Mitarbeitermotivation unter besonderer Berücksichtigung von Mitarbeiter-Beteiligungssystemen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sandra Oelgeklaus
- Abgabedatum: Oktober 2002
- Umfang: 150 Seiten
- Dateigröße: 891,0 KB
- Note: 3,1
- Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7282-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7282-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7282-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Oelgeklaus, Sandra Oktober 2002: Mitarbeitermotivation unter besonderer Berücksichtigung von Mitarbeiter-Beteiligungssystemen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Führungskultur, Kapitalbeteiligung, Mitarbeiter, Angestellte, Beteiligung
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Diplomarbeit von Sandra Oelgeklaus
Einleitung:
„Das Gehalt als Glücksspiel: Prämien und leistungsbezogene Lohnsysteme sollen die Motivation fördern – manchmal hemmen sie eher.“ Solche oder ähnliche Formulierungen finden sich fast tagtäglich in einschlägigen deutschen Zeitungen, Magazinen und Fachzeitschriften. Deutschland im Herbst 2002. Doch warum ist das so?
Kaum eine Thematik beschäftigt die betriebswirtschaftliche Wissenschaft und Praxis seit vielen Jahrzehnten so sehr wie die der Mitarbeitermotivation.
Wie erreichen Unternehmen eine Leistungssteigerung ihrer Mitarbeiter? Welche Mittel und Wege sind möglich und effizient? Stellen variable Lohn- und Beteiligungssysteme wirklich das oft angepriesene Optimum zur Motivation dar? Was kann das Management hinsichtlich der Motivation unternehmen, um in Zeiten der Globalisierung und wirtschaftlichen Krisen konkurrenz- und durchsetzungsfähig zu bleiben? Und welche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den Bedürfnissen des Mitarbeiters zu?
Diese Fragestellungen sind es wert einer genaueren Analyse unterzogen zu werden, was im Rahmen der nachfolgenden Ausführungen geschehen soll.
Aus der Motivationsforschung haben verschiedene Wissenschaftler theoretische Ansätze entwickelt, wie und warum menschliches Handeln zu Stande kommt. Diese dienen als Grundlage bei der Entwicklung der immateriellen und materiellen Motivationsinstrumente, mit denen sich die Verfasserin im Hauptteil der Arbeit intensiv auseinandersetzt. Besondere Berücksichtigung finden hier die verschiedenen klassischen und innovativen Beteiligungssysteme. Ein Blick ins Ausland zeigt wie man dort mit dieser Fragestellung umgeht.
Der abschließende Ausblick verdeutlicht die zentrale Bedeutung von Mitarbeitermotivation im Arbeitsalltag und die Tendenzen in der nahen Zukunft.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 4 | |
| Symbolverzeichnis | 5 | |
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Motivationsforschung | |
| 2.1 | Begriff der Motivation | 7 |
| 2.2 | Motivationstheorien | 8 |
| 2.2.1 | Inhaltstheorien | 9 |
| 2.2.1.1 | Bedürfnistheorie von Maslow | 10 |
| 2.2.1.2 | ERG-Theorie von Alderfer | 12 |
| 2.2.1.3 | Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg | 14 |
| 2.2.2 | Prozesstheorien | 15 |
| 2.2.2.1 | SIR-Theorie | 16 |
| 2.2.2.2 | Gleichgewichtstheorie | 17 |
| 2.2.2.3 | VIE-Theorie von Vroom | 17 |
| 2.2.2.4 | Erwartungs-Wert-Modell von Porter und Lawler | 19 |
| 2.2.2.5 | Erweitertes Motivationsmodell von Heckhausen | 21 |
| 2.2.2.6 | Zieltheorie von Locke | 22 |
| 2.3 | Fazit und Ausblick | 24 |
| 3. | Immaterielle Motivationsinstrumente | 25 |
| 3.1 | Instrumente einer motivationsoptimierenden Führungskultur | 25 |
| 3.1.1 | Unternehmenskultur und Vertrauen | 27 |
| 3.1.2 | Soziale Kompetenz der Führungskraft | 30 |
| 3.1.3 | Offene Kommunikation | 32 |
| 3.1.4 | Anerkennung und Respekt | 34 |
| 3.1.5 | Zielvereinbarungen | 35 |
| 3.1.6 | Delegation | 40 |
| 3.1.7 | Personalentwicklung | 43 |
| 3.2 | Instrumente einer modernen Führungskultur | 47 |
| 3.2.1 | Mitarbeiterbefragung | 47 |
| 3.2.2 | Mitarbeitergespräch | 50 |
| 3.2.3 | Mitarbeiterbeurteilung | 53 |
| 3.2.4 | Vorgesetztenbeurteilung | 56 |
| 3.3 | Motivation durch Teamarbeit | 58 |
| 3.4 | Motivation durch alternative Arbeitszeitmodelle | 61 |
| 3.5 | Motivation durch immaterielle Mitarbeiterbeteiligung | 64 |
| 3.5.1 | Partizipation & Koordination | 64 |
| 3.5.2 | Betriebliche Mitbestimmung | 65 |
| 3.5.2.1 | Begriff und Gesetz | 65 |
| 3.5.2.2 | Unternehmerische Mitbestimmung | 66 |
| 3.5.2.3 | Arbeitsrechtliche Mitbestimmung | 67 |
| 3.5.2.4 | Motivation durch betriebliche Mitbestimmung | 68 |
| 4. | Materielle Motivationsinstrumente | 70 |
| 4.1 | Variable Lohn- & Gehaltskomponenten | 70 |
| 4.1.1 | Leistungsorientierte Vergütung | 70 |
| 4.1.2 | Erfolgsorientierte Vergütung | 72 |
| 4.1.2.1 | Prämie | 72 |
| 4.1.2.2 | Pensumentgelt | 73 |
| 4.1.2.3 | Provision | 74 |
| 4.1.3 | Team und Gruppen orientierte Vergütung | 77 |
| 4.1.4 | Zusatzvergütungen | 79 |
| 4.1.4.1 | Lohn- & Gehaltszuschlag | 79 |
| 4.1.4.2 | Gratifikationen | 80 |
| 4.1.4.3 | freiwillige Sozialleistungen | 82 |
| 4.2 | Cafeteria-Systeme | 84 |
| 4.3 | Materielle Mitarbeiterbeteiligungssysteme | 88 |
| 4.3.1 | Erfolgsbeteiligung | 88 |
| 4.3.1.1 | Begriff | 88 |
| 4.3.1.2 | Leistungsbeteiligung | 89 |
| 4.3.1.3 | Ertragsbeteiligung | 90 |
| 4.3.1.4 | Gewinnbeteiligung | 91 |
| 4.3.2 | Kapitalbeteiligung | 93 |
| 4.3.2.1 | Begriff | 93 |
| 4.3.2.2 | Fremdkapital-Beteiligung | 94 |
| 4.3.2.2.1 | Mitarbeiterdarlehen | 94 |
| 4.3.2.2.2 | Mitarbeiterschuldverschreibungen /-obligationen | 96 |
| 4.3.2.3 | Eigenkapital-Beteiligung | 97 |
| 4.3.2.3.1 | GmbH- und Kommanditbeteiligung | 97 |
| 4.3.2.3.2 | Belegschaftsaktien | 99 |
| 4.3.2.4 | Eigenkapital-ähnliche Beteiligung | 104 |
| 4.3.2.4.1 | Stille Gesellschaft | 104 |
| 4.3.2.4.2 | Genussrechte | 108 |
| 4.3.3 | Erfolgs- und Kapitalbeteiligung von Führungskräften | 110 |
| 4.3.3.1 | Aktienoptionspläne (Stock-Option-Pläne) | 110 |
| 4.3.3.2 | Virtuelle Beteiligungen | 115 |
| 4.3.4 | Neue Formen der Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland | 117 |
| 4.3.4.1 | ESOP & LESOP | 117 |
| 4.3.4.2 | Reine Optionsmodelle | 118 |
| 4.3.4.3 | Outperformance-Modelle | 118 |
| 4.3.5 | Mitarbeiterbeteiligungssysteme im Ausland | 119 |
| 4.3.5.1 | Frankreich | 119 |
| 4.3.5.2 | USA und Kanada | 120 |
| 4.3.5.3 | Großbritannien | 122 |
| 5. | Fazit und Ausblick | 123 |
| 6. | Anhang | 126 |
| Literaturverzeichnis | 140 |
Praxisbeispiel 5: Daimler Chrysler AG, Stuttgart Die Daimler Chrysler AG mit ihren Tochtergesellschaften (wie z.B. Daimler Chrysler Luft- und Raumfahrt, Dienstleistungsgesellschaft debis, usw.) bietet ihren Mitarbeitern im In- und Ausland bereits seit Beginn der 70er Jahre verschiedene Beteiligungsmodelle an. Neben `Operating-profit`-abhängigen Gratifikationen haben sie seit 1973 die Möglichkeit, Belegschaftsaktien zu erwerben unter Einhaltung einer 6-jährigen Sperrfrist. Diese können in ein kostenloses, zentral verwaltetes Depot eingelegt werden. Bis zum Jahr 2000 waren ca. 24 Mio. Aktien von Mitarbeitern erworben worden. Seit 1997 wurde die Sperrfrist erheblich verkürzt, so dass seither ab dem Kauf der 11. Aktie die Möglichkeit besteht, diese bereits im Folgejahr wieder zu veräußern. Dadurch haben die Mitarbeiter eine höhere Flexibilität gewonnen. Dazu erhalten Mitarbeiter seit 1999 Zuschüsse bis zu 300,- DM sowie kostenlose Bonusaktien, bei dem Kauf von größeren Stückzahlen. Maximal können jährlich 30 Aktien erworben werden. Seit 1996 können alle Führungskräfte der 1. und 2. Ebene von einem Stock Option Plan profitieren. Ziel diese Plans ist es, den Führungskräften neben der erfolgsorientierten variablen Vergütung eine an der langfristigen Unternehmensentwicklung orientierte, zusätzliche Einkommensmöglichkeit anzubieten und damit die Vergütung [...]
Treuhand- und Anlage GmbH (BTA) in einem Gemeinschaftsdepot gebührenfrei verwaltet werden. 1999 bedeutete dies eine Verantwortung über nominal etwa 360 Millionen Mark. Für Genussscheine gibt es eine gesetzliche Sperrfrist von 6 Jahren,349 sowie eine betriebliche Sperrfrist bei Bertelsmann von 2 Jahren. Nach Ablauf dieser Fristen können die Mitarbeitergewinnbeteiligungen an der Börse gehandelt werden, was jedoch lt. Bertelsmann nur ca. 20% der Mitarbeiter tun. 30% nutzen ihre Beteiligung als langfristige Anlage, neben der gesetzlichen Rente und der Betriebspension. 50% sammeln ihre Wertpapiere über mehrere Jahre und investieren sie dann in größere Anlagen, z.B. in ein Eigenheim. Es ist dazu zu beobachten, dass viele Mitarbeiter ihr Genusskapital durch Zukäufe aufstocken, wenn sie freie Mittel haben. Einschließlich passivierten Agio betrug das Genusskapital im Januar 2000 Milliarden DM, das sind ca. 25 % des gesamten ausgewiesenen Eigenkapitals. Hat ein Mitarbeiter dieses Modell von Beginn an mitgemacht und nie verkauft, entstand ihm bis 2000 ein Genusscheinvermögen in Höhe von 111.700 DM, sowie 114.600 DM Zinsen, das entspricht in etwa einer monatlichen Rente von 665 DM. Seit den 70er Jahren haben sich über die starke internationale Entwicklung des Unternehmens die Zielsetzungen des Beteiligungsmodells geändert. Der finanzwirtschaftliche Aspekt rückte zugunsten von mitarbeiter- und unternehmenspolitischen Zielen in den Hintergrund. Diese Ziele sind heute insbesondere die Verbesserung der Leistungsmotivation sowie Identifikation des Mitarbeiters mit dem Bertelsmann Konzern. Über die Gewinnbeteiligung wird die Kreativität gefördert und das Kostenbewusstsein gesteigert. Die Mitarbeiter profitieren von einer außergewöhnlichen Möglichkeit der Vermögensbildung, das Unternehmen zusätzlich von einer Flexibilisierung der Personalkosten und einer höheren EK-Bildung. Von der Unternehmensführung wurde das Modell als sehr erfolgreich beschrieben. Die Gewinnbeteiligung hat ein außergewöhnliches Wachstum und eine Wertsteigerung ermöglicht und trotz der Trennung von `Kapital` und `Führung` die Gestal349 [...]
im Gegenzug erheblich höhere Eigenmittel bilden, weil die gewährten Gewinnanteile beim Mitarbeiter einer geringeren Besteuerung unterlagen und dazu durch Eigenleistung aufgestockt wurden. Für die inländischen Stammfirmen von Bertelsmann und die darin beschäftigten Mitarbeiter gilt eine Gewinnbeteiligung, die über die Konzernbetriebsvereinbarung geregelt ist. Danach gewährt Bertelsmann seinen Mitarbeitern eine Beteiligung am Handelsbilanzergebnis, die die Hälfte des verbleibenden Gewinns ausmacht, nach Abzug einer angemessenen EK-Verzinsung. Eine Staffel ordnet der jeweils erzielten EK-Rendite einen Prozentsatz der Vorabverzinsung zu. Schlüssel für die individuelle Zuordnung der Gewinnbeteiligung ist das normale Entgelt. Seit der Existenz dieses Modells hatte die Gewinnbeteiligungsquote sehr unterschiedliche Höhen, was verdeutlicht, dass diese Zusatzleistung keinen Fixkostencharakter hat, sondern stark vom erwirtschafteten Ergebnis abhängt. Diese Gewinnbeteiligung wird in Genussscheinen ausgegeben. Das dies auch heute, nach der Börsennotierung, so ist, liegt daran, dass Bertelsmann auch heute keine Publikumsaktiengesellschaft und das Aktienkapital nicht börsennotiert ist. Inhaber des Aktienkapitals sind die Bertelsmann-Stiftung (68,8 %), die Familie Mohn (20,5 %) und die ZeitStiftung (10,7 %). Die Verzinsung ist das wesentliche und auch kursbeeinflussende Element der Genussscheine. Bei Bertelsmann richtet sie sich nach der Gesamtkapitalrendite des Konzerns und liegt idealerweise zwischen 12 % und 16 %. Bei Erreichen dieses Ziels beträgt die Ausschüttung 15%. Dem steht eine maßvolle Verlustbeteiligung gegenüber. Sollte die Gesamtkapitalrendite negativ sein, bestimmt sich der Verlustanteil nach dem Prozentsatz der negativen Rendite. Einen weiteren Einfluss auf die Kursentwicklung hat die Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen. Sinken diese, steigt der Genussscheinkurs und umgekehrt. Tendenziell verhält sich so der Kurs der Bertelsmann Genussscheine wie der Kurs für festverzinsliche Wertpapiere. Insgesamt 90 % der Gewinnbeteiligungsberechtigten (ca. 27 000 Mitarbeiter) machen von dem Angebot Gebrauch, dass die Genussscheine über die Bertelsmann [...]
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