Der Mobilfunkmarkt in Deutschland
Entwicklungsdynamik und Auswirkungen auf das deutsche Wirtschaftswachstum
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Gabi Sammut
- Abgabedatum: März 2007
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
- Originaltitel: Expansion der Mobilfunkmärkte und Wirtschaftswachstum in Deutschland
- Bibliografie: ca. 122
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0416-1
- ISBN (CD) :978-3-8366-0416-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sammut, Gabi März 2007: Der Mobilfunkmarkt in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Telekommunikation, Mobilfunk, Regulierung, Wirtschaftswachstum, Konvergenz
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Diplomarbeit von Gabi Sammut
Einleitung:
„Seit der Entwicklung von Computer- und Netzwerktechnologien prägen zunehmend technologische Innovationen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. Aktuell beherrscht das Thema mobile Kommunikation und seine Visionen des mobilen Internets und der mobilen Informations- und Geschäftsprozesse die Diskussionen über zukünftige Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft.“ Die Entwicklung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien hat zu einem Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft beigetragen. Einen Bereich dieser Technologien stellt die mobile Telekommunikation dar. Im Laufe der letzten Jahre wurden kontinuierlich neue und breitbandige Techniken entwickelt, welche die mobile Datenübertragung erheblich schneller machten und somit eine weitaus vielfältigere Nutzung ermöglichen. Insbesondere die zukunftsweisende Technologie des mobilen Internet, verbunden mit expansiven Penetrationsraten, stellt ein enormes Wachstumspotenzial für die Mobilfunkmärkte dar.
Die zunehmende Konvergenz der Märkte, die Flexibilisierung von Informationsbeschaffung und Kommunikationsprozessen sowie die uneingeschränkte Nutzbarkeit digitaler Informationen verändern die Wirtschaft dabei nachhaltig. Die Gesellschaft entwickelt sich hin zu einer Wissensgesellschaft, wobei der Informations- und Kommunikationssektor und insbesondere der Bereich Mobilkommunikation großen Einfluss auf die zukünftige Entwicklungsdynamik der Informationsgesellschaft haben. Je mehr Informationen ausgetauscht und bereitgestellt werden müssen, desto stärker rückt das gesamte Segment der Kommunikation in den Vordergrund. Informationen müssen zeitnah, am besten „real-time” bereitgestellt werden und von jedem Ort aus abrufbar sein. Diese zunehmende Mobilität und Flexibilität führt zu einer steigenden Bedeutung der Mobilfunkmärkte und damit verbunden zu einem starken Einfluss auf Wertschöpfungsprozesse der auf dem Markt agierenden Unternehmen sowie auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Durch den Einsatz mobiler Kommunikationssysteme lassen sich über hohe Innovationsdynamik und Diffusionsprozesse des Wissens produktivitäts- und wachstumssteigernde Effekte realisieren. Diese können nicht nur innerhalb der Mobilfunkmärkte wirken, sondern auch andere Sektoren über Externalitäten positiv beeinflussen.
Das Ziel dieser Diplomarbeit besteht darin, Mobilfunkmärkte detailliert in ihrem Aufbau und ihren Eigenschaften zu charakterisieren und ihre Entwicklungsdynamik zu analysieren. Darauf aufbauend wird ein Zusammenhang zwischen der Dynamik dieser Märkte und dem Wirtschaftswachstum in Deutschland hergestellt werden. Dabei werden Korrelationen aufgezeigt, welche strategische Maßnahmen seitens der Mobilfunkunternehmen und der Wirtschaftspolitik Deutschlands implizieren können.
Zur Durchführung dieser Analyse wird zunächst eine Charakterisierung des Mobilfunkmarktes durchgeführt und dessen aktuelle Situation in Deutschland geschildert. Dabei werden wichtige quantitative Kennzahlen sowie Nutzungsmöglichkeiten mobiler Geräte beleuchtet. Folgend werden die ordnungspolitischen und technologischen Rahmenbedingungen der Branche genau definiert und erläutert. Dabei werden gesetzliche wie auch technologische Grundlagen dargestellt. Im Anschluss daran wird die Entwicklungsdynamik des mobilen Telekommunikationssektors analysiert. Dazu werden die Expansion des Gesamtmarktes im nationalen und internationalen Kontext sowie die Bedeutung einer zunehmenden Konvergenz der Medien untersucht. Schließlich werden diese Erkenntnisse zusammengeführt, um im folgenden Kapitel auf die Wachstumseffekte in dem betrachteten Markt zu schließen. Nach einer kurzen Einführung in die Wachstumstheorie werden mögliche wachstumsstimulierende direkte und indirekte Effekte sowie die Innovationsdynamik in Verbindung mit der hohen Rate des technischen Fortschritts im Mobilfunk betrachtet.
Die theoretische Berechnung der Wachstumsraten des Mobilfunks sowie dessen Anteil am gesamtwirtschaftlichen Wachstum werden analysiert, um darauf aufbauend verschiedene Ansatzpunkte über die Zusammenhänge zwischen Wachstum und der Expansion der Mobilfunkmärkte in Deutschland zu diskutieren. Im letzten Kapitel wird schließlich ein Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen der Mobilfunkmärkte erstellt. Dabei werden potenzielle Entwicklungen auf Unternehmensebene wie auf Produktebene betrachtet. Abschließend werden mögliche Wachstumsfelder und Expansionschancen der Mobilfunkbranche diskutiert, wobei mögliche Implikationen und zukünftige Herausforderungen an die Wirtschaftspolitik aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Bestandsaufnahme des Mobilfunkmarktes | 3 |
| 2.1 | Definition von mobiler Telekommunikation | 3 |
| 2.2 | Einordnung des Mobilfunkmarktes in die IKT-Branche | 3 |
| 2.3 | Nutzungsmöglichkeiten mobiler Geräte – M-Business | 6 |
| 2.4 | Verbreitung von Handsets und Mobilfunkpenetration in Deutschland | 9 |
| 2.5 | Betrachtung der Entgelte des Telekommunikationsmarktes | 10 |
| 2.5.1 | Preisentwicklung | 10 |
| 2.5.2 | Tarife ohne Vertragsbindung – Prepaid und Discountanbieter | 11 |
| 2.5.3 | Tarife mit Vertragsbindung und Flatrate Angebote | 12 |
| 2.5.4 | Terminierungsentgelte | 13 |
| 2.5.5 | Roamingentgelte | 14 |
| 2.6 | Telekommunikationsunternehmen und deren Umsätze und Marktanteile | 15 |
| 3. | Ordnungspolitische und technologische Rahmenbedingungen | 17 |
| 3.1 | Regulierung der Telekommunikation | 17 |
| 3.1.1 | Grundlagen der Regulierung | 17 |
| 3.1.2 | Konsequenzen für deutsche Mobilfunkbetreiber | 19 |
| 3.1.3 | Internationaler Vergleich der Regulierung der Mobilfunknetze | 20 |
| 3.1.4 | Roamingentgelte auf EU-Ebene | 20 |
| 3.2 | Technologische Aspekte und Infrastruktur des Mobilfunks | 22 |
| 3.2.1 | GSM/GPRS | 23 |
| 3.2.2 | UMTS | 24 |
| 3.2.3 | HSDPA | 25 |
| 3.2.4 | WLAN | 26 |
| 3.2.5 | WIMAX | 27 |
| 4. | Entwicklungsdynamik des mobilen Telekommunikationssektors | 28 |
| 4.1 | Wertschöpfungsprozesse deutscher Mobilfunkanbieter | 28 |
| 4.2 | Wettbewerbsbetrachtung auf dem deutschen Markt | 30 |
| 4.3 | Penetration und Verkehrsvolumen im deutschen Mobilfunkmarkt | 32 |
| 4.4 | Das Handset als wichtiger Treiber für innovative mobile Dienste | 35 |
| 4.5 | Entwicklungsdynamik mobiler Dienste und Anwendungen | 36 |
| 4.6 | Konvergenzbetrachtung des mobilen Telekommunikationsmarktes | 39 |
| 4.6.1 | Konvergenz der Branchen | 40 |
| 4.6.2 | Konvergenz der Wertschöpfungsketten | 41 |
| 4.6.3 | Konvergenz der mobilen Dienste und Anwendungen | 42 |
| 4.6.4 | Wirtschaftliche Bedeutung der Konvergenz | 42 |
| 4.6.5 | Grenzen der Konvergenz | 43 |
| 4.7 | Mobilfunk Deutschlands im internationalen Kontext | 44 |
| 5. | Wachstumstheoretische Aspekte der Expansion von Mobilfunkunternehmen | 50 |
| 5.1 | Basiskonzepte der Wachstumstheorie | 51 |
| 5.1.1 | Neoklassische Theorie – Das Solow-Modell | 51 |
| 5.1.2 | Neue Wachstumstheorie | 53 |
| 5.1.3 | Evolutionstheorien | 56 |
| 5.2 | Die Theorie der langen Wellen | 57 |
| 5.3 | Netzwerkeffekte in der Telekommunikationsbranche | 59 |
| 5.4 | Innovationsdynamik und technischer Fortschritt | 62 |
| 5.5 | Growth Accounting Ansatz | 67 |
| 5.6 | Verbindung von Wirtschaftswachstum und Mobilkommunikation | 70 |
| 5.7 | Einfluss des Wachstums auf die Expansion der Mobilfunkbranche | 76 |
| 6. | Ausblick | 80 |
| 6.1 | Entwicklung der IKT - Märkte und wirtschaftspolitische Implikationen | 80 |
| 6.2 | Zukunftsaussichten der deutschen Mobilfunkbranche | 82 |
| 6.2.1 | Entwicklungen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt | 82 |
| 6.2.2 | Wachstumsprognosen und Expansionschancen für Mobilfunkunternehmen | 84 |
| 6.2.3 | Mobile Datendienste und Mobile Content | 87 |
| 6.2.4 | Mobile Equipment | 88 |
| 6.2.5 | Herausforderungen für die Mobilfunkmärkte | 89 |
| 7. | Fazit | 92 |
| Literaturverzeichnis | 94 | |
| Anhang | 102 |
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Bestandsaufnahme des Mobilfunkmarktes | 3 |
| 2.1 | Definition von mobiler Telekommunikation | 3 |
| 2.2 | Einordnung des Mobilfunkmarktes in die IKT-Branche | 3 |
| 2.3 | Nutzungsmöglichkeiten mobiler Geräte – M-Business | 6 |
| 2.4 | Verbreitung von Handsets und Mobilfunkpenetration in Deutschland | 9 |
| 2.5 | Betrachtung der Entgelte des Telekommunikationsmarktes | 10 |
| 2.5.1 | Preisentwicklung | 10 |
| 2.5.2 | Tarife ohne Vertragsbindung – Prepaid und Discountanbieter | 11 |
| 2.5.3 | Tarife mit Vertragsbindung und Flatrate Angebote | 12 |
| 2.5.4 | Terminierungsentgelte | 13 |
| 2.5.5 | Roamingentgelte | 14 |
| 2.6 | Telekommunikationsunternehmen und deren Umsätze und Marktanteile | 15 |
| 3. | Ordnungspolitische und technologische Rahmenbedingungen | 17 |
| 3.1 | Regulierung der Telekommunikation | 17 |
| 3.1.1 | Grundlagen der Regulierung | 17 |
| 3.1.2 | Konsequenzen für deutsche Mobilfunkbetreiber | 19 |
| 3.1.3 | Internationaler Vergleich der Regulierung der Mobilfunknetze | 20 |
| 3.1.4 | Roamingentgelte auf EU-Ebene | 20 |
| 3.2 | Technologische Aspekte und Infrastruktur des Mobilfunks | 22 |
| 3.2.1 | GSM/GPRS | 23 |
| 3.2.2 | UMTS | 24 |
| 3.2.3 | HSDPA | 25 |
| 3.2.4 | WLAN | 26 |
| 3.2.5 | WIMAX | 27 |
| 4. | Entwicklungsdynamik des mobilen Telekommunikationssektors | 28 |
| 4.1 | Wertschöpfungsprozesse deutscher Mobilfunkanbieter | 28 |
| 4.2 | Wettbewerbsbetrachtung auf dem deutschen Markt | 30 |
| 4.3 | Penetration und Verkehrsvolumen im deutschen Mobilfunkmarkt | 32 |
| 4.4 | Das Handset als wichtiger Treiber für innovative mobile Dienste | 35 |
| 4.5 | Entwicklungsdynamik mobiler Dienste und Anwendungen | 36 |
| 4.6 | Konvergenzbetrachtung des mobilen Telekommunikationsmarktes | 39 |
| 4.6.1 | Konvergenz der Branchen | 40 |
| 4.6.2 | Konvergenz der Wertschöpfungsketten | 41 |
| 4.6.3 | Konvergenz der mobilen Dienste und Anwendungen | 42 |
| 4.6.4 | Wirtschaftliche Bedeutung der Konvergenz | 42 |
| 4.6.5 | Grenzen der Konvergenz | 43 |
| 4.7 | Mobilfunk Deutschlands im internationalen Kontext | 44 |
| 5. | Wachstumstheoretische Aspekte der Expansion von Mobilfunkunternehmen | 50 |
| 5.1 | Basiskonzepte der Wachstumstheorie | 51 |
| 5.1.1 | Neoklassische Theorie – Das Solow-Modell | 51 |
| 5.1.2 | Neue Wachstumstheorie | 53 |
| 5.1.3 | Evolutionstheorien | 56 |
| 5.2 | Die Theorie der langen Wellen | 57 |
| 5.3 | Netzwerkeffekte in der Telekommunikationsbranche | 59 |
| 5.4 | Innovationsdynamik und technischer Fortschritt | 62 |
| 5.5 | Growth Accounting Ansatz | 67 |
| 5.6 | Verbindung von Wirtschaftswachstum und Mobilkommunikation | 70 |
| 5.7 | Einfluss des Wachstums auf die Expansion der Mobilfunkbranche | 76 |
| 6. | Ausblick | 80 |
| 6.1 | Entwicklung der IKT - Märkte und wirtschaftspolitische Implikationen | 80 |
| 6.2 | Zukunftsaussichten der deutschen Mobilfunkbranche | 82 |
| 6.2.1 | Entwicklungen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt | 82 |
| 6.2.2 | Wachstumsprognosen und Expansionschancen für Mobilfunkunternehmen | 84 |
| 6.2.3 | Mobile Datendienste und Mobile Content | 87 |
| 6.2.4 | Mobile Equipment | 88 |
| 6.2.5 | Herausforderungen für die Mobilfunkmärkte | 89 |
| 7. | Fazit | 92 |
| Literaturverzeichnis | 94 | |
| Anhang | 102 |
Textprobe:
Kapitel 2.6, Telekommunikationsunternehmen und deren Umsätze und Marktanteile:
Der in Kapitel 2.5. beschriebene Preisverfall wirkt sich stark auf die Mobilfunkunternehmen aus. Durch den Markteintritt zahlreicher Discountanbieter entsteht verstärkter Preisdruck und vermehrter Wettbewerb um Marktanteile. Im Jahr 2006 lag der Marktanteil der „No Frills“-Anbieter in Deutschland bei rund 5 %, was ein Umsatzvolumen von rund 1 Mrd. Euro bedeutet. Der Mobilfunkmarkt teilte sich in 2005/2006 zwischen den vier Netzbetreibern wie folgt auf: T-Mobile besitzt den größten Marktanteil mit 37,1 %.42 Mitte 2006 hatte das Unternehmen 30,4 Mio. Kunden in Deutschland, von insgesamt 90,2 Mio. Kunden weltweit. 2005 konnte auf dem deutschen Markt ein Gesamtumsatz von 8,6 Mrd. Euro verzeichnet werden. Im ersten Halbjahr 2006 erreichte T-Mobile einen Umsatz von rund 15,4 Mrd. Euro, wovon ca. 4 Mrd. Euro auf Deutschland entfielen. In Relation zum Vergleichzeitraum 2005 bedeutet dies einen Verlust von 3,3 %. Laut eigenen Angaben ist dieser in der Absenkung der Terminierungsentgelte sowie in dem erhöhten Preisdruck auf dem Mobilfunkmarkt begründet. Auf dem Weltmarkt gelang T-Mobile jedoch eine Umsatzsteigerung um 10,7 %, was in etwa 1,5 Mrd. Euro entspricht. Das Unternehmen beschäftigt 52.057 Mitarbeiter weltweit, davon rund 7.100 in Deutschland. Der Wachstumsmotor für T-Mobile liegt zurzeit in der Expansion innerhalb des US-amerikanischen Marktes. Hier konnte ein Umsatzplus von 22,7 % im ersten Halbjahr 2006 erreicht werden.
Vodafone D2 besitzt mit 35,8 % einen fast ebenso großen Marktanteil wie T-Mobile. Im Jahr 2006 hat Vodafone rund 30 Mio. Kunden in Deutschland, wovon 3 Mio. UMTS-Kunden sind (weltweit hat Vodafone 191 Mio. Kunden). Im Geschäftsjahr 2005/2006 wurde ein Umsatz von 8,4 Mrd. Euro mit rund 9.000 Beschäftigten in Deutschland erzeugt, weltweit wurden bei der Vodafone Group rund 44 Mrd. Euro umgesetzt. Die Vodafone Group ist somit der weltweit führende Mobilfunkbetreiber, wobei die Vodafone D2 GmbH als deutsche Tochtergesellschaft betrieben wird. Mit relativ großem Abstand folgen E-Plus mit 14,5 % sowie O2 mit 12,6 % Marktanteil. Dabei hatte E-Plus 2006 12,2 Mio. Kunden, rund 12 % mehr als 2005 und beschäftigte 2005 rund 3.000 Mitarbeiter. Der Wachstumstreiber liegt hier in der Etablierung neuer Eigen- und Kooperationsmarken (z.B. Simyo), welche mittlerweile bereits 3,6 Mio. Kunden verzeichnen. Der Umsatz von 2,8 Mrd. Euro in 2005 konnte 2006 gesteigert werden. So lag er im 3. Quartal 2006 im Gegensatz zum Vergleichzeitraum 2005 um 11 % höher. O2 Germany hatte 2006 insgesamt 10,6 Mio. Kunden, was eine Steigerung um 19 % im Gegensatz zu 2005 bedeutet. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2006 konnte ein Umsatz von rund 2 Mrd. Euro erzielt werden. Auch hier liegt eine Steigerung um 8 % gegenüber dem Vorjahr vor. O2 beschäftigt rund 4.900 Mitarbeiter. Insgesamt kann von einer steigenden Tendenz der Umsatzanteile der zwei kleineren Netzbetreiber ausgegangen werden, da sie durch innovative Tarife und die Etablierung neuer Marken rasch Marktanteile gewinnen.
Kapitel 3., Ordnungspolitische und technologische Rahmenbedingungen:
Kapitel 3.1, Regulierung der Telekommunikation:
„Eine Marktwirtschaft zeichnet sich durch Entscheidungsfreiheiten und Handlungsmöglichkeiten der Marktteilnehmer aus. Dem Staat kommt dabei die Aufgabe zu, die Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Handeln festzulegen, um Wettbewerb zu ermöglichen.“ Die Regulierung stellt somit wirtschaftspolitisch-motivierte Eingriffe in vorhandene Marktmechanismen oder die Übernahme der Marktfunktion bei fehlendem Markt dar. Die zunehmende Konvergenz der Medien stellt dabei eine große Herausforderung für den Staat dar. Er muss die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Konvergenz stattfinden kann und nicht durch die vorgenommene Regulierung behindert wird. Die zunehmende Penetration von Mobilfunknetzen und die damit steigende Zahl von Mobiltelefonaten veranlasst die Bundesnetzagentur, die Bedingungen auf dem Mobilfunkmarkt genauer zu analysieren und regulatorische Schritte zu bedenken. Der Mobilfunkmarkt war bis vor kurzen nur im Hinblick auf die Lizenzierung und Frequenzvergabe innerhalb der jeweiligen Mobilfunknetze (zum Beispiel UMTS-Netz) reguliert. Durch die EU-Kommission wurde in jüngster Vergangenheit jedoch die Regulierung der Terminierungsentgelte im Mobilfunk angestoßen.
Inwieweit Preissenkungsabsprachen im Allgemeinen geeignet sind, um Unzulänglichkeiten infrastrukturbasierter Märkte wie dem Mobilfunkmarkt auszugleichen, ist fraglich. Unvollkommenheiten des Marktes können zwar möglicherweise bei Vorliegen weiterer Unvollkommenheitsfaktoren den Wettbewerb funktionsfähiger machen, jedoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass konzentrierte Wettbewerbsbeschränkungen ihre negative Wirkung auf dem Markt verlieren, so dass der Staat vertikale Preisabsprachen von Konkurrenten mit Höchstpreischarakter inspiriert und dadurch legitimiert.
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http://www.diplom.de/ean/9783836604161
Arbeit zitieren:
Sammut, Gabi März 2007: Der Mobilfunkmarkt in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Telekommunikation, Mobilfunk, Regulierung, Wirtschaftswachstum, Konvergenz



