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Die Messung und Analyse von Kompetenz im Rahmen des Bildungscontrolling

Ansätze zur Übertragung der ABC-Methode

Die Messung und Analyse von Kompetenz im Rahmen des Bildungscontrolling
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nico Küßner
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 680,7 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6278-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6278-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6278-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Küßner, Nico September 2002: Die Messung und Analyse von Kompetenz im Rahmen des Bildungscontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kompetenzbegriff, Schlüsselqualifikation, Mess- und Analyseverfahren

Diplomarbeit von Nico Küßner

Problemstellung:

Die Erkenntnis, dass es sich langfristig lohnt, in die (Aus-)Bildung von Menschen zu investieren, findet in der Wirtschaft immer mehr Beachtung. Die schnelle Entwicklung der Informations- und Telekommunikations-Technologien sowie die weltweiten Veränderungen, die sie in der Wirtschaft und Gesellschaft nach sich ziehen, erfordern heute mehr denn je gut ausgebildete und lernfähige Menschen. Dabei ist auch, aber nicht hauptsächlich, das Fachwissen von Bedeutung, da es schnell veraltet. Die Halbwertzeit von Wissen und Technologie nimmt ständig ab. Die in einer Ausbildung oder einem Studium erworbenen Kenntnisse müssen daher laufend aktualisiert werden. Vor allem sind es Methodenkenntnisse und soziale Fähigkeiten, die es den Menschen ermöglichen, mit den Veränderungen Schritt zu halten. Die Bedeutung von Bildung nimmt zu, und Unternehmen sowie deren Führungskräfte und Mitarbeiter stehen vor der Herausforderung, das ‚Lebenslange Lernen’ Wirklichkeit werden zu lassen. Eine besondere Rolle spielen dabei die als Schlüsselqualifikationen bezeichnete Sozial- und Selbstkompetenz, Methodenkenntnisse und Fachkompetenz.

Die Aus- und Weiterbildung (das betriebliche Bildungswesen) hat die Aufgabe, durch die Qualifizierung der Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg beizutragen. Es sollte vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von qualifizierten Mitarbeitern einen wachsenden Stellenwert im Unternehmen und in der Gesellschaft erhalten. Um eine effiziente und effektive Arbeit des Bildungswesens zu ermöglichen, werden Instrumente zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Bildungsaktivitäten benötigt. Das Bildungscontrolling soll diese Instrumente sowie Informationen über die Prozesse der Qualifizierung bereitstellen, um eine entsprechende Steuerung zu ermöglichen.

Die quantitativen Größen zur kostenrechnerischen Steuerung des Bildungswesens können dabei relativ problemlos gemessen und dargestellt werden. Die Steuerung der Qualifizierung bereitet dagegen Schwierigkeiten. Um sie steuern zu können, besteht die Notwendigkeit, qualitative Größen wie die Kompetenz der Mitarbeiter zu erfassen und zu analysieren. Nur so können bspw. Bildungsbedarfsanalysen erstellt und damit die Ressourcen des Bildungswesens gezielt eingesetzt werden. ‚Kompetenz’ lässt sich nur indirekt messen. Sie muss operationalisiert, das heißt durch Hilfsgrößen beschrieben werden. Die Operationalisierung erweist sich aufgrund der unklaren Begriffsdefinition von ‚Kompetenz’ als schwierig.

Auch das Umweltcontrolling befasst sich mit der Messung qualitativer Größen. Zur ökologischen Schwachstellenanalyse wird z.B. die ABC-Methode eingesetzt. Sie ist an die ABC-Analyse aus der Industriebetriebslehre angelehnt und häufig als Methode bereits im Unternehmen bekannt. Sie dient der Klassifizierung von Produkten oder Prozessen in drei Klassen, welche die Umweltrelevanz und damit den Handlungsbedarf anzeigen. Die dafür verwendeten Kriterien erfordern zum Teil die Bewertung qualitativer Eigenschaften, wie z.B. der gesellschaftlichen Akzeptanz eines Stoffes oder seines Umweltgefährdungspotentials. Die Methode berücksichtigt dabei die geringe Exaktheit der verfügbaren Informationen und bietet die Möglichkeit das Wesentliche vom Unwesentliche zu trennen. Sie gibt einen schnellen Überblick über die Schwachstellen, verbunden mit Handlungsempfehlungen. Die Übertragbarkeit der ABC-Methode auf das Bildungscontrolling erscheint aus folgenden Gründen denkbar. Zum einen lassen sich aus den Ergebnissen direkt Handlungsempfehlungen ablesen. Dadurch dass die Methode häufig bereits bekannt ist, ist sie einfach methodisch nachzuvollziehen. Schließlich trägt die grobe Rasterung in drei Klassen den Eigenschaften von qualitativen Größen Rechnung.

Die Instrumente, die bisher zur Erfassung von Kompetenz eingesetzt werden, z.B. Tests oder Mitarbeiterbeurteilungen, sind unterschiedlich gut zur Erfassung der verschiedenen Kompetenzbereiche geeignet. Daher scheint eine Kombination verschiedener Instrumente für eine umfassende Kompetenzbewertung sinnvoll. Es soll festgestellt werden, ob die ABC-Methode diesen Rahmen bieten und damit einen Beitrag leisten kann, um die betriebliche Weiterbildung bedarfsgerecht zu steuern. Dazu werden Ansätze dargestellt, wie die ABC-Methode vom Umweltcontrolling auf das Bildungscontrolling übertragen werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis
II. ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
III. TABELLENVERZEICHNIS IV
1. EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG 1
1.2 AUFBAU DER ARBEIT 3
2. ANNÄHERUNG AN DEN KOMPETENZBEGRIFF IM BILDUNGSWESEN 4
2.1 ZIELE UND AUFGABEN DES BETRIEBLICHEN BILDUNGSWESENS 4
2.2 DER KOMPETENZBEGRIFF IM BILDUNGSWESEN 6
2.2.1 Handlungskompetenz 8
2.2.2 Fachkompetenz 9
2.2.3 Methodenkompetenz 10
2.2.4 Sozialkompetenz 11
2.2.5 Selbstkompetenz 12
2.2.6 Bedeutung der verschiedenen Kompetenzbereiche 12
3. BILDUNGSCONTROLLING 16
3.1 ZIELE UND AUFGABEN DES CONTROLLING 16
3.2 AUFBAU DES BILDUNGSCONTROLLING 18
3.2.1 Strategisches Bildungscontrolling 20
3.2.2 Quantitatives Bildungscontrolling 21
3.2.3 Qualitatives Bildungscontrolling 21
3.2.4 Aufgaben des Bildungscontrolling 22
3.3 GRENZEN UND PROBLEME DES BILDUNGSCONTROLLING 24
4. MESSEN VON KOMPETENZ 29
4.1 MESSUNG 29
4.1.1 Quantitative und qualitative Größen 30
4.1.2 Operationalisierung von qualitativen Größen 32
4.2 ANFORDERUNGEN AN MESS- UND ANALYSEVERFAHREN 33
4.2.1 Objektivität 33
4.2.2 Reliabilität 34
4.2.3 Validität 34
4.2.4 Praktikabilität 35
4.2.5 Probleme in der Praxis 36
5. MESS- UND ANALYSEINSTRUMENTE 38
5.1 INSTRUMENTE ZUR MESSUNG VON KOMPETENZ 38
5.1.1 Tests 38
5.1.2 Selbst- und Fremdbeobachtung 40
5.1.3 Mitarbeiterbeurteilungen 42
5.1.4 Kasseler-Kompetenz-Raster (KKR) 43
5.1.5 Kriterien zur Messung von Kompetenz 44
5.2 DIE ABC-METHODE IM UMWELTCONTROLLING 45
5.2.1 Konzept der ABC-Methode 46
5.2.2 Vorgehensweise und Kriterien 48
5.2.3 Bewertung der ABC-Methode im Umweltcontrolling 51
6. ANSÄTZE ZUR ÜBERTRAGUNG DER ABC-METHODE AUF DAS BILDUNGSCONTROLLING 54
6.1 VERGLEICH UMWELTCONTROLLING - BILDUNGSCONTROLLING 54
6.2 EINSATZMÖGLICHKEITEN IM BILDUNGSCONTROLLING 56
6.2.1 Informationserhebung durch Befragung 62
6.2.2 Informationserhebung mit Instrumentenmix 64
6.2.3 Weitere mögliche Ansätze 65
6.3 VERGLEICH MIT DEM KASSELER-KOMPETENZ-RASTER 65
6.4 BEWERTUNG DER ABC-METHODE IM BILDUNGSCONTROLLING 67
7. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 71
LITERATURVERZEICHNIS 74

Automatisiert erstellter Textauszug:

Tab. 7: Mögliches Bewertungsraster (Aufbau in Anlehnung an: Bundesumweltministerium 2001, S. 230 ff.) 1. Produktkenntnisse A: Mitarbeiter... ... ist nicht in der Lage, grundlegende fachliche Probleme eigenständig zu lösen. B: Mitarbeiter... ... kann grundlegende fachliche Probleme bearbeiten. C: Mitarbeiter... ... ist in der Lage, sich selbständig in neue Bereiche einzuarbeiten und unterstützt Kollegen bei der Bearbeitung fachlicher Probleme. ... kann Entwicklungen einschätzen. ... setzt die notwendigen Methoden routiniert ein. ... setzt die notwendigen Techniken routiniert ein. ... hält Zeitpläne ein, delegiert wenn möglich. ... beherrscht verbale und non-verbale Kommunikation routiniert. ... pflegt ein ausgeprägtes Beziehungsnetz zu Kunden und Mitarbeitern. ... ermöglicht produktive Zusammenarbeit. ... ist in der Lage, seine Stärken zu erkennen und entsprechend einzusetzen. ... ist in der Lage, seine Schwächen zu erkennen und entsprechend zu agieren. [...]

Tab. 6: Kriterien und deren Ausprägungen (in Anlehnung an: Kauffeld et al 2000, S. 6 f.; Papmehl/Baldin 1989b, S. 873) Kompetenzbereich Fachkompetenz Kriterien 1. Produktkenntnisse Ausprägungen: Der Mitarbeiter... ... kennt das Produkt, ist in der Lage Benutzung zu erklären, vernetzte Probleme aufzuzeigen. ... kann Entwicklungen abschätzen und Kunden entsprechend beraten. Fähigkeit des Mitarbeiters Gruppengespräche zu leiten und Verkaufs- oder Ergebnispräsentationen zu erstellen und zu präsentieren. ... ist in der Lage, Ziele zu erreichen, Verhandlungen langfristig zum Erfolg zu führen. Fähigkeit zum Projektmanagement, die z.B. im Einhalten von Zeitplänen zum Ausdruck kommt. Beherrschung verbaler und nonverbaler Kommunikation; ist in der Lage eigene Wünsche und Meinungen klar zu formulieren und Wünsche und Meinungen des Gegenübers zu verstehen. Vertrauenswürdigkeit und Kompromissfähigkeit Ein Bündel von Verhaltensweisen, das in der Interaktion mit anderen deutlich wird, z.B. Konflikt- und Kritikfähigkeit. ... kennt die eigenen Stärken und setzt diese gezielt ein. ... kennt seine Schwächen und geht damit entsprechend um. [...]

Die Methode ließe sich in der Qualifikationsbedarfsanalyse und bei der Personalauswahl einsetzen. Dazu würde jeder Kompetenzbereich durch mehrere Kriterien beschrieben. Im Beispiel der Abb. 10 wird Sozialkompetenz durch die Eigenschaften Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und Teamfähigkeit definiert. Diese Eigenschaften sollen abhängig von der betrachteten Tätigkeit bestimmte, näher zu beschreibende Ausprägungen aufweisen. Bei einem Verkäufer sollten bspw. andere Facetten der Kommunikationsfähigkeit ausgeprägt sein als bei einem Mitarbeiter in der Buchhaltung. Nachdem die Ist-Ausprägung einer Eigenschaft beim Mitarbeiter erhoben wurde, kann dieser, in Abhängigkeit von den Ausprägungen anderer Mitarbeiter im gleichen Tätigkeitsbereich, in das ABC-Raster eingeordnet werden. Je besser ein Mitarbeiter das SollProfil erfüllt, desto weiter oben auf der Rangliste steht er, die Bewertung erfolgt also relativ zu den anderen Mitarbeitern (siehe Abb. 11). Es werden dabei immer nur Mitarbeiter verglichen, die das gleiche Tätigkeitsfeld haben. [...]

Arbeit zitieren:
Küßner, Nico September 2002: Die Messung und Analyse von Kompetenz im Rahmen des Bildungscontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kompetenzbegriff, Schlüsselqualifikation, Mess- und Analyseverfahren

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