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Methoden zur Messung der Lichtgeschwindigkeit und Aspekte zur Konstanz der Lichtgeschwindigkeit

Methoden zur Messung der Lichtgeschwindigkeit und Aspekte zur Konstanz der Lichtgeschwindigkeit
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Birgit Bender
  • Abgabedatum: Juli 1995
  • Umfang: 157 Seiten
  • Dateigröße: 5,9 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Koblenz-Landau, Abt. Koblenz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2773-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2773-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2773-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bender, Birgit Juli 1995: Methoden zur Messung der Lichtgeschwindigkeit und Aspekte zur Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konstanz, Messung, Relativitätstheorie, Lichtgeschwindigkeit, Experiment

Staatsexamensarbeit von Birgit Bender

Einleitung:

Der dänische Astronom Olaf Römer (1644-1710) fand als erster Wissenschaftler konkrete Anhaltspunkte für eine endliche Geschwindigkeit des Lichtes. Im Jahre 1676 ermittelte er die Lichtgeschwindigkeit aus astronomischen Beobachtungen des Planeten Jupiter und dessen Mond Io. Römer gab die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichtes mit etwa 214.000 km/s an., , Mit dieser Angabe lag er um fast 86.000 km/s bzw. um ca. 29% unter dem heutigen offiziellen Wert von 299.792,458 km/s.

Die heutige Hochtechnologie hat den Wert der Lichtgeschwindigkeit so exakt bestimmt, dass im Oktober 1983 die Verfahrensweise umgekehrt werden konnte. Statt die Lichtgeschwindigkeit zu messen, misst man heute mit der Lichtgeschwindigkeit! Die XVII. internationale Generalkonferenz für Maße und Gewichte beschloss, dass der Meter die Länge der Stecke ist, die das Licht im Vakuum während der Dauer von exakt Sekunden durchläuft. Die Lichtgeschwindigkeit ist damit seit 1983 das neue Längennormal und per Definition auf den oben genannten Wert festgelegt. Das neue Längennormal ist wesentlich genauer als seine Vorgänger, das Urmeter und die Wellenlängendefinition von 1960. Es definiert die Basiseinheit Meter indirekt über die Zeitmessung, die heute mit Hilfe von Atomuhren mit einer kaum fassbaren Genauigkeit von 10-14 Sekunden erfolgen kann, viel genauer als die Messung der Länge einer Strecke. Die neue Meterdefinition macht sich diese extreme Präzision der Zeitmessung zunutze, indem sie die hohe Genauigkeit der Zeitmessung mittels der Lichtgeschwindigkeit auf die Längenmessung überträgt. Die Neudefinition des Meters ist, wie sich später herausstellen wird, eine direkte Anwendung der Universalität der Lichtgeschwindigkeit und damit der Relativitätstheorie.

Durch die neue Meterdefinition ist die Messung von c nur noch von historischem Interesse, da die Lichtgeschwindigkeit selbst die Längeneinheit Meter definiert, in der vor 1983 die Lichtgeschwindigkeit gemessen wurde. Eine Präzisionsmessung der Lichtgeschwindigkeit liefert in Zukunft also nicht mehr zusätzliche Informationen bezüglich der Lichtgeschwindigkeit, sondern hilft, die Längeneinheit Meter noch genauer festzulegen. Die Festlegung der Lichtgeschwindigkeit hat ebenfalls zur Folge, dass es keinen Sinn macht, die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes genauer als auf einen Meter in der Sekunde, womöglich auf Zentimeter oder Millimeter, anzugeben., Diese Arbeit soll zeigen, wie langwierig der Weg bis zu einer so genauen Definition der Lichtgeschwindigkeit war und wie die Ermittlung der Lichtgeschwindigkeit andere wichtige physikalische Erkenntnisse nach sich zog. Es soll aufgezeigt werden, wie die Lichtgeschwindigkeit ermittelt wurde, als den Wissenschaftlern noch keine komplizierte Labor- und Messtechnik zur Bestimmung der unvorstellbar schnellen Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes zur Verfügung stand, und wie trotzdem die Lichtgeschwindigkeit schon im vorigen Jahrhundert mit erstaunlicher Genauigkeit ermittelt werden konnte. Darüber hinaus sollen die neueren, noch genaueren Methoden zur Ermittlung der Lichtgeschwindigkeit vorgestellt werden, die ein anderes Phänomen zutage treten ließen, nämlich die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und damit die Phänomene der Relativitätstheorie. Diese sogenannte Konstanz der Lichtgeschwindigkeit gab den Physikern im vorigen Jahrhundert kaum zu lösende Rätsel auf. Sie konnten nicht erklären, warum sich ein Lichtstrahl, obwohl es sich hierbei nach damaliger Vorstellung ausschließlich um eine Wellenerscheinung handelte, immer mit der gleichen Geschwindigkeit ausbreitet, unabhängig davon, ob sich die Lichtquelle bewegt oder in welche Richtung des Raumes das Licht in bezug auf ein hypothetisches Trägermedium abgestrahlt wird. Eine Erklärung dieser Phänomene konnte erst am Anfang unseres Jahrhunderts durch Albert Einstein und seine spezielle Relativitätstheorie gegeben werden, in der die Lichtgeschwindigkeit eine zentrale Rolle spielt und sich als Grenzgeschwindigkeit darstellt, die kein materieller Körper je erreichen kann.

Heute ist die Lichtgeschwindigkeit, mit der man synonym auch die Ausbreitungsgeschwindigkeit aller übrigen elektromagnetischen Wellen bezeichnet, eine der physikalischen „Fundamentalkonstanten“. Die sogenannten Fundamentalkonstanten treten in den grundlegenden Gesetzen der Physik auf und dienen somit als Maß für die zahlenmäßige Ermittlung der Naturabläufe. Die Fundamentalkonstanten werden durch experimentelle Untersuchungen unter Zugrundelegung eines frei gewählten Maßsystems gewonnen.

Für unsere heutige technische Zivilisation weist die Lichtgeschwindigkeit als Naturkonstante viele praktische Anwendungsfelder auf. Die genaue Kenntnis der Lichtgeschwindigkeit erlaubt es uns unter anderem, das Längennormal (Meter) und abgeleitete Größen mit größter Genauigkeit festzulegen, Radarüberwachungen der Luft- und Raumfahrt durchzuführen, genaue Landvermessungen durchzuführen, Satellitennavigation in der Schifffahrt zu ermöglichen, die zeitgenaue Steuerung von Raumsonden über große Entfernungen zu realisieren und in der Astronomie die Abstände und Bahnen der Planeten und ihrer Monde mit Radarwellen äußerst genau zu vermessen.

Heute wissen wir, dass die Lichtgeschwindigkeit nicht nur Ausdruck für die bloße Ausbreitungsgeschwindigkeit elektromagnetischer Wellen ist, sondern auch eine entscheidende Rolle für die Struktur von Raum und Zeit spielt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Grundlagen zum Verständnis der Arbeit 5
2.1 Das elektromagnetische Spektrum 5
2.2 Lichttheorien 6
2.3 Beeinflussungsfaktoren der Lichtgeschwindigkeit 9
2.3.1 Die Brechung des Lichtes 9
2.3.2 Gruppen- und Phasengeschwindigkeit 12
2.4 Schlußbemerkung zu Kapitel 2 14
3. Methoden zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit 16
3.1 Tabellarische Übersicht 16
3.2 Frühe Versuche zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit 18
3.3 Astronomische Methoden zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit 20
3.3.1 Die Methode von Olaf Römer 20
3.3.2 Das Verfahren von Bradley 36
3.3.3 Bemerkung zu den astronomischen Methoden 41
3.4 Mechanische Methoden zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit 42
3.4.1 Die Zahnradmethode 42
3.4.2 Die Drehspiegelmethode 46
3.4.3 Die Methode des rotierenden Prismas 54
3.5 Moderne Methoden zur direkten Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit 58
3.5.1 Die Kerr-Zelle 58
3.5.2 Das Geodimeter 62
3.5.3 Die Pockels-Zelle 65
3.5.4 Die Shoranmethode 67
3.5.5 Die Ultraschallzelle 69
3.5.6 Ein selbst erfahrbarer Effekt der Lichtgeschwindigkeit 73
3.6 Indirekte Methoden zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit 75
3.6.1 Die Entdeckung von Maxwell 75
3.6.2 Die Ermittlung der Lichtgeschwindigkeit nach Hertz 78
3.6.3 Der Hohlraumresonator 79
3.6.4 Rotationsspektren 83
3.6.5 Moderne Lasermethoden 83
4. Aspekte zur Konstanz der Lichtgeschwindigkeit 85
4.1 Das Michelson-Interferometer (Äthertheorie) 86
4.2 Erklärung der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit nach der Relativitätstheorie 95
4.2.1 Das klassische Relativitätsprinzip 95
4.2.2 Die Lichtgeschwindigkeit als Naturkonstante 97
4.2.3 Bezugssysteme und die relative Zeit 98
4.2.4 Zeitdilatation 100
4.2.5 Der verkürzte Raum 108
4.2.6 Die Raum-Zeit 111
4.2.7 Die Lichtgeschwindigkeit als Grenzgeschwindigkeit 114
5. Durchführung eines Versuchs zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit 117
5.1 Versuchsaufbau 117
5.2 Versuchsdurchführung 122
5.3 Messergebnisse 128
5.3.1 Fehlerklassifizierung 129
5.3.2 Fehlerrechnung 132
5.3.3 Messungen in der Luft 134
5.3.4 Messungen in destilliertem Wasser 136
5.3.5 Messungen in Glycerin 143
5.4 Fazit 143
Literaturverzeichnis 146
Quellenverzeichnis 150
Versicherung 151

Arbeit zitieren:
Bender, Birgit Juli 1995: Methoden zur Messung der Lichtgeschwindigkeit und Aspekte zur Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konstanz, Messung, Relativitätstheorie, Lichtgeschwindigkeit, Experiment

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