Mobile Location Based Services
Vertrauensmanagement deutscher Anbieter
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ralf Ganßleben
- Abgabedatum: November 2002
- Umfang: 168 Seiten
- Dateigröße: 1,5 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6557-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6557-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6557-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ganßleben, Ralf November 2002: Mobile Location Based Services, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kundenbindung, Mobile Commerce, Netzbetreiber, Verkehrstelematik, Datenschutz
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Diplomarbeit von Ralf Ganßleben
Zusammenfassung:
Dienste, die unter Einbeziehung der automatisch generierten Standortinformation eines mobilen Endgerätes einen erhöhten Mehrwert für den Endnutzer schaffen, zählen zu den wichtigsten Anwendungen, mit denen sich die Mobilfunkbranche im Privatkundengeschäft weiteres Wachstum erhofft. Bei den potenziellen Nutzern existieren jedoch zum Teil große Ängste hinsichtlich der Verletzung ihrer Privatsphäre bei der Preisgabe der benötigten Standortdaten.
Vor dem Hintergrund der Unzulänglichkeiten gesetzlicher Regelungen fällt dem Vertrauensverhältnis von Konsumenten zu Anbietern die zentrale Rolle zur Begegnung der resultierenden Unsicherheiten zu. Für die Öffnung des Marktes und zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition in einem Markt mit schwindenden Wechselbarrieren und zunehmender Wettbewerbsintensität stellt daher die aktive Stärkung der Vertrauenswürdigkeit einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Anbieter von Location Based Services dar. Welche Möglichkeiten haben Anbieter, ein vorbeugendes Vertrauensmanagement zu betreiben?
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage nach den anbieterseitigen Handlungsmöglichkeiten zur Etablierung des für die Nutzerakzeptanz notwendigen Vertrauens. Hierfür werden alle relevanten Aspekte – dienstebezogene, technische und datenschutzrechtliche – zusammengeführt und in den vertrauenstheoretischen Kontext eingeordnet. Auf dieser Grundlage wird untersucht, inwieweit derzeitige Anbieter von Location Based Services der Vertrauensthematik Rechnung tragen, um schließlich Potenziale vertrauensbildender Maßnahmen und den jeweiligen Handlungsbedarf zu identifizieren. Letztendlich werden vertrauenstheoretische Erkenntnisse unterschiedlicher Disziplinen auf die konkrete Praxisanwendung übertragen.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit ist in acht Kapitel gegliedert. Im Anschluss an das einleitende Kapitel werden im zweiten Kapitel zunächst Mobile Location Based Services begrifflich und technisch unter Darstellung der Lokalisierungstechnologien eingeordnet. Die mit Standortdaten verbundenen Risiken im Zusammenhang mit dem Schutz der Privatsphäre werden im dritten Kapitel vorgestellt. Kapitel Vier führt sukzessive Ansätze zur Überwindung der genannten Risiken ein. Erkenntnisse aus der vertrauenstheoretischen Literatur münden in einem umfassenden Vertrauensmodell. Dieses bildet die Grundlage zur Einordnung der im fünften Kapitel vorgestellten, in der Literatur zu Location Based Services genannten IKT-gestützten Maßnahmen des Vertrauensmanagements. Anhand dieser Kriterien erfolgt die deskriptive Untersuchung der Dienste und Internetseiten derzeitiger Anbieter im sechsten Kapitel. Diese Sekundäranalyse aus Verbrauchersicht wurde während der Cebit 2002 (im Zeitraum vom 13. bis 23. März 2002) durchgeführt und bis zum 31. Oktober 2002 aktualisiert sowie um zwischenzeitlich hinzugekommene Dienste erweitert. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sowie der theoretischen Erkenntnisse der vorangegangen Kapitel werden im siebten Kapitel Handlungsempfehlungen für die Anbieter abgeleitet. Das letzte Kapitel enthält eine Schlussbemerkung. Der Anhang bietet Details zu grundlegenden Mobilfunktechniken sowie eine Darstellung des datenschutzrechtlichen Rahmens in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | Motivation | 1 |
| 1.2 | Ziel der Arbeit | 3 |
| 1.3 | Wissenschaftliche Einordnung und Stand der Forschung | 4 |
| 1.4 | Vorgehensweise | 5 |
| 2. | MOBILE LOCATION BASED SERVICES (LBS) - BEGRIFFSKLÄRUNGEN UND TECHNISCHE GRUNDLAGEN | 7 |
| 2.1 | Lokalisierbarkeit – das herausragende Merkmal mobiler Mehrwertdienste | 7 |
| 2.2 | Mobile Location Based Services | 9 |
| 2.2.1 | Definition und Dienstekategorien | 9 |
| 2.2.2 | Abgrenzung zu Verkehrstelematikdiensten | 13 |
| 2.3 | Lokalisierungstechnologien | 15 |
| 2.3.1 | Lokalisierung in zellularen Mobilfunknetzen | 16 |
| 2.3.2 | Satellitengestützte Ortung: GPS und Erweiterungen | 22 |
| 2.3.3 | Positionierung in lokalen Netzen: Wireless LAN und Bluetooth | 24 |
| 3. | NUTZERSEITIGE RISIKEN IM ZUSAMMENHANG MIT LBS | 25 |
| 3.1 | Schutz der Privatsphäre und Datensicherheit – begriffliche Abgrenzung und rechtliche Einordnung | 25 |
| 3.2 | Eingrenzung der Gefahr für die Privatsphäre | 29 |
| 3.3 | Eigentümer der Standortdaten | 31 |
| 3.4 | Konkretisierung der exogenen und endogenen Unsicherheiten | 32 |
| 3.5 | Risiko – subjektive Wahrnehmung der Motive des LBS-Anbieters | 35 |
| 4. | VERTRAUEN – ÖKONOMISCHE UND TERMINOLOGISCHE EINORDNUNG | 38 |
| 4.1 | Nutzer-Anbieter-Beziehung als Principal-Agent-Problem, Risikoreduktion | 38 |
| 4.2 | Vertrauen – Begriffseingrenzung, Subkonstrukte, Funktionen | 39 |
| 4.3 | Vertrauenshandlung und Risikorelativierung | 41 |
| 4.4 | Vertrauenserwartung, Informationskategorien und Risikoabsorption | 42 |
| 4.5 | Zusammenfassendes Vertrauensmodell | 45 |
| 5. | VERTRAUENSMANAGEMENT – ERFOLGSKRITISCHER FAKTOR FÜR DIE KUNDENGEWINNUNG UND -BINDUNG | 47 |
| 5.1 | Ökonomische Bedeutung des Vertrauens aus Sicht der Anbieter | 47 |
| 5.2 | Steigerung des Vertrauens | 48 |
| 5.3 | Maßnahmen zur Bildung situationsspezifischen Vertrauens | 50 |
| 5.3.1 | Unterrichtung über den Umgang mit Standortdaten | 51 |
| 5.3.2 | Einholung der Einwilligung über die Nutzung von Standortdaten | 52 |
| 5.3.3 | Gewährung des Zugangs zu Standortprofilen | 53 |
| 5.3.4 | Kommunikation von ergriffenen technischen Maßnahmen | 53 |
| 6. | UNTERSUCHUNG DERZEITIGER ANBIETER VON LBS | 55 |
| 6.1 | Identifikation der Anbieter | 55 |
| 6.2 | T-Mobile Deutschland | 56 |
| 6.3 | Vodafone D2 | 58 |
| 6.4 | O2 (Germany) | 60 |
| 6.5 | E-Plus Mobilfunk/i-mode | 63 |
| 6.6 | Tegaron Telematics | 65 |
| 6.7 | Vodafone Passo | 65 |
| 6.8 | ADAC Telematikdienste | 66 |
| 6.9 | Jamba! | 68 |
| 6.10 | Wapme Systems | 69 |
| 6.11 | Synopse der Untersuchung | 70 |
| 7. | HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR LBS-ANBIETER | 76 |
| 7.1 | Fazit der Untersuchung | 76 |
| 7.2 | Maßnahmen zur Bildung spezifischen Vertrauens | 77 |
| 7.2.1 | Bereitstellung von persönlichen Kontaktmöglichkeiten | 78 |
| 7.2.2 | Betonung der Wichtigkeit des Vertrauensverhältnisses | 78 |
| 7.3 | Risikorelativierende Maßnahmen: Schaffung von Mehrwert | 79 |
| 7.3.1 | Kommunikation der Nützlichkeit der Dienste | 79 |
| 7.3.2 | Einsatz verkaufsfördernder Maßnahmen | 80 |
| 7.3.3 | Sicherstellung der Bedienungsfreundlichkeit | 80 |
| 7.4 | Risikoreduzierende Maßnahmen | 82 |
| 7.4.1 | Vertragliche Selbstbindung | 82 |
| 7.4.2 | Selbstbürgschaft | 82 |
| 7.5 | Nutzung von Reputationsmechanismen | 82 |
| 7.5.1 | Zertifizierung der Informationspraktiken | 83 |
| 7.5.2 | Erzielung von Auszeichnungspreisen | 84 |
| 7.5.3 | Markenaufbau und Co-Branding | 85 |
| 7.5.4 | Einsatz von „Facework commitment“ | 86 |
| 7.5.5 | Mund-zu-Mund-Kommunikation: Aufbau einer Virtual Community | 86 |
| 7.6 | Marktforschung als Basis eines adäquaten Maßnahmenmixes | 88 |
| 7.7 | Standortdaten-Intermediär als anbieterübergreifender Lösungsansatz | 89 |
| 8. | AUSBLICK | 91 |
| ANHANG A | TECHNISCHE ZUSAMMENHÄNGE | 93 |
| A.1 | Netzwerktechnologien und Vermittlungsarten | 93 |
| A.2 | Basisdienste als Grundlage mobiler Mehrwertdienste | 94 |
| A.3 | Realisierung des Location Based Billings bei O2 | 96 |
| ANHANG B | AKTUELLE DATENSCHUTZRECHTSLAGE IN DEUTSCHLAND | 97 |
| B.1 | Standortdaten bei Netzbetreibern und Service Providern | 97 |
| B.2 | Standortdaten bei Application Service Providern | 99 |
| B.3 | Öffentliche Kritik an der Rechtslage | 101 |
| 9. | LITERATURVERZEICHNIS | 103 |
Verbindungsaufbau dienen.248 Auch werden aktuell Anstrengungen gefordert und unternommen, technische, die Privatsphäre schützende Systeme zu entwickeln.249 Gefordert werden dabei die absolute Trennung der Standortdaten von den sie nutzenden Anwendungen.250 Bei netzbasierten Lokalisierungslösungen wird die ausschließliche Nutzung im physikalischen Netz des Netzbetreiber oder Service Provider gefordert.251 Weiterhin sollten personenbezogene Standortdaten aggressiver geschützt werden als anonyme Profilinformationen. Da für einige Anwendungen die Nutzeridentifizierung nicht notwendig ist, wird zudem die frühzeitige Pseudonymisierung verlangt.252 Desweiteren sollten den Prinzipien der Datensparsamkeit bzw. -vermeidung Rechnung getragen werden. Solche Maßnahmen sind für den Nutzer mobiler Dienste kaum nachvollziehbar. Hubig253 konstatiert, dass ein rein technisch geprägtes Risikomanagement es nicht vermag, die Angst vor Gefahren abzubauen bzw. Vertrauen und Akzeptanz zu stiften. Zur Vertrauensbildung bedarf es daher der Kommunikation, dem Signalling, von technischer Kompetenz. Als Analogie für diese Art der Vertrauensbildung möge die Darstellungen zur Verschlüsselungstechnik SSL bei www.web.de dienen. [...]
Die praxisorientierte LBS-Literatur spricht der jederzeitigen, verbraucherseitigen Kontrolle über die Erhebung, Nutzung (d.h. auch Weitergabe) und anderweitiger Nutzung der Standortdaten eine hohe Bedeutung für die Nutzerakzeptanz zu.239 Obgleich die Einwilligung als Lösung der Privacy-Problematik bisweilen skeptisch gesehen wird, scheint diese Maßnahme v.a. deshalb von Bedeutung zu sein, als in Deutschland 79 Prozent der Internetnutzer davon ausgehen, dass sie die Kontrolle über persönliche Informationen verloren haben.240 Auf die Einführung der erwogenen hardwareseitigen Blockierung der Datenübermittlung mittels eines im mobilen Endgerät implementierten Schalters können LBS-Anbieter jedoch allenfalls indirekt einwirken.241 Die Bereitstellung softwareseitiger Mechanismen bilden daher die einzige Möglichkeit seitens eines Anbieters. Diese dürfte im Falle von endgerätebasierten Lösungen einfacher zu gewährleisten sein.242 Als vertrauensbildend können diese insofern bezeichnet werden, als dem Nutzer Kompetenzen übertragen werden, Transparenz geschaffen wird und ein wohlwollendes Verständnis für seine Bedenken signalisiert wird.243 In Theorie und Praxis werden zwei Formen der Einwilligung diskutiert.244 Das sogenannte Opt-out-Modell sieht vor, bis auf Widerruf generell lokalisiert zu werden, während beim Opt-in die ausdrückliche Einwilligung erforderlich ist. Vor dem Hintergrund der Frage nach dem Eigentum an den Standortdaten (s. Kapitel 3.3) und dem rechtlichen Rahmen (s. Anhang B) erscheint lediglich das Opt-in-Modell als [...]
Die Aufklärung des Kunden über die Verwendung der Standortdaten gehört zu den wichtigsten vertrauensbildenden Maßnahmen und gilt als notwendige Bedingung für Vertrauen.234 Solche „Privacy Policies“ oder „Location Information Practices“ (LIP), können insofern einen Wettbewerbsvorteil darstellen, als sie das Bewusstsein der Nutzer über potentiellen Gefährdungen schulen, um das Risiko der speziellen Situation besser abwägen zu können.235 Die glaubwürdige, transparente Informationspolitik vermittelt Informationen über die ethischen Standards und damit der Vertrauenswürdigkeit des LBS-Anbieters, indem dessen Vorhersagbarkeit und Konsistenz signalisiert werden.236 In Form von Datenschutzbestimmungen oder AGB ist hierbei auf die Übereinstimmung mit dem gesetzlichen Rahmen (s. Anhang B) zu achten. Durch die Sensibilisierung des Nutzers kann der Anbieter gegebenenfalls den Zustand der Zuversicht in einen des Vertrauens überführen oder das zur Nutzung notwendige Vertrauen verringern. Location Information Practices können auf der Webpage des jeweiligen Anbieters beschrieben sein, z.B. In in Form von allgemeinen oder speziellen (FAQ)Geschäftsbedingungen. sogenannten Frequently-Asked-Questions [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832465575
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Ganßleben, Ralf November 2002: Mobile Location Based Services, Hamburg: Diplomica Verlag
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