Minderheitenpolitik in Rumänien seit 1989
Die fortgesetzte Abwanderung der deutschen Minderheit
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Günter Klein
- Abgabedatum: Februar 1996
- Umfang: 184 Seiten
- Dateigröße: 12,9 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4913-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4913-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4913-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Klein, Günter Februar 1996: Minderheitenpolitik in Rumänien seit 1989, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Politik, Minderheitenschutz, Nationalismus, Abwanderung
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Magisterarbeit von Günter Klein
Einleitung:
Diese Magisterarbeit lässt vermuten, dass eher eine Enzyklopädie über rumänische Zeitgeschichte in Verbindung mit der internationalen Minderheitengesetzgebung beabsichtigt war. Heute könnte Rumäniens Minderheitenpolitik als Beispiel für Europa dienen. Diese Aussage mag den meisten Westeuropäern unglaublich erscheinen, die manchmal nicht mehr über Südosteuropa wissen, als man den Fernsehbildern über interethnische Bürgerkriege aus Jugoslawien und seinen früheren Teilrepubliken entnehmen kann. Tatsächlich leidet Rumänien auch heute noch an vielen ökonomischen und politischen Problemen, doch zumindest seit Dezember 1996, dem Wahldatum einer neuen Regierung, erscheinen die meisten seiner Minderheitenprobleme gelöst: Etwa 40 Repräsentanten von 14 Minderheiten sind Abgeordnete eines 341 Sitze umfassenden Parlaments. Die Partei der ungarischen Minderheit ist Mitglied der regierenden Koalition und sogar die vorhergehenden Regierungen erlaubten schon Grundschulunterricht in zwölf verschiedenen Sprachen.
Diese Magisterarbeit beschreibt jedoch den langen Weg zu dieser für Rumäniens Minderheiten vorteilhaften Situation, denn natürlich war die Lage während der Ceausescu-Diktatur und auch nach der rumänischen „Revolution“ 1989 noch eine völlig andere, weil die ersten „post-kommunistischen“ Regierungen (1989-1996) aus Parteien gebildet wurden, die sämtlich aus der kommunistischen Bürokratie hervorgegangen waren. Schon Ceausescus' Kommunistische Partei war sehr nationalistisch gefärbt, so dass es eigentlich keine Überraschung sein konnte, dass die ersten „post-kommunistischen“ Regierungen „nahezu surrealistische“ Koalitionen aus „sozialistischen“ und extrem nationalistischen Parteien waren, die Feindbilder und Sündenböcke unter den Minderheiten und im Ausland brauchten, um an der Macht bleiben zu können. Diese Magisterarbeit ist auch immer noch aktuell wegen der darin enthaltenen Empfehlungen des Europarates zu Minderheitenrechten, der immer noch gültigen Bevölkerungsstatistik Rumäniens mit den Zahlen der Minderheiten, und der Typologie der wichtigsten rumänischen Parteien sowie ihrer sehr einflussreichen Vorsitzenden.
Obwohl diese Magisterarbeit nun speziell die internationalen Implikationen der Maßnahmen und die Gesetzgebung dieser Regierungen gegenüber den Minderheiten in Rumänien analysiert, beinhaltet sie auch historische Hintergrundinformationen zum Ursprung der Minderheitenproblematik in Rumänien, besonders zur Geschichte der deutschen und der ungarischen Minderheit, die beide seit mehr als 800 Jahren in Siebenbürgen (Transsylvanien) siedeln.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 6 |
| 1.1 | Begriffserläuterungen: Die Begriffe des „Volkes“ und der „Minderheiten“ | 7 |
| 1.2 | Der Ursprung der Minderheitenproblematik in Rumänien | 10 |
| 2. | Geschichtlicher Rückblick | 11 |
| 2.1 | Die Vorgeschichte der deutschen Volksgruppe und anderer Minderheiten in Rumänien | 11 |
| 2.1.1 | Geschichtlicher Überblick bis zum 20. Jahrhundert | 11 |
| 2.1.2 | Der Erste Weltkrieg und die Folgen für die Minderheiten in 'Großrumänien' | 14 |
| 2.1.3 | Der Minderheitenschutz im 1918 gegründeten Großrumänien - | 15 |
| 2.1.4 | Das politische Umfeld bis zum Zweiten Weltkrieg | 17 |
| 2.1.5 | Der Zweite Weltkrieg und die Folgen besonders für die deutsche Minderheit in Rumänien | 17 |
| 2.2 | Minderheitenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg und unter Ceausescu | 20 |
| 2.3 | Das „Ceausescu-Syndrom“ | 23 |
| 3. | Der gewaltsame Umsturz in Rumänien | 25 |
| 3.1 | Die Rolle der ungarischen Minderheit | 26 |
| 3.2 | Die Rolle des alten Machtapparats | 27 |
| 4. | Nationalismus und Minderheiten | 29 |
| 5. | Die Verfestigung des Postkommunismus in Form des Nationalismus? | 31 |
| 5.1 | Die politische Kultur | 32 |
| 5.2 | Das Parteiensystem | 33 |
| 5.3 | Die Wahlen | 33 |
| 5.3.1 | Die Typologie der Parteien in Rumänien | 37 |
| 5.3.2 | Die Parteien im Trend bei Meinungsumfragen | 41 |
| 5.4 | Die neue Verfassung | 42 |
| 5.4.1 | Die Verfassung und die Menschenrechte | 43 |
| 5.4.2 | Die Verfassung, die Machtverteilung und die Sicherheitsdienste | 44 |
| 5.5 | Gefahren für die Stabilität durch nationalistische Parteien und deren Verhalten gegenüber den Minderheiten | 52 |
| 6. | Konzepte für den Minderheitenschutz | 53 |
| 6.1 | „Paternalistisch-zentralstaatlicher Minderheitenschutz“ in Rumänien | 54 |
| 6.2 | „Republikanisch-weltoffener Minderheitenschutz“ in Ungarn | 54 |
| 6.3 | „Ambivalente Minderheitenschutzpolitik“ | 55 |
| 7. | Der Einfluss von Minderheitenfragen auf die rumänische Politik | 56 |
| 7.1 | Minderheitenfragen und Innenpolitik | 56 |
| 7.1.1 | Verfassungsrechtliche Grundlagen | 56 |
| 7.1.2 | Das heutige Erscheinungsbild der Minderheiten in Rumänien | 58 |
| 7.1.2.1 | Politische Mitwirkung der Minderheiten - der Minderheitenrat | 61 |
| 7.1.2.2 | Verschiedene Minderheiten und daher „double standards“ in Rumänien? - der Sonderfall der ungarischen Minderheit im Vergleich mit der deutschen Minderheit und deren Beteiligung am politischen Leben | 65 |
| 7.1.3 | Gesetzliche Regelungen des Minderheitenschutzes | 74 |
| 7.1.3.1 | Das Unterrichtsgesetz und die Auseinandersetzungen darüber | 74 |
| 7.1.3.2 | Das Minderheiten(schutz)gesetz | 84 |
| 7.1.3.3 | Das Religionsgesetz | 86 |
| 7.1.3.4 | Das Gesetz über den Anwalt des Volkes (Ombudsmann-Gesetz) | 86 |
| 7.2 | Der Einfluss von Minderheitenfragen auf die Außenpolitik | 87 |
| 7.2.1 | Bilateral | 87 |
| 7.2.1.1 | Rumänien und die Bundesrepublik Deutschland | 87 |
| 7.2.1.2 | Rumänien und Ungarn | 88 |
| 7.2.2 | Multilateral | 90 |
| 7.2.2.1 | Internationale Verträge und Rumäniens Haltung | 90 |
| 7.2.2.2 | Die Auseinandersetzungen um die Empfehlung 1201 des Europarats und der rumänisch-ungarische Grundlagenvertrag | 90 |
| 8. | Die Deutschen in Rumänien nach der „Revolution“ - Gründe für die Abwanderung der deutschen Minderheit | 98 |
| 8.1 | Die Verunsicherung der deutschen Minderheit | 98 |
| 8.2 | Gewandelte Bedingungen nach dem deutsch-rumänischen Freundschaftsvertrag | 101 |
| 9. | Konzepte zur Bewältigung der Minderheitenproblematik in Rumänien | 104 |
| 10. | Fazit und Ausblick | 110 |
| 11. | Literaturverzeichnis | 115 |
| 12. | Anhang - Dokumentation | 122 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832449131
Arbeit zitieren:
Klein, Günter Februar 1996: Minderheitenpolitik in Rumänien seit 1989, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Politik, Minderheitenschutz, Nationalismus, Abwanderung



