Mobilien Leasing
Unterschiede in der Bilanzierung nach IAS und US-GAAP
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Adam Guth
- Abgabedatum: Juni 2001
- Umfang: 99 Seiten
- Dateigröße: 676,0 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5872-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5872-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5872-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Guth, Adam Juni 2001: Mobilien Leasing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Leasing, IAS, Informationsvermittlung, Rechnungslegungsgrundsätze, Principal Agent
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Diplomarbeit von Adam Guth
Einleitung:
In den letzten Jahren gewinnen die Rechnungslegungsstandards der US-GAAP und der IAS in den Jahresabschlüssen deutscher, international tätiger Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Dies kann als Folge der Globalisierung und international zusammenwachsender Kapitalmärkte betrachtet werden. Die wachsenden Bestrebungen zu einer internationalen Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse, um die Finanz- und Ertragssituation eines Unternehmens im Vergleich zu anderen Unternehmen besser beurteilen zu können, führen ebenfalls dazu, daß die IAS und US-GAAP immer größere Bedeutung erlangen. In Deutschland wurde dieser Entwicklung durch das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz (KapAEG) und das Kapitalgesellschaften- und Co-Richtlinie-Gesetz (KapCoRiLiG) Rechnung getragen. Deutsche Mutterunternehmen, die einen organisierten Kapitalmarkt in Anspruch nehmen, sind nun, als Folge des KapAEG und des KapCoRiLiG, von der Pflicht zur Erstellung eines Konzernabschlusses und –lageberichts nach handelsrechtlichen Grundsätzen befreit, wenn sie einen Konzernabschluß und –lagebericht nach international anerkannten Grundsätzen, also IAS oder US-GAAP, aufstellen und die in Par. 292a Abs. 2 HGB beschriebenen Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind.
In dem Vorschlag der Kommission der Europäischen Gemeinschaften an den Rat und das Europäische Parlament betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsgrundsätze vom 13.2.2001, KOM(2001) 80, wird den Mitgliedsstaaten sogar in Aussicht gestellt, die Anwendung der IAS auch für Einzelabschlüsse zu gestatten oder vorzuschreiben. Unternehmen, deren Aktien am Neuen Markt gehandelt werden, sind nach Abschnitt 7.2.2 des „Regelwerk Neuer Markt“ der Deutschen Börse AG sogar dazu verpflichtet, ihren Jahres- oder Konzernabschluß nach IAS oder US-GAAP aufzustellen. Alternativ kann eine Überleitungsrechnung auf die IAS oder US-GAAP erstellt werden.
An diesen Ausführungen läßt sich die zunehmende Bedeutung der IAS und US-GAAP erkennen und auch Leasing wird in der Wirtschaftswelt immer wichtiger. Leasing bringt Vorteile bei der Finanzierung betrieblicher Investitionen, die durch das Leasing ohne die Inanspruchnahme von Eigenkapital oder die Aufnahme eines Darlehns durchgeführt werden können. Weiterhin besteht für Leasingnehmer die Möglichkeit, bei entsprechender Ausgestaltung des Leasingvertrags, daß der Vermögensgegenstand nicht bilanziert wird. Somit können Bilanzrelationen wie Fremd- zu Eigenkapital oder Anlage- zu Umlaufvermögen optimaler dargestellt werden als bei Kreditfinanzierung. Durch Leasing kann die Kreditanspannung reduziert bleiben und das investierte Kapital wird im Sinne des Shareholder Value nicht ausgeweitet.
Daher soll die Bilanzierung von Mobilien bei Leasingtransaktionen nach IAS und US-GAAP im Rahmen dieser Arbeit genauer untersucht werden.
Gang der Untersuchung:
Das zweite Kapitel beschreibt zunächst, warum Rechnungslegung betrieben wird und um diese Frage zu klären, wird auf die „Principal-Agent“ Problematik und die Schutzmöglichkeiten vor „Agency-Problemen“ eingegangen. Im weiteren Verlauf werden der Zweck und die Möglichkeiten der Informationsvermittlung behandelt. In diesem Zusammenhang erfolgt in den Rechnungslegungsgrundsätzen eine Beschreibung der Anforderungen an Informationen, damit diese der Informationsfunktion gerecht werden können. Von besonderer Bedeutung sind die informative Bilanzposition und der informative Gewinn, die im Rahmen der Gewinnermittlung zur Informationsvermittlung erläutert werden.
Die Leasingbilanzierung von Mobilien nach IAS 17 bzw. SFAS 13 ist Gegenstand des dritten bzw. vierten Kapitels. Die Erläuterung der Leasingbilanzierung orientiert sich eng an der Reihenfolge, in der die einzelnen Vorschriften im jeweiligen Rechnungslegungsstandard verfaßt sind.
Im fünften Kapitel werden die Unterschiede hinsichtlich der Leasingbilanzierung von Mobilien aufgezeigt und im sechsten Kapitel folgt eine kritische Analyse der Unterschiede und der Vorschriften von IAS 17 und SFAS 13. Zudem wird die Bilanzierung von Leasingverhältnissen dahingehend untersucht, ob sie informative Bilanzpositionen hervorbringt und, ob sie zu einem informativen Gewinn beiträgt.
Das siebte Kapitel schließt diese Arbeit mit einer Zusammenfassung ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Problemstellung und Vorgehensweise | 1 |
| 2. | Zwecke der Rechnungslegung nach IAS und US-GAAP | 3 |
| 2.1 | Die „Principal-Agent“ Problematik | 3 |
| 2.2 | Schutz vor „Agency-Problemen“ | 8 |
| 2.3 | Informationsvermittlung als Subzweck des Jahresabschlusses nach IAS und US-GAAP | 11 |
| 2.3.1 | Gewinnermittlung zur Informationsvermittlung | 11 |
| 2.3.1.1 | Informative Bilanzposition | 12 |
| 2.3.1.2 | Informativer Gewinn | 13 |
| 2.3.2 | Sonstige Informationsvermittlung | 14 |
| 2.4 | Konkretisierung der Informationsvermittlung durch Rechnungslegungsgrundsätze | 18 |
| 2.4.1 | Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS | 18 |
| 2.4.2 | Rechnungslegungsgrundsätze nach US-GAAP | 27 |
| 3. | Mobilien Leasing nach Statement of Financial Accounting Standards No. 13 Accounting for Leases | 30 |
| 3.1 | Klassifizierung von Leasingverhältnissen | 32 |
| 3.2 | Abbildung von Leasingverhältnissen in den Abschlüssen der Leasingnehmer | 36 |
| 3.2.1 | Capital Leases | 36 |
| 3.2.1.1 | Ansatz | 37 |
| 3.2.1.2 | Bewertung | 37 |
| 3.2.1.3 | Gliederung und Ausweis | 39 |
| 3.2.1.4 | Anhang | 39 |
| 3.2.2 | Operating Leases | 40 |
| 3.3 | Abbildung von Leasingverhältnissen in den Abschlüssen der Leasinggeber | 41 |
| 3.3.1 | Sales-type Leases | 41 |
| 3.3.1.1 | Ansatz | 41 |
| 3.3.1.2 | Bewertung | 41 |
| 3.3.1.3 | Gliederung und Ausweis | 43 |
| 3.3.1.4 | Anhang | 43 |
| 3.3.2 | Direct-financing Leases | 44 |
| 3.3.2.1 | Ansatz | 44 |
| 3.3.2.2 | Bewertung | 44 |
| 3.3.2.3 | Gliederung und Ausweis | 45 |
| 3.3.2.4 | Anhang | 46 |
| 3.3.3 | Leveraged Leases | 46 |
| 3.3.3.1 | Ansatz | 46 |
| 3.3.3.2 | Bewertung | 46 |
| 3.3.3.3 | Gliederung und Ausweis | 48 |
| 3.3.3.4 | Anhang | 48 |
| 3.3.4 | Operating Leases | 48 |
| 3.4 | Übertragung auf einen Dritten | 49 |
| 3.5 | Leasingverhältnisse zwischen verbundenen Unternehmen | 50 |
| 3.6 | Sale-and-lease-back-Transaktionen | 51 |
| 3.7 | Subleases und ähnliche Transaktionen | 52 |
| 3.7.1 | Bilanzierung beim ursprünglichen Leasinggeber | 52 |
| 3.7.2 | Bilanzierung beim ursprünglichen Leasingnehmer | 53 |
| 3.7.3 | Bilanzierung beim neuen Leasingnehmer | 54 |
| 4. | Mobilien Leasing nach International Accounting Standard 17 (revised 1997) | 54 |
| 4.1 | Klassifizierung von Leasingverhältnissen | 55 |
| 4.2 | Abbildung von Leasingverhältnissen in den Abschlüssen der Leasingnehmer | 58 |
| 4.2.1 | Finance Leases | 58 |
| 4.2.1.1 | Ansatz | 58 |
| 4.2.1.2 | Bewertung | 58 |
| 4.2.1.3 | Gliederung und Ausweis | 59 |
| 4.2.1.4 | Anhang | 59 |
| 4.2.2 | Operating Leases | 60 |
| 4.3 | Abbildung von Leasingverhältnissen in den Abschlüssen der Leasinggeber | 61 |
| 4.3.1 | Finance Leases | 61 |
| 4.3.1.1 | Ansatz | 61 |
| 4.3.1.2 | Bewertung | 61 |
| 4.3.1.3 | Gliederung und Ausweis | 63 |
| 4.3.1.4 | Anhang | 63 |
| 4.3.2 | Operating Leases | 64 |
| 4.4 | Sale-and-lease-back-Transaktionen | 65 |
| 5. | Unterschiede in der Bilanzierung nach IAS 17 und SFAS 13 | 67 |
| 5.1 | Klassifizierungskriterien | 67 |
| 5.2 | Capital bzw. Finance Leases | 69 |
| 5.3 | Operating Leases | 70 |
| 5.4 | Sale-and-lease-back-Transaktionen | 71 |
| 5.5 | Erweiterte Regelungen nach SFAS 13 | 71 |
| 5.6 | Anhang | 72 |
| 6. | Kritische Analyse | 74 |
| 6.1 | Klassifizierungskriterien | 74 |
| 6.2 | Capital bzw. Finance Leases | 76 |
| 6.3 | Operating Leases | 79 |
| 6.4 | Sale-and-lease-back-Transaktionen | 80 |
| 6.5 | Erweiterte Regelungen nach SFAS 13 | 82 |
| 6.6 | Anhang | 84 |
| 7. | Zusammenfassung | 86 |
| Literaturverzeichnis | 90 |
verschiedenen Arten von Produkten und Dienstleistungen eines Unternehmens (Geschäftssegmente) und über die unterschiedlichen geographischen Regionen, in denen es tätig ist, liefern. Letztere werden als geographische Segmente bezeichnet.65 Die detaillierte Darstellung der Segmente ist aufgrund der Aggregation der Daten bei diversifizierten oder multinationalen Unternehmen nötig, um den Informationsbedürfnissen der Adressaten besser entsprechen zu können. Die Kapitalflußrechnung ist eine Veränderungsrechnung, in der die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von einer Periode zur nächsten erfaßt wird. Die Bewegung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird unterteilt in die drei Bereiche der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Die Kapitalflußrechnung soll Informationen liefern über die Fähigkeit des Unternehmens in Zukunft Einzahlungsüberschüsse zu erwirtschaften, seinen finanziellen Verpflichtungen pünktlich nachzukommen und Dividenden auszuzahlen. Weiterhin ermöglicht es die Kapitalflußrechnung zu erkennen, ob ein Unternehmen seinen Finanzbedarf aus Zahlungsvorgängen decken kann und wie es zur Differenz zwischen dem Jahresergebnis und dem Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit gekommen ist.66 Die Aufstellung der Eigenkapitalveränderung nach IAS enthält folgende Bestandteile: (a) das Periodenergebnis, (b) jeder direkt mit dem Eigenkapital verrechnete Posten der Erfolgsrechnung sowie die Gesamtsumme dieser Posten und (c) die Gesamtauswirkungen von Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der Berichtigung grundlegender Fehler, die als Benchmark-Methode in IAS 8 behandelt wird. Zusätzlich sollen in dieser Aufstellung oder im Anhang folgende Informationen angegeben werden: (d) Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern und Ausschüttungen an Anteilseigner, (e) die Entwicklung der Gewinnrücklagen ausgehend vom Beginn bis zum Stichtag der Geschäftsperiode und (f) eine Überleitungsrechnung der Buchwerte jeder Kategorie des gezeichneten Kapitals, des Agios und sämtlicher Rücklagen zu Beginn und am Ende der [...]
den Posten: (a) Erlöse, (b) Ergebnisse der betrieblichen Tätigkeit, (c) Finanzergebnis ohne Erträge aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen, (d) Gewinn- und Verlustanteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, (e) Steueraufwendungen, (f) Ergebnis aus der gewöhnlichen Tätigkeit, (g) außerordentliche Posten, (h) Minderheitsanteile und (i) Periodenergebnis.60 Die GuV-Gliederung der US-GAAP läßt sich mit dem deutschen Umsatzkostenverfahren vergleichen, wobei von den Umsatzerlösen die entsprechenden Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten abgezogen werden, um das Betriebsergebnis zu erhalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge werden einer sogenannten „Nonoperating Section“ zugeordnet, die alle Vorgänge erfaßt, die nicht dem eigentlichen Betriebszweck zuzuordnen sind. Die Rule 5-03 der Regulation S-X schreibt die GuV-Gliederung vor.61 Der Anhang nach IAS soll Informationen über die Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses liefern und über Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden informieren. Weiterhin sollen Informationen, die an keiner anderen Stelle im Abschluß dargestellt werden aber von einem IAS verlangt werden, im Anhang angegeben werden. Der Anhang soll zusätzliche Informationen liefern, die nirgendwo anders dargestellt werden aber für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage notwendig sind.62 Zum Anhang nach US-GAAP gehören neben der Vermittlung von zusätzlichen und erklärenden Informationen auch die Segmentberichterstattungspflichten.63 Nach IAS 14 haben nur börsennotierte Unternehmen eine Segmentberichterstattung vorzunehmen.64 Die Segmentberichterstattung soll Informationen über die [...]
guter Indikator für den Gewinn der nächsten Periode oder gar der nächsten Perioden ist.52 Weiterhin muß gefragt werden, ob die Leistung des Managements in der vergangenen Periode durch den Gewinn entsprechend den tatsächlichen Verhältnissen wiedergegeben wird. Dafür ist ein geglätteter Gewinn geeignet, der eine Prognosebasis für die Entwicklung des Gewinns kommender Perioden darstellt. Ein geglätteter Gewinn wird erreicht durch eine gleichmäßige Verteilung der Aufwendungen und Erträge über die Perioden. Die Prognoseeignung ist aber nur gegeben, wenn sich ausschließlich nachhaltige Verbesserungen oder Verschlechterungen der Geschäftsaussichten auf den Gewinn auswirken. Einmalige oder seltene Geschäftsvorfälle dürfen sich demnach nicht auf den nachhaltigen Gewinn auswirken, da sich diese Gewinnsteigerung in den Folgeperioden nicht oder nur unregelmäßig wiederholt.53 Weiterhin ist keine Betrachtung der Gewinne im Verlauf der Jahre gemeint, um eventuell einen Trend zu erkennen. Die alleinige Betrachtung des Gewinns soll dem Adressaten des Jahresabschlusses aussagekräftige und entscheidungsnützliche Informationen liefern, damit dieser Anpassungsentscheidungen treffen kann. Ist der Gewinn eine geeignete Prognosebasis, um zukünftige Entwicklungen vorherzusagen, kann man von einem informativen Gewinn sprechen. Im Hinblick auf die Leasingbilanzierung ist im sechsten Kapitel zu untersuchen, ob die Verfahrensweisen beim Leasing nach IAS und US-GAAP zu einem solchen informativen Gewinn beitragen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832458720
Arbeit zitieren:
Guth, Adam Juni 2001: Mobilien Leasing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Leasing, IAS, Informationsvermittlung, Rechnungslegungsgrundsätze, Principal Agent



