Mittelstandsorientierte Unternehmensfinanzierung und vorbereitende Maßnahmen im Rahmen von Basel II
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Roman Smidrkal
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 2,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8129-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8129-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8129-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Smidrkal, Roman Juli 2004: Mittelstandsorientierte Unternehmensfinanzierung und vorbereitende Maßnahmen im Rahmen von Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Rating, Bonität, Kreditvergabe, Finanzierung, Kreditrating
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MA-Thesis / Master von Roman Smidrkal
Zusammenfassung:
Ende 2006 soll die neue Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) in Kraft treten, die regelt, wie viel Eigenkapital eine Bank bei einem Kreditgeschäft hinterlegen muss, um Reserven im Falle einer Insolvenz des Schuldners vorhalten zu können. Im Rahmen der aktuellen „Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel I)“ muss das kreditvergebende Institut 8 % der Kreditsumme hinterlegen. Dieser Satz soll nach Willen der „Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)“ in einen bonitätsabhängigen Satz umgewandelt werden, der höher aber auch niedriger sein kann als die aktuellen 8 %.
Die vorliegende Masterthesis soll einen detaillierten Blick auf das neue Regelwerk werfen und die operativen Prozesse, die Basel II mit sich bringt, beschreiben. Eines der Hauptziele dieser Arbeit ist es zudem, die Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand aufzuzeigen sowie einen Überblick über mögliche vorbereitende Maßnahmen zu geben.
Diese Analyse berücksichtigt den aktuellen Stand der Diskussion über Basel II bis Mai 2004 und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die verschiedensten Perspektiven über die möglichen Auswirkungen aufzuzeigen und kritisch zu beleuchten. Die Argumente und Analyse des Problems rund um Basel II beziehen sich auf die relevanten Teile des Regelwerkes für die Kreditvergabe von Kreditinstituten gegenüber Unternehmen.
Diese Studie wurde in sieben Kapitel unterteilt. Im zweiten Kapitel geht es um die historische Entwicklung der Unternehmensfinanzierung und die Analyse des Weges von Basel I zu Basel II. Im darauf folgenden Kapitel werden die drei Säulen der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung beschrieben sowie die damit verbundenen Ratingprozesse erläutert und analysiert.
Der vierte Abschnitt befasst sich mit der Finanzierung des Mittelstandes und den Auswirkungen auf diese Zielgruppe, die Basel II mit sich bringt. Im fünften Kapitel werden managementorientierte Gestaltungsmöglichkeiten des Ratingergebnisses aufgezeigt und ein Ablaufplan zur Optimierung der Organisation beschrieben.
Der vorletzte Abschnitt zeigt alternative Finanzierungsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen auf und analysiert die Vor- bzw. die Nachteile. Im siebten und letzten Kapitel werden die Ergebnisse dieser Arbeit zusammenfassend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 3 | |
| Tabellenverzeichnis | 4 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 5 | |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Die Hintergründe der Basler Eigenkapitalvereinbarung | 7 |
| 2.1 | Historische Entwicklung der Unternehmensfinanzierung und der Kreditwirtschaft | 7 |
| 2.2 | Analyse des Weges von Basel I (1988) zu Basel II (2004) | 8 |
| 2.2.1 | Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). | 8 |
| 2.2.2 | Gründe für die Schaffung eines Ausschusses für Bankenaufsicht. | 9 |
| 2.2.3 | Die Basler Eigenkapitalvereinbarung von 1988 (Basel I) | 10 |
| 2.2.4 | Die Auswirkungen und Folgen von Basel I | 11 |
| 3. | Die neue Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) | 14 |
| 3.1 | Die drei Säulen der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) | 16 |
| 3.2 | Quantitative Eigenkapitalanforderungen | 16 |
| 3.2.1 | Bonitätseinschätzung mit Hilfe von Ratings | 18 |
| 3.2.2 | Ratingmethoden | 19 |
| 3.2.2.1 | Standard-Ansatz | 20 |
| 3.2.2.1.1 | Verfahren des Standardansatzes | 22 |
| 3.2.2.1.2 | Ratingeinstufung und Analysebereiche | 26 |
| 3.2.2.1.3 | Alternative Ratingagenturen und Zulassungsverfahren | 32 |
| 3.2.2.1.4 | Kurz- und langfristiges Rating | 34 |
| 3.2.2.1.5 | Risikogewichte für Unternehmen | 36 |
| 3.2.2.1.6 | Adressaten des externen Ratings | .37 |
| 3.2.2.2 | Internal Ratings-Based-Approach (IRB) | 39 |
| 3.2.2.2.1 | BVR-II-Ratingverfahren | 43 |
| 3.2.2.2.2 | Ratingverfahren der Deutschen Bank | 50 |
| 3.2.2.2.3 | Ratingverfahren der IKB Deutsche Industriebank | 54 |
| 3.2.3 | Internes versus externes Rating | 60 |
| 3.3 | Qualitative Aufsicht | 62 |
| 3.4 | Transparenzvorschriften | 62 |
| 4. | Definition und Abgrenzung des Mittelstandes | 63 |
| 4.1 | Merkmale des Mittelstandes | 65 |
| 4.2 | Finanzierung des Mittelstandes | 66 |
| 4.3 | Mögliche Auswirkungen von Basel II auf die Zinskonditionen | 67 |
| 4.4 | Bedeutung der Zinskonditionen | 72 |
| 4.5 | Strukturbedingte Zinsänderungen | 74 |
| 5. | Gestaltungsmöglichkeiten des Ratingergebnisses | 76 |
| 5.1 | Das Fitness-Programm für den Mittelstand | 76 |
| 5.2 | Das EFQM-Modell | 78 |
| 5.3 | Zusammenhang zwischen TQM und den finanziellen Kennzahlen | 79 |
| 5.4 | Der Ablaufplan zur Optimierung der Organisation | 80 |
| 6. | Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für mittelständische Unternehmen | 82 |
| 6.1 | Immobilienleasing | 82 |
| 6.2 | Initial Public Offering (IPO) | 83 |
| 6.3 | Factoring | 84 |
| 6.4 | Asset Backed Securities (ABS) | 84 |
| 6.5 | Kundenanzahlungen | 85 |
| 6.6 | Lieferantenkredit | 86 |
| 6.7 | Private Equity | 86 |
| 6.7.1 | Unternehmensbeteiligungen | 87 |
| 6.7.2 | Mezzaninekapital | 87 |
| 7. | Executive Summary | 88 |
| Literaturverzeichnis | 90 | |
| Anhang |
Nach der Mandatierung, also der Vergabe des Mandates durch die Unternehmensvertreter, wird eine Voranalyse durchgeführt. In dieser Voranalyse werden durch das Ratingteam Informationen beschafft und ein Fragen- bzw. Themenkatalog für das Unternehmen erstellt. Die Unternehmensvertreter erhalten diesen Fragenkatalog und können sich intensiv auf den bevorstehenden Analyseworkshop vorbereiten. In diesem Analyseworkshop werden die durch die Unternehmensvertreter erstellten Präsentationen diskutiert und kritisch hinterfragt. In der Bonitätsanalyse wird eine Ratingeinschätzung durch das Ratingteam erstellt und das Unternehmen hat die Möglichkeit, eventuell fehlende oder unzureichende Unterlagen nachzureichen. In dem letzten Schritt, der Ergebnispräsentation, wird das Analyseergebnis dargestellt und Einzelheiten erläutert. Weiterhin werden den Unternehmensvertretern Handlungsempfehlungen genannt, die ausführlich diskutiert werden. Das Ratingergebnis wird beim Deutsche Bank-Rating mit Hilfe einer Buchstabenkombination dargestellt, die sich an der Darstellung von Standard & Poor´s orientiert. Hinzuweisen ist auf den Begriff des “Speculative Grade“, der bei der Deutschen Bank als “Non-Investment Grade“ bezeichnet wird. Tabelle 13 verdeutlicht die Systematik der Ratingklassen. [...]
50 Der Kreditsachbearbeiter hat außerdem die Möglichkeit, ein so genanntes “Override“ zu initiieren, d.h., dass das Ratingergebnis noch einmal manuell korrigiert werden kann. Diese Ausnahmeregelung wurde geschaffen, damit die Sachbearbeiter einen Spielraum haben, der immer dann nötig ist, wenn das standardisierte Ratingverfahren bestimmte Informationen nicht berücksichtigt. Um einen Nachteil in diesem Fall zu vermeiden, kann der Mitarbeiter des Kreditinstitutes die Informationen manuell in das Ratingergebnis einfließen lassen. Eine weitere Möglichkeit, das Ratingergebnis abzuschmälern, ist, vorhandene Sicherheiten in die Kreditkonditionen einfließen zu lassen. Diese Sicherheiten können das Ratingergebnis nicht verbessern, aber sie mildern das Risiko für die Bank. Somit ist die Bank in der Lage, diese Sicherheiten als Ausfallrisikobegrenzung einzusetzen und den Kreditzins zu senken. Dabei gehen die Sicherheiten, die Basel II ausdrücklich vorsieht, mit einem Abschlag, dem so genannten “Haircut“, in die Berechnung des Risikos mit ein. Dieser Abschlag hängt von dem Sicherungspapier (Wertpapiere, Immobilien etc.) und der damit zusammenhängenden sicheren Erzielung eines bestimmten Betrages im Falle der Illiquidität ab. [...]
49 Bei den Fragen zum Jahresabschluss, zur betriebswirtschaftlichen Auswertung und Kontoführung soll die aktuelle Substanz des Unternehmens (Vermögenslage) erfasst und die Überschüsse (Ertrags- und Finanzkraft) analysiert werden. Bei den Fragen zum Markt soll die aktuelle und die zukünftige Branchenstruktur im Beschaffungs- und Absatzmarkt bewertet werden. Die heutige und zukünftige Wettbewerbsposition und die Verhandlungsmacht gegenüber den Lieferanten und Kunden soll auf diese Weise erfasst werden. Weiterhin gibt es Fragen zur Qualität und Qualifikation des Managements. Bei diesen Fragen soll geklärt werden, ob das Management in der Lage ist, die zukünftigen Herausforderungen, die im Markt auftreten, zu bewältigen. In diesem Zusammenhang ist auch der Themenblock der Unternehmsplanung zu sehen, da die Qualität des Managements entscheidend die Planungsqualität prägt. Das Kreditinstitut ist an einer möglichen Änderung der Umsätze, der Kosten und der Unternehmenssubstanz interessiert und stellt daher einige Fragen zu der voraussichtlichen Unternehmensentwicklung in den nächsten Jahren. Insgesamt haben bei der Berechnung des Ratingergebnisses die qualitativen und die quantitativen Fragen eine Gewichtung von 40 % bzw. 60 %. Dabei bleibt festzuhalten, dass in den Ratingverfahren verschiedenener Kreditinstitute die Größe der Unternehmen berücksichtigt wird. Tendenziell ist es so, dass die Gewichtung der Faktoren zu Gunsten der qualitativen Bereiche geht, je größer das zu bewertende Unternehmen ist. Als Ergebnis kehrt sich das Verhältnis um, d.h., dass die quantitativen Kennzahlen zu 40 % und die qualitativen zu 60 % gewichtet werden. Nach der Analyse der Fragebögen, der unternehmensspezifischen Unterlagen und der sonstigen Informationen wird das Ratingergebnis ermittelt und daraufhin von einem weiteren Mitarbeiter des Kreditinstitutes überprüft. Abschließend werden dem Kreditnehmer das Ergebnis und die Zinskonditionen bzw. die Kreditabsage mitgeteilt. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832481292
Arbeit zitieren:
Smidrkal, Roman Juli 2004: Mittelstandsorientierte Unternehmensfinanzierung und vorbereitende Maßnahmen im Rahmen von Basel II, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Rating, Bonität, Kreditvergabe, Finanzierung, Kreditrating



