Mobiles Marketing
Möglichkeiten und Grenzen des differnzierten Marketing auf Basis neuer Medien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Daniel Humberg
- Abgabedatum: September 2002
- Umfang: 82 Seiten
- Dateigröße: 787,1 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8012-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8012-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8012-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Humberg, Daniel September 2002: Mobiles Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: M-Commerce, Mobile Business, Relationship Marketing, Permission Marketing, Mobiltelefon
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Diplomarbeit von Daniel Humberg
Zusammenfassung:
In unserer schnelllebigen Konsumgesellschaft wird es für viele Unternehmen immer schwieriger, ihre Kunden für längere Zeit an ihre Produkte zu binden. Die Kundenloyalität nimmt stetig ab. Dabei eröffnen jetzt moderne Informations- und Kommunikationstechnologien den Unternehmen neue Möglichkeiten für eine professionelle Betreuung des Verbrauchers. Gleichzeitig können diese dazu beitragen, die Kundenzufriedenheit und –bindung zu erhöhen. So lässt sich z.B. mit dem Internet eine individuelle Kundenansprache im Massenmarkt realisieren. Doch noch heute verfügt ein großer Teil der Bevölkerung über keinen PC und somit bleiben viele Konsumenten unerreicht von den elektronischen CRM-Anstrengungen der Unternehmen. Zudem kann wegen der unzureichenden Personalisierung und der Sicherheitsbedenken der Kunden kein ausführliches Kundenprofil gewonnen werden.
Erst durch den Einsatz mobiler Technologien können viele dieser Mängel überwunden werden. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse ist schon heute fast doppelt so hoch wie die der PC-Besitzer. Über 60 Prozent der Deutschen haben ein Handy. Kein anderes technisches Gerät hat sich in den letzten Jahren so rasant entwickelt. Dementsprechend euphorisch sind die Zukunftsszenarien, die sich mit dem Handy verbinden. Der ubiquitären Sprachtelefonie folgt das allgegenwärtige Internet. Per WAP-Technologie können schon jetzt speziell programmierte Internetseiten auf das dafür vorgesehene WAP- Mobiltelefon übertragen werden. Solche und andere Aussagen machen das Mobiltelefon zu einem interessanten Kundeninteraktionskanal im Rahmen des differenzierten Marketing. Darüber hinaus kann mit mobilen Technologien die Nähe zum Kunden und die Individualisierung der Ansprache verbessert werden. Theoretisch ist der Verbraucher jetzt 24 Stunden am Tag erreichbar: Über moderne Lokalisierungstechnologien kann der Aufenthaltsort des Kunden ermittelt werden, so dass das Unternehmen ihm Angebote unterbreiten kann, die genau auf seinen Standort und seine Situation abgestimmt sind. Die aufgeführten Fähigkeiten und Entwicklungen zeigen, dass mobile Endgeräte erstmals alle Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von differenziertem Marketing erfüllen.
Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, Bedürfnisse, Situationen und Erwartungen des mobilen Konsumenten verstehen zu lernen, um ihn adäquat bedienen zu können. Schon heute versuchen Unternehmen die klassischen Instrumente durch neue Kommunikationskanäle wie Online-Marketing und Mobile-Advertising zu ergänzen oder zu ersetzen. Viele wollen damit dem Ziel der langfristigen Kundenbindung im Rahmen eines Relationship-Marketing näher kommen und damit im harten Konkurrenzkampf um die Kunden die entscheidenden Siegerpunkte machen.
Problemrelevanter Hintergrund:
Tagtäglich findet weltweit ein Verkaufsprozess statt. Dabei bleiben die Kunden meist anonym und für das Unternehmen nur ein weiterer monetärer Erfolg. Das „Einmalgeschäft“ scheint im Vordergrund zu stehen, für viele Unternehmen zählt nur die kurzfristige Kundenneugewinnung. Die Ansprache der Kunden erfolgt dabei meist über Massenmedien wie TV-Spots oder Print-Anzeigen. Die Unternehmen denken und handeln in Paletten, Tonnen, Margen und Deckungsbeiträgen. Die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Kunden werden häufig vernachlässigt. Viele Unternehmen vergessen dabei, dass ihr Erfolg am Jahresende nur von einem Faktor bestimmt wird - dem Kunden. Dabei genügt es heute nicht mehr, den Kunden mit Werbung über die Produktangebote zu informieren. Im heutigen Werbe-Dschungel wird kein Kunde „sein“ Angebot finden. Zu viele gleichartige Güter stehen in den Regalen und die klassische Werbung aus Fernsehen oder Radio verwirrt die Kunden mehr, als dass sie Orientierung gibt. Die tägliche Informationsflut der Massenmedien „überschwemmt“ die Wahrnehmung der Kunden und verfehlt somit meist die gewünschte Wirkung. Kunden möchten heutzutage mehr als nur die langweiligen Produktinformationen der austauschbaren Güter. Sie wollen umworben werben – mit zusätzlichen Dienstleistungen und Serviceangeboten, die das jeweilige Produkt zu etwas „Einmaligem“ machen. Es gilt, dem potenziellen Kunden einen klaren Mehrwert im Sinne eines Zusatznutzens zu vermitteln. Aufgrund dessen müssen Unternehmen neue Formen der gezielten Kundenansprache finden, denn der Einsatz von Massenmedien ist hier nur gering wirksam. Unternehmen stehen deshalb heutzutage zunehmend vor der Aufgabe, die geringe Loyalität neuer Kunden, durch spezifische Bindungsmaßnahmen, zu steigern.
Ziel der Arbeit:
Bislang wurde der Einsatz mobiler Technologien für die gezielte Kundenansprache im Rahmen eines differenzierten Marketingansatzes in der Literatur nur unvollständig bearbeitet. Die vorliegende Arbeit will versuchen, diese Lücke zu schließen und Perspektiven und Einsatzmöglichkeiten mobiler Technologien im Rahmen einer aktiven Kundenbindung darzustellen. Dabei soll insbesondere untersucht werden, welche Möglichkeiten und Grenzen sich durch die mobile Kommunikation zur Kundeninteraktion und –bindung ergeben, wie und wo mobile Anwendungen konkret eingesetzt werden können und was bei der Konzeption und Umsetzung von Werbekampagnen im mobilen Marketing in der Praxis zu beachten ist. Insbesondere zielt die Analyse darauf ab, inwiefern sich das Mobiltelefon und diesem Endgerät zugrundeliegenden Technologien (SMS, WAP, GPRS, etc.) für die Interaktion zwischen Anbieter und Kunden nutzen lässt.
Diese Arbeit kann und will keine genauen Aussagen über den tatsächlichen Erfolg oder Misserfolg des neuen Marketinginstrumentes machen, da zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben über Zukunftsaussichten möglich sind. Die Arbeit möchte stattdessen versuchen, die Möglichkeiten und Grenzen des mobilen Marketing möglichst kontrovers zu diskutieren und die daraus resultierenden Konsequenzen für den differenzierten Marketingansatz darzustellen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | I | |
| Einleitung | 1 | |
| Teil I | Paradigmenwechsel vom Massenmarketing zum differenzierten Marketing | |
| 1. | Kapitel: Grundlagen des undifferenzierten Massenmarketing | 6 |
| 1.1 | Begriffsbestimmung | 6 |
| 1.2 | Zielsetzungen | 6 |
| 1.2.1 | Ökonomische Marketingziele | 6 |
| 1.2.2 | Psychographische Marketingziele | 6 |
| 1.3 | Instrumente des Massenmarketing | 7 |
| 1.3.1 | TV | 7 |
| 1.3.2 | 8 | |
| 1.3.3 | Radio | 8 |
| 1.4 | Grenzen des undifferenzierten Massenmarketing | 9 |
| 1.4.1 | Zerfall in Teilmärkte | 9 |
| 1.4.2 | Wertewandel der Gesellschaft | 9 |
| 1.4.3 | Gesättigte Märkte und austauschbare Produkte | 9 |
| 1.4.4 | Information overload | 10 |
| 1.4.5 | Wachsende Entscheidungsfreiheit des Menschen | 10 |
| 1.5 | Reflektion | 11 |
| 2. | Kapitel: Differenziertes Marketing - ein modernes Konzept mit neuen Herausforderungen und Chancen | 12 |
| 2.1 | Definition und Begriffsabgrenzung | 12 |
| 2.2 | Zielsetzungen | 12 |
| 2.2.1 | Relationship Marketing - Aufbau einer langfristigen Partnerschaft | 13 |
| 2.2.1.1 | Kundenzufriedenheit | 13 |
| 2.2.1.2 | Kundenbindung | 14 |
| 2.3 | Strategien zur Zielerreichung | 15 |
| 2.3.1 | Individualisierung | 16 |
| 2.3.1.1 | Persönliche Ansprache | 16 |
| 2.3.1.2 | Spezifische Produkt- und Dienstleistungsangebote | 16 |
| 2.3.2 | Integration des Kunden | 17 |
| 2.3.3 | Value-Added-Services | 18 |
| 2.3.4 | Informationsmanagement - der Schlüssel zum Erfolg | 18 |
| 2.4 | Reflektion | 20 |
| Teil II | Die Bedeutung neuer Medien für das differenzierte Marketing Definitionen und Überblick | 20 |
| 3. | Kapitel: Online –Marketing | 22 |
| 3.1 | Begriffsabgrenzung | 22 |
| 3.2 | Internet- die große Chance des Online-Marketing | 22 |
| 3.2.1 | Reichweite des Online-Marketing | 22 |
| 3.2.2 | Arten der Kommunikation im Online-Marketing | 24 |
| 3.2.2.1 | 24 | |
| 3.2.2.2 | Online-Werbung | 24 |
| 3.2.2.3 | Communities und Foren | 25 |
| 3.2.2.4 | Live-Chat | 26 |
| 3.3 | Exkurs: Offline-Anwendungen | 26 |
| 3.4 | Bedeutung der Online-Anwendungen für das differenzierte Marketing | 27 |
| 3.4.1 | Pull- vs. Push-Marketing | 27 |
| 3.4.2 | Einweg- vs. Zweiwegekommunikation | 27 |
| 3.4.3 | Produkt- vs. Kundenorientierung | 28 |
| 3.4.4 | Massen- vs. Individualkommunikation | 29 |
| 3.4.5 | Mehrwert durch Value-Added-Marketing | 29 |
| 3.5 | Grenzen und Schwächen des Online-Marketing | 29 |
| 3.5.1 | Geringe Erreichbarkeit | 30 |
| 3.5.2 | Geringe Unmittelbarkeit | 30 |
| 3.5.3 | Mangelndes Vertrauen der Nutzer | 30 |
| 3.5.4 | Technologieorientierung | 31 |
| 3.5.5 | Rahmenbedingungen beachten | 31 |
| 4. | Kapitel: Mobiles Marketing | 31 |
| 4.1 | Definition und Begriffsabgrenzung | 31 |
| 4.2 | Historischer Hintergrund des Mobile Business | 32 |
| 4.2.1 | Mobiltelefonie | 32 |
| 4.2.2 | Mobile Datenübertragung | 32 |
| 4.3 | Technologische Grundlagen | 33 |
| 4.3.1 | Mobilfunknetze | 33 |
| 4.3.1.1 | GSM-Standard | 33 |
| 4.3.1.2 | GPRS | 33 |
| 4.3.1.3 | UMTS | 34 |
| 4.3.1.4 | EDGE | 35 |
| 4.3.2 | Übertragungsstandards | 35 |
| 4.3.2.1 | WAP | 35 |
| 4.3.2.2 | Bluetooth | 36 |
| 4.3.2.3 | Lokalisierungs- Verfahren | 36 |
| 4.4 | Marktsituation | 36 |
| 4.4.1 | Zielgruppe | 36 |
| 4.4.2 | Nutzungsmotive der Anwender | 37 |
| 4.4.3 | Erwartungen der Anwender | 38 |
| 4.5 | Psychologische Grundlagen- Bedürfnisse der Anwender treffen | 39 |
| 4.5.1 | Soziale Beziehungen | 39 |
| 4.5.2 | Unterhaltung | 40 |
| 4.5.3 | Sicherheit | 40 |
| 4.5.4 | Einfacher, Schneller, Mehr | 41 |
| 4.6 | Mobile Dienste- Anwendungen des mobilen Marketing | 42 |
| 4.6.1 | SMS- der Boom der drahtlosen Werbung | 42 |
| 4.6.1.1 | Marktforschung | 42 |
| 4.6.1.2 | Eventmanagment | 43 |
| 4.6.1.3 | Aufbau von Datenbanken | 43 |
| 4.6.2 | Permission Marketing- Voraussetzung für erfolgreiche Mobilfunkwerbung | 43 |
| 4.6.3 | Mobiles Internet | 44 |
| 4.6.3.1 | Nutzung und Akzeptanz mobiler Internetanwendungen | 45 |
| 4.6.3.2 | Erfolgsfaktor- „Entertainment“ | 46 |
| 4.6.4 | i-mode- die Erfolgsstory aus Japan | 47 |
| 5. | Kapitel: Vorteile der mobilen Anwendungen für das differenzierte Marketing | 48 |
| 5.1 | Ubiquität. | 8 |
| 5.2 | Lokalisierung | 50 |
| 5.3 | Personalisierung | 51 |
| 5.4 | Dialogführung und Interaktion | 52 |
| 5.5 | Datenproaktivität | 53 |
| 5.6 | Streuverluste und Kontaktzahlen | 53 |
| 5.7 | Kundenzufriedenheit und –bindung | 54 |
| 6. | Kapite l: Grenzen und Schwächen des mobilen Marketing | 55 |
| 6.1 | Grenzen auf der Anbieterseite | 55 |
| 6.1.1 | Mangelhaft ausgestattete Datenbanken | 56 |
| 6.1.2 | Rechtliche Rahmenbedingungen beachten | 56 |
| 6.1.2.1 | Push-Informationen als wettbewerbswidrige Kundenbelästigung | 56 |
| 6.1.2.2 | Datenschutz | 57 |
| 6.1.2.2.1 | Standortbestimmung | 57 |
| 6.1.2.2.2 | Weitergabe personenbezogener Daten | 57 |
| 6.1.3 | Harmonie von Unternehmen, Produkt und Kommunikationskanal | 58 |
| 6.2 | Grenzen auf der Nutzerseite | 58 |
| 6.2.1 | Technologische Grenzen | 58 |
| 6.2.1.1 | Kleine Handydisplays | 58 |
| 6.2.1.2 | Unbefriedigende Menüführung | 59 |
| 6.2.1.3 | Langsame Übertragungsraten und hohe Kosten | 59 |
| 6.2.2 | Psychologische Grenzen | 59 |
| 6.2.2.1 | Mangelndes Vertrauen in Datensicherheit | 60 |
| 6.2.2.2 | Belästigung durch ungewollte Werbebotschaften | 60 |
| 6.2.2.3 | „Gläserner Bürger“- die Angst der Nutzer vor der völligen Kontrolle | 60 |
| 7. | Ausblick | 61 |
| 8. | Schlussbemerkung und kritische Reflektion | 63 |
| Abbildungsverzeichnis | 65 | |
| Literaturverzeichnis | 65 | |
| Anhang | 70 |
EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) stellt die Erweiterung des GSM-Standards dar, die zum Teil die gleichen Leistungen bietet wie UMTS. Netzwerkbetreiber, die also keine UMTS- Lizenz haben, können durch EDGE ebenso konkurrenzfähige Hochgeschwindigkeitsnetze bereitstellen, da die Übertragungsraten beider Technologien fast gleich sind. Allerdings werden die Kapazitäten der GSM-Netze, aufgrund des evtl. einsetzenden M-Business Booms, sehr schnell ausgelastet sein und die Effektivität des EGDE-Standards somit nur sehr gering. 63 4.3.2. Übertragungsstandards Im vorigen Abschnitt wurde über Mobilfunknetze gesprochen. Um über diese Netze nun Daten zu transportieren, sind bestimmte Übertragungsregeln notwendig. Diese sollen im folgenden kurz erläutert werden. 4.3.2.1. WAP [...]
UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) bezeichnet einen neuen Mobilfunkstandard, der ab 2002 stufenweise den jetzigen GSM-Standard ablösen soll. UMTS ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 2 Mbit/s und ist damit bis zu 200 mal schneller als die derzeitigen Geschwindigkeiten im GSM-Standard. Mit dem Einsatz des neuen Standards versprechen sich die Netzbetreiber eine neue Chance für die Nutzung von mobilen Anwendungen wie dem mobilen Internetzugriff. Was bei GSM nur langsam und für die Nutzer kostenintensiv erreicht werden kann, soll bei UMTS nun wirklich die Träume der Anbieter und Nutzer erfüllen. Der schnelle Zugriff auf das Internet sowie die schnelle Übertragung von Videos und Musiktiteln sind klare Vorteile dieses Datenübertragungssystems. Die Nutzung von UMTS setzt allerdings sowohl den Aufbau einer neuen Netzinfrastruktur, als auch die Entwicklung neuer Mobilgeräte voraus. Ersteres wurde im August 2000 durch die Versteigerung der notwendigen UMTS- Lizenzen an sechs deutsche Unternehmen initiiert. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für diese Lizenzen auf 50 Mrd. Euro. Augrund dieser hohen Kosten wird der Telekommunikationsbranche bzgl. UMTS eine schwere Zukunft vorausgesagt. Erst im Jahre 2006 wird mit dem Erreichen der Gewinnzone gerechnet. Dabei werden die Netzbetreiber von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post unter Leistungsdruck gesetzt: jeder Lizenzinhaber muss bis Ende des Jahres 2003 mindestens 25 % UMTS- Flächenabdeckung aufbauen, bis zum Ende 2005 sogar 50 % - ansonsten droht der Lizenzentzug. 61 An dieser Stelle möchte ich kurz auf die Hysterie der UMTS-Technologie eingehen. Sicherlich erwarten sich sowohl Experten als auch Anwender große Chancen von den neuen Möglichkeiten, die uns mit UMTS offen stehen. Eine mobile Zukunft, in der wir vollkommen unabhängig von Ort und Zeit agieren können, weckt mit Sicherheit bei vielen, sowohl bei Anbietern als auch bei Nutzern, große Hoffnungen. Musikvideos anschauen oder den neusten Film aus dem Internet runterladen und im Zug ansehen, sind dann keine Vision mehr sondern Realität. Doch birgt die neue Generation der Mobilfunknetze auch Risiken. Zum einen drohen finanzielle Risiken durch die hohen Ausgaben für die UMTS- Lizenzen. Die betroffenen Firmen müssen den Verlust schnell wieder durch Einnahmen ausgleichen. Sollte dies nicht gelingen, was erst die Zukunft zeigen wird, droht der Konkurs. Um dies zu vermeiden, werden die Unternehmen als erste Konsequenz Mitarbeiter entlassen müssen um die Kosten zu senken. Die Gefahr wächst, dass die Arbeitslosenzahl in folge dessen ansteigen wird. Ein weiterer Risikofaktor stellt der Nutzer dar: dieser muss bereit sein, neue Mobilgeräte zu kaufen, da die alten Geräte kein UMTS unterstützen. Motorola ist der erste Handy-Hersteller, der ein UMTS- Handy vorgestellt hat: Das Mobiltelefon soll im dritten Quartal diesen Jahres auf den Markt kommen, gerade rechtzeitig zum UMTS-Start von Vodafone. Als Dual-Mode-Handy funktioniert es in UMTS- und GSM-Netzen, zudem ist es mit höchster Technik ausgestattet: großes Farb-Display, Wiedergabe von Audio- und Video-Streams, WAP- und i-Mode-Browser (ermöglicht eine Datenübertragung mittels [...]
GPRS (General Packet Radio Service) ist ein Datenübertragungsdienst, mit dem in vorhandenen GSM-Mobilfunknetzen die Daten in kle ine Pakete zerlegt werden. Diese werden dann in GSMKanälen mit freien Kapazitäten übermittelt. Somit werden bei der Paketvermittlung keine Übertragungskapazitäten reserviert. Gleichzeitig kann durch den Zugriff auf mehrere freie Kanäle die Übertragungsgeschwindigkeit bis auf 171,2 KBit/s erhöht werden. Wesentliches Argument für die Nutzung von GPRS ist zum einen der bedeutende Kostenvorteil für die Nutzer von Datenübertragungsdiensten. Abgerechnet wird hier nicht nach Zeit, sondern nach Datenvolumen. Dies ist vor allem deshalb von Vorteil, da das Herunterladen von Daten derzeit nur sehr langsam funktioniert und der Nutzer diese, für ihn verlorene Zeit, auch bezahlen muss. Bei Anwendung des GPRS- Standards dagegen, werden nur die Datenmengen bezahlt. Der Nutzer kann also eine Seite aus dem Internet so lange betrachten wie er möchte, denn diese Zeit kostet ihn nichts. Ein weiterer Vorteil [...]
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Humberg, Daniel September 2002: Mobiles Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
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