Mobile Finanzdienstleistungen in Deutschland
Eine Analyse der Bereiche M-Banking, M-Brokerage und M-Payment im Zeitraum der Jahre 2001/2002
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Heiner Jacob
- Abgabedatum: Mai 2002
- Umfang: 168 Seiten
- Dateigröße: 949,7 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Regensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5962-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5962-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5962-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Jacob, Heiner Mai 2002: Mobile Finanzdienstleistungen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mobile Business, Online-Banking, Bezahlsysteme, Sicherheitslösungen, M-Commerce
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Diplomarbeit von Heiner Jacob
Gang der Untersuchung:
Das Ziel dieser Arbeit bestand neben der allgemeinen Darstellung gegenwärtiger Angebote im Bereich der mobilen Finanzdienstleistungen auch in der Analyse derselben. Ein subjektive Bewertung der einzelnen Applikationen eher vermeidend, wurden Hintergründe, Strategien und Probleme bei der Einführung von mobilen Produkten der Finanzwelt durchleuchtet (unterstützt durch über 20 Tabellen und selbst erstellten Grafiken). Obwohl diese Aspekte in der Literatur bisher meist nur allgemein auf M-Business oder M-Commerce bezogen diskutiert wurden, können gerade Finanzdienstleistungsunternehmen daraus Möglichkeiten und Chancen wahrnehmen, um Wettbewerbsvorteile zu generieren.
Zunächst wird im zweiten Kapitel dieser Arbeit die Entwicklung von mobilen Finanzdienstleistungen näher gebracht, wobei u. a. Online-Banking und Mobile Banking kurz gegenübergestellt werden. Anschließend wird der Begriff der mobilen Finanzdienstleistung definiert und in den Kontext der Arbeit eingegliedert. Dabei erfolgt die Integration des Bereichs in die Themengebiete Mobile Business und Mobilfunk unter der Berücksichtigung der Kundenanforderungen, welche als ausschlaggebend für ein sinnvolles M-Finance erachtet werden.
Der dritte Abschnitt und gleichzeitige Hauptteil der Arbeit besteht aus der Analyse der drei Hauptbereiche Mobile Banking, Mobile Brokerage und Mobile Payment und bezieht sich auf den Zeitraum der Jahre 2001 und 2002. Die drei Sektoren werden dabei neben einem jeweiligen, aktuellen Angebotsüberblick auch im Hinblick auf Sicherheit, Technik, Privacy und rechtliche Hintergründe untersucht. Jeweils ein ausführliches Beispiel rundet die drei Analysen ab.
Da im dritten Teil eher die Kundenperspektive angeführt wird, auf der die Konzentration der Arbeit beruht, versucht das vierte Kapitel nur einen Einblick in die Betrachtungsweise der Anbieter zu gewähren. Damit sind in erster Linie die Finanzdienstleister gemeint, was allerdings die Telekommunikationsunternehmen bzw. andere Mitglieder in der Wertschöpfungskette nicht grundsätzlich ausschließen soll. Hier werden grundlegende Strategieausrichtungen zur Wertschöpfung angeführt, auf die Bedeutung des Kundenmanagements hingewiesen und potentielle Probleme hinterfragt.
Das fünfte Kapitel besteht aus einer kurzen, prägnanten Schlussbetrachtung und einem Fazit. Darin werden die zentralen Ergebnisse der Arbeit noch einmal herausgestellt und es wird versucht, auf das vierte Kapitel aufbauend den Anbietern einen Ausblick mit vorsichtigen Hinweisen für die Zukunft von mobilen Finanzdienstleistungen zu geben.
Im Anschluss daran umrahmt ein ausführlicher Anhang den überwiegend theoretischen Teil der Arbeit. Darin finden sich zu jedem der in Kapitel 3 unterschiedenen Hauptbereiche (M-Banking, M-Brokerage und M-Payment) aktuelle Auflistungen von Anbietern im deutschprachigen Raum, welche mitsamt ihren Adressen, einer kurzen Leistungsdarstellung sowie einer Kurzbewertung den praktischen Bezug dieser Arbeit zur Wirtschaft nochmal unterstreichen sollen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung, Zielsetzung und Vorgehen | 1 |
| 2. | Entwicklung, Begriffsbestimmung und Abgrenzung von mobilen Finanzdienstleistungen | 3 |
| 2.1 | Die Entwicklung der Bankvertriebswege vom Online-Banking zur mobilen Finanzdienstleistung | 3 |
| 2.2 | Begriffsdefinitionen von Mobilität und Finanzdienstleistungen | 7 |
| 2.2.1 | Definition von Mobilität | 7 |
| 2.2.2 | Definition von Finanzdienstleistung | 7 |
| 2.2.3 | Definition von mobilen Finanzdienstleistungen und Abgrenzung zu Mobile Business bzw. M-Commerce | 8 |
| 2.3 | Kundenanforderungen an eine sinnvolle mobile Finanzdienstleistung | 10 |
| 2.3.1 | Das Problem der Grenzen klassischer Marktforschung | 10 |
| 2.3.2 | Prinzipielle Basisanforderungen von Nutzern mobiler Anwendungen | 11 |
| 2.3.3 | Der Kommunikationsbedarf des Bankkunden | 14 |
| 2.3.4 | Spezielle Anforderungen bei mobilen Finanzdienstleistungen | 15 |
| 3. | Analyse des Angebots an mobilen Finanzdienstleistungen | 17 |
| 3.1 | Mobile Banking | 18 |
| 3.1.1 | Angebotsüberblick | 18 |
| 3.1.2 | Vorherrschende Technologien | 22 |
| 3.1.3 | Sicherheitslösungen beim Mobile Banking | 25 |
| 3.1.4 | Beispiel für Mobile Banking: Das Angebot der Deutschen Bank 24 | 33 |
| 3.1.5 | Bewertung und Vergleich mit Online-Banking | 37 |
| 3.2 | Mobile Brokerage | 42 |
| 3.2.1 | Angebotsüberblick | 42 |
| 3.2.2 | Die Bedeutung von Echtzeitinformationen | 45 |
| 3.2.3 | Technische Aspekte und Sicherheit | 46 |
| 3.2.4 | Beispiel Mobile Brokerage: „Youtrade“ von der Credit Suisse | 47 |
| 3.2.5 | Bewertung und Vergleich mit Online-Brokerage | 51 |
| 3.3 | Mobile Payment | 54 |
| 3.3.1 | Anforderungen an universelle Bezahlsysteme | 55 |
| 3.3.2 | Technische Aspekte | 60 |
| 3.3.3 | Sicherheitsaspekte | 66 |
| 3.3.4 | Marktüberblick | 70 |
| 3.3.5 | Beispiel Mobile Payment: Paybox | 72 |
| 4. | Herausforderungen für die Anbieter mobiler Finanzdienstleistungen | 78 |
| 4.1 | Strategieausrichtung | 78 |
| 4.1.1 | Creating Value | 79 |
| 4.1.2 | Kritische Erfolgsfaktoren | 81 |
| 4.2 | Kundenmanagement | 85 |
| 4.2.1 | Kundensegmentierung | 85 |
| 4.2.2 | Customer Relationship Management | 88 |
| 4.2.3 | Preis- und Abrechnungsmodelle | 91 |
| 4.3 | Wettbewerb | 94 |
| 4.3.1 | Markteilnehmer | 94 |
| 4.3.2 | Kooperationen und Allianzen | 97 |
| 4.4 | Sonstige Aspekte | 100 |
| 4.4.1 | Das Mitarbeiter-Problem | 100 |
| 4.4.2 | Berücksichtigung des operationellen Risikos | 101 |
| 5. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 104 |
| Anhang | 107 | |
| Literaturverzeichnis | 141 | |
| Quellen aus dem Internet | 150 |
63 3. Analyse des Angebots an mobilen Finanzdienstleistungen und bei reibungslosem Ablauf den restlichen Zahlungsvorgang abwickeln. Die Vorteile des Systems überwiegen. Im Gegensatz zum Voice-Verfahren kann es hochautomatisiert und damit beliebig schnell ablaufen. Der Kunde muss sich lediglich einmal zu Beginn registrieren lassen, und kann darauf verzichten, dass eine spezielle Anwendung auf seinem Mobiltelefon installiert werden muss. Nachteilig wirkt sich eventuell die Gefahr aus, dass es bei einer Grenzauslastung des Mobilfunknetzes zu Verzögerungen bei der SMS-Zustellung kommen kann.135 WAP-Payment-Verfahren Während das SMS- ebenso wie das Voice-Verfahren nur als Hilfsverfahren aufgrund der noch nicht besonders weit entwickelten Technologie angesehen werden, liegt der prinzipielle Gedanke eines Payment-Verfahrens in der vollständigen Netzeinbindung. Dies kann nur realisiert werden, wenn das stationäre Internet mobil angewendet werden kann. Die einzige Möglichkeit dafür besteht momentan in der WAPAnwendung. Ähnlich wie bei SMS muss dabei nicht unbedingt eine Anwendung beim Kunden installiert werden. Herzstück von WAP ist das WML-Format, welches wie HTML im stationären Internet zur einheitlichen Darstellung der Dateninhalte auf dem Display des mobilen Endgerätes dient. Auf diese Weise wird ermöglicht, auf WML-Seiten des Paymentbetreibers zuzugreifen und interaktiv Zahlungsvorgänge zu initiieren, auszuführen und zu bestätigen. Da der Kunde in der Regel den eigentlichen Bezahlvorgang möglichst schnell und einfach durchführen möchte, sollte die Anwendung so generiert sein, dass er keine große Auswahl treffen muss, sondern per einfachem Klick oder falls nötig durch Eingeben der PIN mit anschließendem Klick die Zahlung bestätigt. Im Gegensatz zur vierten Variante, dem SIM Application Toolkit, läuft die WAP-Anwendung des Kunden im Mobiltelefon. Die SIM-Karte ist in der Regel nicht unmittelbar daran beteiligt.136 SIM Application Toolkit-Variante (SAT) Bei dieser Variante besteht die Möglichkeit, zusätzliche Anwendungen auf die SIMKarte zu programmieren und diese innerhalb der SIM-Karte im Mobiltelefon ablaufen zu lassen. Die Karte steuert in diesem Fall das Mobiltelefon. Spezielle Kommandos leiten die einzelnen Funktionen für die verwendeten SAT-Anwendungen. Weil diese SAT-Anwendungen auch nachträglich noch auf in Nutzung befindliche SIM135 136 [...]
Voice – Bezahlen per Anruf Als unspektakulärste Variante aus Sicht des Nutzers gilt die Einbindung des sogenannten Voice-Verfahrens132, weil diese aufgrund des einfachen Anrufs jedem Mobilfunk-Nutzer vertraut sein dürfte. Der Nutzer muss dabei Sprachnachrichten einerseits generieren und andererseits abhören können. Bei diesem Verfahren teilt der Kunde dem (Internet-) Händler oder mobilen Dienstleistungsanbieter seine Mobilfunknummer mit. Der Händler initiiert der Bezahlvorgang, indem er beim Anbieter anruft. Dabei übermittelt er seine Paybox-Nummer und die des Kunden sowie die Höhe des zu zahlenden Betrages. Der Kunde wird anschließend vom Anbieter angerufen, wobei ein Sprachcomputer dem Kunden die Kenndaten der Zahlung nennt. Bestätigt wird diese mit der persönlichen Payment-PIN. Im Anschluss daran zieht der Anbieter per Lastschriftverfahren den bestätigten Betrag vom Konto des Kunden ein und überweist ihn auf das Konto des Händlers. Durch die Voraussetzung des Verstehens bzw. Sprechens einer Nachricht kann der Vorgang hinsichtlich Zeit und Kosten nicht beliebig optimiert werden, weil eine leitungsvermittelte, kostenintensive Verbindung notwendig ist. Selbst bei der Verwendung von IVR133 können gewisse untere Grenzwerte nicht unterschritten werden. Vorteile entstehen bei diesem Verfahren bei der Akzeptanz der Erstnutzung durch die verbreitete Erfahrung bei den Anwendern. Weiterhin ist in der Regel auch bei hoher Netzlast die Abwicklung weniger verzögerungsanfällig als z. B. bei SMS, da der Anruf eben leitungsvermittelt abläuft. Zusätzlich kann bei der Eingabe der Bezahl-PIN das Mehrfrequenzverfahren bequem verwendet werden.134 Bezahlen per SMS Der Vorgang beim Bezahlen per SMS ist ähnlich einfach wie beim Voice-Verfahren. Der Kunde erhält nach Ablauf des Kaufvorgangs eine SMS vom Anbieter, in der sämtliche Daten zum Kauf enthalten sind. Er bestätigt diese erst mit einer paymentspezifischen PIN und sendet sie dann zurück an den Anbieter. Sobald die Bestätigungs-SMS auf dem Server des Payment-Systems beim Betreiber angekommen ist, kann dieser die empfangene PIN mit der gespeicherten PIN des Kunden vergleichen [...]
60 3. Analyse des Angebots an mobilen Finanzdienstleistungen Aber auf jeden Fall werden sich für den Betreiber des Zahlungsverfahrens Fragen hinsichtlich Kreditrisiken, Zahlungssicherheit, Kosten und Roaming stellen.128 Dabei könnte das Risiko für den Händler im Bezug auf die ersten drei Aspekte bis auf das Roaming extrem eingeschränkt werden, sobald der Systembetreiber eine Risikoübernahme ausspricht. Freiwillig werden das jedoch die wenigsten erklären.129 Als weiterer entscheidender Aspekt gilt die Höhe bzw. Beschränkung der Zahlungen, welche abgewickelt werden können. Dabei muss prinzipiell zwischen drei Einteilungen unterschieden werden: Picopayments stellen Beträge dar mit einem Wert bis zu 10 EuroCent, können aber auch nur Teile eines EuroCents beinhalten Micropayments sind Zahlungen bis zu 10 Euro Macropayments beginnen bei mehreren Euro und können bis in den fünfstelligen Bereich durchgeführt werden Von diesen Beträgen sind auch die Prioritäten der Nutzer hinsichtlich ihrer Anforderungen abhängig. Bei kleineren Beträgen zeigt sich generell, dass die einfache Bedienbarkeit sowie die schnelle Abwicklung der Transaktion im Vordergrund stehen. Bei höheren Zahlungswerten stellt die Sicherheit die höchste Kundenanforderung dar.130 Zu guter Letzt tritt noch ein weiteres, schwerwiegendes Problem auf, welches die Akzeptanz betrifft. Ein Zahlungsverfahren kann als typisches Netzwerkgut bezeichnet werden. Das bedeutet, dass es umso attraktiver wird, je mehr Nutzer das Verfahren gewinnen kann. Aus Sicht der Händler lohnt sich dessen Implementierung nur dann, wenn viele Kunden an dem Verfahren teilnehmen. Andererseits kann es nur dann für die Kunden interessant sein, wenn sie bei vielen Akzeptanzstellen (Händlern, Dienstleistungsanbietern usw.) damit bezahlen können. Vergleichbar mit PCBetriebssystemen können sich bei solchen Marktbedingungen entweder nur ein einziger Anbieter oder allenfalls sehr wenige etablieren. So wird auch von vielen Beobachtern prognostiziert, dass sich die große Anzahl der momentan angebotenen Systeme stark reduzieren wird, wenn sie untereinander nicht kompatibel sind. Händler [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832459628
Arbeit zitieren:
Jacob, Heiner Mai 2002: Mobile Finanzdienstleistungen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mobile Business, Online-Banking, Bezahlsysteme, Sicherheitslösungen, M-Commerce



