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Mobbing

Ursachen und Möglichkeiten diagnostischer und therapeutischer Behandlung des Phänomens

Mobbing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Britta Eggers
  • Abgabedatum: Dezember 1996
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 3,6 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (FH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0354-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0354-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0354-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Eggers, Britta Dezember 1996: Mobbing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Britta Eggers

Problemstellung:

"Die Hölle, das sind die anderen" (Sartre). Die Qualität der sozialen Beziehungen im Berufsleben beeinflußte schon immer die Güte des Arbeitsplatzes. Wie gut man sich mit den anderen versteht, hängt aber auch von einem selbst ab. Insofern werden Beziehungen durch Interaktionen gestaltet, die auch dazu da sind, entstehende Konflikte konstruktiv zu verarbeiten. Wird ein Konflikt nicht gelöst, schwelt er weiter. Der sich daraus entwickelnde Streß kann auf eine Person kanalisiert werden und unterliegt dieselbe den Angriffen wird sie zum Mobbing-Opfer - Mobbing-Täter sind dann die anderen. Mit einer simplen Täter-Opfer-Klassifikation ist niemanden geholfen. Daher sollte man es vermeiden, die Rollen Opfer und Täter zu verteilen, denn eventuelle Sanktionen machen den "Täter" wiederum zum Opfer. Er wird es zumindest so darstellen. Darüberhinaus wird das sogenannte Opfer in eine passive Rolle gedrängt, mit Ld.R. Handlungsunfähigkeit einhergeht. Diese Kategorisierung wird trotzdem in dieser Diplomarbeit verwendet, um jeweils anzuzeigen, welche Seite im Opfer-Täter-Kreis, bezogen auf das Berufsleben, angesprochen wird.

Mobbing kann innerhalb der Hierarchieebenen geschehen, passiert aber auch vom Vorgesetzten zum Untergebenen und, weniger häufig, ebenso umgekehrt. Ob es an der Persönlichkeit der Beteiligten liegt, ist in der Wissenschaft umstritten. Es gibt Untersuchungen, die die typischen Charakteristika der Mobber und Gemobbten herausfanden.

"Mobbing" ist seit 1990 ein durch LEYMANN aus Schweden importiertes Thema. Er grenzt die Anzahl der Beschäftigten in Schweden, die Mobbing ausgesetzt sind, mit seiner Definition auf 3,5% ein. Er schätzt, daß es in Deutschland pro Jahr mindestens 1,4 Millionen Mobbing-Opfer gibt. THOMAS behauptet hingegen, ohne auf spezielle Studien hinzuweisen, daß jeder vierte Berufstätige mittlerweile unter Mobbing leidet. Im Anblick dieser Zahlen, seien sie noch so verschieden, ist es nicht verwunderlich, daß sich inzwischen Ärzte, Psychologen und Juristen dem Thema angenommen haben, es Mobbing-Kliniken und -Telefone für die Betroffenen gibt. Die Gewerkschaften sind Ansprechpartner bei Mobbing geworden, wie auch Selbsthilfegruppen dazu beitragen, die Situation der Mobbing-Opfer zu verbessern. Wenn man bedenkt, daß "20% aller Selbstmöder ihr Motiv für den Suizid im Mobbing fanden", so wird einem die Brisanz dieses Themas deutlich.

Erst durch die Schaffung des Wortes "Mobbing" können endlich Erfahrungen und Probleme im sozialen Bereich in Unternehmen thematisiert werden.

Betrachtet man die Ursachen für Mobbing so sind sie immer die Anlässe für Konflikte. Sie können aus den Rahmenbedingungen im Unternehmen entstehen, aber auch im Menschen selbst liegen. Ängste und Ziele können den Täter zum Mobbing treiben, mancher Mobbing-Betroffener bietet sich geradezu zum Opfer an. Es gibt eine unbegrenzte Vielzahl an Mobbing-Handlungen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Hinter den Handlungen stehen immer Motivationen und Ziele des "Angreifers". Sie machen Mobbing erst zu dem, was es ist: existenzbedrohende Schikane. Wer wen auf welche Weise mobbt, ist geschlechtsabhängig. Sexuelle Belästigung kann eine Form, eine besonders üble von Mobbing sein. Laut Definition kommt es dabei auf ihre Häufigkeit und Dauer an. Deswegen machen einzelne Handlungen noch kein Mobbing aus. Erst die Wiederholung schikanöser Aktivitäten über einen längeren Zeitraum hinweg mit eventuellen gesundheitlichen Folgen wird als Mobbing bezeichnet. Dabei wird gern der Zeitraum von einem halben Jahr angegeben, um die Situation als Mobbing zu kennzeichnen. Für den Praktiker ist es sicherlich sinnvoll, auch kürzere Verläufe zu beachten. Trotzdem ist Mobbing immer ein Prozeß und in Phasenmodellen darstellbar.

Mobbing bedeutet Streß und Streß macht krank. So hat Mobbing direkte gesundheitliche Folgen für den Betroffenen, und das Unternehmen in dem Mobbing stattfindet, muß mit hohen Kosten rechnen. Doch auch die Täter haben mit psychosomatischen Beschwerden zu kämpfen. Ständig auf der Hut, dürfen sie keine Schachstelle zeigen und riskieren Klagen, wenn sie sich zu weit gewagt haben. Ist ein Unternehmen bereit, dem Thema "Mobbing" präventiv oder intervenierend zu begegnen, gibt es viele Möglichkeiten, vor allem vorbeugend, wirksam aktiv zu werden. Der Mobbing-Betroffene kann sich ebenso auf vielfältige Weise wehren. Trotzdem geht mancher Betroffener in Frührente, kündigt und muß sich um Rehabilitation kümmern. So kann etwas, was anfangs vielleicht nur ein Spiel war, zur Krankheit führen. Generell verfolgt jeder Akteur in Organisationen jeweils seine eigenen Regeln. Er muß aber seine Strategien dem Kooperationsspiel in der Organisation anpassen. Beim Spiel Mobbing gelten plötzlich andere Regeln. Die Erwartungen, wie das Spiel in Organisationen auszusehen hat, weichen voneinander ab. Fairneß spielt dann keine Rolle mehr.

Gang der Untersuchung:

In der nachfolgenden Analyse werden also folgende Fragestellungen bearbeitet:

I. Was sind die Eigenschaften der am Mobbing Beteiligten?

II. Was sind die Voraussetzungen und begünstigenden Faktoren in der Firma bzw. in den Beteiligten für Mobbing?

III. Wie sehen die Spielarten des Mobbings aus?

IV. Welche Auswirkungen hat Mobbing?

V.Was kann man im Vorfeld und im akuten Fall gegen Mobbing unternehmen?

Inhaltsverzeichnis:

1. Die Problemstellung 1
2. Herkunft und Bedeutung des Mobbing-Begriffes 3
3. Die Subjekte des Mobbings 5
3.1 Die Charakteristika der Mobbing-Täter 5
3.2 Die Charakteristika der Mobbing-Opfer 7
3.2.1 Die Persönlichkeitsfaktoren der Mobbing-Opfer 8
4. Die Ursachen für Mobbing-Aktivitäten 10
4.1 Die Ursachen bei der Neueinstellung 10
4.2 Die Ursachen im Mobbing-Täter 11
4.3 Die Ursachen im Mobbing-Opfer 12
4.4 Die Ursachen in den Rahmenbedingungen 16
5. Die Mobbing-Handlungen 20
5.1 Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen 20
5.2 Angriffe auf die sozialen Beziehungen 21
5.3 Angriffe auf das soziale Ansehen 23
5.4 Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation 24
5.5 Angriffe auf die Gesundheit 25
6. Geschlechtsspezifisches Mobbing 26
6.1 Frauen und Männer mobben verschieden 27
6.2 Sexuelle Belästigung 28
7. Mobbing als Prozeß 29
8. Die Folgen von Mobbing 33
8.1 Die Folgen für das Mobbing-Opfer 33
8.2 Die Folgen für das Unternehmen 38
8.3 Die Folgen für den Mobbing-Täter 42
9. Die Prävention und Intervention in Bezug auf Mobbing 43
9.1 Die präventiven Maßnahmen durch das Mobbing-Opfer 43
9.1.1 Die Tit For Tat -Strategie 44
9.2 Die intervenierenden Maßnahmen durch das Mobbing-Opfer 45
9.2.1 Die 12 Möglichkeiten der Intervention durch das Mobbing-Opfer 46
9.3 Die präventiven und intervenierende Maßnahmen durch das Unternehmen 52
9.3.1 Die Konfliktbehandlung 60
10. Die Rehabilitation 69
11. Schlußbetrachtung 70
Literaturverzeichnis 71
Anhang 76

Arbeit zitieren:
Eggers, Britta Dezember 1996: Mobbing, Hamburg: Diplomica Verlag

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