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Mittelstandsfinanzierung im Wandel

Optionen für die Unternehmen und Herausforderungen für die Wirtschaftspolitik

Mittelstandsfinanzierung im Wandel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Metten
  • Abgabedatum: November 2006
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 635,4 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • Bibliografie: ca. 110
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0164-1
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0164-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Metten, Michael November 2006: Mittelstandsfinanzierung im Wandel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Klein- und Mittelbetrieb, Finanzierung, Mittelstand, Wirtschaftspolitik, KMU

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Diplomarbeit von Michael Metten

Einleitung:

Das deutsche Finanzsystem befindet sich seit Mitte der neunziger Jahre in einem grundlegenden Wandel vom bankbasierten Finanzsystem hin zu einer stärkeren Marktorientierung. Als Folge dieser Entwicklung gewinnen kapitalmarktbasierte Finanzierungsinstrumente und institutionelle Investoren zunehmend an Bedeutung. Das sich wandelnde Finanzierungsumfeld und die damit einhergehende geänderte Geschäftspolitik der Banken stellen insbesondere die mittelständischen Unternehmen in Deutschland vor neue Herausforderungen. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die durch die Unternehmen bereitzustellenden Sicherheiten hat sich die traditionell schwache Eigenkapitalausstattung zur Achillesferse vieler mittelständischer Unternehmen entwickelt.

Gegenstand der Diplomarbeit ist daher die Fragestellung, welche Rahmenbedingungen und Faktoren die Eigenkapitalbildung in mittelständischen Unternehmen grundlegend beeinflussen. Die Beantwortung der Frage und die damit einhergehende intensive Analyse des Einflusses des Steuersystems auf die Kapitalstrukturentscheidung im Unternehmen bilden den Ausgangspunkt zur Ableitung und Bewertung wirtschaftspolitischer Handlungsoptionen im Rahmen der Unternehmensteuerreform.

Gang der Untersuchung:

Einleitend wird in Kapitel 2. ein Überblick über die aktuelle Situation des Mittelstandes in Deutschland gegeben. Neben der definitorischen Abgrenzung des Begriffs „Mittelstand“ sowie der Darstellung der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung steht insbesondere die zusammenfassende Betrachtung der empirischen Daten zur Kapitalstruktur und Ertragslage sowie der aktuellen Steuerbelastung im Vordergrund.

In Deutschland stellt der Bankkredit traditionell die bedeutendste externe Finanzierungsquelle des Mittelstandes dar. Die bei einem großen Teil der mittelständischen Unternehmen vergleichsweise niedrige Eigenkapitalausstattung, die hohe Bedeutung der Bankkreditfinanzierung und die damit einhergehende enge Bindung an die Hausbank sind charakteristisch für die Mittelstandsfinanzierung und standen lange Zeit im Einklang mit dem Finanzierungsumfeld.

Neben den Besonderheiten der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland werden in Kapitel 3. der aktuell zu beobachtende Wandel innerhalb des Finanzsystems sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für mittelständische Unternehmen beschrieben. Es wird unter anderem der Frage nachgegangen, ob die Veränderungen auf den Finanzmärkten sowie die Anforderungen im Rahmen von Basel II zu einer Kreditverknappung für den Mittelstand führen.

Die Wahl der optimalen Kapitalstruktur auf Unternehmensebene ist eine komplexe Entscheidung. Kapitel 4. befasst sich mit der strategische Kapitalstrukturentscheidung aus kapitalmarkttheoretischer Sicht. Dabei werden wichtige Prämissen des vollkommenen Kapitalmarkts aufgehoben und somit der Einfluss von Steuern, Insolvenzkosten und Agency-Kosten auf die Kapitalstrukturentscheidung bei unvollkommenem Kapitalmarkt untersucht. Die Wahl der Kapitalstruktur steht in engem Zusammenhang mit den Finanzierungszielen des Unternehmens, die im Rahmen dieses Kapitels für mittelständische Unternehmen hergeleitet werden. Welche Möglichkeiten haben mittelständische Unternehmen, auf die veränderten Finanzierungsbedingungen zu reagieren? In Anbetracht der für den Mittelstand typischen Interessenlage erfolgt eine Untersuchung der verschiedenen Optionen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die unternehmerische Entscheidungsfreiheit, die Eingriffe in die Gesellschafterstruktur sowie die Kapitalkosten.

Aufbauend auf den Erkenntnissen hinsichtlich der strategischen Kapitalstrukturentscheidung und den skizzierten Rahmenbedingungen des Finanzsystems werden in Kapitel 5. die Einflussfaktoren analysiert, die in ihrer konkreten Ausprägung für die Eigenkapitalbildung des Mittelstandes relevant sind. Die Finanzierungsstrukturen von Unternehmen sind das Produkt komplexer ökonomischer und institutioneller Einflussfaktoren. Neben der Selbstfinanzierungskraft des Unternehmens bildet das Steuersystem einen immanent wichtigen Faktor für die Kapitalstrukturentscheidung.

Daher werden innerhalb dieses Kapitels die Einflüsse des geltenden Steuersystems sowohl auf die Selbstfinanzierung des Unternehmens und somit auf die Rechtsformneutralität als auch auf die Außenfinanzierung und die damit verbundene Finanzierungsneutralität untersucht. Eine weitere Ursache für die teilweise sehr geringe Eigenkapitalausstattung liegt in den besonderen Spezifika des beziehungsbasierten Finanzsystems. Ebenfalls Einfluss auf die Kapitalstruktur, wenngleich von nicht ganz so großer Bedeutung, haben institutionelle Rahmenbedingungen wie die Bilanzierungsstandards und das deutsche Insolvenzrecht. Dieses Kapitel schließt mit einem Überblick über die wirtschaftlichen Ursachen der aktuellen Entwicklungstendenzen hinsichtlich der Eigenkapitalausstattung mittelständischer Unternehmen.

In Kapitel 6. werden ausführlich die wirtschaftspolitischen Handlungsoptionen im Kontext der Unternehmensteuerreform diskutiert, die den sich wandelnden Finanzierungsbedingungen des Mittelstandes Rechnung tragen. Um gesamtwirtschaftliches Wachstum zu erzielen, muss unter anderem das der Volkswirtschaft zur Verfügung stehende Kapital in die Verwendungen gelenkt werden, in denen sich die höchsten gesamtwirtschaftlichen Erträge erwirtschaften lassen. Folgen die Kapitaleinsatzentscheidungen nicht den gesamtwirtschaftlichen Ertragsaussichten sondern steuerlichen Anreizen, kann es zu einer Fehlallokation des Kapitaleinsatzes kommen.

Aus diesen Überlegungen heraus gilt es, entsprechende steuerpolitische Ziele, wie die Gewährleistung von Entscheidungsneutralität für die Unternehmensteuerreform, abzuleiten. Nach einem Überblick über die Grundzüge der meist diskutierten Unternehmensteuerreformmodelle werden diese daher abschließend im Hinblick auf ihre Einflüsse auf die Rechtsform- und Finanzierungsneutralität analysiert.

Inhaltsverzeichnis:

Tabellenverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung und Problemstellung 1
2. Aktuelle Situation des deutschen Mittelstandes 3
2.1 Definition und Begriffsabgrenzung 3
2.2 Gesamtwirtschaftliche Bedeutung 5
2.3 Kapitalstruktur 6
2.4 Ertragslage 9
2.5 Steuerbelastung 10
3. Mittelstandsfinanzierung im Wandel 12
3.1 Spezifika der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland 12
3.2 Das Finanzsystem im Wandel 14
3.2.1 Bankbasiertes Finanzsystem 15
3.2.2 Marktbasiertes Finanzsystem 16
3.2.3 Risikoadäquate Kreditkonditionen 18
3.3 Konsequenzen für den Mittelstand 19
4. Gestaltung der Kapitalstruktur im Rahmen der Mittelstandsfinanzierung 22
4.1 Funktionen des Eigenkapitals 22
4.2 Die strategische Kapitalstrukturentscheidung aus kapitalmarkttheoretischer Sicht 24
4.2.1 Leverage-Effekt 24
4.2.2 Irrelevanz der Kapitalstruktur bei vollkommenem Kapitalmarkt 25
4.2.3 Relevanz der Kapitalstruktur für mittelständische Unternehmen 26
4.2.3.1 Einfluss von Steuern und Insolvenzkosten 26
4.2.3.2 Einfluss von Agency-Kosten 27
4.2.4 Pecking-Order-Hypothese 29
4.3 Finanzwirtschaftliche Ziele mittelständischer Unternehmen 30
4.4 Analyse der Außenfinanzierungsinstrumente zur Erhöhung des Eigenkapitals 31
4.4.1 Klassische Finanzierungsformen 32
4.4.2 Mezzanine-Finanzierung 33
5. Analyse der Einflussfaktoren auf die Eigenkapitalbildung 35
5.1 Einfluss der Ertragslage des Unternehmens 35
5.2 Einfluss des geltenden Steuersystems 38
5.2.1 Einfluss des Steuersystems auf die Selbstfinanzierung 40
5.2.2 Einfluss des Steuersystems auf die Fremdfinanzierung 43
5.2.3 Einfluss des Steuersystems auf die Mezzanine-Finanzierung 45
5.3 Einfluss des beziehungsbasierten Finanzsystems 46
5.4 Einfluss der Bilanzierungsstandards 47
5.5 Einfluss des Insolvenzrechts 48
5.6 Ursachen der aktuellen Entwicklungstendenzen in der Eigenkapitalausstattung 48
6. Wirtschaftspolitische Handlungsoptionen 49
6.1 Grundzüge der Unternehmensteuerreformmodelle 49
6.1.1 Modell der Stiftung Marktwirtschaft 50
6.1.2 Modell des Sachverständigenrates 52
6.2 Analyse der Reformvorschläge 55
6.2.1 Rechtsformneutralität 57
6.2.2 Finanzierungsneutralität 59
7. Fazit 62
Anhang 66
Literaturverzeichnis 73

Inhaltsverzeichnis:

Tabellenverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung und Problemstellung 1
2. Aktuelle Situation des deutschen Mittelstandes 3
2.1 Definition und Begriffsabgrenzung 3
2.2 Gesamtwirtschaftliche Bedeutung 5
2.3 Kapitalstruktur 6
2.4 Ertragslage 9
2.5 Steuerbelastung 10
3. Mittelstandsfinanzierung im Wandel 12
3.1 Spezifika der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland 12
3.2 Das Finanzsystem im Wandel 14
3.2.1 Bankbasiertes Finanzsystem 15
3.2.2 Marktbasiertes Finanzsystem 16
3.2.3 Risikoadäquate Kreditkonditionen 18
3.3 Konsequenzen für den Mittelstand 19
4. Gestaltung der Kapitalstruktur im Rahmen der Mittelstandsfinanzierung 22
4.1 Funktionen des Eigenkapitals 22
4.2 Die strategische Kapitalstrukturentscheidung aus kapitalmarkttheoretischer Sicht 24
4.2.1 Leverage-Effekt 24
4.2.2 Irrelevanz der Kapitalstruktur bei vollkommenem Kapitalmarkt 25
4.2.3 Relevanz der Kapitalstruktur für mittelständische Unternehmen 26
4.2.3.1 Einfluss von Steuern und Insolvenzkosten 26
4.2.3.2 Einfluss von Agency-Kosten 27
4.2.4 Pecking-Order-Hypothese 29
4.3 Finanzwirtschaftliche Ziele mittelständischer Unternehmen 30
4.4 Analyse der Außenfinanzierungsinstrumente zur Erhöhung des Eigenkapitals 31
4.4.1 Klassische Finanzierungsformen 32
4.4.2 Mezzanine-Finanzierung 33
5. Analyse der Einflussfaktoren auf die Eigenkapitalbildung 35
5.1 Einfluss der Ertragslage des Unternehmens 35
5.2 Einfluss des geltenden Steuersystems 38
5.2.1 Einfluss des Steuersystems auf die Selbstfinanzierung 40
5.2.2 Einfluss des Steuersystems auf die Fremdfinanzierung 43
5.2.3 Einfluss des Steuersystems auf die Mezzanine-Finanzierung 45
5.3 Einfluss des beziehungsbasierten Finanzsystems 46
5.4 Einfluss der Bilanzierungsstandards 47
5.5 Einfluss des Insolvenzrechts 48
5.6 Ursachen der aktuellen Entwicklungstendenzen in der Eigenkapitalausstattung 48
6. Wirtschaftspolitische Handlungsoptionen 49
6.1 Grundzüge der Unternehmensteuerreformmodelle 49
6.1.1 Modell der Stiftung Marktwirtschaft 50
6.1.2 Modell des Sachverständigenrates 52
6.2 Analyse der Reformvorschläge 55
6.2.1 Rechtsformneutralität 57
6.2.2 Finanzierungsneutralität 59
7. Fazit 62
Anhang 66
Literaturverzeichnis 73

Textprobe:

Kapitel 3.3, Konsequenzen für den Mittelstand: Mittelständische Unternehmen nehmen die Veränderungen in der Kreditfinanzierung seit längerem wahr. So berichten 47,2% der mittelständischen Unternehmen, dass die Kreditaufnahme während des vierten Quartals 2004 bis zum dritten Quartal 2005 schwieriger geworden sei. Die Verteilung über die Umsatzgrößenklassen zeigt, dass die Finanzierungsschwierigkeiten am Kreditmarkt mit steigender Unternehmensgröße deutlich abnehmen. Betroffen waren insbesondere kleinere Mittelständler mit einem Umsatz bis zu 2,5 Mio. Euro und Unternehmen aus besonders konjunkturell anfälligen Branchen wie Bau und Einzelhandel. Insgesamt scheiterten fast zwei Drittel aller investitionsbereiten Mittelständler zumindest einmal bei Verhandlungen über Investitionskredite.

Die Frage nach der Ursache des Rückgangs der Unternehmenskredite ist nicht einfach zu beantworten. In der öffentlichen Diskussion wurde häufig die Befürchtung einer drohenden Kreditklemme bzw. eines Credit Crunch laut. Eine Kreditklemme liegt vor, wenn der Kreditzins Angebot und Nachfrage am Kreditmarkt nicht zum Ausgleich bringt und somit bei gegebener Bonität eine Überschussnachfrage besteht.

Theoretisch lässt sich zeigen, dass eine asymmetrische Informationsverteilung zu einer Kreditrationierung führen kann und diese bei kleinen Unternehmen unter Umständen besonders ausgeprägt ist, so dass bei einem gegebenen Zinssatz nicht die gesamte Kreditnachfrage befriedigt wird. Im Falle vollkommener Information hingegen würde der Zinssatz sich derart anpassen, dass jeder Kreditnehmer ein Angebot zum risikoadäquaten Zinssatz erhält. Da jedoch der Kreditnehmer über bessere Informationen über die Risikostruktur seines Unternehmens verfügt, kann es auf Grund der Unsicherheit über die Qualität des Rückzahlungsversprechens zu einem Versagen des Preismechanismus kommen.

Mit steigendem Zinssatz werden die weniger riskanten Kreditnehmer als Kreditnachfrager ausscheiden und sich somit der Pool der Nachfrager zunehmend verschlechtern. Banken verlangen in Folge dessen mehr Sicherheiten und versuchen, die Informationsasymmetrie auszugleichen oder die Kreditvergabe einzuschränken. Dieses Problem ist für mittelständische Unternehmen besonders ausgeprägt, da sie zumeist über weniger Sicherheiten verfügen, in der Regel nur eine geringe Streuung ihres operativen Risikos aufweisen und nur geringen Publizitätspflichten unterliegen. Soweit die Theorie der Kreditrationierung.

Genau diese Symptome zeigt die Studie Von Plattner/Plankensteiner. Der Studie zufolge korrelieren die Schwierigkeiten, einerseits überhaupt einen Kredit zu erhalten, sowie andererseits höhere Zinsen für ausgereichte Kredite zahlen zu müssen, mit der Unternehmensgröße. Das erste Problem betrifft vor allem kleinere Unternehmen, so geben genau 50,0% der Unternehmen mit bis zu 1 Mio. Euro Umsatz an, dass sie generell Schwierigkeiten hätten, überhaupt noch einen Kredit zu erhalten. Großunternehmen sehen sich hingegen nur zu 20,5% mit diesem Problem konfrontiert.

Darüber hinaus werden insbesondere von Unternehmen bis 10 Mio. Euro Umsatz überproportional umfangreichere Sicherheiten gefordert. Mit höheren Zinsen hingegen sehen sich insbesondere größere Unternehmen konfrontiert. Bei diesen streben die Kreditinstitute somit eher nach adäquater Risikovergütung, bei kleineren hingegen eher nach mengenmäßiger Risikobegrenzung durch Kreditrationierung, da in Anbetracht der geringeren Kreditgrößen eine exakte Bonitätsanalyse nicht effizient ist.

Auf Grund des Mangels an belastbaren Daten zur Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen ist es umstritten, inwieweit der beobachtete Rückgang des ausgereichten Kreditvolumens eine restriktivere Kreditvergabe der Banken widerspiegelt. Zwar liegt es nahe, den Rückgang der Kreditvergabe auf den Wandel an den Finanzmärkten zurückzuführen, dies erklärt die Entwicklung jedoch nur teilweise. Wie mehrere Studien belegen, haben die Banken in den letzten Jahren ihre Kreditvergabebedingungen verschärft. Dieser Prozess ist jedoch mittlerweile zum Stillstand gekommen. Vielmehr ist die bis ins vierte Quartal 2005 anhaltende Kreditschwäche auf Grund der zurückhaltenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen in Folge der schwachen Konjunkturentwicklung der vergangenen Jahre nachfragerseitig begründet, so dass ein generelles Marktversagen nicht vorzuliegen scheint.

Seit dem ersten Quartal 2006 ist eine leichte Erholung bei der Kreditneuvergabe zu beobachten. Auf Grund der guten Ertragslage mittelständischer Unternehmen seit dem dritten Quartal 2005 in Folge der anziehenden Binnenkonjunktur werden die ebenfalls steigenden Investitionen, wie in Kapitel 2.4. beschrieben, zunächst noch durch einbehaltene Gewinne finanziert, so dass sich in dieser Hinsicht die Situation leicht entschärft hat. Nicht entschärft hat sich hingegen die Situation insbesondere für kleine Unternehmen, wie aktuelle mikroökonomischen Analysen zeigen, die auf Grund ihrer Bonitätsschwäche in Form niedriger Eigenkapitalquoten nur sehr begrenzt Zugang zu Krediten erhalten.

Die viel diskutierten Folgen von Basel II dürften für den Mittelstand – entgegen der öffentlichen Meinung – nur sehr begrenzt negative Wirkungen entfalten. Denn erst ab einer Ratingstufe von BB bzw. BB-, je nach Rechenmodell und Unternehmensgröße, ist eine Verteuerung der Kredite zu erwarten. Dieser Nachteil wird nach Auffassung der KfW nur auf weniger als ein Viertel der mittelständischen Unternehmen zutreffen. Somit kann die deutliche Mehrheit von der Konditionenspreizung profitieren, da nicht mehr schlechte Kreditrisiken anderer Unternehmen subventioniert werden müssen. Für Unternehmen mit schlechter Bonität wird Basel II jedoch eine Kreditverteuerung und Verknappung zur Folge haben. Der Aspekt der Kreditverteuerung wird jedoch häufig überzeichnet, denn auf Grund der sehr niedrigen Zinsaufwandsquote würde selbst eine drastische Erhöhung des Zinsaufwandes um 40% bei unveränderten Kreditvolumina und -strukturen lediglich zu einer Erhöhung der Gesamtaufwandsquote um 0,42% führen.

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Arbeit zitieren:
Metten, Michael November 2006: Mittelstandsfinanzierung im Wandel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Klein- und Mittelbetrieb, Finanzierung, Mittelstand, Wirtschaftspolitik, KMU

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