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Messen und Modellieren von Partikelemissionen aus der Tierhaltung

Messen und Modellieren von Partikelemissionen aus der Tierhaltung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Carmen Schneider
  • Abgabedatum: Januar 2006
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Wiesbaden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9532-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9532-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9532-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schneider, Carmen Januar 2006: Messen und Modellieren von Partikelemissionen aus der Tierhaltung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aerosol, Parametrisierung, Größenverteilung, Streulichtphotometrie, H5N1

Diplomarbeit von Carmen Schneider

Einleitung:

Das Institut für Landtechnik, Bauwesen und Umwelttechnik (ILT) der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft koordiniert ein Verbundprojekt, in dem Tierhaltungsverfahren hinsichtlich des Tierschutzes, der Umweltverträglichkeit und der Wettbewerbsfähigkeit analysiert und Erkenntnisse zu deren Verbesserung gewonnen werden.

In dem Verbundprojekt werden aktuelle Stallgebäudelösungen und Verfahren für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung untersucht, der Wissensstand zusammengetragen und daraus beispielhafte Stallsysteme entwickelt. Wesentliche Grundlage des Verbundprojektes bilden sogenannte landwirtschaftliche Pilotbetriebe, für die unter Einbeziehung der örtlichen Beratung eine koordinierte wissenschaftliche Begleitforschung in den Jahren 2003 bis 2005 erfolgt.

Im Projekt „beispielhafte artgerechte Tierhaltung“ wurden in zwölf ausgewählten Ställen, die sich über ganz Bayern verteilen, Messungen bezüglich Aerosolpartikel, Ammoniakgehalt und Endotoxingehalt durchgeführt. Die Untersuchungen in den verschiedenen Ställen erfolgten im Sommer 2004, im Winter 2004/2005 und Frühjahr 2005. Sie wurden in Zusammenarbeit mit der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niederbayern/Oberpfalz und Schwaben und dem Institut für Arbeits- und Umweltmedizin der LMU in München durchgeführt. In diesem Projekt sollen Fragen der Arbeitsmedizin und der Tierhygiene mit Aspekten der Umweltwirkung verknüpft werden.

Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung langfristig tragfähiger Konzepte zur Umsetzung des geltenden europäischen und deutschen Rechts im Spannungsfeld artgerechter, innovativer Tierhaltungsverfahren und Immissionsschutz. Grundlage hierzu ist die umfassende Quantifizierung belastbarer Emissionsdaten für die Gase NH3, CH4, N2O, CO2, Geruch und Staub sowie die Quantifizierung der Immissionen von Ammoniak, Geruch und Staub für unterschiedliche Tierarten und Haltungssysteme.

Die landwirtschaftliche Tierhaltung wird in zunehmendem Maß als Quelle von klimarelevanten und ökologisch bedeutsamen Emissionen erkannt. Diese Emissionen entstehen während des gesamten Prozesses beginnend mit der Futterproduktion über die eigentliche Tierhaltung bis hin zur Verwertung von Gülle und Festmist als Wirtschaftsdünger. In dieser Diplomarbeit werden ausschließlich luftgetragene Emissionen behandelt, die unmittelbar durch die Tierhaltung bedingt sind. Die Emissionen entstehen durch die Tiere selbst, die Fütterung und das Haltungssystem und können in drei Gruppen eingeteilt werden. Schauberger (1999) teilt diese Emissionen wie folgt ein: Eine Gruppe bilden klimarelevante Gase, zu denen CO2, CH4 und N2O gehören. Sie sind im Hinblick auf die globale Erwärmung von Bedeutung.

Als zweite Gruppe sind die ökologisch relevanten Emissionen zu nennen. Hier spielt Ammoniak, der zu 51 % aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung stammt, eine große Rolle. Die dritte Gruppe von Emissionen ist im Nahbereich des Emittenten von Bedeutung. Darunter fallen Geruch, Keime und Staub.

In dieser Arbeit werden Staub bzw. Partikelemissionen aus der Tierhaltung näher untersucht.

Bei den verschiedenen Arbeitsabläufen und Prozessen in der Landwirtschaft und Tierhaltung wird Staub gebildet und freigesetzt. Staub beeinflusst die Tiergesundheit, die Qualität des Arbeitsplatzes, wirkt auf die Gesundheit des Menschen und die Umwelt. Daher ist von Interesse warum und wie viel Staubpartikel entstehen. Wesentliche Parameter für die Partikelbildung und Partikelfreisetzung bei der Tierhaltung sind: Haltungssysteme, Arbeitsabläufe, Fütterung, Lüftung, Stallklima, Tierart sowie Anzahl und Alter der Tiere.

Aus dem Verbundprojekt liegen für zwölf Ställe mit unterschiedlichen Haltungsverfahren (Schweinemast, Mastbullen, Milchvieh, Legehennen und Mastputen) detaillierte Staubmessungen vor.

Für die Emissionsmessungen wurden im Rahmen des Verbundprojektes zwei Messkonzepte kombiniert. Zum einen wurde in den Ställen mit einer hohen zeitlichen Auflösung von einer Minute kontinuierlich über die Dauer von 24 Stunden gemessen. Mit einer eigens gebauten transportablen, thermostatierten Messbox wurden zeitgleich die Staubkonzentration, der Ammoniakgehalt, Temperatur, relative Feuchte und Windgeschwindigkeit gemessen. In einem weiteren Schritt wurden zusätzlich zu jenen Tagesmessungen kürzere ereignisbezogene Messungen eingebunden. Hierzu wurden gravimetrisch die Konzentrationen der einatembaren und alveolengängigen Staubfraktionen ermittelt, Filter für die Endotoxinbestimmung exponiert und stichprobenartig die Anzahl luftgetragener Keime bestimmt. Diese diskontinuierlichen Messungen sollen nicht Inhalt dieser Diplomarbeit sein.

Detaillierte Informationen zu den Sammel- und Messverfahren und Ergebnissen sind im DGS Magazin „Es liegt was in der Luft – Arbeitsschutz und Emissionen“ und im VDI-MEG Tagungsband „Untersuchung und Bewertung von Staub, Endotoxin, Ammoniak und Keimen in ausgewählten Stallsystemen mit überwiegend freier Lüftung“ veröffentlicht.

In dieser Arbeit werden die umfangreichen Messergebnisse sinnvoll zusammengefasst und graphisch dargestellt. Ziel der Arbeit ist es dann, mit den bereits vorhandenen Messreihen mit Hilfe geeigneter Modellrechnungen die gemessenen Staubkonzentrationen und Partikelgrößenverteilungen zu parametrisieren.

Aus aktuellem Anlass, möchte ich zudem auf die „aviäre Influenza - Vogelgrippe“ eingehen. Nach einer kurzen Erläuterung was H5N1 ist, möchte ich vor allem auf die Übertragung, Verbreitung und Ansteckungsgefahren eingehen. Des Weiteren werde ich mögliche Schutzmaßnahmen diskutieren.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
1. Einleitung 7
1.1 Das Verbundprojekt 7
1.2 Umfang und Ziel der Diplomarbeit 7
2. Stand des Wissens - Aerosolpartikel 9
2.1 Aerosolpartikel und ihre Eigenschaften 9
2.2 Partikelgröße und -entstehung 12
2.3 Aerosolpartikel und ihre epidemiologische Bedeutung 14
2.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen 19
2.4.1 TA-Luft 19
2.4.2 BioStoffV 22
2.4.3 MAK-Werte 22
2.5 Emissionsminderungsmaßnahmen 24
3. Material und Methoden 26
3.1 Die Betriebe 26
3.2 Messablauf und Aufbau der Messbox 27
3.3 Partikelgrößenverteilung u. Anzahlkonzentration durch Streulichtphotometrie 28
4. Datenauswertung und Ergebnisse 30
4.1 Partikelanzahl und Größenverteilungen 30
4.2 Mittlere Partikelanzahlkonzentration 36
4.3 Parametrisierung der Partikelgrößenverteilung 39
5. Diskussion 41
5.1 Methodendiskussion 41
5.2 Ergebnisdiskussion 42
6. Vogelgrippe – hoch pathogene Form der aviären Influenza 45
6.1 Was ist H5N1? 45
6.2 Übertragung, Verbreitung und Ansteckung 46
6.3 Rolle der Tierhaltung 48
6.4 Gefährdungsbeurteilung 49
6.5 Wie können sich Landwirte und Tierhalter schützen? 49
7. Zusammenfassung 52
8. Quellenverzeichnis 55
8.1 Literatur 55
8.2 Internet 57
9. Anhang 59
9.1 Informationen zu den Betrieben 59
9.2 Daten zur Box-Plot-Darstellung 68
9.3 Grafiken zur Anzahlkonzentration 69
9.4 Daten der Temperatur-, Feuchte- und Windgeschwindigkeitsmessungen 82
9.5 Prozentuale Angaben der „kleinen“ Partikel und „großen“ Partikel 95
9.6 Grafiken der gemessenen und parametrisierten Partikelgrößenverteilungen 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.2 Messablauf und Aufbau der Messbox Untersucht wurden zwölf ausgewählte Ställe in Bayern, in denen zeitgleich die Tagesgänge der Partikelanzahlkonzentration sowie die Stallklimaparameter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit erfasst wurden. Zur Auswertung wurden die Daten des Streulichtphotometer Model 1.108, Firma Grimm herangezogen. Als Hintergrundinformation werden die Messungen der Temperatur, relative Luftfeuchte und Windgeschwindigkeit mit einbezogen. Für diese 24-Stunden-Tagesgangmessungen wurde eine transportable, thermostatierte Messbox entwickelt, die neben dem Streulichtphotometer auch noch ein Ammoniakmessgerät und ein weiteres Staubmessgerät enthielt. Das Gerät verfügt über eine angepasste Probenahmesonde mit möglichst kurzen unverwinkelten Probenluftwegen. Stromversorgung, Pumpen und Datenloggersysteme sind in die Messbox integriert. Die Messwerte werden synchron mit einer Zeitauflösung von einer Minute geloggt. Im Folgenden werde ich die Messbox, die bei den kontinuierlichen Messungen verwendet wurde, etwas genauer erklären. [...]

3.1 Die Betriebe Die Betriebe gliedern sich wie schon erwähnt in drei Schweinehaltungs-, einen Mastbullen-, vier Milchvieh- und vier Geflügelbetriebe. Im Anhang 9.1 sind die Betriebe mit Angaben zum Tierbestand, dem Stalltyp, der Entmistung, der Fütterung und der Belüftung beschrieben. Weiter liegen für jeden Betrieb ein Grundriss und ein Schnitt des Stalles vor, die Hinweise über die Gesamtgröße des Stalles, Informationen über die einzelnen Funktionsbereiche und den Standort der Messgeräte geben. Folgende Bezeichnungen wurden für die Ställe gewählt: • • • • • Mastschweinehaltung Mastbullenhaltung Rinderhaltung Geflügelhaltung Mastputenhaltung MS für Mastschwein (MS 1-3) MB für Mastbulle (MB 4) MV für Milchvieh (MV 5-8) LH für Legehenne (LH 9-11) MP für Mastpute (MP 12) [...]

Zielführende Maßnahmen kommen seitens der Betriebsführung. Hierzu gehören unter anderem verbesserte Fütterungs-, Entsorgungsund Lüftungsstrategien, angefeuchtetes Futter, Verbesserung der Futterqualität, Optimierung der Einstreumaßnahmen, Trockenheit und Sauberkeit im Stall und die optimale Steuerung des Stallklimas. Weitere einfach durchzuführende Emissionsminderungsmaßnahmen sind Zusätze von Fetten und Ölen, um den Futterstaub zu binden. Die Staubbildung kann auch durch möglichst niedrige Schütt- und Fallhöhen bei der Handhabung staubintensiver Stoffe vermindert werden. Wichtig ist es auch das Büro strikt vom Arbeitsbereich in den Ställen zu trennen, um die Belastung nicht in das Wohnhaus zu verschleppen (Schwarz-Weiss-Trennung). Technische Möglichkeiten, um die Belastungen zu mindern, sind sehr begrenzt und oft zu teuer und wenig effektiv. So beispielsweise die Stallluftionisation oder Stallluftfiltration. Auch „End of pipe „-Technologien wie Biofilter und Biowäscher sollten vorrangig zur Abwehr akuter Risiken eingesetzt werden. Diese sind für die meisten Landwirte oder Tierhalter jedoch zu teuer und bieten somit nur eingeschränkt Lösungsmöglichkeiten. Hilfreich könnte es sein einen „Belastungsindex“ für Stall-Bioaerosole zu entwickeln, um die Belastung von Mensch und Tier präventiv näher zu beschreiben. Vorrangig und von größter Bedeutung sind auf jeden Fall emissionsmindernde Maßnahmen, die am Entstehungsort forciert werden können. Oft ist es nicht notwendig neue Techniken zu entwickeln, sondern bestehende Systeme den Besonderheiten der landwirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Eine zukunftsorientierte nachhaltige Nutztierhaltung mit dem Ziel qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu erzeugen, muss künftig neben Tierschutz, Umweltschutz, Verbraucherschutz und Ökonomie, auch den Arbeitsschutz verstärkt einschließen. [...]

Arbeit zitieren:
Schneider, Carmen Januar 2006: Messen und Modellieren von Partikelemissionen aus der Tierhaltung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aerosol, Parametrisierung, Größenverteilung, Streulichtphotometrie, H5N1

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