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Mergers & Acquisitions im deutschen Bankensektor - Eine Erfolgsbilanz?

Das Beispiel der HypoVereinsbank

Mergers & Acquisitions im deutschen Bankensektor - Eine Erfolgsbilanz?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Dachsel
  • Abgabedatum: März 2005
  • Umfang: 103 Seiten
  • Dateigröße: 534,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Mittweida (FH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9446-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9446-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9446-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dachsel, Stephan März 2005: Mergers & Acquisitions im deutschen Bankensektor - Eine Erfolgsbilanz?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fusion, Bank, M&A, Mergers & Acquisitions, Zusammenschluß

Diplomarbeit von Stephan Dachsel

Problemstellung:

Akquisitionen sind in den 90er Jahren zu einem festen Bestandteil des Wachstumsinstrumentariums von Unternehmen geworden. Fast täglich las man in der Wirtschaftspresse von neuen „Superfusionen“ mit Transaktionsvolumina über mehrere Milliarden Euro.

Die „Fusionitis“ hatte deutsche sowie ausländische Unternehmen erfasst. Auf nationaler und internationaler Ebene schlossen sich Firmen unabhängig von ihrer Größenklasse und Branche zusammen. Als Gründe hierfür wurden vor allem das schnellere Wachstum und die Erschließung neuer Märkte angeführt. Auch kaufte man neue Geschäftsfelder hinzu und erwarb den Zugang zu neuen Technologien. Synergieeffekte waren die „Zauberformel“ vieler Vorstände. Mit all diesen Maßnahmen sollte das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähiger und profitabler werden.

Jedoch erweist sich eine Übernahme oft als sehr schwierig, da es kein „Patentrezept“ gibt, nach dem man erfolgreich ein anderes Unternehmen integrieren kann. Jede Fusion stellt eine neue Herausforderung dar, deren Umsetzung über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Gerade bei Kreditinstituten kommt es oft zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Fusionen. Denn Banken sind hochkomplexe Unternehmensgebilde, wobei sich jedes Institut voneinander unterscheidet. Diese Unterschiede führen zu Integrationsproblemen. Dabei gibt es Alternativen zu Fusionen. Ähnliche Effekte von Zusammenschlüssen können zum Beispiel auch über den Weg einer Kooperation in bestimmten Funktionsbereichen erreicht werden. So betreiben zum Beispiel diverse Autohersteller gemeinsame Forschungsaktivitäten. Als Beispiel lässt sich hierfür die Kooperation von Volkswagen und Porsche anführen, die bei der Entwicklung eines Geländewagens zusammenarbeiteten. Beide haben dadurch Kosten in dreistelliger Millionenhöhe einsparen können. Daraus leiten sich eine Reihe von Fragen ab. Ist eine Fusion immer die beste Lösung? Wie geht man im Allgemeinen vor bei einem solchen Vorhaben?

Oft wird über einen angemessenen Unternehmenswert eines Übernahmekandidaten diskutiert. Wenn ein Unternehmen zu viel für ein Akquisitionsobjekt bezahlt, lohnt sich eine Übernahme unter Umständen nicht mehr. Somit muss auf die Preisberechnung ein besonderes Augenmerk in der Planungsphase einer Übernahme gerichtet werden. Welche Methode ist also die richtige und welche eignet sich weniger für die Preisermittlung? Wurden diese Bewertungsmethoden bei vergangenen Fusionen konsequent angewendet oder haben sich Manager aus reinem Machtstreben über diese hinweggesetzt?

Gerade große Fusionen mit Volumina über einer Milliarde Euro werden oft mit Aktien bezahlt. Die Deutsche Telekom kaufte den amerikanischen Mobilfunkbetreiber Voicestream im Jahre 2000 zu einem Preis von 39,9 Mrd. €. Dabei stellt sich die Frage, ob sich eine solche Fusion für das Unternehmen jemals auszahlen wird. Der Preis für den Kauf von Voicestream erscheint angesichts der heutigen Bewertung der Deutschen Telekom sehr hoch. Somit hat der Preis neben der Umsetzung einen maßgeblichen Anteil am Erfolg einer Akquisition.

Letztendlich geht eine Akquisition meist mit Entlassungen, Problemen zwischen Mitarbeitern der beiden Unternehmen und einem fallenden Börsenkurs der Anteile des Käufers einher. Mitarbeiter von neu zusammengefassten Abteilungen werden freigesetzt, um in diesen Bereichen Kosteneinsparungen zu erreichen. Die Auswirkungen auf die verschiedenen Interessengruppen sind gewaltig. Eine Fusion bedeutet oft grundlegende Veränderungen in vielen Bereichen des neuen Unternehmens. Schwierigkeiten sind also vorprogrammiert. Wie können diese vermieden werden und welchen Einfluss haben sie auf den Fusionserfolg?

Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin herauszufinden, ob Akquisitionen im deutschen Bankensektor trotz des hohen Aufwandes und der oft auftretenden Probleme sinnvoll sind. Schließlich konkurriert das Instrument Akquisition mit anderen Instrumenten der Marktkonzentration. Dies soll anhand der erfolgten Fusion der Bayrischen Vereinsbank mit der Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank zur HypoVereinsbank exemplarisch dargestellt werden. Dabei soll durch verschiedene Verfahren der Erfolg der Fusion quantifizierbar gemacht werden.

Als zweites gilt es herauszufinden, welche Faktoren wirklich für den Erfolg einer Fusion verantwortlich gemacht werden können und welche für den Misserfolg stehen. Dabei wird eine der neuesten Studien herangezogen, mit der das Problem ausgiebig erläutert werden kann.

Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, wie bei einer Fusion eventuell auftretende negative Effekte auf die Interessengruppen vermieden werden können. Eine Fragestellung könnte in diesem Kontext lauten, ob Entlassungen bei Unternehmenszusammenschlüssen immer vorprogrammiert sind oder sich durch zum Beispiel eine moderne Personalpolitik und neue Managementinstrumente vermeiden lassen.

Zum Schluss soll ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Akquisitionen im Bankensektor gegeben werden.

Gang der Untersuchung:

Nachdem nun über die Grundprobleme bei Akquisitionen in den letzten Jahren berichtet wurde und die Zielsetzung der Arbeit bekannt ist, soll nun das weitere Vorgehen im zweiten Kapitel dargestellt werden.

Im ersten Abschnitt des zweiten Kapitels werden Grundbegriffe wie „Merger“ und „Acquisition“ erläutert. Außerdem soll ein Überblick über das deutsche Bankensystem gegeben und dessen Besonderheiten herausgearbeitet werden. Dies ist nötig um die relevante Gruppe für Fusionsaktivitäten herauszustellen. Anschließend stelle ich die HypoVereinsbank vor, die später auch Objekt einer genaueren Untersuchung sein wird.

Der zweite Abschnitt befasst sich mit den Ursachen bzw. Erklärungsansätzen für Übernahmen und Fusionen von Unternehmen. Hierbei wird besonders auf die Beweggründe von Firmen eingegangen, sich mit anderen zusammenzuschließen. Denn es gibt neben den Synergieeffekten noch eine ganze Reihe anderer Ursachen für Fusionen. Anschließend werden die Phasen einer Akquisition benannt und erläutert. Zuletzt werden Faktoren für einen Fusionserfolg abgeleitet.

Abschnitt drei beinhaltet eine Fallstudie zur HypoVereinsbank AG. Dabei werden die Strategie, die Ziele, die Umsetzung an der Börse und auch die Integration der Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank in die Bayrische Vereinsbank erläutert. Anschließend wird anhand einer Erfolgsanalyse die Fusion untersucht und der finanzielle Output an den Zielen des Unternehmens gemessen. Zuletzt werden Handlungsalternativen vorgestellt, die an Stelle einer Fusion zur Verfügung gestanden hätten.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielstellung 3
1.3 Methodisches Vorgehen 4
2. Mergers and Acquisitions im deutschen Bankensektor – eine Erfolgsbilanz? 6
2.1 Grundlagen 6
2.1.1 Begriffsabgrenzung 6
2.1.2 Das deutsche Bankensystem 10
2.1.3 Die HypoVereinsbank 17
2.2 Mergers & Acquisitions im deutschen Bankensektor – eine Erfolgsbilanz? 19
2.2.1 Ursachen von Akquisitionen im Bankensektor 19
2.2.2 Planung, Durchführung und Integration einer Akquisition 26
2.2.3 Faktoren für den Erfolg von Unternehmenszusammenschlüssen 37
2.3 Analyse des Zusammenschlusses zur HypoVereinsbank AG 43
2.3.1 Fallstudie über die Fusion zur HVB 43
2.3.2 Erfolgsmessung am Beispiel der Fusion zur HVB 55
2.3.3 Alternative Strategien 68
3. Zusammenfassung 73
3.1 Ergebnisse 73
3.2 Maßnahmen 75
3.3 Konsequenzen 76
Anhang VII
Literaturverzeichnis XIX

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im ersten Halbjahr 1999 fanden verstärkt „Computer Based Trainings“ statt, bei denen 9.300 Mitarbeiter in über 900 Seminaren weitergebildet wurden.221 Dazu fanden noch 660 „Ziel.Sicher!“222 Veranstaltungen statt, die über das Erstellen von Zielvereinbarungen und die Möglichkeiten zur eigenen Karriereplanung berichteten. Das Thema Entlassungen war sicher eine der größten Ängste der Mitarbeiter in den beiden Banken. Denn Stellen waren doppelt besetzt und mussten integriert werden. Aus diesem Grund richtete man eine bankinterne Personalvermittlung ein, die freigesetzte Mitarbeiter aufnahm und beriet. Viele Stellen wurden zunächst durch Teilzeitbeschäftigte ausgefüllt, um sich für später eine richtige Zuordnung der Kapazitäten vorzubehalten. Freie Stellen wurden mit flexiblen Mitarbeiter aus einem Pool der internen Personalvermittlung „TransFair“ besetzt. Außerdem nutze man die natürliche Fluktuation der Bank von 2.000 Mitarbeitern pro Jahr. Man verzichtete größtenteils auf Neueinstellungen von außen und konnte so die Entlassungen auf insgesamt 1.100 Angestellte minimieren.223 Ebenso wurden Altersteilzeitlösungen angeboten. Die Mitarbeiter waren im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit dem Verlauf der Fusion. Bei einer internen Befragung bewerteten 92,5% die Zusammenarbeit in den Teams mit „gut“. 81% der Mitarbeiter fühlten sich durch die Mitwirkung am Aufbau des neuen Konzerns sogar motiviert.224 [...]

zugewiesen, dann wäre sicher Protest bzw. Verbitterung das Resultat gewesen. Bei der Umstellung des Systems konnte gleichzeitig die Gelegenheit genutzt werden, die Banksoftware auf die bevorstehende Währungsunion umzustellen. Außerdem modernisierte man im gleichen Atemzug die Hardware und die Betriebssysteme der beiden Banken. Implementiert wurde das neue EDV-System dann bei der Filialaus- und umrüstung im zweiten Halbjahr 1999. Mit rechtlichem Vollzug der Fusion am 1.9.1998 konnte auch das neu vereinte Telefonsystem in Betrieb genommen werden. Ebenfalls 1998 wurden die beiden Rechenzentren zusammengelegt und es erfolgte die Migration der Kunden- und Geschäftsdaten.215 Zum Informationsmanagement zählte die HVB auch den Bereich Internet-Auftritt, der 1998 vereinheitlicht wurde und einen gemeinsamen Zugriff auf das Banking erlaubte. Für die Harmonisierung der technischen Systeme standen 200 Mio. € zu Verfügung, also ca. ein Drittel der prognostizierten gesamten Integrationskosten.216 [...]

Nun konnte der dritte und entscheidende Prozess in Gang gesetzt werden, der Umtausch der Altaktien in Aktien der HVB. Dafür errechnete man mit Hilfe des Ertragswertverfahrens einen Unternehmenswert von 21,18 Mrd. € für die BV und 14,36 Mrd. € für die Hypo.201 Der Unternehmenswert wurde dann auf die Anzahl der Stammaktien heruntergerechnet und ergab ein Umtauschverhältnis von vier HypoAktien für drei Aktien der HVB.202 Die Aktionäre der Hypo erhielten dazu noch einen Differenzausgleich i.H.v. 0,26 € je Aktie. Die BV Aktien wurden im Verhältnis 1:1 umgetauscht. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 1998 waren insgesamt 415,6 Mio. Aktien mit einem Nominalbetrag von 5 € je Aktie in den Händen der institutionellen und privaten Anleger. Mit dem Eintrag in das Handelsregister von München war die Fusion nun rechtskräftig. Der erste Handelstag der HVB-Aktie war der 3. September 1998. Im übrigen stimmten 99,9% der Aktionäre bei den beiden Hauptversammlungen im Mai 1998 der Fusion zu.203 [...]

Arbeit zitieren:
Dachsel, Stephan März 2005: Mergers & Acquisitions im deutschen Bankensektor - Eine Erfolgsbilanz?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fusion, Bank, M&A, Mergers & Acquisitions, Zusammenschluß

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