Mindfulness, Akzeptanz und Meta-Emotionen im Zusammenhang mit Wohlbefinden
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Monika Summer, geb. Resinger
- Abgabedatum: Juni 2008
- Umfang: 120 Seiten
- Dateigröße: 683,9 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
- Originaltitel: Mindfulness, Akzeptanz und Meta-Emotionen im Zusammenhang mit Wohlbefinden
- Bibliografie: ca. 84
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2486-2
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Summer, geb. Resinger, Monika Juni 2008: Mindfulness, Akzeptanz und Meta-Emotionen im Zusammenhang mit Wohlbefinden, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mindfulness, Wohlbefinden, Akzeptanz, Meditation, Entspannung
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Diplomarbeit von Monika Summer, geb. Resinger
Einleitung:
Schon seit einigen Jahren lässt sich allgemein ein regelrechter Boom beobachten in Richtung Wellness und Wohlbefinden. Ob es sich nun um Freizeitgestaltung, Marketing, Forschungen aller Art, Therapieansätze oder Lebenshaltung handelt, überall findet der WohlfühlFaktor Einzug. Eng in Verbindung damit stehen oft östliche Traditionen und Weisheitslehren, die man teilweise schon in medizinischen Bereichen beobachten kann. Aber was ist verantwortlich für unser Wohlbefinden, welche Faktoren wirken hier tatsächlich?
Gewöhnlich sind wir in Gedanken verwickelt oder verloren, die uns von der Gegenwart ablenken, oder in Meinungen darüber, was gerade in diesem Moment passiert. Oder aber wir verlieren uns in Gedanken über die Vergangenheit bzw. auch zukünftiger Ereignisse. In jedem Fall ist es ein kontinuierlicher Strom von Gedanken. Es ist, als hauste in unserem Geist ein Wesen, das Tag und Nacht an der Strickleiter unserer Gedanken auf und abklettert.. Dieser Zustand, genannt Unachtsamkeit, kennt jeder von uns. Schwieriger wird es da schon beim Begriff Achtsamkeit im (zen)buddhistischen Sinn. Hier bedarf es genauerer Betrachtung um hinter die wahre Bedeutung von Achtsamkeit zu kommen. Die kurzen Momente der Achtsamkeit, die zwar jeder hat, sind meist so kurz, dass sie nicht ins Bewusstsein gelangen, sondern sofort wieder von Gedanken überlagert werden. Diese Unachtsamkeit führt wiederum zu gewohnheitsmäßigen automatischen Reaktionsmustern, die nicht nur zu mangelndem Wohlbefinden beitragen, sondern unter anderem auch im Rückfallgeschehen von Depressionen eine zentrale Rolle spielen.
In Bezug auf Achtsamkeit (engl. mindfulness) lässt sich in den letzten Jahren sowohl in der Forschung, vor allem in der Emotionsforschung, und in der Anwendung (traditionelle Psychotherapie und neue Konzeptionen, wie beispielsweise MindfulnessBased Stress Reduction (MBSR) nach KabatZinn) als auch in spirituellen und esoterischen Bereichen ein steigendes Interesse feststellen. Und obwohl es umfangreiche empirische Forschungen zur Effektivität dazu gibt, ist die genaue Wirkungsweise von Achtsamkeit (naturwissenschaftlich) bislang nicht eindeutig klar. Ebenso besteht Uneinigkeit bezüglich eventueller Komponenten. In der aktuellen Literatur lassen sich bei unterschiedlichen Autoren mehrere verschiedene Komponenten finden. Jedoch lassen sich in den zahlreichen Ansätzen Gemeinsamkeiten entdecken. Eine davon ist Akzeptanz (engl. acceptance). Diese urteilsfreie Haltung scheint als eine der grundlegenden Mechanismen enorme Bedeutung zu haben. Akzeptanz lässt sich aus mehreren Blickwinkeln betrachten bzw. untersuchen. Neben dem direkten Zugang bietet sich auch das Gegenteil von Akzeptanz an, nämlich jegliche Art von Unterdrückung. Diese Arbeit beleuchtet diesbezüglich vor allem Vermeidung, explizit Experiential Avoidance im Sinne Hayes). (Für eine genauere Erläuterung siehe Kapitel 3.2). Aber auch eine Be oder Verurteilung kann schon Ausdruck von NichtAkzeptanz sein. Eine Darstellung theoretischer Überlegungen dazu findet sich, nach einer Einführung in die Ursprünge von Mindfulness, in den Kapiteln 2 und 3.
Dass Menschen bestimmte Emotionen und/oder Situationen meiden bzw. nicht akzeptieren, ist hinlänglich bekannt. Es steht jedoch nicht fest, wie und warum sie dies tun. Eine Möglichkeit um zu vermeiden ist es, ein anderes Gefühl über die eigenen Gefühle zu stülpen. So kann beispielsweise „Ärger“ ein Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit überdecken. Diese zweite Emotion (im Beispiel: Ärger) wird als MetaEmotion bezeichnet und soll dazu dienen, die darunter liegende Emotion (im Beispiel: Gefühl der Unzulänglichkeit) nicht spüren zu müssen. Ausgehend vom „SelfRegulatory Executive Function Modell” (SREF) von Wells und Matthews und den darin eine zentrale Rolle spielenden MetaKognitionen, wie in Kapitel 4 beschrieben, wurde eine neue Skala, die MetaEmotionsSkala (MES), entwickelt, die genaueren Aufschluss darüber geben soll. Im Anschluss an die Fragestellung im Kapitel 5 wird im Kapitel 6, nach einer Einführung in die Stichprobe der Studie I und den verwendeten Messinstrumenten, anschließend die Entwicklung der MetaEmotionsSkala dargestellt. In weiterer Folge dieses Kapitels wird versucht, valide Prädiktoren für Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit sowie Lebensqualität zu finden. Die zur Überprüfung der, in der Studie I ermittelten Faktorenstruktur der MetaEmotionsSkala, erhobenen Stichprobe (Studie II) wird samt verwendeter Messinstrumente unter 6.2 dargestellt. Da die MES neu entwickelt wurde, erfolgte anschließend eine Konfirmatorische Faktorenanalyse (6.2.4), die zur Überprüfung der in Studie I ermittelten Faktorenstruktur dient. Den Abschluss bildet die Diskussion einschließlich der Kritik im Kapitel 7, wo nochmals zusammenfassend auf die wichtigsten Ergebnisse der beiden Studien eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| 1. | Einführung | 8 |
| 2. | Mindfulness | 11 |
| 2.1 | Ursprünge | 11 |
| 2.2 | Theoretischer Hintergrund und Definitionen | 15 |
| 2.2.1 | Ansätze über zentrale Prozesse von Mindfulness | 18 |
| 2.2.1.1 | Intention–Attention–Attitude-Modell (IAA) von Shapiro, Carlson,Astin und Freedman, (2006) | 18 |
| 2.2.1.2 | Faktoren von Mindfulness nach Kabat-Zinn (1990, dt.: 2006) | 20 |
| 2.2.1.3 | Qualitäten von Mindfulness nach Germer (2004) | 22 |
| 2.2.1.4 | Drei Faktoren von Mindfulness nach Baer, Smith, Hopkins,Krietemeyer und Toney, (2006) | 23 |
| 3. | Acceptance versus Experiential Avoidance | 25 |
| 3.1 | Acceptance | 25 |
| 3.2 | Experiential Avoidance | 27 |
| 4. | Meta-Emotionen | 34 |
| 4.1 | Wohlbefinden und die Zweidimensionalität von Affektivität | 36 |
| 5. | Fragestellung | 39 |
| 5.1 | Studie I: Auswirkungen von Mindfulness, Akzeptanz und Meta-Emotionen auf Wohlbefinden | 39 |
| 5.2 | Studie II: Überprüfung der Faktorenstruktur der Meta-Emotions-Skala (MES) in einer unabhängigen Stichprobe | 41 |
| 6. | Empirischer Teil | 42 |
| 6.1 | Studie I – Skalenentwicklung Meta-Emotions-Skala (MES) und Prädiktion von Wohlbefinden | 42 |
| 6.1.1 | Stichprobe | 42 |
| 6.1.2 | Messinstrumente | 42 |
| 6.1.2.1 | Acceptance and Action Questionnaire (AAQ) | 43 |
| 6.1.2.2 | Mindfulness Attention Awareness Scale (MAAS) | 43 |
| 6.1.2.3 | Emotional Approach Coping Scale (EACS) | 44 |
| 6.1.2.4 | Meta-Emotions-Skala (MES) | 44 |
| 6.1.2.5 | Positive and Negative Affectivity Scale (PANAS) | 45 |
| 6.1.2.6 | Scales of Psychological Well-Being (PWB) | 45 |
| 6.1.2.7 | Satisfaction with Life Scale (SWLS) | 46 |
| 6.1.2.8 | Visuelle Analogskala (VAS) | 46 |
| 6.1.3 | Beschreibung der Stichprobe | 47 |
| 6.1.3.1 | Deskriptive Statistik der abhängigen Variablen | 48 |
| 6.1.3.2 | Deskriptive Statistik der unabhängigen Variablen | 49 |
| 6.1.4 | Explorative Faktorenanalyse der MetaEmotionsSkala (MES) | 50 |
| 6.1.5 | Konstruktvalidität: Konvergente Korrelationen und Divergente Korrelationen | 56 |
| 6.1.6 | Rolle der Experiential Avoidance (AAQ), der Aufmerksamkeit im Alltag (MAAS), des Umgangs mit den eigenen Gefühlen (EACS) und der MetaEmotionen (MES) in Bezug auf das Wohlbefinden | 60 |
| 6.1.7 | Korrelationen MESgesamt | 64 |
| 6.1.8 | Korrelationen MESAffektbilanz | 68 |
| 6.2 | Studie II: Überprüfung der Faktorenstruktur der Meta-Emotions-Skala (MES) mit einer zweiten unabhängigen Stichprobe72 6.2.1 Stichprobe Messinstrumente | 72 |
| 6.2.2.1 | NEO-Fünf-Faktoren-Inventar (NEO-FFI) | 72 |
| 6.2.2.2 | Allgemeine Depressions-Skala (ADS-L) | 73 |
| 6.2.2.3 | Meta-Emotions-Skala (MES) | 73 |
| 6.2.2.4 | Meta-Cognitions Questionnaire (MCQ-30) | 74 |
| Deskriptive Statistik | 75 | |
| Konfirmatorische Faktorenanalyse | 79 | |
| 7. | Diskussion | 81 |
| 7.1 | Kritik und Ausblick | 84 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 87 |
| 9. | Anhang | 97 |
| 9.1 | Messinstrumente | 97 |
| 9.2 | Lebenslauf | 119 |
Textprobe:
Kapitel 3.2, Experiential Avoidance: Der tiefste Defekt, mit dem man es heute zu tun hat, ist der, dass die Menschen eigentlich gar nicht mehr zu Erfahrung fähig sind.
Die vorurteilsfreie Entgegnung innerer Erfahrungen erfordert, neben der mitfühlenden, liebevollen Haltung (vgl. Intention, Kap. 2.2.1.1), ebenso Akzeptanz. Der Gegenpol dazu wird von Hayes als „experiential avoidance“ bezeichnet. Diese Art der Erfahrungs oder Erlebnisvermeidung „includes avoidance of emotions, thoughts, images, memories, and physical sensations“. Im Gegensatz zur Achtsamkeit, die sich durch die unmittelbare Erfahrung auszeichnet, wird bei experiential avoidance versucht diese zu vermeiden. Eine treffende Definition findet sich bei Hayes, Follette und Linehan: „Experiential avoidance is the phenomenon that occurs when a person is unwilling to remain in contact with particular private experiences (e.g., bodily sensations, emotions, thoughts, memories, behavioral predispositions) and takes steps to alter the form or frequency of these events and the contexts that occasion them, even when doing so creates harm.” Es gibt viele Strategien, wie Menschen versuchen, ihre Emotionen zu regulieren. Emotionsbezogene Copingstrategien können bewusst oder unbewusst erfolgen und haben den Zweck emotionale Reaktionen zu verringern, zu erhalten oder zu steigern. Diese Modulation kann sich auf alle Komponenten von Emotionen beziehen: Gefühle, Verhaltensweisen oder/und physiologische Reaktionen. Die Intention dahinter ist stets ein Versuch zur Verbesserung des Wohlbefindens bzw. zur Verminderung von Leid. „How we regulate our emotions matters: Our wellbeing is inextricably linked to our emotions.“.
Experiential Avoidance ist eine Art der Emotionsregulation. Vermeidung führt jedoch langfristig eher zu einer Verstärkung und Aufrechterhaltung von Sorgen als zu Wohlbefinden und Zufriedenheit. Menschen tendieren generell dazu, negativ bewertete Ereignisse oder innere Erlebnisse zu vermeiden oder vor ihnen zu flüchten. Im Übermaß betrieben ist sie jedoch meist mit einer breiten Anzahl von klinischen Problemen und Störungen verknüpft. Die Entstehung dieser erklärt Sonntag durch die Einschränkung des Verhaltensrepertoires. Die betreffende Person kümmert sich immer weniger um Dinge des Lebens wie Partnerschaft, Familie, Freizeit, Hobbys oder die persönliche Entwicklung, und investiert immer mehr in die Vermeidung von als negativ bewertenden inneren Erlebnissen wie Angst, Depression oder Schmerzen.
Emotionsbezogene CopingStrategien wurden in der Forschungsliteratur häufig mit Psychopathologie und Maladaption in Verbindung gebracht, beispielsweise in der Depressionsforschung sogar mit „rumination“ gleichgesetzt, und daher als negative Problemlösungsstrategie angesehen. Der Grund hierfür liegt allerdings in erster Linie darin, dass zur empirischen Untersuchung von emotionsbezogenen CopingStrategien, (fast) ausschließlich Items bzw. Fragen verwendet wurden, welche mit Psychopathologie in Verbindung stehen. Dies bestätigt auch die Untersuchung von Stanton et al.
Im Zuge dieser wurde von den Autoren auch die Skala „Emotional Approach Coping Scales“ (EACS) entwickelt, welche dazu dient, emotionsbezogene CopingStrategien zu erfassen, welche nicht mit Psychopathologie in Verbindung stehen. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen („processing“) und der Ausdruck eigener Emotionen („expression“) werden als wichtige Faktoren für psychisches und physisches Wohlbefinden betrachtet. Um den Umgang mit Emotionen geht es auch in einem Ansatz von John und Gross. Sie unterscheiden in ihrem Modell der Emotionsregulation entlang eines temporalen Kontinuums zwischen Antecedentfocused und Responsefocused Emotionsregulation. Erstere tritt vor der vollständigen Aktivierung der emotionalen AntwortTendenz ein und verändert die verhaltensmäßige und die peripherphysiologische Antwort. Gemeint wäre hier beispielsweise Umbewertung (reappraisal). Diese hat eine kognitive Veränderung zur Folge. In einem Beispiel würde hier eine (ansonsten als negativ bewertete) Situation als neutral (um) bewertet werden und auch eine dementsprechende neutrale Antworttendenz hervorrufen, was sich wiederum positiv auf Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden auswirken würde.
Auch in der Untersuchung bezüglich verschiedener Emotionen in gleichen Situationen von Siemer, Gross und Mauss wurde bestätigt, dass die individuellen emotionalen Reaktionen davon abhängen, wie Personen eine Situation bewerten. Hingegen bezieht sich die Responsefocused Strategie auf die Reaktionen, die auftreten, wenn die betreffende Emotion bereits aktiv ist. Was bedeutet, dass hier versucht wird die Antwort auf die Situation/das Ereignis zu modulieren. Beispielsweise indem der mimische Ausdruck unterdrückt wird (suppression), was wiederum eine negative Auswirkung auf das Wohlbefinden hätte. Diese zwei häufig verwendeten Arten der Emotionsregulation, Umbewertung (reappraisal) und Unterdrückung (suppression), werden oft untersucht. Gemeint ist hier die Unterdrückung von behavioralen Impulsen.
Es zeigte sich beispielsweise in einer Untersuchung zur Emotionsregulation, speziell zur Umbewertung und Unterdrückung, hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gesundheit von John und Gross, dass Unterdrückung den Ausdruck negativer Emotionen im Verhalten senkte, jedoch nicht das subjektive Erleben derselben. Vom Physiologischen her zeigten sich bei Unterdrückern Anzeichen erhöhter physiologischer Aktivierung. Hingegen senkte Reappraisal sowohl die Erfahrung als auch den behavioralen Ausdruck negativer Emotionen, ohne jedoch eine physiologische Aktivierung zur Folge zu haben. Bei positiven Emotionen und Unterdrückung des verhaltensmäßigen Ausdrucks derselben scheint hingegen ein umgekehrter Zusammenhang zu bestehen.
Obwohl die Suppression negativer Emotionen zu keinem Rückgang im Empfinden dieser führt, verringert die Unterdrückung positiver Emotionen auch die Erfahrung dieser Emotionen. Unterdrückung kann sich natürlich auch auf die Gedankenwelt beziehen. Einige interessante Ergebnisse diesbezüglich brachte die experimentelle Untersuchung von Wenzlaff, Wegner und Klein. Es zeigte sich bei den Experimenten, dass durch die Unterdrückung von Gedanken, die jeweilige vorherrschende Stimmung an den unterdrückten Gedanken gekoppelt wird. Dies hat einerseits zur Folge, dass bei ähnlichen Stimmungen verstärkt immer wieder derselbe Gedanke ausgelöst wird und andererseits bei bestimmten Gedanken immer wieder dieselbe Stimmung auftritt, die während der anfänglichen Gedankenunterdrückung vorherrschte (ReboundEffekt). Umgekehrt jedoch beim Ausdruck der Gedanken während bestimmter Stimmungen entstehen nur sehr schwache Assoziationen. Diese Ergebnisse belegen wiederum die Problematik von Unterdrückungen, speziell auch bei depressiver Symptomatik und damit die Wichtigkeit der achtsamen Aufmerksamkeit. Zumal sich auch zeigte, dass die negativen Stimmungen viel stabiler und hartnäckiger sind als positive Stimmungen. Dies führt auf Dauer zwangsläufig zu Unzufriedenheit und mangelndem Wohlbefinden. Laut Smith soll uns Achtsamkeit dabei helfen die eigene Unfreiheit zu erkennen und sich davon zu lösen.
Eine Untersuchung von John und Gross hatte unter anderem ebenfalls zum Ergebnis, dass Unterdrückung zu einer Zunahme von depressiven Symptomen führt. Allerdings ließ sich keine Korrelation mit Neurotizismus, im Gegensatz zu Umbewertung, wo eine geringe negative Korrelation besteht, feststellen. Des Weiteren zeigte sich bei Unterdrückern eine geringere Lebenszufriedenheit. Hingegen lies sich bei der EmotionsregualtionsStrategie „Umbewertung“ ein geringeres Auftreten von Symptomen für Depression, höhere Lebenszufriedenheit, mehr Optimismus und eine bessere Selbsteinschätzung feststellen. In Bezug auf Wohlbefinden lässt sich also zusammenfassend sagen, dass Umbewertung in einem positiven Zusammenhang steht und sich dementsprechend positiv auf die psychologische Gesundheit auswirkt. Hingegen „the use of suppression is related to lesser positive emotion and greater negative emotion experience.“ und steht wiederum in Verbindung mit geringerer psychologischer Gesundheit.
Baer et al. fanden in ihrer Untersuchung, dass sowohl Experiential Avoidance als auch Schwierigkeiten in der Emotionsregulation eine beurteilende oder selbstkritische Einstellung gegenüber den eigenen Gedanken und/oder Gefühlen beinhalten. Betroffene Personen neigen dazu, ständig die auftretenden Gedanken und/oder Gefühle zu beurteilen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung zeigten, dass die Dimension „observe“ zwar wie vermutet positiv mit Offenheit, emotionaler Intelligenz und Mitgefühl korrelierte, allerdings auch gegen den Erwartungen positiv mit Dissoziation, Gedankenlosigkeit/Unachtsamkeit, psychologischen Symptomen und Gedankenunterdrückung.
Wie eingangs bereits erwähnt, stellt jedoch die bedingungslose Akzeptanz, im Gegensatz zu Be oder Verurteilungen, eine wesentliche Komponente für die effektive therapeutische Funktionsweise von Mindfulness dar und somit auch für Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit (vgl. Kapitel 2). Obwohl es interindividuelle und intraindividuelle Unterschiede in der Reaktion auf verschiedene Emotionen in unterschiedlichen Situationen gibt, werden gewöhnlich alle Aspekte eines Individuums, also der ganze Mensch, von Emotionen beeinflusst. Angefangen von elektrophysikalischen Veränderungen in den Gesichtsmuskeln, über Veränderungen der elektrischen Aktivität des Gehirns bis hin zu Veränderungen im Kreislauf und im Atmungssystem.
Dies lässt den Schluss zu, dass mehr oder minder stark alle neurophysiologischen Systeme und Subsysteme des Körpers an emotionalen Reaktionen beteiligt sind und dass Wahrnehmungen, Gedanken und Handlungen eines Menschen sowie das Wohlbefinden davon zwangsläufig beeinflusst werden. „Wenn emotionsrelevante Erkenntnisprozesse und Handlungen blockiert werden, können psychosomatische Symptome die Folge sein“. KabatZinn verweist in ähnlicher Weise darauf, dass der unaufhörliche Gedankenstrom und die Vielzahl der Emotionen, welche ständig „…unsere Energien im wahrsten Sinne des Wortes „auffressen“.“, uns daran hindern auch nur für kurze Augenblicke Stille und Zufriedenheit zu erfahren. Vor diesem Hintergrund scheint es plausibel, dass „Experiential Avoidance“ sowie Unterdrückung wesentlich das Wohlbefinden beeinträchtigen können. In einer Untersuchung von John und Gross zeigte sich, dass Unterdrückung mit weniger sozialer Nähe und Unterstützung verbunden ist. In Bezug auf die sechs Bereiche psychologischer Gesundheit hatten Unterdrücker überall niedrigere Werte betreffend Wohlbefinden. Der größte Effekt zeigte sich bei der Subskala „Beziehungen zu anderen“. Hingegen teilen „reappraisers“ sowohl positive als auch negative Emotionen mit ihrem sozialen Umfeld. Infolgedessen haben sie auch nähere Beziehungen zu ihren Freunden und sind auch beliebter als diejenigen, welche seltener Umbewertung als EmotionsregulationsStategie benutzen, was sich wiederum direkt auf Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit auswirken dürfte.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836624862
Arbeit zitieren:
Summer, geb. Resinger, Monika Juni 2008: Mindfulness, Akzeptanz und Meta-Emotionen im Zusammenhang mit Wohlbefinden, Hamburg: Diplomica Verlag
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Mindfulness, Wohlbefinden, Akzeptanz, Meditation, Entspannung



