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Mobile Musik-Distribution

Voraussetzungen, mobile Interface-Gestaltung und Marktlage

Mobile Musik-Distribution
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Krappitz
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 4,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Wedel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8840-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8840-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8840-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krappitz, Matthias Januar 2005: Mobile Musik-Distribution, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Handy, Download, musiclens, Interface, Musik

Diplomarbeit von Matthias Krappitz

Problemstellung:

„Musikverkauf übers Handy soll Riesengeschäft werden“ lautet eine Schlagzeile aus dem Handelsblatt. Ferner heißt es dort:

„Die Mobilfunkanbieter wollen das Handy als neue Vertriebsform für Musik etablieren und damit den Internetshops wie I-Tunes die Kunden wegschnappen. Ganz nebenbei soll der Musik-Download auch UMTS zum Erfolg verhelfen.“ Vor einiger Zeit lief bereits die digitale und legale Distribution von Musik im Internet an. Als eines der dabei weltweit erfolgreichsten Unternehmen hat sich die Firma Apple mit dem iTunes Music Store im Markt etabliert, der im April 2003 in den USA und ein Jahr später in Europa startete.

Nachdem der illegale Download von Musik-Dateien über das Internet in den letzten 6 Jahren der Musik-Industrie ungefähr 40 Prozent an Umsatzeinbußen bescherte, ist das Anbieten legaler Alternativen zum Herunterladen von Musik ein erster Schritt, diesem Trend entgegen zu wirken. Dennoch steckt dieser Vertriebsweg noch in den Kinderschuhen. Der Anteil von legalen Musik-Downloads am Gesamtgeschäft im deutschen Musikmarkt beträgt Mitte 2004 gerade mal 1 bis 2 Prozent. Das Wachstum sei aber rasant, so Phonoverbandschef Gerd Gebhardt anlässlich der popkomm Messe in Berlin.

Noch weiter in die Zukunft gedacht liegt der Gedanke nah, in der heutigen von ständiger Informations-Verfügbarkeit und größtmöglicher Mobilität geprägten Gesellschaft, über mobile Geräte Musik-Angebote zu durchsuchen, Musik zu bezahlen, herunterzuladen und zu konsumieren. Dieser mobile Weg ist in vielerlei Hinsicht die logische Konsequenz aus den bisherigen Entwicklungen.

Zum einen ist der Mobilfunkkunde daran gewöhnt, für Dienste Geld zu bezahlen, während im Internet seit jeher eine Art „Kostenlos-Mentalität“ der Nutzer herrscht, die schwer umkehrbar ist. Dazu kommen die auf den modernen Menschen ständig einströmenden Reizeinflüsse und daraus resultierende spontane Kaufimpulse, die eine mobile Musik-Distribution besser befriedigen könnte als die Distribution über das stationäre Internet auf dem Computer. „In der Zukunft wird man mit digitalen Musik-Playern telefonieren oder mit Handys Musik digital speichern und abspielen“, so der Trendforscher Andreas Steinle.

Ein weiteres positives Indiz für einen potentiellen wirtschaftlichen Erfolg von mobiler Musik-Distribution ist, dass schon jetzt das Handy ein starker Umsatzbringer im Musikbereich ist. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr Klingeltöne verkauft als CD-Singles (Single-Absatz in Deutschland: 23,8 Millionen Stück); auf zwei bis drei Milliarden Euro schätzen Experten den weltweiten Umsatz durch den Verkauf von Klingeltönen in 2003.

Mit Fragen wie mobiler Musik-Konsum in der Zukunft aussehen kann und welche Voraussetzungen dafür nötig wären, beschäftigt sich diese Arbeit.

Grundanforderung an diese in Zusammenarbeit mit der Firma DDD System durchgeführte Diplomarbeit ist es, festzustellen, ob und wie die digitale MusikDistribution (im weiteren auch als Download bezeichnet) über mobile Endgeräte (d.h. in der Regel Mobiltelefone oder auch PDAs) funktionieren kann.

Ferner soll das noch sehr junge Thema der Musik-Empfehlungs-Technologien untersucht werden, die bei digitaler Musik-Distribution mit vielen 100.000 Titeln für Endkunden eine immer stärkere Rolle spielen werden. Die Firma DDD System hat ein Produkt namens MusicLens entwickelt, welches eine Datenbank von entsprechend katalogisierten Musik-Stücken trotz ungenauer Suchanfragen und subjektiven Such-Kriterien nach konkreten Ergebnissen durchsuchen kann. Die Frage, ob dieses Produkt auf mobile Geräte übertragbar ist, führte zu der generellen Frage wie mobile Musik-Downloads überhaupt funktionieren können und somit letztendlich auch zu dieser Diplomarbeit.

Diese Arbeit beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit zwei Problemfeldern. Im ersten Teil geht es darum wie das Interface- und Screen-Design für Musik-Download-Anwendungen und Musik-Empfehlungs-Systeme auf den vergleichsweise kleinen Displays von Mobilgeräten funktionieren könnte. Von der Benutzbarkeit und der Akzeptanz im Massenmarkt derartiger Systeme ist letztlich das gesamte Geschäftsprinzip abhängig. Die Untersuchung der technologischen Voraussetzungen auf Mobil-Geräten und die geeignete Darbietung der Inhalte sind einleitende Fragestellungen in diesem Teil. Fallbeispiel dieser Untersuchung ist die konzeptionelle Fragestellung wie das bisherige Interface der MusicLens Anwendung vom Internet auf das Mobil-Gerät übertragen werden könnte und welche Einschränkungen dabei eventuell zu machen sind.

Der zweite Teil dient als wirtschaftlicher Ausblick dazu, die aktuelle Marktlage für ein derartiges mobiles Produkt zu skizzieren. Es gilt, aus den konzeptionellen Fehlern der Musik-Download-Dienste im Internet zu lernen und deren Stärken auf den mobilen Markt zu übertragen. Es stellen sich hierbei die Fragen, wie weit die Verbreitung der dazu nötigen mobilen Technologien im Mobilfunk-Markt vorangeschritten ist und wohin sich die technologischen Trends in den nächsten Jahren entwickeln. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Untersuchung der Nutzungs- und Bezahlbereitschaft für einen mobilen Musik-Download Dienst.

Aufgrund der mannigfaltigen Ausprägungen, die eine Arbeit von derartigem Forschungs-Charakter in einem wenig erprobten Markt annehmen kann, sollen im Folgenden weitere Themen genannt werden, die ebenfalls entscheidend für einen Erfolg mobiler Musik-Download-Dienste sein können, aber nicht oder nur beiläufig in dieser Diplomarbeit untersucht werden:

Die software-technische Umsetzung oder Portierung von Musikanwendungen für mobile Geräte.

Die DRM-Technologien zum Schutz der Urheber-Rechte der digitalen Musikstücke.

Entwicklung eines Geschäfts- und Bezahl-Modells für einen mobilen Musik-Download-Dienst.

Betrachtung der Content-Anbieter/Musik-Labels und eventueller Schwierigkeiten in der Content-Beschaffung für einen mobilen Musik-Download Service sowie Vermarktung oder Gestaltung eines späteren Produktes.

In dem Kapitel über mobiles Interfacedesign wird der Fokus auf Mobiltelefone gelegt und die Portierung des MusicLens Interfaces auf Mobilgeräte exemplarisch für ein Mobiltelefon durchgeführt. Die beschriebenen Konzepte und Überlegungen sind auch auf PDAs und andere mobile Geräte übertragbar. Aufgrund des EntertainmentCharakters einer mobilen Musik-Download Anwendung ist die spätere Anwendung auf Mobiltelefonen, welche im Markt am stärksten verbreitet sind, aber am wahrscheinlichsten.

Zur Bearbeitung der Fragestellungen im Bereich des Interfacedesigns auf MobilGeräten sollen eingangs grundlegende Informationen zu den besonderen Anforderungen an Screen- und Interface-Design auf den sehr kleinen Bildschirmen von Mobilgeräten zusammengestellt werden. Bei den Bildschirmauflösungen, welche einen Bruchteil der Größe normaler Computer-Monitore betragen, sind besondere Interface- und Gestalt-Konzepte von Nöten. Im Anschluss an die Grundlagen wird der Versuch unternommen, das bestehende Web-Interface der MusicLens Anwendung so weit wie möglich für die Benutzung auf Mobil-Displays optisch zu portieren. Abschließende Usability-Tests schließen die Machbarkeitsanalyse ab und stellen eventuell nötige Einschränkungen gegenüber dem Internet heraus.

Bei der Analyse eines potentiellen Marktes für eine mobile Musik-Download Anwendung soll anhand von Musik-Portalen im Internet die bisherige Weise der digitalen Musik-Distribution vorgestellt werden, um davon Anforderungen und Potentiale eines mobilen Dienstes abzuleiten. Im Weiteren werden Daten aus diversen Studien über den Mobilfunk- und Mobilgeräte-Markt sowie aus einer eigens durchgeführte Umfrage zu mobilen Musik-Downloads dazu dienen, Informationen über technologische Voraussetzungen und Nutzungs-Bereitschaft eines mobilen Musik-Download Dienstes zu liefern.

Eine nicht unerhebliche Schwierigkeit beim Erstellen dieser Arbeit ist die bisher mangelnde Erprobung bzw. wissenschaftliche Erforschung dieses sehr jungen Marktes. Da es kaum fundierte Literatur-Quellen zu Interface-Design oder Markt-Forschungen im Bereich mobiler Entertainment- und Musik-Anwendungen gibt, sind in gewissen Bereichen oft nur Mutmaßungen oder das Skizzieren einer denkbaren Zukunft möglich.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abbildungs- und Tabellen-Verzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 8
1.1 Vorbemerkungen 8
1.2 Problemstellung 10
1.3 Abgrenzung 11
1.4 Lösungsansatz 11
2. Grundlagen 13
2.1 MusicLens 13
2.1.1 MediaLens und Fuzzy Logic 14
2.1. MusicLens Interface 15
2.2 Evaluierung 17
3. Mobiles Interfacedesign 21
3.1 Technische Randbedingungen von Mobil-Geräten 21
3.1.1 Technische Standards 21
3.1.2 Markt-Bestandsaufnahme 24
3.2 Machbarkeits-Analyse 26
3.2.1 Grundlagen für mobiles Interface-Design 26
3.2.1.1 Mobile Usability 26
3.2.1.2 Interaktions-Konzepte 27
3.2.1.3 Gestaltungskonzepte 29
3.2.1.4 Navigationskonzepte 33
3.2.1.5 Schrift-Gestaltung 33
3.2.1.6 Farb- und Symbol-Gestaltung 36
3.2.2 Portierung von Web-Interfaces auf Mobil-Geräte 40
3.2.3 Marktübersicht mobiler Musik-Anwendungen 41
3.2.3.1 O2 Music Download 41
3.2.3.2 Vodafone MusicDownloads 45
3.2.3.3 Sony StreamMan 46
4. Konvertierung des MusicLens Interfaces 53
4.1 Vorüberlegungen 53
4.2 Problemstellung und Abgrenzung 54
4.2.1 Primär- und Sekundär-Funktionalitäten 55
4.3 Konzeption 56
4.4 Attrappe 58
4.4.1 Attrappen der Suchmasken-Bildschirme 59
4.4.2 Attrappe des Suchergebnis-Bildschirms 62
4.4.3 Attrappe des Detail-Info-Bildschirms 63
4.5 Implementation 65
4.5.1 Entwürfe der Suchmasken-Bildschirme 65
4.5.2 Entwürfe der Suchergebnis- und Detail-Info-Bildschirme 70
5. Marktlage für mobile digitale Musik-Distribution 73
5.1 Digitale Musik-Distribution über das Internet 73
5.1.1 Markt-Übersicht 74
5.1.1.1 Karstadt, Tiscali, Mediamarkt, Kontor und MTV (OD2/Loudeye) 75
5.1.1.2 Musicload, Bild.T-Online, RTL, ProSieben, WOM und AOL (DWS / Siemens) 77
5.1.1.3 Apple iTunes Music Store 78
5.1.2 Fazit für mobile Dienste 79
5.2 Mobile Musik-Distribution 84
5.2.1 Technische Voraussetzungen 84
5.2.2 Trends und Ausblick 86
5.3 Bestandsaufnahme des Mobilfunk-Marktes 89
5.3.1 Technologie-Verbreitung im Markt 89
5.3.2 Nutzungs-Bereitschaft für mobile Musik-Dienste 92
5.3.3 Bezahl-Bereitschaft für mobile Musik-Dienste 96
6. Fazit und Ausblick 99
7. Anhang 101
7.1 Umfrage zu mobilen Musik-Downloads 101
7.1.1 Fragebogen 101
Glossar 103
Literaturverzeichnis 108
Eidesstattliche Erklärung 111
Danksagungen 112

Automatisiert erstellter Textauszug:

mobile Musik-Anwendung oder eventuelle Einsatz-Szenarien zu skizzieren. Daher wird im Folgenden davon ausgegangen, dass die mobile MusicLens sich innerhalb einer fiktiven mobilen Musik-Anwendung befindet. Es besteht ebenfalls nicht die Absicht, die Anwendung technisch zu realisieren. Es soll die Machbarkeit der Portierung des Web-Interfaces der MusicLens auf ein mobiles Gerät bestimmt werden. Beim Interface Design der mobilen MusicLens wird vorrangig Wert auf die Elemente gelegt, die primär mit dem Vorgang der Musik-Auswahl und des MusikDownloads zu tun haben. Darüber hinaus gehende Funktionen wie ein DownloadVorgang oder mobile Zusatz-Funktionen werden nicht ausgestaltet. Die Gestaltung des neuen mobilen Interfaces soll exemplarisch an einem bestimmten Mobiltelefon geschehen, da es nicht möglich ist, auf die Mannigfaltigkeit verschiedener Display-Größen und User Interface Konventionen aller MobiltelefonHersteller Rücksicht zu nehmen. Dafür wurde das Nokia 6600 gewählt, da das User Interfaces dieses Geräts bereits in der Analyse der Sony StreamMan MusikAnwendung ausführlich beschrieben wurden43, das Telefon im Markt relativ stark verbreitet ist und die technologischen Voraussetzung für eine technische Realisierung der Anwendung bieten würde.44 [...]

Die Problem- bzw. Aufgabenstellung wurde in den vorangegangenen Kapiteln erläutert. Erste konzeptionelle Überlegungen fanden durch die Analysen mobiler Musik-Anwendungen ebenfalls bereits statt. Diese gilt es jetzt zu konkretisieren, um anschließend aus ersten Attrappen ein Interface zu implementieren. Mit „InterfaceAttrappe“ ist eine nicht oder kaum bedienbare, simulierte Oberfläche gemeint, z.B. auf Basis von Skizzen oder Bildern. Durch Evaluation während und am Ende eines Prozess-Abschnitts muss unter Umständen zum vorherigen Schritt zurückgekehrt werden, um Fehler zu korrigieren. Auf laufende oder abschließende Usability-Tests mit Personen der potentiellen Zielgruppe dieser Anwendung muss aber im Rahmen dieser Arbeit leider verzichtet werden. Da eine technische Realisierung nicht Ziel ist, gibt es keinen lauffähigen Prototypen, an dem Handlungs-Wege und Interaktions-Verhalten getestet werden könnten. Die Attrappen und späteren grafischen Entwürfe geben es naturgemäß leider nicht her, mit Ihnen derartige Tests durchzuführen. [...]

fortgeschritten im Vergleich zu den Diensten von O2 oder Vodafone ist. Daher ist die Vergleichbarkeit mit der MusicLens am ehesten gegeben. Das Interface von StreamMan ist daher für mobile Anwendungen ziemlich komplex und stellt in Teilen einigen Lern-Aufwand an einen Benutzer, der sich durch die vielen Bildschirme und Optionen navigieren muss. Der Forderung nach Monotonie in Benutzer-Interfaces41 ist beispielsweise mit den verschiedenen Möglichkeiten zum Erstellen eines Channels nicht nachgekommen. Der drehbare Kreis in Form des „Discover Dials“ ist für ein Interface-Element eher ungewöhnlich und stellt eine sehr gewagte Interaktions-Form dar, die kaum als erwartungs-konform für den durchschnittlichen Benutzer eines Smartphones anzusehen ist. Der StreamMan Musik-Service ist bei dem finnischen Mobilfunkanbieter Sonera seit März 2004 in Betrieb und wird im Durchschnitt von einem Benutzer täglich 18 Minuten lang zum mobilen Hören von Musik benutzt. (Stand September 2004, laut Sonera mit steigender Tendenz) Dies zeigt, wie auch komplexe Anwendungen und teils ungewöhnliche Interface-Gestaltung nicht unbedingt Hürden für die Adaption eines mobilen Services im Massenmarkt darstellen müssen, wenn der damit verbundene (Unterhaltungs-)Nutzen und Preisgestaltung stimmen. [...]

Arbeit zitieren:
Krappitz, Matthias Januar 2005: Mobile Musik-Distribution, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Handy, Download, musiclens, Interface, Musik

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