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Messung von Netzeffekten in Theorie und Praxis

Messung von Netzeffekten in Theorie und Praxis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Röhrig
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4895-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4895-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4895-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Röhrig, Thomas November 2001: Messung von Netzeffekten in Theorie und Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Netzeffekte, IPDR, Messung, betriebliches Informationssystem, Datenanalyse

Diplomarbeit von Thomas Röhrig

Einleitung:

Durch Nachfrageinterdependenzen weichen die im Wettbewerb entstehenden Gleichgewichte häufig von dem ab, was als optimal bzw. wohlfahrtsoptimal angesehen wird. Diese Nachfrageinterdependenzen werden als Netzeffekte bezeichnet. Netzeffekte stellen einen der Grundpfeiler der mikroökonomischen Theorie in Frage: Der Wert eines Gutes wird in Netzwerken nicht mehr positiv durch seine Knappheit bestimmt, sondern durch seine möglichst weite Verbreitung.

Nur wenige Autoren haben sich um einen empirischen Beweis der Netzeffekte bemüht. Doch in keiner der existierenden Literaturquellen gibt es einen Leitfaden zur Messung von Netzeffekten für die Praxis. Aber gerade im Zuge der Globalisierung der Märkte ergeben sich durch die Vernetzung des Unternehmens wettbewerbsrelevante Chancen für die Zukunft. Zurzeit werden die Entscheidungen des Managements bzgl. der Netzprodukte weitgehend ohne die Berücksichtigung der Netzeffekte getroffen.

Ziel dieses Beitrages ist es, ein Vorgehensmodell für die Praxis zu entwickeln, mit welchem es möglich ist, Netzeffekte, die durch die Einführung eines Netzproduktes in dem Unternehmen entstehen, zu identifizieren und zu messen.

Gang der Untersuchung:

Erarbeitung einer begrifflichen Basis um ein grundsätzliches Verständnis für die Netzeffekte und Netzprodukte zu schaffen, Darstellung der Relevanz der Netzeffekte und der strategischen Handlungsalternativen bezüglich der Netzeffekte für ein Unternehmen, Konkretisierung der Vor- und Nachteile von Netzprodukten, Identifizierung der Datenquellen für Netzeffekte, Darstellung der CDR's und IPDR's, Erörterung verschiedener Datenanalyseverfahren zur Bewertung von Netzeffekten und Entwicklung eines Vorgehensmodell für die Praxis zur Messung von Netzeffekten.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise 2
2. THEORIE DER NETZEFFEKTE 3
2.1 Externe Effekte 3
2.2 Netzprodukte als Basis für Netzeffekte 4
2.2.1 Definition der Netzeffekte 4
2.2.2 Direkte und indirekte Netzeffekte 6
2.3 Netzwerke als Basis für Netzeffekte 9
2.3.1 Grundbegriffe des Netzwerkes 9
2.3.2 Horizontale Netzwerke 12
2.3.3 Vertikale Netzwerke 13
2.3.4 Eigenschaften von Netzwerken 14
2.3.4.1 Installed base 14
2.3.4.2 Critical Mass 15
2.3.4.3 Second critical mass 17
2.3.5 Das betriebliche Informationssystem als Beispiel für ein Netzwerk 18
3. RELEVANZ DER NETZEFFEKTE FÜR DIE PRAXIS 19
3.1 Wettbewerbsstrategien für Unternehmen 19
3.2 Vor- und Nachteile bei dem Einsatz von Netzprodukten in Unternehmen 21
3.2.1 Allgemein 21
3.2.2 Investitionstheoretische Orientierung der Kostenverrechnung 23
3.2.2.1 Einmalige Kosten 23
3.2.2.2 Laufende Kosten 24
3.2.3 Prozessorientierte Kostenverrechnung 25
3.2.4 Nutzen durch Kosteneinsparungen 27
3.2.5 Nutzen durch Zeiteinsparungen 28
3.2.6 Nutzen durch Informationswerterhöhung 29
4. DATENQUELLEN FÜR NETZEFFEKTE 31
4.1 Primärstatistische und sekundärstatistische Erhebungen 31
4.2 Kennzahlen 32
4.3 Indikatoren 34
4.4 Simulationen 36
4.5 Accounting-Daten 39
4.5.1 Allgemein 39
4.5.2 Call Detail Records 41
4.5.3 Internet Protocol Detail Records 42
5. ERFASSUNGSPROBLEMATIK DER NETZEFFEKTE IN BETRIEBLICHEN INFORMATIONSSYSTEMEN 48
5.1 Allgemeine Probleme 48
5.2 Erfassungsprobleme 49
5.3 Bewertungsprobleme 50
6. DATENANALYSE FÜR NETZEFFEKTE 51
6.1 Hedonic-Wage-Modell 51
6.2 Modell des dynamischen Informationswertes 56
6.3 Investitionsrechnung 62
6.3.1 Allgemein 62
6.3.2 Statische und Dynamische Verfahren 63
6.3.3 Identifikation der Netzeffekte durch die Investitionsrechnung 65
6.4 Die Prozesskostenrechnung als Instrument des Prozesscontrollings 69
6.4.1 Allgemein 69
6.4.2 Terminologie der Prozesskostenrechnung 70
6.4.3 Durchführung der Prozesskostenrechnung 73
7. VORGEHENSMODELL ZUR MESSUNG VON NETZEFFEKTEN 76
7.1 Allgemein 76
7.2 Die vier Schritte des Vorgehensmodells 77
7.2.1 Die Planungsphase 78
7.2.2 Die Datenerhebung 79
7.2.3 Die Datenanalyse 80
7.2.4 Ermittlung der Handlungsalternativen 81
8. ZUSAMMENFASSUNG 83
LITERATURVERZEICHNIS VII

Automatisiert erstellter Textauszug:

39 ist. In der Warteschlangentheorie werden die zu verarbeitenden Objekte, in Anlehnung an die allgemeine Vorstellung einer Warteschlange, als Kunden und die Verarbeitung als Bedienung oder auch Service bezeichnet.126 Allein der Zeitfaktor kann die Verwendung einer Simulation notwendig machen. Wird ein komplexes System analysiert, erfordert dies meist einen längeren Zeitraum. Die Ergebnisse einer Simulation können oft in einer kürzen Zeit gewonnen werden, so dass sie aktueller sind.127 Ein mögliches Problem bei der Modellbildung stellt eine zu starke Vereinfachung der Beziehungen des Realsystems dar, gleichfalls könnten komplexe Beziehungen eines realen Modells falsch interpretiert werden.128 Ein weiteres Problem der Modellbildung besteht darin, dass qualitative Einflüsse im realen System schwer zu quantifizieren sind, womit eine weitere Fehlerquelle entsteht. Bei der Interpretation der durch Modellierung und Simulation gewonnenen Erkenntnisse, besteht die Gefahr der Überbewertung der gewonnenen Fakten.129 Eine Objektivität der auf das Realsystem übertragenen Erkenntnisse kann nicht garantiert werden, sie sollten nur als Entscheidungshilfe verwendet werden. Grundsätzlich kann mit Hilfe der Simulationen die komplexen Fragestellungen der vernetzten Strukturen in Unternehmungen in ein Modell überführt werden, um so adäquates Datenmaterial für Rückschlüsse auf das reale System zu erhalten. [...]

Dynamische Modelle ändern ihr Verhalten zeitabhängig. Je nachdem, ob der Systemzustand sich kontinuierlich oder nur zu bestimmten Zeitpunkten, z.B. beim Eintreten bestimmter Ereignisse, ändert, wird zwischen kontinuierlichen und diskreten Modellen unterschieden. Die kontinuierliche Simulation benutzt mathematische Modelle, die zumeist in Form von Differential- oder Differenzengleichungssystemen vorliegen. Die Zustandsvariablen eines zeitkontinuierlichen Modells sind demnach zu jedem beliebigen Zeitpunkt definiert und berechenbar.122 Bei diskreter Simulation werden die Änderungen des Systemzustands nur an bestimmten, diskreten Zeitpunkten betrachtet. Das Verhalten des Systems zwischen diesen Zeitpunkten wird vom Modell nicht berücksichtigt und als konstant angenommen. Es wird also die zeitliche Entwicklung eines Systems durch eine endliche Folge von Zuständen abgebildet.123 Wie bereits erwähnt hängt die Wahl des Modells von der jeweiligen Fragestellung ab. Dementsprechend können mittels einer Sensitivitätsanalyse, bei einer statischen Simulation eines betrieblichen Informationssystems, die hauptsächlichen Treiber der Netzeffekte identifiziert werden. Dies geschieht in der Form, dass jeweils nur eine Inputgröße variiert, die restlichen relevanten Inputgrößen konstant gehalten und die Veränderungen des Ergebnisses betrachtet wird.124 Denkbar wäre auch eine Leistungsbewertung von Rechensystemen durch eine diskrete Simulation. Im Einzelnen können dies Gesamtdurchsatz, Gesamtauslastung, Gesamtfüllung und Verweilzeit im Gesamtsystem sein. Weiterhin können durch Vergleich der Leistungsgrößen pro Knoten bestimmte Maximal- und Minimalwerte erkannt werden, jenes führt zu Aussagen wie der Festlegung der Schwachstelle im Netz, d.h. der Knoten mit maximaler Auslastung. Durch diese Leistungsbewertung ist gegebenenfalls möglich die second critical mass zu bestimmen. Hierzu kann das Warteschlangenmodell verwendet werden. Warteschlangen treten immer dann auf, wenn in einem System eine sequentielle Verarbeitung stattfindet, bei der die Verarbeitungsgeschwindigkeit zumindest partiell unter der allgemeinen Verarbeitungsgeschwindigkeit des Systems liegt oder bei der mehrere Verarbeitungsströme zusammengeführt werden, sodass es zu Stauungen im Verarbeitungsfluss kommen kann,125 wie das z.B. bei dem paketorientierten Internetprotokoll der Fall [...]

Folglich kann durch die Simulation auch ein Beitrag zur Identifizierung der Netzeffekte geleistet werden. Zum einen kann ein besseres Verständnis über die Zusammenhänge in der Unternehmung gewonnen werden. Beispielsweise in welchen Bereichen treten verstärkt Netzeffekte auf, welche Abteilungen nutzen die Netzprodukte intensiver, usw. Zum anderen kann aus einer Simulation auch Datenmaterial gewonnen werden, das für die Bewertung des Systems verwendet werden kann. Je nach Art des abzubildenden Systems und der Fragestellung bei der Abbildung in einem Modell, können mehrere Arten von Modellen unterschieden werden. Entscheidend für die Klassifikation ist die Abbildung des dynamischen Verhaltens bzw. der Zustandsänderungen eines Modells. Generell zu unterscheiden sind statische Modelle ohne Zeitbezug und dynamische Modelle, die sich in zeitkontinuierliche Modelle und zeitdiskrete Modelle gliedern.120 Bei einem Modell ohne Zeitbezug treten keine zeitabhängigen Zustandsänderungen auf; ihnen fehlt dadurch die bei zeitdiskreten und zeitkontinuierlichen Modellen inhärente Dynamik. Man nennt diese Modelle auch statische Modelle.121 [...]

Arbeit zitieren:
Röhrig, Thomas November 2001: Messung von Netzeffekten in Theorie und Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Netzeffekte, IPDR, Messung, betriebliches Informationssystem, Datenanalyse

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