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Metadaten im Fernsehproduktionskanal und deren Austausch sowie Einbindung in Applikationen

Metadaten im Fernsehproduktionskanal und deren Austausch sowie Einbindung in Applikationen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Metzger
  • Abgabedatum: Januar 2003
  • Umfang: 129 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Südwestfalen, Abteilung Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6618-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6618-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6618-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Metzger, Thomas Januar 2003: Metadaten im Fernsehproduktionskanal und deren Austausch sowie Einbindung in Applikationen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Prozess, Workflow-Management, Datenfluß, Datenmodell, Content Management

Diplomarbeit von Thomas Metzger

Zusammenfassung:

Um den heutigen Herausforderungen in der Fernsehproduktion begegnen zu können, hat sich nach über 20 Jahren schrittweiser Digitalisierung des Produktionsumfeldes bereits ein grundsätzlicher Trend in Richtung IT-basierter TV-Produktion etabliert, die durch Speicherung des Contents in rechnerbasierten Systemen auszeichnet und sich das Programmmaterial dadurch dem Menschen einer physischen Handhabung entzieht.

Die noch zur Zeit verwendete Technik ist in zunehmenden Maße veraltet, daher sind neben den steigenden Reparaturkosten auch erschwerte Bedingungen der Ersatzteilbeschaffung zu befürchten. Darüber hinaus darf man sich nicht von Entwicklungen im Fernsehproduktionsbereich abkoppeln, da im Zuge der zunehmenden Konvergenz von Informationstechnologie und Fernsehproduktion sich komplett neue Rahmenbedingungen für die Herstellung und den Austausch von Medien sowohl im nationalen, als auch internationalen Kontext ergeben.

Aus jener Konvergenz erwachsen sich Chancen für das Fernsehgewerbe unter anderem in Form von Steigerung der Effizienz des Produktionsablaufs, die sich wiederum sowohl positiv auf die Qualität der Produkte als auch auf niedrigere Produktionskosten auswirken kann. Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass die Veränderung der Produktionslandschaft hin zum bandlosen Produktionssystem erhebliche Risiken birgt. Fehlinvestitionen in proprietäre Systeme, deren mangelnde Interoperabilität ernsthafte Störungen des Sendebetriebs und Mehrkosten für Wartung und laufende Anpassungen nach sich ziehen können gilt es zu vermeiden. Daher gibt es Bestrebungen mehrerer Organisationen in diesem technologischen Neuland der Fernsehproduktion für offene Standards zu sorgen, wodurch die Gefahr, in proprietäre Systeme zu investieren, gemindert werden soll.

Dem Themengebiet Metadaten wird hierbei eine Schlüsselstellung zugeordnet, da man sich von der Standardisierung von Metadaten die Generierung von Mehrwert in jeder Phase der Produktionskette und eine effizientere Gestaltung von Workflows verspricht. Die genaue Untersuchung, wie diese Schlüsselstellung der Metadaten zu bewerten ist, welche Maßnahmen für einen offenen Standard notwendig sind und wie ein möglicher Lösungsansatz aussehen kann ist Gegenstand dieser Arbeit.

Zu Beginn dieser Arbeit soll im Kapitel 2 auf das Unternehmen Fernsehen eingegangen werden, in dem es gilt, ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen von Fernsehsendern zu untersuchen, um darlegen zu können, dass es sich auch hier um Unternehmen handelt, bei denen die Notwendigkeit zum wirtschaftlichen Einsatz ihrer Ressourcen besteht. Aufbauend auf die dadurch geprägte Unternehmenssicht soll, obwohl es sich hier um eine Dienstleistung handelt, in Anlehnung an produzierende Unternehmen des sekundären Sektors der Begriff Produkt für das Ergebnis der Leistungserstellung der TV-Produktionsbetriebe eingeführt werden, das zur Beschreibung seiner Merkmale sogenannter Metadaten bedarf. Dadurch wird die Grundlage geschaffen, aus der im Verlauf dieser Arbeit hervorgehen soll, welche Nutzenpotentiale mit Metadaten im Hinblick auf eine effizientere Fernsehproduktion in Verbindung gebracht werden können. Die generische Erläuterung des Sachverhalts ermöglicht zudem die Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse auf Produktionsprozesse anderen Produkttyps im Sinne eines offenen Produktdatenmanagements (PDM).

Ausgangspunkt hierfür ist die Betrachtung des Fernsehproduktionsprozesses. Es soll aber auch die für das Informationssystem bezeichnende grundlegende Interdependenz zwischen dem Geschäftsprozess der Fernsehproduktion und Metadaten offensichtlich gemacht werden. Dazu werden theoretische Grundlagen erarbeitet, die dann unter anderem in der zur Datenanalyse benötigten Strukturierung des Fernsehproduktionsprozesses Anwendung finden.

Der Beschreibung aktuell vorzufindender Arbeiten, die einen Betrag zur Gewährleistung eines transparenten Austausches von Metadaten zu leisten suchen, ist das Kapitel 4 gewidmet. Neben einer Auswahl darin involvierter Gremien, soll durch Erläuterung beispielhaft ausgewählter Ansätze die grundsätzliche Problematik fehlender umfassender, den Anforderungen der Fernsehproduktion entsprechender und gleichzeitig flexibler Lösungen für einen einheitlichen Austausch von Metadaten nähergebracht werden. Zudem wird auf das sich auf dem Weg zur Standardisierung befindliche Dateiformat MXF eingegangen, das in Zukunft in besagter Domäne die Rahmenbedingungen für den Transport von Metadaten mitbestimmen wird.

Der darauf anschließende Abschnitt steht im Zeichen der Modellierung. Nach Erarbeitung der Theorie zur Bedeutung des Modellierens soll das im Rahmen dieser Arbeit entwickelte Metadaten-Modell als Lösung zu den in vorangegangenen Kapiteln herausgearbeiteten Erfordernissen und bisher unbeantworteten Fragen des adäquaten Austausches und Speicherung von Metadaten im Sektor der Fernsehproduktion präsentiert werden. Dazu bedarf es der detaillierten Auseinandersetzung mit der Bedeutung der einzelnen Komponenten des Datenmodells.

Weiterführend zu den eher theoretischen Betrachtungen soll im Kapitel 6 gezeigt werden, wie die praktische Anwendung dieses Metadaten-Modells gestaltet werden könnte. In Bezugnahme zu den vorangegangenen Betrachtungen des Fernsehproduktionsprozesses wurde ein generisches Softwarepaket entwickelt, das sowohl eine freie Ausgestaltung der Prozessstruktur als auch die flexible und einfache Implementierung des zu nutzenden Datenmodells erlaubt. Um anhand von Anwendungsszenarien die einzelnen funktionellen Komponenten des im Rahmen dieser Arbeit entwickelten Datenmodells in Aktion zu demonstrieren, wird dieses in das soeben erwähnte, rudimentär ausgestaltete Workflow-Management-System (WFMS) eingebunden. Dadurch soll die Symbiose von Metadaten und Geschäftsprozess beziehungsweise Workflow sichtbar gemacht werden, welche die Herstellung eines vollständig virtuellen Produkts allein auf Basis von Metadaten ermöglicht.

Den Abschluss der Arbeit bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse. Im Anhang finden sich ein im Rahmen des Terminologiemanagements erstelltes Metadaten-Wörterbuch und die Gesamtansicht des Metadatenmodells, das grundlegend als Beitrag des Instituts für Rundfunktechnik für den einheitlichen Austausch von Metadaten zwischen den Anstalten der ARD beziehungsweise des ZDF dienen soll.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abkürzungen II
Verzeichnis der Abbildungen IV
1. Einleitung und Aufgabenstellung 1
1.1 Vorbemerkung 1
1.2 Situation 2
1.3 Zielsetzung 4
1.4 Aufbau der Arbeit 5
2. Die Fernsehproduktion 7
2.1 Unternehmenssicht 7
2.2 Produktsicht 10
2.3 Metadaten 12
3. Fernsehproduktionsprozess und Datenfluss 18
3.1 Allgemein 18
3.2 Systemanalyse 20
3.3 Datenanalyse 23
3.4 Planung 25
3.4.1 vorbereitende Produktionsplanung 26
3.4.2 Disposition 28
3.4.3 Produktionsauftrag 29
3.5 Beschaffung 30
3.5.1 Aufnahme 30
3.5.2 Ausmustern 31
3.5.3 Einspielen 32
3.6 Bearbeitung 34
3.6.1 Bildbearbeitung 34
3.6.2 Tonbearbeitung 37
3.6.3 Endbearbeitung 38
3.7 Kontrolle 38
3.7.1 Redaktionelle Abnahme 38
3.7.2 Technische Abnahme und Konsolidierung 39
3.8 Publikation 40
3.8.1 Zuweisung zur Sendung 40
3.8.2 Zuweisung zum Archiv 41
3.8.3 Sendeprotokollierung 42
3.8.4 Archivierung 43
3.9 Zusammenfassung 43
4. Standards zum Thema Metadaten 44
4.1 Stand der Entwicklungen 44
4.2 MXF 50
5. Entwicklung des Metadatenmodells 55
5.1 Modellierungsansatz 55
5.2 Durchführung 56
5.3 Aufbau des Datenmodells 61
6. Anwendungsszenarien einer WFMS - Applikation 76
6.1 Workflow und Geschäftsprozess 76
6.2 Aufbau des WFMS 77
6.3 Use Cases 83
7. Zusammenfassung und Ausblick 101
Literaturhinweise 103
Anhang 109
A1 Begriffsdefinition der Metadaten-Attribute 109
A2 Gesamtansicht IRT-Modell 121

Automatisiert erstellter Textauszug:

MXF bedient sich hierzu eines Verfahrens mit dem es möglich ist, Datenelemente, die untereinander in einer hierarchischen Beziehung stehen und mit deskriptiven Metadaten versehen sein können wodurch die Struktur und die Beschreibung des enthaltenen Contents abgebildet wird, in einen seriellen Datenstrom zu überführen, ohne die vorhandenen Referenzierungen aufgeben zu müssen. Dieses Verfahren, das als KeyLength-Value bezeichnet und durch SMPTE 336M definiert wird, fußt auf der Erzeugung seriellen Datenstrom in drei Abschnitten. [SMPTE 2001] Das Key-Element identifiziert lokal eindeutig das jeweilige Datenpaket und über eine universelle Kennzeichnung den Datentyp, das Length-Element gibt die Länge des nachfolgenden Value-Elements an, das die eigentlichen Essenz- oder Metadaten enthält. Zur Dekodierung des so erzeugten Datenstroms ist lediglich ein Wörterbuch erforderlich, das die relevanten Schlüssel und die zugehörigen Datentypen der durch die ValueElementen repräsentierten Werte enthält. [...]

Das Konzept von AAF bietet eine Fülle an Möglichkeiten, die jedoch nicht nur positiv zu bewerten ist. Vielmehr muss mit Blick auf den Austausch beachtet werden, dass aufgrund der Flexibilität, wie dieses Format implementiert werden kann und der Komplexität des Gesamtkonzeptes eine mangelhafte Interoperabilität zu erwarten ist. Es soll jedoch nicht der Funktionsumfang des AAF allgemein negativ beurteilt werden, handelt es sich doch um ein sehr mächtiges Format, das seinen Platz in Teilen des Produktionsumfeldes gefunden hat. Von dieser Tatsache ausgehend kann MXF dazu dienen, um Essenz und Metadaten auszutauschen, wo ein Einsatz von AAF nicht sinnvoll ist. Um dennoch in Zukunft nur ein Format in Produktionssysteme implementieren zu müssen und damit dem langgehegten Wunsch einer sogenannten durchgängigen Produktion, die möglichst keiner Konvertierungen oder ähnlich aufwändiger Prozeduren bedarf, ein bedeutendes Stück näher zu kommen, wurde bei der Entwicklung von MXF auf die Kompatibilität zu AAF geachtet. Neben der Anforderung, dass eine MXF–Datei ohne anpassende Maßnahmen in AAF – Anwendungen geöffnet werden kann, muss im Anbetracht der in Produktionshäusern weitverbreiteten Infrastruktur zur Übertragung zeitgenauer Audio- und Videoströme neben der Anwendung, Datenfiles als ganzes auszutauschen, auch eine Übertragung in Form von Streaming möglich sein: [...]

durch die Standardisierung von einem offenen, interoperablen Austauschformat gesprochen werden kann. Dabei galt es eine Reihe an Funktionalitäten zu integrieren, um den genannten Forderungen zu entsprechen. Das Hauptziel von MXF ist Programmmaterial zusammen mit Metadaten austauschen zu können, wobei dem Aspekt, mittels MXF auch Strukturen des auszutauschenden Materials abbilden zu können, eine besondere Bedeutung zuteil wird. Nachfolgend sollen eine Auswahl wesentlicher Details dieses Formats erläutert werden. Bei der Entwicklung galt ein Augenmerk der Kompatibilität zum Advanced Authoring Format (AAF). Dabei handelt es sich um ein Dateiformat für den Austausch von multimedialem Content und findet vorzugsweise im Bereich der Bild- und Tonbearbeitung Anwendung. Grundlage für das AAF ist ein Objektmodell, das im Wesentlichen die Charakteristika der objektorientierten Programmierung (OOP) aufweist. [Gilmer 2002, S. 3f.] Dadurch ist es beispielsweise möglich, von der Essenz in ihrer jeweiligen Form zu abstrahieren, um diese in gleicher Weise behandeln zu können, ohne auf die Eigenheiten des gerade vorliegenden Essenztyps eingehen zu müssen. Außerdem ermöglichen die für die Objektorientierung typischen Konzepte wie Kapselung und Vererbung, [Schmuller 2002, S. 44f.] dem dynamischen Verlauf der Datenänderung während der Postproduktion Rechnung zu tragen. Während durch die AAF-Klassenstruktur die logische Beziehung der einzelnen Datenelemente untereinander repräsentiert wird, erfolgt die Speicherung und Allokation des Contents unter Nutzung von Structured Storage, einer Methode von Microsoft, um die logische Beziehungsstruktur physikalisch abzubilden. [Gilmer 2002, S. 2] [...]

Arbeit zitieren:
Metzger, Thomas Januar 2003: Metadaten im Fernsehproduktionskanal und deren Austausch sowie Einbindung in Applikationen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Prozess, Workflow-Management, Datenfluß, Datenmodell, Content Management

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