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Messung der Performance von Investmentfonds anhand praxisrelevanter Verfahren

Messung der Performance von Investmentfonds anhand praxisrelevanter Verfahren
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christine Pauli
  • Abgabedatum: Juli 2001
  • Umfang: 101 Seiten
  • Dateigröße: 10,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: AKAD Wissenschaftliche Hochschule Lahr GmbH Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4490-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4490-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4490-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pauli, Christine Juli 2001: Messung der Performance von Investmentfonds anhand praxisrelevanter Verfahren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Investmentfonds, Performance, Portfoliotheorie, Rendite, Risiko

Diplomarbeit von Christine Pauli

Gang der Untersuchung:

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Performance von Investmentfonds unter Einbeziehung eines praktischen Beispiels, das auf die drei in der Praxis verbreitete Performance-Berechnungsmethoden (zeitgewichtete Rendite, geldgewichtete Rendite und Dietz-Methode) abstellt.

Zunächst werden die empirischen Erwartungen der Anleger definiert. Interessant ist hierbei, daß das Anlegerverhalten sich unter dem Einfluß von Globalisierung und der Diskussion um den Shareholder Value in den letzten Jahren massiv geändert hat. Das Renditebewußtsein der Anleger nimmt, allein aufgrund der vielen Möglichkeiten zur weltweiten Geldanlage, stetig zu. Dieser Trend dürfte sich in Zukunft noch fortsetzen. Eine in letzter Zeit auch in Deutschland populär gewordene Geldanlage ist die Investition in professionell gemanagte Fonds. Der große Durchbruch des Fondssparens, der in Deutschland verglichen zu England oder den USA erst relativ spät, nämlich in den 90er Jahren, einsetzte, hat viele Fondsanbieter mit einer immer breiteren Angebotspalette ins Leben gerufen. Vollzieht Deutschland die Entwicklung des Fondssparens analog zu den USA nach, wird in Deutschland in den kommenden Jahren ein regelrechter Investmentboom einsetzen.

Um zu prüfen, wie seriös ein Unternehmen seine Performancezahlen präsentiert, sind in dieser Arbeit einige Kennzahlen, die die Performanceergebnisse vergleichbar machen, vorgestellt worden. Als wichtigsten Punkt ist dabei zu beachten, daß die Rendite immer im Zusammenhang mit dem Risiko einer Geldanlage und nie isoliert betrachtet werden darf. In der Literatur gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Risiko zu steuern. Einen grundlegenden theoretischen Rahmen auf diesem Gebiet bildet die Portfolio Selection Theory von Markowitz. Deshalb wurden ihr Inhalt und ihre Konsequenzen in dieser Arbeit näher untersucht. Die wichtigste Erkenntnis dieser Theorie ist, daß sich das unsystematische Risiko durch Diversifikation eliminieren läßt. Allerdings bleibt immer ein Restrisiko, das systematische Risiko oder Marktrisiko, bestehen. Ist ein Investor bereit, mehr systematisches Risiko einzugehen, wird ihm das durch die Chance auf eine entsprechend höhere Rendite möglich gemacht. Für die Übernahme von unsystematischem Risiko gibt es dagegen keinerlei Vergütung, da dieses bei „richtiger“ Diversifikation – zumindest theoretisch – vollständig eliminiert werden kann. Dieser Effekt wurde anhand eines praktischen Beispiels dargestellt.

Ein Instrumentarium zur Bestimmung des theoretisch relevanten Risikos liefert die moderne Kapitalmarkttheorie. Renditeerwartungsmodelle wie das CAPM oder das APT dienen dabei der Umsetzung von Rendite- und Risikoerwartungen in Gleichgewichtsrenditen und ermöglichen die Ermittlung des Ertrages, der allein durch das Eingehen systematischen Risikos erwartet werden kann. Diese Modelle gründen auf der Annahme der Effizienz des Kapitalmarktes. Als Ergebnis läßt sich hierzu festhalten, daß der Kapitalmarkt in der Praxis nicht effizient ist, da es sonst nicht möglich wäre, eine Out- oder Underperformance zu erzielen, da Informations- oder Nachfrageveränderungen sich sofort im Kapitalmarkt umsetzen würden. Über den fortdauernden Einsatz des CAPM wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Bis jetzt ist es allerdings noch nicht gelungen, weder die empirische Gültigkeit noch die empirische Ungültigkeit des Modells nachzuweisen. Hier besteht noch weiterer Forschungsbedarf. Der direkte Zusammenhang der Kritik des CAPM für die Performancemessung ergibt sich dadurch, daß die traditionellen Performancemaße von Sharpe, Treynor und Jensen auf dem modelltheoretischen Gefüge des CAPM basieren. Ihnen allen ist gemein, daß sie in ihrer Aussage sowohl Rendite als auch das Risiko berücksichtigen. Wäre es nun gelungen, die empirische Validität des Modells zweifelsfrei zu verwerfen, würde diesen traditionellen Performancemaßen das theoretische Gefüge fehlen und deshalb müßten auch sie verworfen werden.

Das Thema Performancemessung ist sowohl aus theoretischer als auch aus praktischer Sicht interessant. Festzuhalten ist, daß sich nach wie vor keine allgemeingültige Definition von „Performance“ etabliert hat. So uneinheitlich wie die Begriffsdefinitionen sind bis heute noch große Gebiete der Performancemessung. Vor allem die externe Performancemessung, die sich an außenstehende Adressaten wendet, muß transparenter werden. Dies ist mitunter auch einer der wichtigsten Gründe, warum Performancemessung überhaupt betrieben wird. Der externe Anleger hat ein hohes Informationsbedürfnis, welches es zu befriedigen gilt. Auch eine objektive Performancemessung fordert vor allem die Vergleichbarkeit der Performanceergebnisse über mehrere Investmentgesellschaften hinweg. Nur so hat der Anleger eine zuverlässige Informationsbasis für die effektivste Anlage seines Geldes. Einen ersten Schritt bilden die Performance Presentation Standards (PPS), die sich eine einheitliche und transparente Performance Presentation zum Ziel gesetzt haben. Vor allem wird in jüngster Zeit versucht, die GIPS weltweit als Standard zu definieren, welches auch wirklich nötig ist. Bis jetzt geben die GIPS meistens nur Empfehlungen, sie haben keinen Gesetzescharakter. Wünschenswert wäre, in Zukunft die Stellung der GIPS, allein schon wegen des Anlegerschutzes, zu verstärken oder als Gesetz zu schaffen. Hier besteht noch erhöhter Handlungsbedarf.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Performance zu messen. Drei gängige Methoden wurden erörtert. Dabei wurde herausgefunden, daß die geld- und die zeitgewichtete Performance gleiche Ergebnisse liefern, wenn keine Cash Flows stattgefunden haben bzw. wenn bei der geldgewichteten Rendite wiederangelegt wird. Die zeitgewichtete Rendite geht ohnehin von einer Wiederanlage aus, die geldgewichtete Rendite liefert schlechtere Ergebnisse, wenn man Geld in einer Hochphase entzieht. Eine gute Approximation der geldgewichteten Rendite liefert die Dietz-Methode, die ebenfalls untersucht wurde. Als Ergebnis läßt sich feststellen, daß keine Methode besser oder schlechter ist als die andere, sie verfolgen lediglich andere Intentionen. Aus Sicht des Sponsors ist es interessant, eine Performance zu messen, die der tatsächlich erzielten Vermögensentwicklung entspricht. Aus diesem Grund ist ein Sponsor eher an der geldgewichteten Performance interessiert. Kann der Portfoliomanager für Entscheidungen verantwortlich gezeichnet werden, ist die wertgewichtete Rendite vorzuziehen.

Allgemein gilt, daß die Performancemessung noch lange nicht wissenschaftlich durchdrungen wurde. Nicht zuletzt deshalb ist die Performance seit den 60er Jahren Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung und auch in Zukunft wird es auf diesem Gebiet noch viele Fragen zu klären geben.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Die Portfoliotheorie als Grundlage rationaler Anlageentscheidungen 2
3. Erwartungen der Investoren im Wandel der Zeit 4
3.1 Die Entwicklung des Investmentsparens 5
3.2 Klassifizierung der Risikoeinstellung des Investors 6
4. Die Steuerung des Risikos 7
4.1 Die Portfoliotheorie nach Markowitz 8
4.2 Risikominimierung durch Diversifikation von Portfolios 10
5. Der Einsatz von Faktor- und Bewertungsmodellen 17
5.1 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) 19
5.2 Kritische Würdigung des CAPM 23
5.3 Die Arbitrage Pricing Theory (APT) 24
6. Performance 26
6.1 Der Begriff der Performance 26
6.2 Interne und externe Performancemessung und ihre Adressaten 28
6.3 Die Einordnung in den Asset-Management-Prozeß 29
6.4 Die Effizienz des Kapitalmarktes 32
6.5 Gründe für eine Performancemessung 34
6.6 Ziele und Aufgaben der Performancemessung 35
6.7 Anforderungen an eine Performancemessung 36
6.8 Die Konstruktion der Benchmark 37
6.9 Performance Presentation Standards 40
7. Verfahren der Performancemessung 44
7.1 Eindimensionale Erfolgsmaße 44
7.1.1 Die Totalrendite 45
7.1.2 Die diskrete Rendite 45
7.1.3 Die wert- oder geldgewichtete Rendite 46
7.1.4 Zeitgewichtete Rendite 47
7.1.5 Vergleich von MWR und TWR anhand eines Beispiels 48
7.2 Zweidimensionale Erfolgsmaße 50
7.2.1 Das Sharpe-Maß 50
7.2.2 Das Treynor-Maß 52
7.2.3 Das Jensen-Alpha 53
8. Empirische Evaluation 55
8.1 Beispiel zum effizienten Rand 56
8.2 Performancemessung verschiedener Musterportfolios 57
9. Kritische Würdigung der Performancemessung und Ausblick 60
10. Zusammenfassung 61
Literatur- und Quellenverzeichnis 64
Anhang 69

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Performance-Analyse erfaßt, mißt, zerlegt und beurteilt die erzielten Anlageergebnisse. Die Ergebnisse der Performance-Analyse fließen wiederum per Rückkoppelungsprozeß zu den vorgelagerten Stufen und liefern so wichtige Steuerungsinformationen sowohl für den Investor als auch für den Portfoliomanager. Die Performanceanalyse geht also weit über die bloße Errechnung und Feststellung der Erfolgsgrößen, die eigentliche Performancemessung, hinaus. Die Performance-Attribution, also die Performance-Analyse im engeren Sinn, setzt da an, wo die Performancemessung aufhört. Bei der Attribution, auch Erfolgsquellenanalyse genannt, steht nicht die Errechnung des Anlageerfolges im Vordergrund, sondern seine Entstehungsgründe. Ganz allgemein gibt sie über die Zuordnung der Performance zu bestimmten aktiven Entscheidungen des Portfoliomanagements Auskunft. Dabei wird im wesentlichen nach zwei Entscheidungsebenen differenziert: Die Entscheidungen, die der Portfoliomanager im Hinblick auf einen Gesamtmarkt, also z.B. den deutschen Aktienmarkt, trifft, werden als Timing-Entscheidungen oder taktische Asset Allocation bezeichnet. Dementsprechend wird die Qualität der Entscheidungen auf diesem Gebiet als Timing-Fähigkeit [...]

Compositebildung auf der Bewertung von Bruttorenditen voraussetzen, ausdrücklich verlangt. Durch die Kenntnis von sämtlichen Detailinformationen kann die Leistungsbeurteilung viel weiter gefasst werden, so daß die reine Performancemessung meist um eine Performanceattribution erweitert wird, die es auch ermöglicht, Aufschluß über den Investmentstil zu geben. Dies erfolgt nicht zuletzt deshalb, weil das Portfoliomanagement selbst Rückschlüsse ziehen möchte und überprüfen möchte.80 Als Adressaten der internen Performancemessung lassen sich also das Portfoliomanagement sowie Kontrollorgane definieren. Je mehr institutionelle Kunden ihre Gelder in Spezialfonds verwalten lassen, desto weniger kann eine strikte Trennung in interne und externe Performancemessung erfolgen, da das Management diesen institutionellen Kunden eine unabhängige Analyse garantiert. Diese wiederum kann nur erfolgen, wenn das Management interne Daten zugänglich macht. 6.3 Die Einordnung in den Asset-Management-Prozeß [...]

Weiterhin läßt sich die Performancemessung in die interne und die externe Performancemessung aufspalten. Aus der jeweiligen Sichtweise können sich neben unterschiedlichen Adressaten auch unterschiedliche Ziele und Anwendungen ergeben. Die externe Performancemessung erfolgt aus Sicht der Investoren (institutionelle und private). Sie sind darum auch Adressaten. Neben der Kontrolle des reinen Anlageerfolges möchte der Investor vor allem herausfinden, ob die Fondskosten durch den Anlageerfolg gerechtfertigt werden. Hierbei stellt sich immer die Frage nach der Rentabilität der professionellen Verwaltung. Sollte es dem Portfoliomanager über längere Zeit nicht gelingen, die Gebühren durch den Anlageerfolg zu decken, wird der Investor dem Portfoliomanagement sein Mandat entziehen und seine Anlageentscheidungen selbst treffen. Die interne Performancemessung ist auf öffentlich zugängliche Informationen wie z.B. Anteilsscheinpreise und Rechenschaftsberichte beschränkt. Diese Performancemessung gestaltet sich wesentlich anspruchsvoller und schwieriger. Die interne Performancemessung erfolgt dagegen aus der Sicht der Kapitalanlagegesellschaft selbst. Sie basiert also auf unbeschränkter Datenverfügbarkeit, wodurch die Performancemessung wesentlich erleichtert wird.79 Während im Rahmen der externen Performancemessung normalerweise lediglich die Renditen der Portfolios über einen bestimmte Zeitraum vorliegen, sind bei der internen Performancemessung auch Methoden anwendbar, die Kenntnis über Portfoliostrukturen, -gewichte und –umschichtungen verlangen. Außerdem sind die Renditen von Investmentfonds normalerweise Nettorenditen, da sie auf der Basis veröffentlichter Anteilsscheinpreise berechnet werden. Hier sind bereits die dem Sondervermögen direkt belasteten Verwaltungsgebühren, Transaktionskosten und weitere Kosten abgezogen. Im internen Bereich dagegen ist auch die Höhe der Transaktionskosten verfügbar, so daß eine Bewertung des Managers auch auf der Grundlage von Bruttorenditen erfolgen kann. Dies wird im übrigen sogar von Performance Präsentations Standards (Performance Presentation Standards), die eine [...]

Arbeit zitieren:
Pauli, Christine Juli 2001: Messung der Performance von Investmentfonds anhand praxisrelevanter Verfahren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Investmentfonds, Performance, Portfoliotheorie, Rendite, Risiko

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