Mentale Repräsentationen und Kinematik von Bewegungen
Ein interdisziplinärer Ansatz zur Analyse strukturfunktionaler Zusammenhänge der Bewegungsorganisation
- Art: Dissertation / Doktorarbeit
- Autor: Thomas Heinen
- Abgabedatum: März 2005
- Umfang: 309 Seiten
- Dateigröße: 3,9 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9159-8
- ISBN (CD) :978-3-8324-9159-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Heinen, Thomas März 2005: Mentale Repräsentationen und Kinematik von Bewegungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bewegungswissenschaft, komplex, Bewegung, turnen, Volleyball
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Dissertation / Doktorarbeit von Thomas Heinen
Zusammenfassung:
Zentrales Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen interdisziplinären Ansatz zur Analyse strukturfunktionaler Zusammenhänge der Bewegungsorganisation zu entwickeln und im Forschungsprozess einzusetzen. Unterschiedliche empirische Untersuchungen wurden dabei hinsichtlich differenzierter Fragestellungen im Bereich des Sports (Gerätturnen und Volleyball) angelegt und durchgeführt.
Ausgehend von einer Problemstellung, welche u.a. in der schwachen bzw. teils fehlenden Verbindung von Biomechanik und psychologisch orientierter Motorikforschung gesehen wird, können verschiedene Schritte der Problembearbeitung abgeleitet werden (Kap. 1).
Im ersten Schritt ist es notwendig, eine umfangreiche Analyse von Zugängen zur Struktur sportlicher Bewegungen vorzunehmen (Kap. 2). Sportliche Bewegungen lassen sich nach dieser Analyse aus struktureller Sicht auf unterschiedlichen Beschreibungsebenen analysieren. Sie können in ihrer Grundstruktur charakterisiert und spezifiziert werden. Konkrete bewegungsanalytische Zugänge werden hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile diskutiert und mit Bezug auf die Problemstellung der Arbeit eingeordnet. Neben der Bearbeitung bewegungsanalytischer Zugänge ist eine Charakterisierung von Stabilitäts- und Variabilitätseigenschaften der Bewegungsstruktur notwendig. Insbesondere die Idee invarianter Charakteristiken der Bewegungsstruktur lässt sich damit konkretisieren und weiterentwickeln. Strukturelle werden von parametrischen Invarianten unterschieden. Ein Ausblick auf integrative Perspektiven ebnet den Weg zu einem zweiten Schritt in der Problembearbeitung.
Im zweiten Schritt der Problembearbeitung (Kap. 3) werden neuartige Ansätze in der psychologisch orientierten Motorikforschung aufgegriffen, welche darauf hindeuten, dass kognitive (mentale) Repräsentationen von wesentlicher Bedeutung für die Kontrolle von (komplexen) Bewegungshandlungen sind. Sie unterliegen gemäß den Modellvorstellungen einer wahrnehmungsbasierten Invarianz und integrieren Bewegungseffekte. Ist davon auszugehen, dass sich die Bewegungseffekte im Kontext der eigenen Körperkinematik und -dynamik umsetzen und somit auch in deren Kontext gelernt werden, dann ist anzunehmen, dass biomechanische Parameter innerhalb der Bewegungsrepräsentation (genauer: deren Effekte) wirksam werden. Somit könnten direkte Bezüge zwischen mentalen Repräsentationen und der beobachtbaren Bewegungsausführung (Kinematik) vermutet werden. Die Entwicklung eines Zuganges zur Analyse dieser Zusammenhänge war damit im Rahmen der Arbeit eine notwendige Konsequenz.
In Kapitel 4 wird aufbauend auf den theoretischen Positionen zur Bewegungsstruktur und zu mentalen Repräsentationen der eigene, integrative Ansatz zur Bearbeitung sportlicher Bewegungen unter funktionsanalytischem Aspekt abgeleitet. Das erschien aus mehreren in der Problemstellung und in den Kapiteln 2 und 3 deutlich gewordenen Lücken im Forschungsstand notwendig zu sein. In der sportwissenschaftlichen Fachliteratur dominieren Strukturanalysen aus (bio-)mechanischer Perspektive, wenn es darum geht, Bewegungen zu verstehen oder Lernwege zu konstruieren. Die Bezugsetzung zur Bewegungsausführung vor dem Hintergrund von Untersuchungen zur Innensicht von Bewegungen geschieht in den meisten Fällen interpretativ und von daher oft spekulativ. Der eigene Ansatz ist deshalb so konzipiert, dass er die Analyse strukturfunktionaler Zusammenhänge der Bewegungsorganisation ermöglicht.
Das eigene forschungsmethodische Vorgehen wurde in 9 Untersuchungen kondensiert. Die Erfassung mentaler Repräsentationen ist dabei als Strukturdimensionale Analyse konzipiert. Zur Erfassung bewegungsstruktureller Parameter wurde ein eigens entwickeltes Bewegungsanalysesystem genutzt. Die Untersuchungen 1 bis 3 (Kap. 5) widmen sich einem ersten empirischen Inhaltsbereich der vorliegenden Arbeit (Speicherung bewegungsbezogenen Wissens im Langzeitgedächtnis). Es geht dabei in aufeinander aufbauenden Schritten um Forschungsfragen, welche die Strukturierung mentaler Bewegungsrepräsentationen betreffen. In Untersuchung 1 werden z.B. die Repräsentationen von Turner/-innen und Nichtturner/-innen zum Salto vorwärts am Minitrampolin analysiert. Die empirischen Befunde der Untersuchung deuten u.a. auf eine topologische Struktur von Bewegungsrepräsentationen hin. Die gemittelte mentale Strukturierung der Turner/-innen–Stichprobe zeigt eine Funktionalstruktur, die sich an Erfordernissen zur Lösung der Bewegungsaufgabe orientiert. In weiteren Untersuchungen werden auch Wissensbestände von Trainer/-innen und Sportstudierenden analysiert.
Untersuchungsblock 2 (Untersuchungen 4 bis 6; Kap. 6) wendet sich dem Forschungskomplex zur Verknüpfung von mentalen Repräsentationen und der Bewegungskinematik zu. Dazu wurden insgesamt drei Untersuchungen angelegt, die jeweils auf unterschiedliche Aspekte fokussieren. In der ersten Untersuchung dieses Blocks werden Saltoflüge von Turnerinnen hinsichtlich ihrer Bewegungskinematik analysiert. In der zweiten Untersuchung wird ein Vorhersagemodell für kinematische Parameter auf der Basis mentaler Bewegungsrepräsentationen generiert. Dabei zeigt sich, dass unterschiedliche Parameter in Abhängigkeit ihrer intraindividuellen Variabilität und ihrer Relevanz für die Lösung der Bewegungsaufgabe in unterschiedlicher Art und Weise mit strukturellen Parametern der mentalen Repräsentationen in Verbindung gebracht werden können. Für den Praktiker liegt am Ende des Modellbildungsprozesses ein Modell vor, welches wesentliche Informationen zur Trainingsgestaltung bereithält. Er hat nunmehr eindeutige Informationen zur Hand, die zeigen, welche kinematischen Parameter sich über welche Einheiten der mentalen Repräsentationen umzusetzen scheinen und offensichtlich über diese angetriggert werden können. Die abschließende Evaluation des Modells in Untersuchung 6 deutet auf die Güte der Modellierung hin, nach dem der Großteil der Modellgleichungen einer Evaluation an einer neuen Stichprobe (N = 20 Turnerinnen) standhält.
Das Vorgehen aus Untersuchungsblock 2 wurde in Kapitel 7 in einem weiteren Untersuchungsblock bei einer anderen sportlichen Bewegungsaufgabe systematisch repliziert. Hier kam der frontale Angriffsschlag im Volleyball zur Anwendung.
Durch eine differenzierte Diskussion (Kap. 8) wird es möglich, Bezüge zwischen den empirischen Befunden und den theoretischen Ausgangspunkten herzustellen. Es liegen damit eindeutige Befunde vor, nach denen die interne Architektur der Bewegungsrepräsentation hinsichtlich inhaltlich begründeter Eckpunkte abgegriffen wird. Biomechanische Größen sind offenbar an die Repräsentation gebunden und setzen sich bei der Bewegungsausführung über diese, mit Hilfe des jeweiligen Bewegungssystems, um. In Anlehnung an die analysierten strukturfunktionalen Zusammenhänge können weitere Perspektiven empirischer Forschung eröffnet werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Problemstellung | 1 |
| 2. | Zugänge zur Struktur sportlicher Bewegungen | 6 |
| 2.1 | Einleitung | 6 |
| 2.2 | Beschreibungsebenen sportlicher Bewegungen | 7 |
| 2.2.1 | Qualitative Beschreibungsebene | 7 |
| 2.2.2 | Quantitative Beschreibungsebene | 8 |
| 2.2.3 | Semi-Quantitative Beschreibungsebene | 9 |
| 2.3 | Zum Strukturbegriff sportlicher Bewegungen | 10 |
| 2.3.1 | Definition sportlicher Bewegungsaufgaben über die Spezifizierung einer allgemeinen Grundstruktur | 10 |
| 2.3.2 | Aufspaltung der sportlichen Bewegung in grundlegende Elemente mit ihren Relationen | 13 |
| 2.4 | Bewegungsanalytische Zugänge von sportlichen Bewegungen unter strukturellen und funktionalen Gesichtspunkten | 16 |
| 2.4.1 | Phasenstrukturen sportlicher Bewegungen | 17 |
| 2.4.2 | Deterministische Modelle der Bewegungsstruktur | 25 |
| 2.4.3 | Indeterministische Modelle der Bewegungsstruktur | 31 |
| 2.4.4 | Prozessorientierte Analysen sportlicher Bewegungen | 33 |
| 2.4.5 | Modellsimulation | 35 |
| 2.4.6 | Zusammenfassung | 37 |
| 2.5 | Stabilitäts- und Variabilitätseigenschaften der Bewegungsstruktur | 38 |
| 2.5.1 | Charakterisierung des Problemfeldes | 38 |
| 2.5.2 | Variabilitätsphänomene unter bewegungsanalytischer Perspektive | 40 |
| 2.6 | Zusammenfassung und Ausblick auf integrative Perspektiven | 52 |
| 3. | Mentale Bewegungsrepräsentationen und ihr Bezug zur Bewegungsstruktur | 56 |
| 3.1 | Einleitung | 56 |
| 3.2 | Modellansatz einer kognitiven Architektur von Bewegungshandlungen | 56 |
| 3.2.1 | Antizipative Bewegungskontrolle | 57 |
| 3.2.2 | Architektur der Bewegungen | 58 |
| 3.3 | Mentale Repräsentationen von komplexen Bewegungen | 59 |
| 3.3.1 | Charakterisierung des Problemfeldes | 60 |
| 3.3.2 | Aufbau Mentaler Bewegungsrepräsentationen | 61 |
| 3.3.3 | Repräsentation biomechanischer Größen | 68 |
| 3.3.4 | Aufbau und Veränderung Mentaler Bewegungsrepräsentationen im motorischen Lernprozess | 78 |
| 3.4 | Methodische Zugänge der Bezugsetzung von Bewegungsrepräsentationen und bewegungsstrukturellen Aspekten | 82 |
| 3.4.1 | Direkte Bezugsetzungen | 82 |
| 3.4.2 | Indirekte Bezugsetzungen | 85 |
| 3.5 | Zusammenfassung | 86 |
| 4. | Ableitung eines integrativen Ansatzes zur Bearbeitung sportlicher Bewegungen unter funktionsanalytischem Aspekt | 88 |
| 4.1 | Einleitung | 88 |
| 4.2 | Grundannahmen des Ansatzes | 88 |
| 4.3 | Forschungsmethodisches Vorgehen | 91 |
| 4.3.1 | Untersuchungen | 91 |
| 4.3.2 | Erfassung mentaler Bewegungsrepräsentationen (SDA-M) | 92 |
| 4.3.3 | Erfassung bewegungsstruktureller Parameter (AViP) | 113 |
| 4.3.4 | Verknüpfung von Bewegungsstruktur und mentaler Repräsentation | 117 |
| 4.4 | Zusammenfassung und Praxisbezug | 119 |
| 5. | Mentale Repräsentationen im Gerätturnen (Untersuchungen 1 bis 3) | 121 |
| 5.1 | Einleitung | 121 |
| 5.2 | Beschreibung der ausgewählten Bewegungsaufgabe | 122 |
| 5.3 | Untersuchung 1: Differentielle Analyse mentaler Repräsentationen von Rotationsbewegungen im Gerätturnen I (Experten, Novizen und Nichtturner) | 124 |
| 5.3.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 124 |
| 5.3.2 | Methode | 125 |
| 5.3.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 128 |
| 5.3.4 | Zusammenfassung und Praxisbezug | 138 |
| 5.4 | Untersuchung 2: Differentielle Analyse mentaler Repräsentationen von Rotationsbewegungen im Gerätturnen II (Trainer und Sportstudierende) | 139 |
| 5.4.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 139 |
| 5.4.2 | Methode | 140 |
| 5.4.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 142 |
| 5.4.4 | Zusammenfassung | 156 |
| 5.5 | Untersuchung 3: Differentielle Analyse mentaler Repräsentationen von Rotationsbewegungen im Gerätturnen in einem Trainer/-innen - Turner/-innen Vergleich | 157 |
| 5.5.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 157 |
| 5.5.2 | Methode | 158 |
| 5.5.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 159 |
| 5.5.4 | Zusammenfassung | 163 |
| 5.6 | Zusammenfassung zu den Untersuchungen 1-3 | 164 |
| 6. | Mentale Repräsentationen und Bewegungskinematik im Gerätturnen (Untersuchungen 4 bis 6) | 165 |
| 6.1 | Einleitung | 165 |
| 6.2 | Untersuchung 4: Differentielle Analyse kinematischer Parameter bei Saltoflügen im Gerätturnen (Datenbeschaffung) | 166 |
| 6.2.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 166 |
| 6.2.2 | Methode | 167 |
| 6.2.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 174 |
| 6.2.4 | Zusammenfassung | 198 |
| 6.3 | Untersuchung 5: Generierung eines Vorhersagemodells für kinematische Parameter auf der Basis mentaler Repräsentationsdaten im Gerätturnen (SDA-M-KiN-Modell) | 199 |
| 6.3.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 199 |
| 6.3.2 | Methode | 200 |
| 6.3.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 201 |
| 6.3.4 | Zusammenfassung | 215 |
| 6.4 | Untersuchung 6: Evaluation des SDA-M-KiN-Vorhersagemodells | 217 |
| 6.4.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 217 |
| 6.4.2 | Methode | 218 |
| 6.4.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 219 |
| 6.4.4 | Zusammenfassung | 228 |
| 6.5 | Zusammenfassung zu den Untersuchungen 4 bis 6 | 229 |
| 7. | Mentale Repräsentationen und Bewegungskinematik im Volleyball (Untersuchungen 7 bis 9) | 230 |
| 7.1 | Einleitung | 230 |
| 7.2 | Beschreibung der ausgewählten Bewegungsaufgabe | 231 |
| 7.3 | Untersuchung 7: Differentielle Analyse kinematischer Parameter bei Angriffshandlungen im Volleyball – Datenbeschaffung | 233 |
| 7.3.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 233 |
| 7.3.2 | Methode | 235 |
| 7.3.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 238 |
| 7.3.4 | Zusammenfassung | 247 |
| 7.4 | Untersuchung 8: Generierung eines Vorhersagemodells für kinematische Parameter auf der Basis Mentaler Repräsentationsdaten im Volleyball (SDA-M-KiN-Modell) | 248 |
| 7.4.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 248 |
| 7.4.2 | Methode | 249 |
| 7.4.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 250 |
| 7.4.4 | Zusammenfassung | 258 |
| 7.5 | Untersuchung 9: Evaluation des SDA-M-KiN-Vorhersagemodells | 259 |
| 7.5.1 | Fragestellung und Hypothesenableitung | 259 |
| 7.5.2 | Methode | 260 |
| 7.5.3 | Ergebnisdarstellung und Diskussion | 261 |
| 7.5.4 | Zusammenfassung | 267 |
| 7.6 | Zusammenfassung zu den Untersuchungen 7-9 | 268 |
| 8. | Gesamtdiskussion und Ausblick | 270 |
| 8.1 | Theoretische und methodische Bezugsetzungen | 270 |
| 8.2 | Empirische Aufgaben | 272 |
| 8.3 | Praktische Konsequenzen | 275 |
| 9. | Zusammenfassung der Arbeit | 276 |
| Literaturverzeichnis | 281 |
abzuleiten. Gem¨ ß der SDA-M-Methode handelt es sich bei den Pr¨ diktoren in erster a a Linie um Verkn¨ pfungen von 2 BACs. Im Sinne Ballreichs (1996) ist der Zugang hier u eine Mischform aus datenbasiertem und theoriebasiertem Vorgehen. W¨ hrend theoriea basiert die Menge an m¨ glichen Pr¨ diktoren eingeschr¨ nkt werden kann, k¨ nnen sich o a a o aus datenbasierter Sicht oftmals wichtige Zusatzinformationen finden (Heinen, 2001). 2. Bezugsetzung zwischen den Pr¨ diktoren und zeitdiskreten Parametern der Bea wegungsstruktur: Im zweiten Schritt geht es darum eine Beziehung zwischen den Pr¨ diktoren der mentalen Repr¨ sentationen und den ausgew¨ hlten kinematischen Paa a a rametern zu erstellen. Die Bezugsetzung kann auf zwei Wege geschehen: (a) Korrelative Betrachtung zwischen den einzelnen BAC-Verkn¨ pfungen (Werte der u D-Matrix) und zeitdiskreten kinematischen Parametern gem¨ ß der Hypothesen. a ¨ Dieser Schritt dient gleichzeitig der Uberpr¨ fung der Hypothesen aus Schritt 1. u Neben linearen Bezugsetzungen, sind ebenso m¨ gliche polynomische Beziehuno gen zu betrachten. (b) Direkte Identifikation von relevanten kinematischen Parametern aus dem BACPool.21 3. Multiple Regression von BAC-Relationen (Werte der D-Matrix) auf den jeweiligen untersuchten kinematischen Parameter: Nach dem die Beziehungen aus Schritt 2 festliegen, findet eine Regression der bedeutsamen Pr¨ diktoren auf einen oder meha rere kinematische Parameter statt. K¨ nnen kinematische Parameter direkt mit einzelo nen BACs identifiziert werden, k¨ nnen diese Parameter zus¨ tzlich in das Regressionso a modell aufgenommen werden (Schritt 2b; Heinen & Schack, 2004). Nach dem dritten Schritt liegen Bezugsetzungen zwischen der mentalen Repr¨ sentation und der Bewea gungsstruktur vor. Kinematische Parameter k¨ nnten jetzt auf Basis der mentalen Reo pr¨ sentationsdaten vorhergesagt werden. W¨ hrend die direkt Bezugsetzung zwischen a a mentaler Repr¨ sentation und bewegungsstrukturellen Parametern an dieser Stelle prina zipiell abgeschlossen ist, k¨ nnen noch zwei weitere, optionale Schritte angeschlossen o werden. 4. Sch¨ tzung von Parameterverl¨ ufen: Neben der Vorhersage zeitdiskreter Werte, ist a a ¨ es auch m¨ glich, einzelne Parameterverl¨ ufe uber Polynome h¨ herer Ordnung aus o a o zeitdiskreten Auspr¨ gungen der Parameter zu sch¨ tzen. Die Polynomanpassung soll a a dabei eine G¨ te von r > .95 besitzen. Dieser Schritt ist f¨ r die Prognose von Parameu u terverl¨ ufen notwendig, da die SDA-M-Analyse einen adynamischen Datensatz liea [...]
Die Bezugsetzung zwischen Repr¨ sentations- und Bewegungsstruktur baut auf Datenpools a zu beiden Inhaltsbereichen auf. Da dieses Vorgehen als neuartig und innovativ innerhalb der Bewegungswissenschaft zu bewerten ist, ist es notwendig, Vorschriften f¨ r das methou dische Vorgehen zu formulieren. F¨ r die folgenden Ausf¨ hrungen wird angenommen, dass u u die Daten der mentalen Repr¨ sentationen mittels der SDA-M und die Daten der Bewegungsa kinematik mittels des AViP-Systems erhoben wurden. Wie bereits erw¨ hnt, lassen sich die a im Folgenden formulierten Vorschriften auch f¨ r andere methodische Zug¨ nge (z.B. dynau a mische Analyse) anpassen. Die Verkn¨ pfung der beiden Datenpools (Kinematik, SDA-M) u wird unter folgenden Schritten vorgenommen und im weiteren als SDA-M-KiN-Methodik bezeichnet: 1. Inhaltliche Ableitung und Hypothesengenerierung bezogen auf m¨ gliche BACs o ¨ bzw. (BAC-Verknupfungen) als Pr¨ diktoren entsprechender kinematischer Paa rameter: Dieser Schritt ist der erste innerhalb der SDA-M-KiN-Modellierung (siehe auch Nigg, 1999). Daten der mentalen Repr¨ sentationen sollen mit kinematischen Daa ten in Verbindung gebracht werden. Dazu ist es notwendig auf Grund des Wissens um die Bewegungsrepr¨ sentation m¨ gliche Pr¨ diktoren f¨ r die Bewegungskinematik a o a u [...]
len stets den gesamten Bewegungsraum zu kalibrieren, da so m¨ gliche Interpolationsfehler o ebenfalls minimiert werden (Jaitner, 2002). Die F¨ higkeit des Auswerters zur Lokalisation a der Messpunkte ist beim erfahrenden Auswerter in der Regel zur Gen¨ ge vorhanden, so dass u hier nur geringe Fehlerquellen zu erwarten sind. F¨ r (turnerische) Bewegungen, die mit 50 u Hz aufgenommen wurden, hat sich ein digitaler Filter mit einer Cut-Off -Frequenz von 5-6 Hz bew¨ hrt (Winter, 1990; Enoka, 2002). a Zur Fehlerabsch¨ tzung des Systems bei gegebener Cut-Off -Frequenz kann die Beschleua nigung des K¨ rperschwerpunktes entlang der Vertikalen betrachtet werden (Hong, 1992). Da o in einer Flugphase auf den Athleten lediglich die Erdbeschleunigung wirkt (bei Vernachl¨ ssia gung des Luftwiderstandes), sollte bei der Messung einer Flugphase die Beschleunigung des KSP in Y-Richtung entsprechend konstant sein und dem Wert von g = −9.81 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491598
Arbeit zitieren:
Heinen, Thomas März 2005: Mentale Repräsentationen und Kinematik von Bewegungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bewegungswissenschaft, komplex, Bewegung, turnen, Volleyball



