Messung der Konvergenz von internen und externen Rechungswesen anhand der Geschäftsberichte ausgewählter börsennotierter Unternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Heiko Seelig
- Abgabedatum: Juli 2002
- Umfang: 129 Seiten
- Dateigröße: 902,0 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5882-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5882-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5882-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Seelig, Heiko Juli 2002: Messung der Konvergenz von internen und externen Rechungswesen anhand der Geschäftsberichte ausgewählter börsennotierter Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Harmonisierung, Konvergenzgrad, Konvergenznetz, Messkonzept, Hasso Ziegler
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Diplomarbeit von Heiko Seelig
Einleitung:
Das betriebliche Rechnungswesen in deutschen Unternehmen ist überwiegend durch eine systematische Differenzierung in ein internes und ein externes Rechnungswesen charakterisiert. Diese Zweiteilung wurde über Jahre hinweg nicht in Frage gestellt, bis Hasso Ziegler auf der Schmalenbach-Tagung am 27.04.1993 in Neuss über die Annäherung des internen Rechnungswesens an das externe Rechnungswesen im Hause Siemens berichtet hat.
Das Referat löste eine breite Diskussion in der betriebswirtschaftlichen Literatur und Praxis aus, da Ziegler von Fachvertretern dahingehend verstanden wurde, dass Siemens die Kostenrechnung zugunsten des externen Rechnungswesens abschaffen würde. So wurde die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Vorhabens mehr oder weniger grundsätzlich gestellt.
Mittlerweile wird die Diskussion unter verschiedenen Schlagworten wie „Harmonisierung“, „Integration“, „Konversion“ oder auch „Konvergenz“ von internem und externem Rechnungswesen geführt. Die Möglichkeit der Errichtung eines Einheitsrechnungswesens, mit dem alle Rechnungszwecke und Rechnungsziele abgedeckt werden sollen, wurde im Laufe der Diskussion ausgeschlossen. Stattdessen wurden Überlegungen laut, welche Bereiche des internen und externen Rechnungswesens in ein konvergentes Rechnungswesen einzubeziehen sind. Darauf aufbauend wurden Empfehlungen gegeben, wie internes und externes Rechnungswesen anzupassen sind, um die Konvergenz im festgelegten Konvergenzbereich zu ermöglichen.
Seit Beginn der Diskussion im Kreis der Wissenschaft ist viel Zeit vergangen, die die Unternehmen zur Umstrukturierung ihres zweigeteilten betrieblichen Rechnungswesens nutzen konnten. Dem Verfasser ist jedoch keine Untersuchung bekannt, die den Grad der Umsetzung der theoretischen Empfehlungen in der Praxis zum Gegenstand hat. Da sich Lufthansa-Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley auf der Schmalenbach-Tagung am 21.04.2002 in Köln dahingehend äußerte, dass die Lufthansa schon seit einigen Jahren Zahlen aus dem externen Rechnungswesen für die interne Steuerung verwendet, hält der Verfasser den Zeitpunkt einer Untersuchung für gekommen.
Aus diesem Grund besteht das Ziel dieser Arbeit darin, die Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen zu messen. Dabei bleibt dem Verfasser zwar der direkte Blick in das jeweilige interne Rechnungswesen verwehrt, aber dennoch ist er davon überzeugt, auch auf Basis von in Geschäftsberichten publizierten Daten seine Zielstellung verwirklichen zu können.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Symbolverzeichnis | IX | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Begriffsbestimmungen | 3 |
| 2. | Umstellung des traditionellen Rechnungswesens auf ein konvergentes Rechnungswesen | 5 |
| 2.1 | Das konvergente Rechnungswesen | 5 |
| 2.1.1 | Allgemeines | 5 |
| 2.1.2 | Bedeutung international anerkannter Rechnungslegungsstandards | 9 |
| 2.1.3 | Bedeutung des Gliederungsverfahrens der Gewinn- und Verlustrechnung | 13 |
| 2.2 | Konvergenzprozess | 14 |
| 2.3 | Konvergenzgrad | 16 |
| 3. | Das Analysekonzept | 18 |
| 3.1 | Die Erfolgsspaltungsmatrix als Ausgangspunkt | 18 |
| 3.1.1 | Allgemeines | 18 |
| 3.1.2 | Vertikale Erfolgsspaltung | 18 |
| 3.1.3 | Horizontale Erfolgsspaltung | 24 |
| 3.1.4 | Wahl einer geeigneten Überleitungsgröße | 26 |
| 3.2 | Vorgehensweise | 28 |
| 3.3 | Messkonzept | 32 |
| 4. | Die Analyse ausgewählter Unternehmen | 35 |
| 4.1 | Unternehmen aus dem DAX 30 | 35 |
| 4.1.1 | Eingrenzung | 35 |
| 4.1.2 | Unternehmen mit US-GAAP als Rechnungslegungsstandard | 35 |
| 4.1.2.1 | ThyssenKrupp | 35 |
| 4.1.2.2 | Degussa | 39 |
| 4.1.2.3 | SAP | 43 |
| 4.1.2.4 | DaimlerChrysler | 46 |
| 4.1.3 | Unternehmen mit IAS als Rechnungslegungsstandard | 50 |
| 4.1.3.1 | Schering | 50 |
| 4.1.3.2 | MAN | 54 |
| 4.1.3.3 | adidas-Salomon | 57 |
| 4.1.3.4 | Henkel | 60 |
| 4.2. | Unternehmen aus dem NEMAX 50 | 63 |
| 4.2.1 | Eingrenzung | 63 |
| 4.2.2 | Unternehmen mit US-GAAP als Rechnungslegungsstandard | 64 |
| 4.2.2.1 | Lambda Physik | 64 |
| 4.2.2.2 | STEAG HamaTech | 67 |
| 4.2.2.3 | IDS Scheer | 70 |
| 4.2.2.4 | D.Logistics | 73 |
| 4.2.3 | Unternehmen mit IAS als Rechnungslegungsstandard | 75 |
| 4.2.3.1 | Funkwerk | 75 |
| 4.2.3.2 | Senator Entertainment | 78 |
| 4.2.3.3 | Balda | 82 |
| 4.2.3.4 | MobilCom | 84 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 88 |
| Literaturverzeichnis | XI | |
| Anhang | XVI |
52 eigenständige Korrekturposition in die Berechnung der KVGUV.NOP ein, wobei er sich eventueller Doppelerfassungen bewusst ist. Die Überleitungsrechnung macht außerdem deutlich, dass in der Segmentperformance die Kosten der Zentralfunktionen nicht enthalten sind. Die Kosten der Zentralfunktionen enthalten die Verwaltungskosten von Schering,216 die nach Ansicht des Verfassers im Zusammenhang mit dem Betriebszweck stehen und somit operativ sind. Als operativ sind außerdem die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie zentrale Produktionsgemeinkosten und Produktionsabweichungen anzusehen.217 Diese Positionen hätten im Sinne des betriebswirtschaftlichen Erfolgsspaltungskonzepts in die Segmentperformance einbezogen werden müssen, so wie es bei der Ermittlung des Betriebsergebnisses erfolgt ist. Auch bei Schering ist das Finanzergebnis einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. So sieht der Verfasser die Beteiligung an der Aventis CropScience S.A. als operativ an.218 Infolgedessen ist der operative Teil des Ergebnisses aus Assoziierten Unternehmen aus dem Finanzergebnis219 herauszulösen und in die Berechnung von Segmentperformance und Betriebsergebnis aufzunehmen. Ansonsten ist positiv festzuhalten, dass die verbleibenden nichtoperativen Bestandteile des Finanzergebnisses aus der Segmentperformance und dem Betriebsergebnis herausgehalten wurden. Wie bereits erwähnt, hat der 6. Schritt der Analyse für die Untersuchung der nach IAS Rechnung legenden Unternehmen keine Bedeutung. Da IAS eine IAS-konforme Darstellung der Segmentinformationen fordert, können keine Unterschiede zwischen internen und externen Rechnungslegungsgrundsätzen festgestellt werden.220 Aus diesem Grund definiert der Verfasser für die KVMA den Wert „1“, um nicht von der gewählten Darstellungsform abweichen zu müssen.221 Aus den KV ergibt sich die in Abb. 23 dargestellte Form des Konvergenznetzes und die nachfolgende Einschätzung der Konvergenz. [...]
51 Die Segmentperformance und das Betriebsergebnis enthalten verschiedene nicht-operative Ergebniskomponenten. So gehen mit den Gewinnen und Verlusten aus Kurssicherung und Zahlungsverkehr betriebsfremde Komponenten in die genannten Ergebnisse ein.208 Diese Komponenten sind, insofern sie als periodisch auftretend angesehen werden, dem nichtoperativen Finanzergebnis zuzuschreiben. Diese Zuschreibung erfolgt derartig, da der Verfasser im Geschäftsbericht keine Aussagen zur Verantwortlichkeit der einzelnen Segmentführungen für die Absicherung von Zins- und Währungsrisiken finden konnte. Wenn sie jedoch nicht als periodisch einzustufen sind, gehören sie in das außerordentliche Ergebnis und sind folglich auch nicht-operativ. Als betriebsfremd sieht der Verfasser des weiteren die Kosten für weiterberechnete Leistungen sowie die dafür entstehenden Erlöse an. Diese Erlöse enthalten Erträge aus der Bereitstellung von technischer Infrastruktur an Dritte,209 was nach Ansicht des Verfassers nicht dem eigentlichen Betriebszweck eines forschenden Pharma-Unternehmens zuzuordnen ist.210 Somit sind auch sie nach dem betriebswirtschaftlichen Erfolgsspaltungskonzept in das außerordentliche Ergebnis einzubeziehen.211 In die gleiche Richtung geht auch die Behandlung des Aufwandsersatzes aus einem Patentrechtsstreit.212 Patentstreitigkeiten mögen bei Schering tägliches Geschäft sein, aber trotzdem versteht der Verfasser sie nicht als dem eigentlichen Betriebszweck zugehörig. Somit ist auch dieser Aufwandsersatz als betriebsfremd und nicht-operativ einzustufen. Die Einstufung als nicht-operativ erhalten auch die periodenfremden Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen213 sowie die unregelmäßig auftretenden Erträge aus Zuschreibungen,214 die im außerordentlichen Ergebnis und folglich auch bei der Berechnung der KVSBE.NOP und KVGUV.NOP zu berücksichtigen sind. In der Überleitungsrechnung aus Abb. 23 wird ein Neutrales Ergebnis in das Betriebsergebnis einbezogen. Dieses nicht in der Segmentperformance aber dafür im Betriebsergebnis enthaltene Ergebnis beinhaltet Aufwendungen und Erträge, die nicht von den Segmenten zu verantworten bzw. durch Sondervorgänge entstanden sind.215 Der Verfasser stuft dieses Neutrale Ergebnis als nicht-operativ ein. Inwieweit in dem Neutralen Ergebnis bereits vorgenannte nicht-operative Aufwendungen und Erträge Berücksichtigung finden, kann mit Hilfe des Geschäftsberichts nicht geklärt werden. Deshalb bezieht der Verfasser das Neutrale Ergebnis als [...]
49 das Segment „Dienstleistungen“ eigene Außenumsätze darstellt. Das Segment „Dienstleistungen“ beinhaltet die Finanzdienstleitungen des Konzerns und der Verfasser vermutet, dass hier erzielte Zinserträge Bestandteil der Umsätze dieses Segments sind.203 Bei DaimlerChrysler basieren die interne Steuerung und Berichterstattung im Wesentlichen auf den Grundsätzen der US-GAAP. Demzufolge sind hier keine Korrekturen notwendig, wobei der Verfasser an der nicht vorhandenen Aufschlüsselung der Eliminierungen in der SBE interessiert wäre.204 Im Folgenden wurden die KV berechnet,205 die anschließend die Grundlage für das in Abb. 22 dargestellte Konvergenznetz bilden. Für die Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen bei DaimlerChrysler lässt sich folgende Zusammenfassung geben. Sowohl bei der Ermittlung des Erfolgsmaßstabs der SBE als auch bei Ermittlung von dessen Bezugsgröße in der GuV wird zum Teil stark vom betriebwirtschaftlichen Erfolgsspaltungskonzept abgewichen. Das zeigt sich insbesondere darin, dass betragsmäßig hohe nicht-operative Ergebniskomponenten in die Berechnungen einbezogen werden. Auf der anderen Seite werden in die Bestimmung des Operating Profit alle im Geschäftsbericht aufgezeigten operativen Komponenten aufgenommen. Hier zeigt nur das Ergebnis vor Finanzergebnis eine Abweichung vom betriebswirtschaftlichen Erfolgsspaltungskonzept in Höhe des Operativen Beteiligungsergebnisses. Es wird also deutlich, dass Operating Profit und Ergebnis vor Finanzergebnis in unterschiedlicher Weise vom betriebswirtschaftlichen Konzept abweichen. Der Grund hierfür ist in der Überleitungsrechnung zu suchen, die wegen einer fehlenden einheitlichen Überleitungsgröße notwendig ist. Zum einen korrigiert die Überleitungsrechnung Abweichungen in der vertikalen Erfolgsspaltung der GuV. Zum anderen zeigt sie aber durch den Einbezug der Erträge aus der Veräußerung von Unternehmenseinheiten und dem Einbezug des Übrigen nicht-operativen Ergebnisses weitere Abweichungen des Erfolgsmaßstabs der Segmente vom betriebswirtschaftlichen Erfolgsspaltungskonzept auf. Positiv ist dagegen die interne Verwendung der US-GAAP zu werten. Um die Konvergenz zukünftig voran zu treiben, muss sowohl in der GuV als auch in der SBE eine am betriebswirtschaftlichen Erfolgsspaltungskonzept angelehnte abgestimmte vertikale Erfolgsspaltung durchgesetzt werden. Dabei sind die positiven Aspekte der Überleitungsrechnung zu berücksichtigen, damit auf diese zukünftig verzichtet werden kann. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832458829
Arbeit zitieren:
Seelig, Heiko Juli 2002: Messung der Konvergenz von internen und externen Rechungswesen anhand der Geschäftsberichte ausgewählter börsennotierter Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Harmonisierung, Konvergenzgrad, Konvergenznetz, Messkonzept, Hasso Ziegler



