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Mezzanine Finanzierungen

Neue Perspektive in der Mittelstandsfinanzierung

Mezzanine Finanzierungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Weber
  • Abgabedatum: Juli 2004
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 613,0 KB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Lörrach - Staatliche Studienakademie Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8584-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8584-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8584-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weber, Thomas Juli 2004: Mezzanine Finanzierungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Mezzanine, Basel II, Mittelstandsfinanzierung

Diplomarbeit von Thomas Weber

Einleitung:

„Der Mittelstand ist wie ein Anker, der das manchmal schwerfällige Schiff unserer Volkswirtschaft hält und ein Motor, der es zu neuen Ufern treibt.“ 3,3 Millionen mittelständische Unternehmen erwirtschaften knapp die Hälfte des deutschen Bruttoinlandproduktes. Der Mittelstand ist die tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Insbesondere die Innovationskraft und das Wachstum werden im wesentlichen durch die mittelständischen Unternehmen bestimmt.

Zur Zeit befindet sich der Mittelstand in einem Prozess tiefgreifender Umbrüche. Globalisierung, beschleunigter Strukturwandel und intensiver internationaler Wettbewerbsdruck haben neue Rahmenbedingungen entstehen lassen, die den Mittelstand auf eine harte Bewährungsprobe stellen. Zugleich hat sich das Finanzierungsumfeld für mittelständische Unternehmen grundlegend gewandelt. Ein wesentlicher Impulsgeber dieser Entwicklung ist dabei die geplante Änderung der Richtlinien für die Eigenkapitalunterlegung von Krediten, die als sogenannter Baseler Akkord oder kurz: Basel II bekannt geworden sind.

Dabei ist Basel II nur ein Aspekt, der die deutsche Finanzierungslandschaft verändern und den Konsolidierungsprozess in der deutschen Bankenlandschaft vorantreiben wird. Letztlich sind es eine ganze Reihe von Faktoren, die zu einer Verschiebung der Akzente in der Mittelstandsfinanzierung der Banken führen. Auf dem Prüfstand stehen daher die Finanzierungsstrukturen der in vielen Fällen unterkapitalisierten Unternehmen.

Im Zuge dieses Wandels in der Finanzierungslandschaft bekommt das traditionelle Hausbankenprinzip, das das Kreditgeschäft und den Mittelstand über Jahrzehnte vereinte, eine ganz neue Qualität. Die mittelständischen Unternehmen haben sich auf eine risikogerechte Konditionengestaltung in der Fremdkapitalfinanzierung einzustellen, die insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen hart treffen wird. Wirtschaftliches Eigenkapital wird in Zukunft der Schlüsselfaktor für die Beschaffung von Fremdkapital sein.

Bei einem derzeitigen Fremdkapitalanteil von nahezu 50% macht die Tendenz der zurückhaltenden Kreditvergabepolitik der Banken dem Mittelstand schwer zu schaffen. Bei 43% der Unternehmer haben sich in 2003 die Finanzierungsbedingungen verschlechtert, und die Unternehmer sehen kein Licht am Ende des Tunnels. Mehr als die Hälfte rechnen in der nächsten Zeit mit wachsenden Problemen in der Finanzierung. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass sich der Mittelstand die Suche nach Alternativen zum Bankkredit zum wichtigsten Ziel gemacht hat.

Doch der Aufnahme von Eigenkapital im Rahmen der Aussenfinanzierung sind Grenzen gesetzt, da eine Verwässerung der Beteiligungsquote der Altgesellschafter oftmals nicht gewollt und der Gang an die Börse nicht möglich ist. Der einzige Weg, dem Finanzierungsdilemma zu entkommen, führt über alternative Finanzierungsformen. Zwei Drittel der Unternehmer haben dies erkannt und sind zukünftig bereit, alternative Finanzierungsformen einzusetzen.

Angesichts dieser Tatsachen rückt das sogenannte Mezzanine Kapital als Finanzierungsalternative zunehmend ins Blickfeld mittelständischer Unternehmen. 70% der Private-Equity-Gesellschaften sind der Meinung, dass der Einsatz von Mezzanine Finanzierungen zukünftig stark zunehmen wird.

Das Wort Mezzanine stammt von dem italienischen Begriff „Mezzanino“ ab und bezeichnet ein niedriges Zwischengeschoss. Zum ersten Mal wurde 1987 in England von Torpey und Viscon das Wort „Mezzanine Finance“ in der Betriebswirtschaft verwendet. Diese aus der Architektur entliehene bildhafte Bezeichnung illustriert den Charakter von Mezzanine Kapital.

Aus der bilanziellen Perspektive stellt das Mezzanine Kapital eine Zwischenposition zwischen Eigen- und Fremdkapital dar. Die existierende Literatur kennt keine klare Definition für den Begriff „Mezzanine Finanzierung“. Aufgrund dessen werden in der folgenden Diplomarbeit unter dem Begriff „Mezzanine Finanzierung“ all diejenigen Finanzierungen verstanden, die vorrangig gegenüber den Einlagen der Gesellschafter, aber nachrangig gegenüber den Fremdkapitalgebern (Senior Debt) behandelt werden.

Die Diplomarbeit beleuchtet die Perspektive eines mittelständischen Unternehmens als auch die Sicht der privaten Investoren und die Sicht einer Bank. Ausserdem wird untersucht, welche Ursachen für das Vorliegen einer Kreditklemme in Deutschland sprechen. Anschliessend wird ein Ausweg aus der Kreditklemme über Mezzanine Finanzierungen gesucht.

Hinsichtlich Finanzierungsmodellen für mittelständische Unternehmen existiert eine breite und fundierte Literatur. Die Frage nach der Finanzierungsform mit Mezzanine Kapital für mittelständische Unternehmen hingegen wird lediglich in einzelnen kurzen Erwähnungen in der Literatur oder in einzelnen Forschungsaufsätzen dargestellt. Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den mittelständischen Unternehmen eine neue Perspektive in der Unternehmensfinanzierung vorzustellen.

Dabei wird insbesondere auf die wirtschaftlichen und steuerlichen Eigenschaften der Finanzierungsinstrumente eingegangen, die speziell bei geringem Finanzierungsvolumen genutzt werden können. Folglich werden in der vorliegenden Arbeit die Mezzanine Finanzierungsinstrumente für börsennotierte Unternehmen wie Wandelanleihen, Optionsanleihen, Pre-IPO Finanzierungen, Vorzugsaktien, Genussscheine sowie Warrants auf Aktien nicht erörtert. Außerdem wird nicht ausführlich auf die Bewertung von Mezzanine Finanzierungsinstrumenten eingegangen, da dies den Rahmen der Diplomarbeit überschreiten würde.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen aus den vorherigen Kapiteln erfolgt eine ausführliche Skizzierung der Umsetzung von Mezzanine Finanzierungen in einer Bank. Begonnen wird mit der Grundsatzentscheidung, ob überhaupt eine Einführung von Mezzanine Finanzierungen als sinnvoll betrachtet werden kann. Im weiteren Verlauf werden typische Fragen zur Einführung von Mezzanine Finanzierungen in einem Kreditinstitut aufgegriffen.

Inhaltsverzeichnis:

Ehrenwörtliche Erklärung 2
Kurzfassung 3
Abkürzungsverzeichnis 6
Abbildungsverzeichnis 9
Anlagenverzeichnis 10
1. Einleitung 1
2. Definition des Mittelstandes in Deutschland 4
3. Gefahr eines Finanzierungsengpasses in Deutschland 6
4. Mezzanine Finanzierung 12
4.1 Definition Mezzanine Finanzierungen 12
4.1.1 Der Begriff Mezzanine 12
4.1.2 Debt und Equity Mezzanine 13
4.2 Instrumente von Mezzanine Finanzierungen 14
4.3 Equity Kicker 15
4.4 Mezzanine Kapital mit Fremdkapitalausrichtung 16
4.4.1 Nachrangdarlehen 16
4.4.1.1 Bilanzierung 16
4.4.1.2 Steuerliche Behandlung 16
4.4.2 Partiarische Darlehen 17
4.4.2.1 Bilanzierung 18
4.4.2.2 Steuerliche Behandlung 18
4.4.3 Verkäuferdarlehen – Sellers Note 19
4.4.3.1 Bilanzierung 20
4.4.3.2 Steuerliche Behandlung 20
4.4.4 Rechtliche Probleme im Zusammenhang mit fremdkapitalähnlichenFinanzierungsinstrumenten 22
4.5 Mezzanine Kapital mit Eigen- oder Fremdkapitalausrichtung 24
4.5.1 Die stille Gesellschaft 24
4.5.2 Die typische stille Gesellschaft 26
4.5.2.1 Fremdkapitalähnliche Ausgestaltung der typischen stillen Gesellschaft 26
4.5.2.2 Bilanzierung 28
4.5.2.3 Steuer 28
4.5.3 Die atypische stille Gesellschaft 32
4.5.3.1 Eigenkapitalähnliche Ausgestaltung der atypischen stillen Gesellschaft 32
4.5.3.2 Bilanzierung 34
4.5.3.3 Steuer 35
4.5.4 Die Unterbeteiligung 40
5. Einführung von Mezzanine Finanzierungen in der Bank 44
5.1 Mezzanine Finanzierungen, weshalb ein neues Produkt? 44
5.2 Grundsatzentscheidung 45
5.3 Praktische Fragen bei der Einführung von Mezzanine Finanzierungen 45
5.4 Mezzanine Finanzierung in der Beraterpraxis 45
5.5 Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft der Kreditinstitute (MaK) 46
5.6 Berichtspflichten des Kunden 46
5.7 Auswirkungen von Mezzanine Finanzierungen auf das interne Rating und auf die Kreditkonditionen 46
5.8 Die Auswahl von Mezzanine Finanzierungsinstrumenten für den Bankvertrieb 48
5.9 Wie sollte die Mezzanine Finanzierung angeboten werden? 50
6. Zusammenfassung und Ausblick 51
Quellenverzeichnis 54
Stichwortverzeichnis 63
Anhang 66

Automatisiert erstellter Textauszug:

Zivilrechtlich ist nach herrschender Lehre eine stille Gesellschaft dann als atypisch anzusehen, wenn der Gesellschaftsvertrag des stillen Gesellschafters von den Regelungen der §§ 230 ff. HGB abweicht.159 Aufgrund der Dispositvität der Vorschriften über die stille Gesellschaft kann die atypische stille Gesellschaft sehr flexibel nach den Bedürfnissen des Geschäftsinhabers sowie des stillen Gesellschafters ausgestaltet werden. Neben den vielen dispositiven Vorschriften gibt es aber einige wenige gesetzliche Bestimmungen, die für die atypische stille Gesellschaft unabdingbar sind: § 231 II HGB die Gewinnbeteiligung des stillen Gesellschafters darf nicht ausgeschlossen werden. § 234 II HGB die Regelungen zur Kündigung des Gesellschaftsverhältnisses dürfen nicht eingeschränkt oder signifikant verändert werden. § 236 II HGB die Verpflichtung zur Zahlung einer rückständigen Einlage bleibt auch im Insolvenzfall weiterhin bestehen bzw. kann nicht vertraglich ausgeschlossen werden. Darüber hinaus wird von der Literatur empfohlen,160 die wesentlichen Merkmale einer atypischen stillen Gesellschaft im Gesellschaftsvertrag eindeutig anzugeben, um später zivilrechtliche sowie steuerrechtliche Abgrenzungsprobleme von Anfang an zu vermeiden. 4.5.3.1 Eigenkapitalähnliche Ausgestaltung der atypischen stillen Gesellschaft Die gesetzlichen Informations- und Kontrollrechte des atypischen stillen Gesellschafters können an die Stellung eines Gesellschafters angenähert werden. Insbesondere bei Mezzanine Finanzierungen werden oft weitreichende Informations- und Kontrollrechte vereinbart, da die Kapitalgeber aufgrund des eigenkapitalähnlichen Risikos ein grosses Interesse haben, sich jederzeit über die Lage des Unternehmens zu informieren.161 Gewöhnliche Informationsasymmetrien, wie sie [...]

Einkommensteile unter den begünstigten Personen erreicht wird. Der Steuereinsparungseffekt ist um so grösser, je niedriger der private Steuersatz des Gesellschafters ist. Der Gewinnanteil des typischen stillen Gesellschafters vermindert den körperschaftsteuerlichen Gewinn gem. § 4 IV EStG i.V.m. § 8 I KStG. Ausserdem kann mit der stillen Beteiligung der handelsrechtliche Bilanzgewinn geschmälert werden. Dies ist dann interessant, wenn gegenüber Kunden oder Konkurrenten ein zu guter Bilanzgewinn verschleiert werden soll.153 Probleme der steuerlichen Anerkennung von stillen Gesellschaften bestehen, wenn Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft sich an dieser zusätzlich auch noch still beteiligen. Es gilt, der Gefahr schon beim Abschluss des Gesellschaftsvertrages entgegenzuwirken, dass Leistungen, die in Wirklichkeit nicht durch ein stilles Gesellschaftsverhältnis veranlasst worden sind, zur Erzielung von Steuervorteilen von den Gesellschaftern aber als solche ausgegeben werden. Oftmals kommen solche Ungleichgewichte durch eine Überbewertung der Einlage oder durch unangemessen hohe Gewinnzuwendungen zustande (sogenannte: verdeckte Gewinnausschüttung). In der Praxis ist diese Konstellation verstärkt bei der GmbH anzutreffen, so dass man in diesem Zusammenhang auch von der sogenannten „GmbH & Still“ Problematik spricht. Liegen die steuerlichen Voraussetzungen für eine stille Gesellschaft nicht vor, werden die Gewinnanteile des stillen Gesellschafters steuerlich dem Unternehmensinhaber zugerechnet.154 Interessant ist es auch, eine „vorweggenommene Erbfolge“ über eine stille Beteiligung zu vollziehen.155 Ziel ist es, durch Schenkung einer stillen Beteiligung den Angehörigen zu Lebzeiten einen Teil des Vermögens zu übertragen, um im Todesfall des Betriebsinhabers das Erbschaftsteueraufkommen zu vermindern. Mit der schenkungsweisen Zuwendung stiller Beteiligungen an Familienangehörige kann in zweifacher Hinsicht die allgemeine Steuerlast vermindert werden. Zum einen können im Zeitpunkt der Schenkung die Freibeträge gem. §§ 16 und 17 ErbStG156 ausgenutzt werden, zum anderen kann mit der laufenden Gewinnauszahlung an die stillen Beteiligten die jährliche betriebliche Steuerlast vermindert werden, wobei gleichzeitig eine jährliche Vermögensumverteilung157 von dem Betriebsinhaber hin zu den zukünftigen Erbberechtigten erreicht wird. [...]

sem selbst der Gewerbesteuer, so dass von einer Hinzurechnung des Gewinns zum Gewerbeertrag gem. § 9 Nr. 2 GewStG abgesehen wird.145 Für den stillen Gesellschafter (Privatperson) stellen die Gewinnanteile bei Zufluss Einkünfte aus Kapitalvermögen i.S.d. § 20 I Nr. 4 EStG dar, die gem. § 43 I S.1 Nr. 3 EStG der Kapitalertragsteuer unterliegen.146 Die Kapitalertragsteuer ist eine Quellensteuer, die auf die die Einkommens- und Körperschaftsteuerschuld angerechnet werden kann, so dass es nur zu einer vorübergehender Liquiditätsbelastung kommt. Wird die stille Beteiligung in einem Betriebsvermögen gehalten, ist der Gewinn zum Zeitpunkt der Feststellung, d.h. zum Ende eines Geschäftsjahres, zu aktivieren und fällt gem. § 20 III EStG unter die Einkunftsart, zu der der Betrieb des Stillen gehört.147 Entstehen Refinanzierungskosten aus dem Erwerb der typischen stillen Beteiligung, sind diese bei betrieblicher Veranlassung als Betriebsausgaben abzugsfähig. Die Refinanzierungskosten werden nur zur Hälfte dem Gewerbesteuerertrag hinzugerechnet.148 Veräussert der stille Gesellschafter seine im Privatvermögen gehaltene Beteiligung, ist der Veräusserungsgewinn grundsätzlich steuerfrei, weil der Gewinn aus einer Vermögensumschichtung und nicht aus einer Nutzungsüberlassung des Kapitals stammt.149 Eine Verlustbeteiligung des stillen Gesellschafters führt in der Regel zu einer Verringerung seiner Einlage.150 Nach h.M. kann der stille Gesellschafter seinen Verlustanteil als Werbungskosten gem. § 9 EStG bei den Einkünften aus Kapitalvermögen geltend machen.151 Die steuerliche Verlagerung der Einkünfte ermöglicht die Nutzung von dessen Grundfreibetrages auf einen anderen Steuerpflichtigen (insbesondere eines Familienangehörigen) sowie dessen niedrigere Steuerprogression.152 Einkommensteuerlich kann es mit dem Einsatz der stillen Beteiligung zu einer Vervielfältigung der Grundfreibeträge kommen, die durch eine Verlagerung der [...]

Arbeit zitieren:
Weber, Thomas Juli 2004: Mezzanine Finanzierungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Mezzanine, Basel II, Mittelstandsfinanzierung

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