Mehrkanalsysteme im Handel
Analyse des Marketing-Managements bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Vertriebskanäle
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Klingohr
- Abgabedatum: März 2001
- Umfang: 116 Seiten
- Dateigröße: 817,8 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4557-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4557-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4557-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Klingohr, Jens März 2001: Mehrkanalsysteme im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Vertriebskanäle, Multi-Channel-Retailing, Mehrkanalsysteme, CRM
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Diplomarbeit von Jens Klingohr
Einleitung:
Mehrkanalsysteme im Handel – auch als Multi Channel Retailing bezeichnet – sind heute ein hochaktuelles Thema, reichen aber eigentlich weit in die Vergangenheit zurück. Multi Channel Retailing ist so alt wie Sears, Montgomerey Ward etc., die alle ihr Sortiment über den Katalog parallel zu ihren stationären Geschäften schon seit dem letzten Jahrhundert verkauft haben. In Zukunft wird der Verkauf über virtuelle Geschäfte und der Aufbau einer Online-Beziehung zum Kunden zur Kernfähigkeit traditioneller Handelsunternehmen werden. Mehrkanalsysteme werden in der Zukunft für die Wettbewerbsposition von großer Bedeutung sein.
Ich möchte in dieser Arbeit dieses komplexe Thema analysieren und dabei insbesondere auf den Marketingbereich eingehen. Hierbei sollen verschiedene Vertriebskanäle des Einzelhandels unterschiedlicher Branchen berücksichtigt werden.
Schwerpunkte der Arbeit werden die Entscheidungsfelder, die den Unternehmen in Mehrkanalssystemen zugrunde liegen, sowie die Auswirkungen und die Handlungsmöglichkeiten im Marketing sein. Hierbei möchte ich insbesondere auf das Customer Relationship Management eingehen.
Gang der Untersuchung:
In Kapitel 2 werde ich zunächst Grundlagen und begriffliche Abgrenzungen im Handel ansprechen, die auf der einen Seite die allgemeine Handelslandschaft betreffen, auf der anderen Seite aber auch Auswirkungen auf Mehrkanalsysteme haben.
In Kapitel 3 werden die für das Thema relevanten Trends, Entwicklungen und Rahmenbedingungen betrachtet.
In Kapitel 4 sollen dann die verschiedenen Optionen des Handelsmarketings in Bezug auf einzelne Vertriebskanäle angesprochen werde. Dabei werde ich zunächst auf den allgemeinen Ablauf der Marketingkonzeption im Handel sowie auf die Umsetzungsmöglichkeiten von Handelsmarketinginstrumenten in einzelnen Vertriebskanälen eingehen. Dabei sollen auch relevante Life Cycle Modelle näher untersucht werden, da diese sowohl auf einzelne Vertriebskanäle als auch auf Mehrkanalsysteme Auswirkungen haben.
Kapitel 5 stellt den Hauptteil der Arbeit dar und soll Marketing bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Vertriebskanäle genauer analysieren. In diesem Kapitel soll zuerst eine Annäherung an den Begriff Mehrkanalsystem bzw. Multi Channel Retailing stattfinden. Dazu möchte ich sowohl verschiedene Aussagen und Statements von Wissenschaftlern als auch von Unternehmensvertretern anführen und darauf aufbauend, eine mögliche Definition für Multi Channel Retailing aufstellen. Anschließend sollen generelle Gründe und Risikofaktoren bei der Entscheidung für Mehrkanalsysteme sowie mögliche Kombinationen der Vertriebskanäle in Mehrkanalsystemen aufgezeigt werden.
Aufgrund der großen Bedeutung des virtuellen Vertriebs über das Internet und der häufigen Praktizierung von Mehrkanalsystemen in dieser Kombination möchte ich in Kapitel 5.6 meinen Fokus auf diesen Schwerpunkt legen. Hierbei werde ich zunächst die Determinanten der Wahl dieser Kombination abgrenzen und dann grundlegende Entscheidungsfelder für die Unternehmen besprechen. Anschließend sollen die strategischen Managementprozesse des Customer Relationship Management und des Category Management untersucht werden, wobei der Schwerpunkt aufgrund des in der Praxis und Theorie fortgeschritteneren Stadiums im Bereich Customer Relationship Management liegt.
Die Fallstudien in Kapitel 6 basieren auf den Interviews mit den angegebenen Gesprächspartnern, auf Unterlagen, die zu Vorträgen erstellt wurden sowie auf Veröffentlichungen der Unternehmen. Dabei sollen Beispiele zum Multi Channel Retailing völlig unterschiedlicher Branchen aufgezeigt werden.
In Kapitel 7 sollen letztendlich wichtige Punkte nochmals aufgegriffen und zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen und begriffliche Abgrenzungen | 2 |
| 2.1 | Vertriebssystem und Vertriebskanäle | 2 |
| 2.2 | Definitionen und Rahmenbedingungen relevanter Vertriebskanäle | 3 |
| 2.2.1 | Grundlagen | 3 |
| 2.2.2 | Stationärer Handel | 3 |
| 2.2.2.1 | Kleinflächige Betriebstypen | 3 |
| 2.2.2.2 | Großflächige Betriebstypen | 4 |
| 2.2.3 | Virtueller Handel | 5 |
| 2.2.3.1 | E-Commerce | 5 |
| 2.2.3.2 | M-Commerce | 5 |
| 2.2.3.3 | TV-Shopping | 7 |
| 2.2.4 | Versandhandel | 7 |
| 3. | Ausgewählte Trends, Entwicklungen und Rahmenbedingungen | 8 |
| 3.1 | Einführung | 8 |
| 3.2 | Konsumententrends | 8 |
| 3.3 | Trends in der Informationstechnologie | 9 |
| 3.4 | Trends und Entwicklungen im Handel | 11 |
| 4. | Optionen des Handelsmarketing | 11 |
| 4.1 | Marketingmanagement im Handel | 11 |
| 4.2 | Umsetzungsmöglichkeiten von Handelsmarketinginstrumenten in einzelnen Vertriebskanälen | 15 |
| 4.2.1 | Einführung | 15 |
| 4.2.2 | Lifecycle Modelle im Kundenmanagement | 16 |
| 4.2.3 | Sortimentspolitik | 18 |
| 4.2.4 | Preis- und Konditionenpolitik | 23 |
| 4.2.5 | Kommunikationspolitik | 27 |
| 5. | Marketing bei gleichzeitiger Nutzung mehrerer Vertriebskanäle | 31 |
| 5.1 | Definition von Mehrkanalsystemen im Handel bzw. von Multi Channel Retailing | 31 |
| 5.2 | Multi Channel Retailing vs. Diversifikation | 34 |
| 5.3 | Generelle Gründe für die Wahl eines Mehrkanalsystems | 34 |
| 5.4 | Risikofaktoren bei der Wahl von Mehrkanalsystemen | 36 |
| 5.5 | Mögliche Vertriebskanalkombinationen | 37 |
| 5.6 | Fokus: Multi Channel Retailing bei Kombination von stationärem Vertrieb mit dem Vertrieb über das Internet | 38 |
| 5.6.1 | Determinanten der Wahl dieser Kombination | 38 |
| 5.6.1.1 | Determinanten aus Unternehmenssicht | 38 |
| 5.6.1.2 | Determinanten aus Kundensicht | 39 |
| 5.6.2 | Grundlegende Entscheidungsfelder | 40 |
| 5.6.2.1 | Stationärer vs. elektronischer Handel | 40 |
| 5.6.2.2 | Auswahl geeigneter Ergänzungskanäle | 41 |
| 5.6.2.3 | Realisationsformen der Vertriebskanäle | 43 |
| 5.6.2.4 | Nutzungsoptionen zusätzlicher Vertriebskanäle | 44 |
| 5.6.2.5 | Bestimmung des Leistungsprogramms | 45 |
| 5.6.2.6 | Bestimmung der Zielgruppe | 47 |
| 5.6.2.7 | Branding der Vertriebskanäle | 49 |
| 5.6.3 | Strategische Managementprozesse im Multi Channel Marketing | 50 |
| 5.6.3.1 | Aufgabenverteilung in Mehrkanalsystemen | 50 |
| 5.6.3.2 | Customer Relationship Management in Mehrkanalsystemen | 51 |
| 5.6.3.2.1 | Grundlagen | 51 |
| 5.6.3.2.2 | CRM, eCRM und mCRM | 52 |
| 5.6.3.2.3 | Der Customer Relationship Management Cycle | 55 |
| 5.6.3.2.4 | Das Konzept der Loyalität | 56 |
| 5.6.3.2.5 | Kundeninformationsmanagement über mehrere Kanäle | 58 |
| 5.6.3.2.6 | Sortiments-und Preispolitik | 61 |
| 5.6.3.2.7 | Multikanalkommunikation | 65 |
| 5.6.3.2.8 | Kanalübergreifende Kundenkartensysteme | 66 |
| 5.6.3.2.9 | Weitere kanalübergreifende Möglichkeiten im Beziehungsmarketing | 68 |
| 5.6.3.2.10 | Multi Channel Management im Customer Relationship Management | 70 |
| 5.6.3.2.11 | Besonderheiten eines integrierten CRM | 70 |
| 5.6.3.3 | Category Management in Mehrkanalsystemen | 73 |
| 5.6.3.3.1 | Grundlagen | 73 |
| 5.6.3.3.2 | Ziele des Category Management aus Handelssicht | 74 |
| 5.6.3.3.3 | Organisation im Category Management | 76 |
| 5.6.3.3.4 | Kundenorientierung im Category Management | 77 |
| 5.6.4 | Die Bedeutung der Multi Channel Strategie | 78 |
| 5.6.4.1 | Die Bedeutung der Integration | 78 |
| 5.6.4.2 | Die wirtschaftliche Bedeutung der Multi Channel Strategie im Vergleich zu den Pure Plays | 79 |
| 6. | Fallstudie: Beispiele für Multi Channel Strategien | 86 |
| 6.1 | Die Multi Channel Strategie der Douglas Holding AG | 86 |
| 6.2 | Die Multi Channel Strategie der Möbel Walther AG | 89 |
| 6.3 | Die Multi Channel Strategie der CoopGruppe | 90 |
| 6.4 | Die Multi Channel Strategie der Markant Südwest Handels AG | 92 |
| 7. | Fazit | 94 |
| Literaturverzeichnis | VIII | |
| Verzeichnis der Gesprächspartner | XV |
unterschiedlichen Loyalitätsstufen. Entscheidungen müssen dabei von der Lenkung durch das Database Marketing auf die Lenkung durch den Kunden weiterentwickelt werden.120 Innerhalb dieses Rahmens bieten neue Vertriebswege die Möglichkeit, einen direkten Kontakt zum Kunden aufzubauen. Dieser direkte Kontakt kann sich vor dem Hintergrund der generellen Marktentwicklung in Zukunft als zentraler Erfolgsfaktor erweisen.121 Im strategischen Channel Management sollten dem Kunden den oder die präferierten Kanäle zur Verfügung gestellt werden, um das Unternehmen zu erreichen.122 Unternehmen bauen dabei Synergien zwischen den verschiedenen Kanälen auf und gewinnen, aus den Vorteilen jedes Kanals eine effiziente und lückenlose Organisation aufzubauen. Entscheidungen im Rahmen des Customer Relationship Management sollten demnach unter Einbeziehung aller Vertriebskanäle mit dem Kunden als Mittelpunkt erfolgen. Der E-Commerce wird, bedingt durch neue Informations- und Kommunikationstechnologie, dabei oft als treibende Kraft für Innovation im Marketing betrachtet. Die Chance, aber auch Herausforderung in Mehrkanalsystemen ist es, die Möglichkeiten des CRM integriert zu gestalten. [...]
5.6.3.2 Customer Relationship Management in Mehrkanalsystemen 5.6.3.2.1 Grundlagen Heute sehen sich Unternehmen in aller Welt der Situation von Massenmärkten ausgesetzt, auf denen es gilt, die Kundenbeziehung wieder zu individualisieren. Wurde eine Beziehung zu einem Kunden aufgebaut, muss das Unternehmen sich bemühen, diesen Kunden zu halten und eine langfristige Beziehung aufzubauen. Studien haben ergeben, dass der Kunde mit der Zeit immer profitabler wird. So haben begeisterte Kunden eine Wiederkaufneigung von über 80 %. Bei zufriedenen Kunden liegt diese bei 60 % und bei unzufriedenen Kunden bei nur noch 10 %.119 Einmal gewonnene und begeisterte Kunden müssen langfristig an das Unternehmen gebunden werden. Hierfür ist es wichtig zu wissen, warum der Kunde zufrieden oder unzufrieden ist. Voraussetzung dafür ist das Data Warehouse, das sämtliche Informationen aus den operativen Informationsquellen, wie dem Scanning, der Kaufhistorie des Kunden, demographische Daten, Marktforschungsdaten, aber auch Feedback Informationen aus den CRM-Aktivitäten, speichert. Diese Lösung wird auch als „Closed Loop“ bezeichnet. Mittels dieser Daten wird Database Marketing, d.h. die Marktbearbeitung und das Marketing gestützt auf eine Datenbank, ermöglicht. Dazu muss auch bekannt sein, in welcher Phase des Life Stage Modells sich der Kunde befindet, um eine bedürfnisorientierte Ansprache durchzuführen. Customer Relationship Management beinhaltet zusätzlich die aktive Reaktion je nach Lebensabschnitt-Status und Kundenlebenszyklus-Status. Diese Reaktion je nach Status des Kunden lässt sich, wie im Modell des Customers’ Life Stage in Kapitel 4.2.2 gezeigt, mit verschiedenen Vertriebskanälen den Kundenbedürfnissen angepasst besser verfolgen. Je nach Life Stage haben die Vertriebskanäle unterschiedliche Priorität bei [...]
Bei der Extremausprägung der autarken Aufgabenverteilung werden alle Aufgaben von jedem Absatzkanal selbstständig erfüllt. Die Kanäle werden dabei organisatorisch getrennt, um bewusst Abhängigkeiten zu vermeiden. Autarke Aufgabenverteilung empfiehlt sich besonders dann, wenn das Marketing auf einzelne, klar abgegrenzte Marktsegmente ausgerichtet ist und dabei jeder Kanal eine bestimmte Marktleistung mit einem bestimmten Preis an eine Kundengruppe übernimmt. Bei der interdependenten Aufgabenverteilung erfüllen die Vertriebskanäle alle Aufgaben als Gesamtsystem und werden dabei sowohl vom Unternehmen als auch vom Kunden als Gesamtsystem wahrgenommen. Diese Art der Aufgabenverteilung empfiehlt sich als strategische Option, wenn die Kunden bewusst einzelne Absatzkanäle kombinieren und dabei unterschiedliche Leistungen des Herstellers erwarten und kanalübergreifende Ziele für eine Kundengruppe verfolgt werden. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832445577
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