Mental Skills Test for Gymnastics
Entwicklung und erste Überprüfung eines Instruments zur Erfassung psychologischer Fertigkeiten im Geräteturnen
- Art: Studienarbeit
- Autor: Axel Schulze
- Abgabedatum: September 2008
- Umfang: 103 Seiten
- Dateigröße: 9,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Trainerakademie Köln des DOSB Deutschland
- Bibliografie: ca. 31
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3733-6
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schulze, Axel September 2008: Mental Skills Test for Gymnastics, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Turnen, Psychologie, Mental Skill, Gerätturnen, Gymnastik
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Studienarbeit von Axel Schulze
Inhaltsangabe:
Einleitung:
Im Rahmen dieser Arbeit soll ein anwendungsfreundlicher und ökonomischer psychologischer Test entstehen, welcher psychologische Fertigkeiten im Gerätturnen erfasst. Ziel soll es dabei sein, mit einem einfachen Instrument ein psychologisches profiling auch für den Trainer möglich zu machen. Profiling meint die Erstellung eines psychologischen Profils des Sportlers. Die Entwicklung solch eines sportartspezifischen Instruments scheint aus mehreren Gründen zweckmäßig zu sein. Zum einen findet sich aus Perspektive der Sportpraxis eine immer währende Forderung nach der Erfassung psychologischer Fertigkeiten im Gerätturnen. Zum anderen existiert bislang kein validiertes bzw. genügend überprüftes Instrument dieser Art für das Gerätturnen. SPINK entwickelt 1989 beispielsweise ein Gymnastic Questionnaire, welches 13 relevante sportpsychologische Dimensionen im Gerätturnen erfasst. Eine Validierung dieses Instruments fehlt bislang jedoch. Das Gleiche gilt für die Entwicklung eines Instruments von MAHONEY und AVENER (1977). Sportartunspezifische und gerätturnspezifische Verfahren existieren bereits und werden als Ausgangspunkte für diese Diplomarbeit genutzt. Die hohe Relevanz für sportliche Höchstleistung im Training und Wettkampf soll dabei einen besonderen Stellenwert einnehmen. Daran anknüpfend geht es um die methodischen Zugänge zur Erfassung psychologischer Fertigkeiten. Diese Verfahren werden für die theoriegeleitete Ableitung relevanter Dimensionen und Items herangezogen. Die Dimensionen und Items werden skizziert und dargestellt. Darauf aufbauend wird eine erste Version des MST-Gym vorliegen. Die darauf folgende Auswertung der erhobenen Daten in Form einer Item- und Faktoranalyse lässt am Ende dieses Kapitels eine neue Version des MST-Gym 40 entstehen. Im 5. Kapitel werden die Daten und Gruppenwerte des MST-Gym 40 dargestellt. Abschließend steht eine Nutzungsanweisung für den MST-Gym 40 zur Verfügung.
Die Implikationen der Entwicklung eines Mental Skills Tests für das Gerätturnen liegen auf der Hand. Zum einen hätte der Trainer so die Möglichkeit, schon bei Sichtungen, junge Athleten besser einzuschätzen und deren Stärken und Schwächen von unterschiedlichen psychologischen Fertigkeiten zu diagnostizieren. Diese gewonnenen Erkenntnisse für das weitere Training zu nutzen, das heißt, die Stärken auszunutzen und an den Schwächen zu arbeiten bzw. als Entwicklungspotential zu verstehen. Zum anderen kann durch einen solchen Test neben einer Eingangsdiagnostik auch eine Prozessdiagnostik stattfinden. Der Trainer wäre damit in der Lage, seine Athleten über einen längeren Zeitraum (z.B. in der Vorbereitungsperiode) auch im Bereich der psychologischen Fertigkeiten eine valide und reliable Diagnose zu erstellen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Persönliche Vorbemerkung | 8 |
| 2. | Einleitung | 8 |
| 3. | Theoretischer Hintergrund | 10 |
| 3.1 | Psychologische Fertigkeiten und sportliche Höchstleistung | 10 |
| 3.2 | Methodische Zugänge zur Erfassung psychologischer Fertigkeiten | 15 |
| 3.3 | Bestehende, sportartunspezifische Testverfahren | 16 |
| 3.3.1 | Psychological Skills Inventory for Sports (PSIS) | 16 |
| 3.3.2 | Test of Performance Strategies (TOPS) | 17 |
| 3.3.3 | Ottawa Mental Skill Assessment Tool (OMSAT) | 17 |
| 3.4 | Bestehende, gerätturnspezifische Testverfahren | 19 |
| 3.4.1 | Psychology of the Elite Athlete: An Exploratory Study | 19 |
| 3.4.2 | Psychological characteristics of mal gymnasts: Differences between competitive levels | 23 |
| 3.4.3 | Bewegungsvorstellungstests | 25 |
| 3.5 | Zusammenfassung | 28 |
| 4. | Empirisches Vorgehen | 29 |
| 4.1 | Erstellung des Mental Skills Test for Gymnastics | 29 |
| 4.2 | Theoretische Ableitung relevanter Dimensionen mit den dazugehörigen Items des MST-Gym | 30 |
| 4.2.1 | Mentale Wettkampfvorbereitung | 30 |
| 4.2.2 | Bewegungsvorstellung | 31 |
| 4.2.3 | Aufmerksamkeitskontrolle | 31 |
| 4.2.4 | Umgang mit Hilfestellung | 32 |
| 4.2.5 | Selbstvertrauen | 33 |
| 4.2.6 | Selbstgespräche | 34 |
| 4.2.7 | Soziale Beeinflussung | 35 |
| 4.2.8 | Stressregulation | 36 |
| 4.2.9 | Trainierbarkeit | 37 |
| 4.3 | Explorative Überprüfung der Dimensionierung | 38 |
| 4.3.1 | Untersuchungsstichprobe und Einsatz der ersten Version des MST-Gym | 38 |
| 4.3.2 | Itemanalyse | 39 |
| 4.3.3 | Faktorenanalyse | 45 |
| 4.3.4 | Überarbeitung des MST–Fragebogens gemäß Faktorisierung | 46 |
| 4.3.5 | Varianzanalyse | 46 |
| 5. | Soziodemographische Daten und Gruppenwerte nach MST-Gym 40 (Normen) | 48 |
| 5.1 | Komplette Gruppe (n = 360) | 48 |
| 5.2 | Gruppenunterschiede bezüglich Faktorscores | 48 |
| 5.3 | Überprüfung der Daten bezüglich des Turnniveaus | 49 |
| 5.4 | Überprüfung der Daten bezüglich des Geschlechts | 49 |
| 5.5 | Überprüfung der Daten bezüglich des Trainingsumfanges | 52 |
| 5.6 | Überprüfung der Daten bezüglich des Alters | 54 |
| 6. | Nutzungsanweisung für MST-Gym (40) | 57 |
| 7. | Zusammenfassung der Arbeit und Ausblick | 61 |
| Literatur | 63 | |
| Anhang | 65 |
Textprobe:
Explorative Überprüfung der Dimensionierung:
Untersuchungsstichprobe und Einsatz der ersten Version des MST-Gym:
Der MST wurde in zwölf Turncamps des Deutschen Turner-Bundes (DTB) eingesetzt. Die damit erfasste Stichprobe deckt ein weit gefächertes Spektrum von Turnern ab, welche aktiv an Wettkämpfen teilnehmen und damit über entsprechende Erfahrungen im Umgang mit mentalen Fertigkeiten verfügen. Die Erfahrung des Autors als Turncamptrainer zeigt, dass die Turncampteilnehmer sich auch während des Trainings eigene psychologische Strategien und Methoden zunutze machen um ihre persönlichen Ziele im Fokus zu halten. Ergänzend wurden Turner ausgewählter Vereinsgruppen sowie Kaderturner hinzugezogen. Durch die deutschlandweite Streuung wird eine breite Schicht von Turnern im Alter zwischen zehn und 30 Jahren erreicht. Die Daten wurden bis zum Ende des Jahres 2007 erhoben. Es gab einen Rücklauf von 360 Bögen. Das Alter der Untersuchungsteilnehmer betrug 14 +/- 5 Jahre. Nach Eingang der Bögen wurde zunächst eine Itemanalyse zur initialen Überprüfung der Antworttendenzen durchgeführt. Im Weiteren stellte es sich als zweckmäßig heraus die Dimensionierung der Erstversion des MST-Gym mittels explorativer Faktoranalyse zu überprüfen.
Itemanalyse:
Zur Auswertung der Daten erfolgte im ersten Schritt eine Itemanalyse. Dabei werden die Kenngrößen Range, Standardabweichung, Mittelwert, Minimum, Maximum, Schiefe und Kurtosis zum Verständnis herangezogen. Die wichtigsten Kenngrößen sind zur Übersicht in der Tabelle 4.11 dargestellt. Des Weiteren werden die wichtigsten Kriterien der Itemanalyse erläutert. Mit den reduzierten Daten, die durch die Itemanalyse entstehen, wurde im zweiten Schritt eine Faktoranalyse durchgeführt und die Ergebnisse dokumentiert.
Die Itemanalyse erweist sich als geeignet, um im Vorfeld Items mit ungünstigen Antwortverteilungen auszusortieren, da sie vermutlich nicht zur anschließenden Faktorisierung beitragen würden. Eine erste Aussortierung der Items erfolgt durch die Betrachtung jedes einzelnen Items in Bezug auf die Nutzung aller zur Verfügung stehenden Antwortmöglichkeiten. Dieses Kriterium wird als Range bezeichnet. Bei dieser Untersuchung wurden alle fünf Antwortmöglichkeiten bei allen Items genutzt, d. h. alle Items besitzen eine Range von Vier. Dennoch ist dieses Kriterium nicht aussagekräftig genug, um bereits eine Aussortierung vorzunehmen, da nicht die Verteilung der Häufigkeit zu erkennen ist. Gäbe es Items, bei denen nicht alle Antwortmöglichkeiten genutzt worden wären, so würde dieses Item sofort aussortiert werden, da es keine Aussagekraft besitzen würde. In der Tabelle 4.11 ist die Range nicht explizit ausgewiesen, da alle Items eine Range von Vier besitzen. Ebenfalls sind die Minimum- und Maximumwerte nicht angegeben, da alle Items die Werte bei Eins bzw. Fünf haben.
Der Mittelwert (MW) und die Standardabweichung (SD) sind ein weiteres Kriterium, die Items entsprechend weiter auszuwerten. Bei einer Skala von fünf Antwortmöglichkeiten und einer Range von Vier, die alle Items aufweisen, sollte der Mittelwert idealerweise drei sein. Items die einen Mittelwert von größer vier oder kleiner zwei haben, sind in der Tabelle markiert. Die Standardabweichung sollte sich nur geringfügig von plus/minus Eins entfernen, um aussagekräftig zu bleiben. Nur zwei Items weichen in der Untersuchung mehr als 0.2 vom Wert Eins ab, die markiert sind und somit ausgeschlossen werden. Ebenfalls ist es erforderlich, dass die Antworten der Items eine Normalverteilung aufweisen. Aus diesem Grund wird die Schiefe berechnet, die eine Abweichung zu einer symmetrischen Normalverteilung darstellt. Die Schiefe ist ein Maß für die Symmetrie. Beträgt der Wert der Schiefe Null, so existiert eine Normalverteilung. Bei einer Abweichung von dem Wert Null ist die zu erwartende Antwortverteilung asymmetrisch. Die Items, welche diese Normalverteilung nicht aufweisen, d.h. eine Schiefe von größer plus/minus Eins haben, besitzen keine Aussagekräftigkeit.
Als eine weitere wichtige Kenngröße stellt sich die Kurtosis dar. Die Kurtosis ist ein Maß für die Wölbung, d. h. wie spitz oder flach eine Verteilung im Vergleich zu der Normalverteilung ist. Eine positive Kurtosis besitzt eine relativ schmale, spitze Verteilung. Dementsprechend weist eine negative Kurtosis auf eine relativ flache Verteilung hin. Ein Item verfügt über mehrere Wölbungen oder eine extreme Schiefe, wenn die Kurtosis klar verschieden von Null ist. Bei den vorliegenden Daten wäre das Auswahlkriterium plus/minus Eins. Nach den vorgehenden Betrachtungen und der Markierung der abweichenden Werte in der Tabelle werden die Items, deren Kurtosis größer plus/minus 0.9 ist, aussortiert. Ebenso wird mit denjenigen Items verfahren, die mindestens zwei der bisher dargestellten Kriterien (Mittelwert und Schiefe) nicht erfüllen. Diese Vorauswahl ist zwar sehr subjektiv, jedoch werden bei der anschließenden Faktoranalyse weitere Items ausgeschlossen, die nicht in die Faktorstruktur passen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836637336
Arbeit zitieren:
Schulze, Axel September 2008: Mental Skills Test for Gymnastics, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Turnen, Psychologie, Mental Skill, Gerätturnen, Gymnastik



