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Methoden zur dynamischen Stimmungsmessung via elektronischer Medien

Methoden zur dynamischen Stimmungsmessung via elektronischer Medien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Pollmüller
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 3,5 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6244-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6244-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6244-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pollmüller, Jan Oktober 2002: Methoden zur dynamischen Stimmungsmessung via elektronischer Medien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: TV-Duell, Streitgespräch, Schröder/Steuber, Virtuelle Börse, Komiker

Diplomarbeit von Jan Pollmüller

Problemstellung:

Menschliche Stimmungen verändern sich mit der Zeit. Das dies auch wirklich so ist, wurde bereits von Seiten der Wissenschaft durch sozialpsychologische, persönlichkeitstheoretische und andere Ansätze sowohl theoretisch, als auch empirisch ausgiebig dargestellt. Doch wie sich Stimmungen während der Zeit verändern und vor allem, wie diese Veränderungen gesteuert, ausgelöst und beeinflusst werden, vermag keine dieser Studien mit absoluter Sicherheit zu klären.

Umso wichtiger sind in diesem Zusammenhang Stimmungsmessungsmethoden anzusehen, die besonders genau Daten über Stimmungsverläufe von Probanten erstellen, da durch diese Datensätze Rückschlüsse auf die o.g. ungeklärten Auslöser bzw. Einflussfaktoren für unterschiedliche Stimmungen getroffen werden können.

Besonders Stimmungsmessungen, die via elektronischer Medien wie beispielsweise dem Internet durchgeführt werden, erfreuen sich während der letzten Jahre u.a. wegen ihrer ernormen Vorteile gegenüber konventionellen Zugangswegen zum Probanten wie beispielsweise Telefoninterviews, die in dieser Arbeit aufgezeigt werden sollen, immer größenwerdenden Interesses.

Auf diesem Gebiet sind vor allem die dynamischen Stimmungsmessungsmethoden interessant, da sich diese Methoden nicht wie statische Stimmungsmessungsmethoden nur mit einem finalen Urteil Seitens des Probanten zufrieden geben, sondern Stimmungsänderungen über eine gewisse Zeit erfassen. Diese Gegebenheit kann sehr gut durch einen Zuschauer eines Fußballspiels (90 Minuten) veranschaulicht werden. Erfolgt eine statische Vorgehensweise zur Ermittlung seiner Stimmung, so erhält man durch eine Frage wie „Welche Mannschaft spielte Ihrer Ansicht nach das interessantere Fußball?“ direkt nach dem Spiel eine Einschätzung. Geht man hingegen dynamisch vor und befragt ihn beispielsweise alle 5 Minuten während des Spiels die o.g. Frage, so erhält man 18 verschiedene Einschätzungen. Welche der beiden Methoden als sinnvoller für die Wissenschaft anzusehen ist, soll u.a. in dieser Arbeit erarbeitet werden.

Das Ziel der Arbeit ist es jedoch, Methoden zur dynamischen Stimmungsmessung via elektronischer Medien theoretisch abzugrenzen und die zwei für diese Arbeit durchgeführten dynamischen Stimmungsmessungen – die als Herzstück dieser Arbeit angesehen werden können – vorzustellen und empirisch auszuwerten. Bei diesen zwei Methoden handelte es sich um eine Virtuelle Börse namens „Komikerbörse“ und die sog. Voting-Stimmungsmessung, durch die mittels eines Fernsehauftritt auf dem Fernsehsender NBC Giga TV dynamische Datensätze gewonnen wurden.

An der Virtuellen Börse „Komikerbörse“ wurde interessierten Teilnehmern die Möglichkeiten gegeben, im Internet während eines Zeitraums von zwei Stunden virtuelle Aktien auf drei verschiedene Komiker zu handeln. Wie an den meisten Börsen regelte dabei Angebot und Nachfrage den jeweiligen Preis pro Aktie. Als kursbeeinflussende Information wurde den Teilnehmern während der Börsenlaufzeit ein vierminütiges Video auf dem genannten Fernsehsender vorgespielt, das aus diversen Sketchen jedes Komikers bestand.

Die Voting Stimmungsmessung hingegen, dessen Messvorgang und Design im Gegensatz zur Virtuellen Börse „Komikerbörse“ für diese Arbeit konzipiert wurde, fand ausschließlich in der Laufzeit des o.g. Komikervideos statt, d.h. die Spielzeit betrug vier Minuten. Hierbei war jeder Mitspieler aufgefordert, den jeweiligen Komiker online anhand einer Schulnotenskala interaktiv zu bewerten.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in fünf Hauptteile. Nach diesem ersten, einleitenden Kapitel folgt im zweiten Kapitel eine Darstellung der theoretischen Grundlagen zur dynamischen Stimmungsmessung. Hierin erfolgt eine Einordnung und Beurteilung des Oberbegriffs „dynamische Stimmungsmessung“ sowie eine Einordnung, Beurteilung und Vergleich der beiden Messmethoden.

Das dritte Kapitel setzt sich mit den erwähnten empirischen Versuchen auseinander. Nach einer detaillierten Erklärung des Experimentaufbaus, folgt eine Auswertung und Darstellung aller gewonnen Ergebnisse der beiden Stimmungsmessungsmethoden, die abschließend diskutiert werden.

Im vierten Kapitel „Implikationen“ werden die Ergebnisse vom Autor beurteilt und es erfolgt ein Ausblick über Einsatzmöglichkeiten von dynamischen Stimmungsmessungsmethoden.

Kapitel 5 stellt eine abschließende Gesamtzusammenfassung dar.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
Symbolverzeichnis IX
1. Problemstellung 1
2. Theoretische Grundlagen 3
2.1 Einordnung und Beurteilung der dynamischen Stimmungsmessung 3
2.1.1 Einordnung 3
2.1.2 Beurteilungskriterien und relevante Aspekte 6
2.1.2.1 Stimmungsforschung 6
2.1.2.2 Dynamische versus statische Stimmungsmessung 7
2.1.2.3 Methoden der Stimmungsmessung 9
2.1.2.4 Einsatz des Internets bei Stimmungsmessungen 10
2.1.3 Beurteilung 10
2.2 Methoden der dynamischen Stimmungsmessung: Virtuelle Börsen 11
2.2.1 Einordnung 11
2.2.2 Beurteilungskriterien und Beispiele 12
2.2.2.1 Efficient Market Hypothesis 12
2.2.2.2 Hayek-Hypothese 14
2.2.2.3 Wahlbörsen 16
2.2.3 Beurteilung 18
2.3 Methoden der dynamische Stimmungsmessung: Voting-Stimmungsmessung 18
2.3.1 Einordnung 18
2.3.2 Beurteilung 19
2.4 Vergleich: Virtuelle Börsen versus Voting-Stimmungsmessung 20
2.4.1 Einleitung 20
2.4.2 Vergleichskriterien 20
2.4.2.1 Aggregation 20
2.4.2.2 Normierung 20
2.4.2.3 Handhabung 21
2.4.2.4 Anreizsysteme 21
2.4.2.5 Mögliche Ergebnisunterschiede 22
2.4.2.6 Qualitative, quantitative und zeitliche Komponente 22
2.4.3 Bewertung 23
3. Empirische Studie 24
3.1 Aufbau 24
3.1.1 Vorstellung des Komiker-Videos 24
3.1.1.1 Idee und Organisation 24
3.1.1.2 Komiker: Vince Ebert 25
3.1.1.3 Komiker: Erkan&Stefan 25
3.1.1.4 Komiker: Duo Naseweiss 25
3.1.2 Vorstellung der empirischen Studie: Virtuelle Börse 26
3.1.2.1 Homepage 26
3.1.2.2 Börsenmechanismus 28
3.1.2.3 Bewertungs- und Auszahlungsmechanismus 28
3.1.2.4 Dauer der Börse 29
3.1.2.5 Fragebogen 30
3.1.3 Vorstellung der empirischen Studie: Voting-Stimmungsmessung 30
3.1.3.1 Homepage 30
3.1.3.2 Fragebogen 32
3.1.4 Organisation und Durchführung 33
3.1.4.1 Marketing 33
3.1.4.2 Sponsoren für Preise 34
3.1.4.3 Sonstiges Sponsoring 35
3.1.4.4 Zeitlicher Ablauf des Experiments 35
3.2 Ergebnisse 36
3.2.1 Auswertung der gewonnen Daten: Virtuelle Börse „Komikerbörse“ 36
3.2.1.1 Teilnehmerdaten: Virtuelle Börse „Komikerbörse“ 36
3.2.1.2 Bekanntheitsgrad und allgemeine Einschätzung der Künstler: Virtuelle Börse „Komikerbörse“ 37
3.2.1.3 Auswertung der Stimmungsverläufe: Virtuelle Börse „Komikerbörse“ 37
3.2.1.4 Dekomposition der Daten und Erklärungsversuch der Stimmungsausschläge: Virtuelle Börse „Komikerbörse“ 39
3.2.2 Auswertung der gewonnenen Daten: Voting-Stimmungsmessung 40
3.2.2.1 Teilnehmerdaten: Voting-Stimmungsmessung 40
3.2.2.2 Bekanntheitsgrad und allgemeine Einschätzung der Künstler: Voting-Stimmungsmessung 42
3.2.2.3 Auswertung der Stimmungsverläufe: Voting-Stimmungsmessung 43
3.2.2.4 Dekomposition der Daten und Erklärungsversuch der Stimmungsausschläge: Voting-Stimmungsmessung 50
3.2.2.5 Überprüfung der Stimmungsverläufe: Voting-Stimmungsmessung 54
3.2.3 Auswertung der gewonnenen Daten: Fragebogen 55
3.2.3.1 Auswertung des Fragebogens 55
3.2.3.2 Beurteilung/Validierung 56
3.3 Diskussion 57
3.3.1 Allgemeines 57
3.3.2 Diskussion: Virtuelle Börse „Komikerbörse“ 58
3.3.3 Diskussion: Voting-Stimmungsmessung 59
4. Implikationen 60
4.1 Beurteilung der Ergebnisse 60
4.2 Ausblick nach Einsatzmöglichkeiten 60
5. Zusammenfassung 62
6. Anhang 64
6.1 Homepage: Virtuelle Börse „Komikerbörse“ 64
6.2 Homepage: Voting-Stimmungsmessung 65
6.3 Daten zur Serverwahl 70
6.4 Hypothesentest 71
Literaturverzeichnis 74
Ehrenwörtliche Erklärung 76

Automatisiert erstellter Textauszug:

auf unser Handeln und Denken haben. Daher ist es recht erstaunlich, dass die Stimmungsforschung erst in den letzten Jahrzehnten ernsthafte Formen angenommen hat.10 Hierbei sind zum einen Modelle entstanden, die versuchen, zentrale Eigenschaften von Emotionen und Stimmungen auf psychologischer Ebene zu erklären wie beispielsweise das „kognitive Emotions-Stimmungsmodell (KES)“11, das „hybride Emotions-Stimmungsmodell (HES)“12, der „prozessuale Ansatz“13, etc. auf dessen Aufbau im folgenden jedoch nicht weiter eingegangen werden soll. Auf der anderen Seite versuchen Forscher unterschiedliche Stimmungslagen durch charakteristische, körperliche Reaktionsmuster zu erkennen, da ‚Stimmungen’ eindeutig mit Dingen wie Anspannungs- und Erregungsgrad14, schwankenden Hormonspiegeln wie etwa beim Menstruationszyklus der Frau15, etc. zusammenhängen. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass trotz einer beträchtlichen Anzahl an Modellen zur Stimmungsforschung bis dato kein Analysetool gefunden worden ist, welches ‚Stimmungen’ und deren Auslöser mit Sicherheit erklären kann.16 2.1.2.2 Dynamische versus statische Stimmungsmessung Bei den bereits in Abschnitt 2.1.2.1 erwähnten Emotions- bzw. Stimmungsmodellen handelt es sich um Modelle der sog. dynamischen Stimmungsforschung. Ihr liegt die Erkenntnis zugrunde, dass zahlreiche wichtige psychologische Phänomene von fortlaufenden zeitlichen Prozessen abhängen und daher kontinuierlich verfolgt und wiederholt gemessen werden müssen, um präzise Daten zu erlangen.17 Daraus kann der Begriff der dynamischen Stimmungsmessung abgeleitet werden, der sich ebenfalls auf Veränderungen (hier der ‚Stimmung’) während eines Zeitablaufs stützt. [...]

Unter Gefühlen, der letzten Gruppe der affektiven Zuständen, werden erzeugte Empfindungen wie Hunger oder Schmerz verstanden.8 Es ist also schon nach diesem kurzen Einblick zu erkennen, dass sich hinter dem Begriff ‚Stimmung’ mehr verbirgt, als dies die Verwendung im alltäglichen Umgang verrät. Die Literatur kommt unter den o.g. Faktoren und Erkenntnissen u.a. zu der folgenden Definition: „Eine Stimmung ist ein ungerichteter, evaluativer Gemütszustand, der eine Person vorübergehend geneigt macht, eine Vielzahl unterschiedlicher Ereignisse auf eine Weise zu deuten und zu handhaben, die in Einklang mit dem affektiven Gehalt dieses Zustandes steht. Sie wird entweder als angenehm oder als unangenehm empfunden, dauert für gewöhnlich länger als einige Sekunden und hat normalerweise keinen klar definierten Anfang, sondern entwickelt sich eher graduell.“9 Anmerkung: Lässt man das Fußballbeispiel aus Kapitel 1 und die damit verbunden Erklärungen zur dynamischen Stimmungsmessung Revuepassieren, so kann an dieser Stelle der Eindruck entstehen, dass die beiden vorgestellten Methoden zur dynamischen Stimmungsmessung im Grunde Methoden zur dynamischen Emotionsmessung sind. Grund für die Namensgebung Seitens des Autors ist jedoch die Überlegung, dass ‚Stimmung’ in der Umgangssprache dem in dieser Arbeit nachgegangenen Problem wesentlich besser entspricht, als ‚Emotion’, da dieser Begriff umgangssprachlich oft in erster Linie mit Liebe assoziiert wird. Aus wissenschaftlicher Sicht soll an dieser Stelle jedoch erwähnt werden, dass vor allem die Voting-Stimmungsmessung eher zu den in Tabelle 1 dargelegten Charakteristiken der Emotionen tendiert. 2.1.2 Beurteilungskriterien und relevante Aspekte 2.1.2.1 Stimmungsforschung Wie verschiedene ‚Stimmungen’ im einzelnen beim Menschen zustande kommen, interessiert die Menschen schon seit jeher, da ‚Stimmungen’ klar erkennbare Auswirkungen auf unser Handeln und Denken haben. Daher ist es recht erstaunlich, [...]

2.1.1 Einordnung Die Definition des Begriffs ‚Stimmung’ erscheint auf den ersten Blick einfacher, als er in Wirklichkeit ist. „Was eine bzw. mehrere Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt innerlich empfinden“, macht auf den ersten Blick bereits Sinn und hält viele Menschen davon ab, sich näher mit diesem Begriff und dessen tieferer Bedeutung zu beschäftigen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die meisten Menschen einfach wissen, in welcher ‚Stimmung’ sie sich zur Zeit befinden und die daraus resultierende Verwendung des Begriffes verläuft daher in den meisten Fällen automatisch. ‚Stimmung’ ist im Wörterbuch definiert als: „1) die vorwiegende Färbung der Gefühlslage eines Menschen [...] (entweder endogen oder exogen bestimmt) 2) Gesamteindruck, Wirkung auf das Gefühl [...] 3.) Musik [...]“2 Doch auch diese Definition drückt nicht die bereits erwähnten tieferen Bedeutungen aus, mit denen sich die Forschung auseinander setzt. Fragen wie „Warum stellen wir manchmal fest, den ganzen Tag in einer bestimmten ‚Stimmung’ zu sein, ohne es richtig zu bemerken, obwohl ‚Stimmungen’ doch unmittelbar erlebt werden?“ oder „Wie kommt es, dass wir uns in einer ‚merkwürdigen Stimmung’ befinden, die wir nur schwer erklären bzw. beschreiben können?“ sind mit den o.g. Definitionsversuchen nur spärlich zu beantworten. Ebenfalls das Phänomen, dass manche Zustände ‚angenehme Stimmungen’ bei den einen und ‚unangenehme Stimmungen’ bei den anderen auslösen, bleibt bei diesen Erklärungsversuchen außen vor. [...]

Arbeit zitieren:
Pollmüller, Jan Oktober 2002: Methoden zur dynamischen Stimmungsmessung via elektronischer Medien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
TV-Duell, Streitgespräch, Schröder/Steuber, Virtuelle Börse, Komiker

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