zusammenfassung 77
Literatur- und Quellenverzeichnis 79
Erklärung 88

Textprobe:

Kapitel 2.2.2, Veränderungen der Verkehrsnachfrage:

Bezogen auf den Nahverkehrssektor sind die kleinräumigen Auswirkungen des demographischen Wandels von Interesse. Wie unter 2.1.2 bereits dargelegt, verläuft die allgemeine und altersstrukturelle Bevölkerungsentwicklung auf regionaler Ebene sehr differenziert. So kann es infolge von Stadt-Umland-Wanderungen innerhalb einer ÖPNVRegion zu einem Nebeneinander von wachsenden und schrumpfenden Teilräumen und damit zu unterschiedlichen Ausprägungen der Verkehrsnachfrage kommen.

Um siedlungsstrukturelle von demographisch induzierten Entwicklungen abgrenzen zu können, konzentriert sich die Betrachtung der Verkehrsnachfrage im Folgenden auf die übergeordnete, regionale Ebene. Zudem werden hauptsächlich qualitative Aspekte der Nachfrageentwicklung benannt. Zur quantitativen und interregional differenzierten Abschätzung demographischer Auswirkungen bedarf es im Einzelfall konkreter kleinräumiger Bevölkerungsprognosen.

Mittel- bis langfristig wird die für viele Regionen prognostizierte Bevölkerungsabnahme zu einer insgesamt sinkenden ÖPNV-Nachfrage führen. Am wahrscheinlichsten werden von dieser Entwicklung ländlich-periphere Regionen betroffen sein; einige sind es schon heute.

Aber auch in Agglomerationsräumen muss in naher Zukunft mit niedrigeren Fahrgastzahlen gerechnet werden. So wird z.B. in der Region Hannover bis 2016 ein Rückgang der ÖPNVNachfrage von 4,5% bis 8,5% erwartet.

Neben diesen Tendenzen, die auf demographische Schrumpfungsprozesse zurückzuführen sind, verändert sich die Verkehrsnachfrage ebenso durch Verschiebungen im Altersaufbau der Bevölkerung. Ausschlaggebend dafür sind unterschiedliche Verkehrsverhaltensweisen einzelner Altersgruppen.

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Arbeit zitieren:
Krause, Moritz Peter Juli 2006: Mobilität von Senioren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Öffentlicher Personennahverkehr, Älterer Verkehrsteilnehmer, ÖPNV, Senioren, Rentner

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