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Die Merkmale von Wirtschaftssystemen und ihre Auswirkungen auf Logistik und Verkehr – dargestellt an den Volkswirtschaften Russlands und Deutschlands

Die Merkmale von Wirtschaftssystemen und ihre Auswirkungen auf Logistik und Verkehr – dargestellt an den Volkswirtschaften Russlands und Deutschlands
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nadja Spirin
  • Abgabedatum: Juli 2010
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 653,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 155
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0661-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Spirin, Nadja Juli 2010: Die Merkmale von Wirtschaftssystemen und ihre Auswirkungen auf Logistik und Verkehr – dargestellt an den Volkswirtschaften Russlands und Deutschlands, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Logistik, Russland, Deutschland, Rahmenbedingungen, Wirtschaftssystem

Diplomarbeit von Nadja Spirin

Einleitung:

Die Rahmenbedingungen einer Volkswirtschaft besitzen eine hohe Relevanz für die Logistik und stehen somit in einem direkten Zusammenhang mit den Logistikleistungen und Logistikerfolg eines Landes.

Um im Weiteren Verlauf der Arbeit die Einflüsse von Rahmenbedingungen auf die Logistik bzw. den Verkehr aufzeigen zu können, ist es zunächst notwendig, die Grundbegriffe Logistik und Verkehr zu klären.

In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur existieren unterschiedliche Begriffsdefinitionen von Logistik, je nach deren Aufgabenschwerpunkt. In dieser Arbeit wird folgender Logistikbegriff verwendet: ‘Die Logistik ist eine moderne Führungskonzeption zur Entwicklung, Gestaltung, Lenkung und Realisation effektiver und effizienter Flüsse von Objekten (Güter-, Informations-, und Finanzflüsse) in unternehmensweiten und unternehmensübergreifenden Wertschöpfungssystemen.’ Der Transport wird als der technisch-organisatorische Leistungsprozess zur physischen Ortsveränderung von Objekten definiert. Die Summe aller individuellen Transportvorgänge sind die Verkehre. In der vorliegenden Arbeit werden die Begriffe Transport und Verkehr als Synonyme verwendet.

Nachdem die notwendigen theoretischen Kenntnisse erlangt wurden, ist an dieser Stelle zu erklären, warum das Wissen über die logistikbeeinflussenden Rahmenbedingungen einen zunehmend höheren Stellenwert bekommt.

Die logistikrelevanten Rahmenbedingungen, die sich auf die Gestaltung der Logistiksysteme auswirken, nehmen quantitativ zu und verändern sich zudem auch qualitativ. Quantitative Erweiterung der Logistikumwelt erfolgt beispielweise durch die grenzüberschreitenden Güterflüsse, die die Zahl der notwendigen Auslands- und Zollbehörden erhöhen. Zu einer qualitativen Ausweitung kommt es durch die jeweiligen geographischen Gegebenheiten, die vorhandene Verkehrsinfrastruktur sowie Informations- und Kommunikationsinfrastruktur und nicht zuletzt durch die Berücksichtigung von unterschiedlichen Länderkulturen. Dementsprechend kommt dem Wissen über die logistikrelevanten Rahmenbedingungen immer mehr Bedeutung zu.

Im Hinblick auf die wachsende Bedeutung von Rahmenbedingungen, die die Logistik und den Verkehr beeinflussen, entstand die Idee dieser Arbeit, die logistikrelevanten Bedingungen in den Volkswirtschaften Russland und Deutschland zu untersuchen. Eine Untersuchung dieser Art ist zum einen deswegen relevant, da Deutschland seit Jahrzehnten Russlands wichtigster Handelspartner ist und die mit Abstand größte Kaufmannschaft stellt. Zum anderen ist eine solche Auseinandersetzung insbesondere vor dem Hintergrund eines potenziell attraktiven, noch zu erschließenden russischen Marktes und dem somit einhergehenden Bedarf an logistischen Dienstleistungen interessant.

Ziel der vorliegenden Arbeit soll daher sein, zu analysieren, welchen Einfluss die Rahmenbedingungen auf die Logistik bzw. den Verkehr in Russland und Deutschland haben. Hierzu muss geprüft werden, inwieweit die logistikrelevanten Rahmenbedingungen russischer und deutscher Logistiker übereinstimmen und inwiefern Abweichungen existieren. Gleichzeitig gilt es zu untersuchen, ob diese Rahmenbedingungen in gleicher oder unterschiedlicher Weise auf die Logistik und den Verkehr beider Länder einwirken.

Hier ist allerdings anzumerken, dass in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur meistens vielfältige Aspekte über Rahmenbedingungen angesprochen werden. Es gibt jedoch kaum theoretische und konzeptionelle Ansätze, die Einflüsse der Rahmenbedingungen auf die Logistik oder den Verkehr erfassen und abbilden können. Wie unterschiedlich diese Auswirkungen auf die russische oder deutsche Logistik sind, wurde bisher noch nicht in empirischen Untersuchungen dargestellt. Daher werden in dieser Arbeit oftmals Hypothesen gebildet, mit derer Hilfe versucht wird, die potenziellen Zusammenhänge zwischen den Rahmenbedingungen der oben genannten Volkswirtschaften und der Logistik zu identifizieren. Der Forschungsbedarf auf diesem Themengebiet bleibt aber nach wie vor groß.

Aufbau der Arbeit:

Einleitend befasst sich Kapitel 1 mit der Problemstellung und Zielsetzung sowie dem Aufbau der Arbeit.

Im Kapitel 2 wurden zunächst die logistikrelevanten Rahmenbedingungen systematisiert. Hierfür wurde die von Pfohl vorgeschlagene Unterteilung der länderspezifischen Rahmenbedingungen angewendet. Diese beinhalten von Land zu Land unterschiedliche geographische, infrastrukturelle, technische, rechtliche und kulturelle Bedingungen. Die Gliederung von Pfohl wurde außerdem durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergänzt. Entsprechend der oben aufgeführten Unterteilung werden in diesem Kapitel länderspezifische Rahmenbedingungen in Russland dargestellt.

Wie diese die russische Logistik bzw. den Verkehr beeinflussen, oder wenn nicht bekannt, potenzielle Einflüsse haben können, ist Gegenstand von Kapitel 3.

Im Kapitel 4 wird anhand der Gliederung der Rahmenbedingungen im Kapitel 2 auf die logistikrelevanten Bedingungen in Deutschland eingegangen.

Wie sich die Rahmenbedingungen in Deutschland auf die deutsche Logistik bzw. den Verkehr auswirken, ist Thema des Kapitels 5.

Kapitel 6 gibt schließlich einen Vergleich der logistikrelevanten Rahmenbedingungen beider Länder. Es wird zudem ein resümierender Überblick gegeben, wie diese Bedingungen die Logistik bzw. den Verkehr in Russland und Deutschland beeinflussen. Es werden unter anderem die Fragen geklärt, ob die Auswirkungen ähnlich oder eher unterschiedlich sind, inwiefern die Logistik von gegebenen Rahmenbedingungen profitiert, oder ob sie hohe Herausforderungen an die logistischen Prozesse im Land darstellen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Darstellungsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 6
1. Rahmenbedingungen einer Volkswirtschaft und ihre Einflusse auf die Logistik 7
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 7
1.2 Aufbau der Arbeit 9
2. Besondere Rahmenbedingungen in Russland 10
2.1 Infrastrukturelle und technische Rahmenbedingungen 10
2.1.1 Die natürliche Infrastruktur: Größe, Lage und Klima 10
2.1.2 Verkehrsinfrastruktur 11
2.1.3 Informationstechnologische Infrastruktur 14
2.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 16
2.2.1 Wirtschaftswachstum 17
2.2.2 Wirtschaftsstruktur 19
2.2.3 Angebots- und Nachfragesituation auf dem Logistikimmobilienmarkt 19
2.3 Rechtliche, soziale und kulturelle Rahmenbedingungen 21
2.3.1 Zollrechtliche Prozesse 22
2.3.2 Arbeitsmarkt: der Bedarf an Logistikspezialisten steigt 25
2.3.3 Kulturelle Rahmenbedingen 26
3. Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf die Logistik und den Verkehr in Russland 30
3.1 Infrastrukturelle und technische Auswirkungen 30
3.1.1 Auswirkungen der natürlichen Infrastruktur auf die Logistik und den Verkehr 30
3.1.2 Verkehrsinfrastruktur als Produktionsfaktor der Logistik 32
3.1.3 Auswirkungen der informationstechnologischen Infrastruktur auf die Logistik 34
3.2 Wirtschaftliche Auswirkungen 35
3.2.1 Auswirkungen des Wirtschaftswachstums auf die Güterverkehrsnachfrage und die Transportelastizität 35
3.2.2 Auswirkungen der Wirtschaftsstruktur auf die Gestaltung des Güterverkehrs 37
3.2.3 Logistikimmobilien als Kostenfaktor 38
3.3 Rechtliche, soziale und kulturelle Auswirkungen 39
3.3.1 Auswirkungen der Zollabwicklung auf logistische Prozesse 39
3.3.2 Auswirkung des Fachkräftemangels auf den Logistikmarkt 41
3.3.3 Auswirkung der kulturellen Rahmenbedingungen auf das Logistikmanagement 42
4. Besondere Rahmenbedingungen in Deutschland 44
4.1 Infrastrukturelle und technische Rahmenbedingungen 44
4.1.1 Die natürliche Infrastruktur: Größe, Lage und Klima 44
4.1.2 Verkehrsinfrastruktur 45
4.1.3 Informationstechnologische Infrastruktur 46
4.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 47
4.2.1 Wirtschaftswachstum 47
4.2.2 Wirtschaftsstruktur 49
4.2.3 Angebots- und Nachfragesituation auf dem Logistikimmobilienmarkt 50
4.3 Rechtliche, soziale und kulturelle Rahmenbedingungen 51
4.3.1 Zollrechtliche Prozesse 51
4.3.2 Arbeitsmarkt: der Bedarf an Logistikspezialisten steigt 53
4.3.3 Kulturelle Rahmenbedingen 54
5. Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf die Logistik und den Verkehr in Deutschland 56
5.1 Infrastrukturelle und technische Auswirkungen 56
5.1.1 Auswirkungen der natürlichen Infrastruktur auf die Logistik und den Verkehr 56
5.1.2 Verkehrsinfrastruktur als Produktionsfaktor der Logistik 57
5.1.3 Auswirkungen der informationstechnologischen Infrastruktur auf die Logistik 58
5.2 Wirtschaftliche Auswirkungen 60
5.2.1 Auswirkungen des Wirtschaftswachstums auf die Güterverkehrsnachfrage und die Transportelastizität 60
5.2.2 Auswirkungen der Wirtschaftsstruktur auf die Gestaltung des Güterverkehrs 62
5.2.3 Logistikimmobilien als Kostenfaktor 62
5.3 Rechtliche, soziale und kulturelle Auswirkungen 63
5.3.1 Auswirkungen der Zollabwicklung auf logistische Prozesse 63
5.3.2 Auswirkung des Fachkräftemangels auf den Logistikmarkt 64
5.3.3 Auswirkung der kulturellen Rahmenbedingungen auf das Logistikmanagement 66
6. Russland versus Deutschland 67
6.1 Vergleich infrastruktureller und technischer Rahmenbedingungen mit ihrem Einfluss auf Logistik und Verkehr 67
6.1.1 Natürliche Infrastruktur 67
6.1.2 Verkehrsinfrastruktur 68
6.1.3 Informationstechnologische Infrastruktur 69
6.2 Vergleich wirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit ihrem Einfluss auf Logistik und Verkehr 70
6.2.1 Wirtschaftswachstum und Wirtschaftsstruktur 70
6.2.2 Logistikimmobilien 71
6.3 Vergleich zollrechtlicher, sozialer sowie kultureller Rahmenbedingungen mit ihrem Einfluss auf Logistik und Verkehr 72
6.3.1 Zollrechtliche Prozesse 72
6.3.2 Fachkräftemangel in der Logistik 72
6.3.3 Kulturelle Einflüsse 73
7. Schlussbetrachtung 75
Literaturverzeichnis 77

Textprobe:

Kapitel 6, Russland versus Deutschland:

Dieses Kapitel stellt die Länder Russland und Deutschland in einem direkten Vergleich einander gegenüber. Dabei ist zu analysieren, wie sich die beiden Länder im Hinblick auf ihre infrastrukturellen, wirtschaftlichen, zollrechtlichen sowie soziokulturellen Rahmenbedingungen unterscheiden. Zudem wird untersucht, wie sich diese Bedingungen auf die Logistik und den Verkehr auswirken.

Vergleich infrastruktureller und technischer Rahmenbedingungen mit ihrem Einfluss auf Logistik und Verkehr:

Natürliche Infrastruktur:

Russland ist 48-mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Das Verkehrsnetz ist in einigen Regionen ganz anderen, nicht selten extremen klimatischen Bedingungen unterworfen, als es in Deutschland der Fall ist. Insofern stellen allein die Größe und das Klima Russlands höhere Anforderungen an die Logistikprozesse.

So führt die territoriale Ausdehnung Russlands im Zusammenhang mit der ungleichmäßigen Bevölkerungsverteilung dazu, dass die Logistikzentren dort entstehen, wo besonders viele Menschen leben. Die vergleichsweise geringe Größe Deutschlands sowie die höhere Bevölkerungsdichte ermöglicht hingegen eine weitgehend flächendeckende Verteilung der Logistikzentren. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in einem besseren Lieferservice wider.

Eine weitere Herausforderung, die aus der Landesgröße resultiert, besteht darin, dass mit zunehmender Lieferdistanz das Risiko des Warenuntergangs steigt. Dabei spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass Warentransporte in Russland manchmal mehrere Klimazonen durchqueren müssen. Alle genannten territorialen und klimatischen Herausforderungen führen zu vergleichsweise langen Lieferzeiten und hohen Transportkosten in Russland.

Sowohl Russland als auch Deutschland zeichnen sich durch eine herausragende geografische Lage aus: Russland als Transitland zwischen Europa und Asien, Deutschland als im Zentrum Europas gelegen. Dadurch erscheint Deutschland vielen Unternehmen als attraktiver Logistikstandort und zieht daraus einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen.

Dennoch nutzen beide Länder das Potenzial, das sich aus der günstigen geografischen Lage ergibt, noch nicht vollständig aus. In Russland sind vor allem die mangelhafte Verkehrsinfrastruktur und das schlecht ausgebaute Verkehrsnetz Gründe dafür, dass die Föderation kaum Wettbewerbsvorteile aus ihrer Rolle als Transitland erzielt. Viele Kunden scheuen den Weg durch Russland, und einige Güterströme werden an Russland vorbei abgewickelt.

Auch deutsche Spediteure können von der zentralen geografischen Lage wenig profitieren. Dafür ist aber nicht wie in Russland die Infrastruktur verantwortlich, sondern der verschärfte Kostendruck auf dem europäischen Logistikmarkt.

Verkehrsinfrastruktur:

Die russische Verkehrsinfrastruktur ist viel schlechter ausgebaut als die deutsche. Dies wird an überwiegend veralteten Verkehrsmittel, vergleichsweise niedrigeren erreichbaren Transportgeschwindigkeiten, sowie meistens schlechtem Zustand von Verkehrswegen sichtbar. Hinzu kommt, dass die russische Verkehrsinfrastruktur ungleichmäßig im Land verteilt ist. Dies führt zur erheblichen Beeinträchtigung der Liefertermintreue und der Transportsicherheit in Russland.

Demgegenüber bringt die besser entwickelte deutsche Verkehrsinfrastruktur Wettbewerbsvorteile mit sich wie kürzere Lieferzeiten, geringere Transport- und Kapitalbindungskosten. Es wird eine schnellere Abwicklung des Gütertransportes und somit ein besseres Lieferservice gewährleistet. Hinsichtlich der zuvor dargestellten Vorteile kann Deutschland gegenüber Russland auch bei der Standortauswahl profitieren.

Mangelhafte oder oft fehlende Verkehrsinfrastruktur bremst die Entwicklung des russischen Logistiksektors. So sind manche Logistikkonzepte in Russland kaum realisierbar. Während die JIT-Lieferung eine weit verbreitete Lieferstrategie in Deutschland ist, wird dieses Konzept in Russland nicht umgesetzt.

Weiterhin ist die Mobilität der Bevölkerung Russlands viel niedriger als es in Deutschland der Fall ist. Dies hat wiederum negative Auswirkungen auf die Arbeitsteilung und Arbeitsproduktivität in Russland.

Außerdem zwingen die größere Distanzen und die mangelhafte Infrastruktur vergleichsweise höhere Lagerbestände zu halten, um das Lieferrisiko zu reduzieren. Es kann davon ausgegangen werden, dass somit die Lagerkosten in Russland höher als in Deutschland sind.

Ferner wird angenommen, dass aufgrund des guten Zustandes der meisten deutschen Straßen technische Pannen seltener als in Russland vorkommen. Dementsprechend fallen weniger Reparaturkosten im unternehmerischen Kalkül an.

Informationstechnologische Infrastruktur:

Die Analyse der Wirkungen von IKT auf die Logistik wurde dadurch erschwert, dass sowohl in Russland als auch in Deutschland kaum theoretische oder konzeptionelle Ansätze zu diesem Thema existieren. In Rahmen dieser Arbeit wurde lediglich ein Versuch unternommen, die Zusammenhänge zwischen der Kommunikationsinfrastruktur und den Logistikprozessen zu erkennen.

Bei der Versorgung mit IKT weist Russland gegenüber Deutschland Schwächen auf. Während in ganz Deutschland IKT zunehmend eingesetzt und weiterentwickelt wird, profitieren in Russland nur Ballungsräume von einer solchen Entwicklung. Auch anhand der traditionellen Kommunikationskanäle im Post- und Fernmeldewesen wird deutlich, dass die Kommunikationsinfrastruktur in Russland im Vergleich zu Deutschland schlechter entwickelt ist. So ist in Russland mit längeren Zustellzeiten der Post zu rechnen.

In beiden Ländern ist das Internet zum wichtigen Informations- und Kommunikationsmittel geworden, wobei in Russland die Qualität des Internetzuganges schlechter als in Deutschland ist. Die veralteten russischen Telefonstationen erschweren die DSL-Verlegung, auch einen Breitband-Zugang haben nur wenige Haushalte. Trotz der Internetverbreitung in Russland steckt die E-Commerce-Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Ganz anderes sieht die Situation in Deutschland aus. Hier werden die B2B und B2C-Geschäfte zunehmend über das Internet abgewickelt.

Es wird davon ausgegangen, dass sich durch die weit reichende informationstechnologische Infrastruktur Deutschlands ein sehr umfangreiches logistisches Dienstleistungsspektrum anbieten lässt. Demgegenüber bremst der aktuelle Zustand der russischen IKT die Entwicklung von logistischen Dienstleistungen. Heutzutage basiert der Logistiksektor vor allem auf reinen Transportdienstleistungen. Das bedeutet, dass es nur wenige Anbieter auf dem russischen Logistikmarkt gibt und der Wettbewerb zwischen ihnen gering ist. In diesem Zusammenhang können die Logistikkosten Russlands im Vergleich zu Deutschland relativ hoch sein.

Die nicht ausreichende informationstechnologische Infrastruktur Russlands ist ein Grund dafür, dass die logistischen Prozesse nicht transparent sind. Dies hat negative Auswirkungen auf die Serviceorientierung der russischen Logistikdienstleister. Im Gegenteil dazu erlaubt der zunehmende qualitative Einsatz von IKT in deutschen Logistikunternehmen den wachsenden Kundenanforderungen gerecht zu werden und meistens einen 24-Stunden Lieferservice anzubieten.

Bei der Analyse von informationstechnologischen Rahmenbedingungen in beiden Ländern wird festgestellt, dass beim Einsatz von IKT überwiegend Insellösungen dominieren. Einheitliche, unternehmensübergreifende Standards in der Logistikkette werden bisher eher selten eingesetzt.

Arbeit zitieren:
Spirin, Nadja Juli 2010: Die Merkmale von Wirtschaftssystemen und ihre Auswirkungen auf Logistik und Verkehr – dargestellt an den Volkswirtschaften Russlands und Deutschlands, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Logistik, Russland, Deutschland, Rahmenbedingungen, Wirtschaftssystem

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