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Mobbing

Eine Konzeption zur Prävention und Reduzierung

Mobbing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katinka Schmid
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 122 Seiten
  • Dateigröße: 44,2 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Nürtingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7274-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7274-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7274-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmid, Katinka Juni 2003: Mobbing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ursachen, Folgen, Maßnahmen, präventiv, Handlungen

Diplomarbeit von Katinka Schmid

Problemstellung:

In unserer heutigen schnelllebigen und stressbeladenen Zeit hört man zunehmend das Wort Mobbing, aber die Wenigsten wissen genau, was hinter diesem Wort steckt.

Mobbing – der Begriff ist noch relativ neu, das Phänomen existiert jedoch so lange wie die Arbeitswelt selber, „denn unsoziale zwischenmenschliche Verhaltensweisen bis hin zu aggressivem Psychoterror gab es in den Betrieben schon immer.“ Das bedeutet, dass wir zwar jetzt ein neues Wort haben, aber Feindseligkeiten, Willkür und Intrigen am Arbeitsplatz sind keineswegs neu. Neu ist allerdings, wie viele Menschen über diesen psychosozialen Stress bei der Arbeit klagen.

Verfolgt man die Berichterstattungen in den Medien, scheint es, als ob Mobbing eine Volkskrankheit geworden sei. Es häufen sich Berichte von Betroffenen, die ihre Arbeitssituation als belastend oder sogar unerträglich erleben. Hier ist es schwierig, die Grenze zwischen normalen beruflichen und menschlichen Konflikten und Mobbing zu ziehen.

Worin also besteht der Unterschied zwischen Mobbing und einem gewöhnlichen Konflikt?

Der Konflikt wird meist unter gleich starken Partnern ausgetragen, beim Mobbing ist das Mobbing-Opfer deutlich unterlegen. Diese Unterlegenheit kristallisiert sich noch weiter heraus, da Mobbing ständig ausgeübt wird, der psychische Druck sich mit der Zeit steigert und weil Mobbing über einen langen Zeitraum stattfindet. Aufgrund des hohen Leistungsdrucks und der Verschärfung der Konkurrenz im Betrieb ist das Thema wieder besonders aktuell geworden.

Diese Arbeit geht zunächst auf den Begriff Mobbing und seine Definitionen ein. Es werden danach die Symptome, d. h. wie lässt sich Mobbing überhaupt feststellen, die einzelnen Mobbing-Phasen und die 45 Mobbing-Handlungen behandelt. Anschließend wird detailliert auf die Ursachen von Mobbing eingegangen. Das dritte Kapitel zeigt die wirtschaftlichen sowie gesundheitlichen Folgen von Mobbing auf. Im vierten Kapitel werden ausführlich Maßnahmen zur Prävention und Reduzierung von Mobbing erläutert. Diese sind eingeteilt in Maßnahmen seitens des Mobbing-Opfers, des Arbeitgebers, des Betriebsrats, des Mobbing-Täters, des Vorgesetzten, der Kollegen, des Gesetzgebers und der Gesellschaft. Außerdem werden externe Hilfestellungen aufgezeigt. Um dem Titel der Arbeit gerecht zu werden, stellen die Ursachen für Mobbing und die Maßnahmen gegen Mobbing den Hauptteil der Arbeit dar.

Es handelt sich bei dem Wort Mobbing um ein Kunstwort. Es resultiert aus dem englischen Verb ‚to mob’. Dies kann mit ‚anpöbeln, über jemanden herfallen, angreifen, attackieren, sich zusammenrotten’ übersetzt werden. Ursprünglich lässt sich der Begriff Mobbing auf die lateinische Sprache zurückführen – ‚mobile vulgus’ bedeutet ‚wankelmütige Masse, aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel, „soziale Massengruppierungen mit sehr geringem oder völlig fehlendem Organisationsgrad, in denen triebenthemmte, zumeist zerstörerisch wirkende Verhaltenspotenz vorherrscht.“ Geprägt wurde der Begriff Mobbing von Konrad Lorenz, er bezeichnete den abwehrenden Angriff einer Gruppe von Tieren auf einen Eindringling, also den Schutz der Eigengruppe. Dennoch hat der Begriff Mobbing erst durch Heinz Leymann besondere Bedeutung erlangt. Er ging als Erster davon aus, dass die Ursachen für Mobbing oftmals nicht in der Persönlichkeit der jeweiligen Arbeitnehmer liegen, sondern in den betrieblichen Umfeldbedingungen zu suchen sind.

Da diese Ergebnisse den Begriff Mobbing sehr stark geprägt haben, wird sich diese Arbeit noch öfter auf Leymann berufen.

Es steckt sehr viel hinter dem Begriff Mobbing, es geht um gezielte psychische Gewalt.

Das Repertoire der Mobbing-Täter ist nahezu unerschöpflich. „Da wird systematisch bloßgestellt und ausgegrenzt, bespitzelt und erpresst, verleumdet und übel nachgeredet, angeschrien und kritisiert, sexuell belästigt und lächerlich gemacht.“ Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Der Begriff Mobbing 2
1.2 Definitionen 3
1.3 Symptome – Wie lässt sich Mobbing im Betrieb feststellen? 6
1.4 Die Mobbing-Phasen 7
1.4.1 Phase 1: Ein Konflikt entsteht 7
1.4.2 Phase 2: Der Psychoterror beginnt 8
1.4.3 Phase 3: Erste arbeitsrechtliche Maßnahmen 9
1.4.4 Phase 4: Phase der ärztlichen und psychologischen Fehldiagnosen 10
1.4.5 Phase 5: Der Ausschluß aus dem Arbeitsverhältnis 11
1.5 Die 45 Mobbing-Handlungen nach Leymann 12
2. Die Ursachen für Mobbing 14
2.1 Ursachen im Mobbing-Opfer 15
2.1.1 Leistungsprobleme 15
2.1.2 Gestörte Persönlichkeit 15
2.1.3 Soziale Anpassungsprobleme 16
2.1.4 Auffälligkeit der äußeren Erscheinung 16
2.1.5 Krankheiten 17
2.2 Ursachen im System 18
2.2.1 Organisation der Arbeit 19
2.2.2 Leitung der Arbeit 20
2.2.3 Gestaltung der Arbeitsaufgaben 22
2.2.4 Weitere Ursachen 23
2.2.4.1 Ursachen in den Arbeitsbedingungen 23
2.2.4.2 Ursachen im Rechtssystem 23
2.2.4.3 Ursachen aufgrund sozialer Normen 23
2.3 Ursachen im Mobbing-Täter 24
2.3.1 Mögliche Ziele von Führungskräften in Bezug auf Mitarbeiter 26
2.3.2 Mögliche Ziele von Mitarbeitern in Bezug auf andere Mitarbeiter 26
2.3.3 Mögliche Ziele von Mitarbeitern (ggf. auch Führungskräften) in Bezug auf (andere) Führungskräfte 27
2.3.4 Mögliche Ängste von Führungskräften in Bezug auf Mitarbeiter 28
2.3.5 Mögliche Ängste von Mitarbeitern in Bezug auf andere Mitarbeiter 28
2.3.6 Mögliche Ängste von Mitarbeitern in Bezug auf Führungskräfte 29
2.4 Ursachen in den außenstehenden Personen 29
3. Folgen von Mobbing 30
3.1 Wirtschaftliche Folgen 30
3.2 Gesundheitliche Folgen 33
4. Maßnahmen zur Prävention und Reduzierung 34
4.1 Maßnahmen seitens des Mobbing-Opfers 35
4.1.1 Maßnahmen zur Prävention 35
4.1.1.1 Richtige Auswahl der Arbeitsstelle 35
4.1.1.2 Die Lebens- und Arbeitsgestaltung 36
4.1.1.3 Die innere Einstellung 37
4.1.1.4 Um Feedback bitten 38
4.1.2 Maßnahmen zur Reduzierung 38
4.1.2.1 Abwarten und erdulden 39
4.1.2.2 Selbstkritische Prüfung 40
4.1.2.3 Einen Gegenangriff starten 41
4.1.2.4 Den Mobber zur Rede stellen 41
4.1.2.5 Sich beim Vorgesetzten beschweren 42
4.1.2.6 Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz 43
4.1.2.7 Probleme des Mobbers als Druckmittel einsetzen 43
4.1.2.8 Anzeige erstatten, Klage einreichen 44
4.1.2.9 Schadensersatz fordern und einklagen 44
4.1.2.10 Solidarisierung mit Leidensgenossen 44
4.1.2.11 Innere Kündigung 45
4.1.2.12 Kündigung des Arbeitsverhältnisses 46
4.2 Maßnahmen seitens des Arbeitgebers 47
4.2.1 Maßnahmen zur Prävention 48
4.2.1.1 Firmengrundsätze 48
4.2.1.2 Führungsstil 49
4.2.1.3 Arbeitsorganisation 49
4.2.1.4 Arbeitszufriedenheit schaffen 49
4.2.2 Maßnahmen zur Reduzierung 50
4.2.2.1 Erfassung von Mobbing 50
4.2.2.2 Aufklärung 50
4.2.2.3 Strategien zur Konfliktlösung 51
4.2.2.4 Einbeziehung der Betriebsräte 51
4.3 Maßnahmen seitens des Betriebs- bzw. Personalrates 52
4.3.1 Maßnahmen zur Prävention 52
4.3.1.1 Anregen betrieblicher Maßnahmen 52
4.3.1.1.1 Betriebsvereinbarungsentwurf 52
4.3.1.1.2 Hilfestellung seitens der Gewerkschaften 53
4.3.1.2 Verbesserung des Betriebsklimas 54
4.3.2 Maßnahmen zur Reduzierung 54
4.3.2.1 Unterstützung der Betroffenen 55
4.3.2.2 Beschwerderecht 56
4.4 Maßnahmen seitens des Mobbing-Täters 58
4.5 Maßnahmen seitens des Vorgesetzten 59
4.5.1 Maßnahmen zur Prävention 59
4.5.1.1 Den Einfluss auf das Arbeitsklima nutzen 60
4.5.1.2 Mitarbeiterbefragungen, Problemlösegruppen und Betriebsklima-Gesundheitszirkel 60
4.5.1.3 Erfolgreiche Personalauswahl und Integration von neuen Mitarbeitern 61
4.5.1.4 Personalpflege betreiben 62
4.5.2 Maßnahmen zur Reduzierung 63
4.5.2.1 Mobbing erkennen 63
4.5.2.2 Mobbing aufdecken und stoppen 63
4.6 Maßnahmen seitens der Kollegen 64
4.6.1 Maßnahmen zur Prävention 64
4.6.2 Maßnahmen zur Reduzierung 65
4.7 Maßnahmen seitens des Gesetzgebers und der Gesellschaft 65
4.8 Sonstige externe Hilfestellungen 67
4.8.1 Mobbing-Beratungsstellen 67
4.8.2 Rechtsberatung 68
4.8.3 Ärztliche Beratung und Behandlung 68
4.8.4 Psychologische Beratung und psychotherapeutische Behandlung 69
4.8.5 Seelsorge 70
5. Das Vorgehen im konkreten Mobbing-Fall 70
6. Schlussbemerkung 71
Anhang 74
Literatur- und Quellenverzeichnis 110

Automatisiert erstellter Textauszug:

● Unklare Verantwortungs- und Entscheidungsspielräume. ● Akzeptanz von intrigantem Verhalten (‚Spiel hinter den Kulissen’). ● Störungen zwischen Abteilungen / unklare Arbeitsteilung. ● Kein Personalentwicklungskonzept.“49 2.2.2 Leitung der Arbeit Für Leymann steht hinsichtlich der Leitung der Arbeit im Vordergrund, dass Führungskräfte ihre Möglichkeit der sozialen Einflussnahme auf die Arbeitsgruppe häufig kann, weil er es darf50. „In eher autoritär geführten Betrieben, wo Beschäftigte unter hoher Arbeitsbelastung stehen und gegeneinander ausgespielt werden, wo Konkurrenz genutzt wird, wo Vorgesetzte sich nicht einig über Führungsmaßnahmen sind und ständig Druck machen, können Intrigen und Mobbing am besten ‚gedeihen’.“51 Es entspricht tatsächlich der Realität, dass viele Vorgesetzte, ob nun bewusst oder unbewusst, die angespannte Situation in der Arbeitsgruppe ignorieren, anstatt sie offen anzusprechen. Die Führungskräfte wären in der Lage, durch ein frühes und konsequentes Eingreifen, die Isolierung eines Mitarbeiters zu verhindern. Sie haben die Möglichkeit, die Arbeitsgruppe zu einer sozial funktionierenden Einheit zusammen wachsen zu lassen. 52 Auf der anderen Seite ist es häufig der Fall, dass die mobbende Person aus den Reihen der Vorgesetzten stammt. Hier liegt die Ursache meist darin, dass der Vorgesetzte selber unter [...]

Arbeitsorganisation, Stress erzeugt: Arbeitsaufgaben, die einerseits durch eine quantitative Überbelastung und andererseits durch eine qualitative Unterbelastung gekennzeichnet sind, d. h. dass inhaltsarme und monotone Arbeiten unter hohem Zeitdruck erledigt werden müssen. Dies ergibt sich z. B. bei der Fließbandproduktion. Hier traten nach Leymann überdurchschnittlich oft psychosomatische Beschwerden auf.47 Aufgrund der oben erwähnten Übertragbarkeit bedeutet dies nun, dass sich neben den gesundheitlichen Beschwerden auch Konflikte am Arbeitsplatz entwickeln können, die sich wiederum zu Mobbing weiterentwickeln können. Diese Erkenntnis bedeutet, dass organisatorische Erneuerungen dazu beitragen können, den Stress, und somit auch das Mobbing, zu minimieren, denn Mobbing führt in jedem Fall zu einem schlechten Betriebsklima. Weitere typische Mängel, die das Betriebsklima schädigen und Mobbing auslösen können, geringem Handlungsspielraum und eine geringe Bewertung der Arbeitstätigkeit 48. sind beispielsweise unbesetzte Stellen, starre Hierarchien, zu große Verantwortung bei [...]

Die Organisation der Arbeit soll, laut Leymann, Faktoren beinhalten, die das Entstehen von Mobbing begünstigen. Aber „da Forschungen, die den Zusammenhang zwischen der Konfliktentstehung und gewissen organisatorischen Zuständen im Betrieb beleuchten, noch nicht durchgeführt worden sind, adaptiert Leymann vergleichbare Forschungen aus der Stressmedizin, bei denen nach den Ursachen für psychosomatische Krankheiten geforscht wurde. Die Möglichkeit der Übertragung dieser Ergebnisse begründet er mit der Hypothese, es seien dieselben Stressoren am Arbeitsplatz, die einerseits zu psychsomatischen Erkrankungen führten und die andererseits das Risiko für Konfliktausbrüche erhöhen, da sich Stress und Frust, aus denen man keinen Ausweg findet, ... häufig auf den Kollegen entladen.“46 Ein Beispiel für einen Arbeitsablauf, der aufgrund falscher oder fehlender [...]

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Schlagworte:
Ursachen, Folgen, Maßnahmen, präventiv, Handlungen

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