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Medienstädte in Deutschland

Standortanforderungen für Medienstädte der Film- und Fernsehwirtschaft

Medienstädte in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dirk Drenk
  • Abgabedatum: April 2001
  • Umfang: 150 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4991-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4991-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4991-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Drenk, Dirk April 2001: Medienstädte in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Standortfaktor, Medienstadt, Film, Medien, Fernsehen

Diplomarbeit von Dirk Drenk

Einleitung:

Wie keine andere Branche in Deutschland hat die Film- und Fernsehwirtschaft seit den Achtzigerjahren einen ungeheuren Boom erlebt. Für die Zukunft wird bei zunehmenden Fernsehkonsum, der voranschreitenden Digitalisierung sowie einer Zunahme der nutzerorientierten Spartensender mit einem weiteren Wachstum gerechnet.

Die Diplomarbeit zeichnet die wirtschaftliche Entwicklung der Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland der letzten zwei Jahrzehnte nach und zeigt am Beispiel des „Digitalen Fernsehens“ sowie des „Business TV“ die Entwicklungspotentiale für die Zukunft auf.

Hauptbestandteil der Arbeit ist die Untersuchung der Standortanforderungen der Unternehmen der Film- und Fernsehwirtschaft anhand der Medienstädte aus der „ersten Reihe“ wie München, Köln und Berlin. Mit Hilfe von Experteninterviews bei Unternehmensvertretern der Branche werden Aussagen zu den jeweiligen Standortbedingungen getroffen. Die Ergebnisse der Diplomarbeit können zur Verbesserung der Standortbedingungen in den Medienstädten der „ersten Reihe“, sowie bei den zu-rückgebliebenen Standorten der „zweiten Reihe“ wie z.B. Dortmund oder Wiesbaden eingesetzt werden. Dabei wird eine Einteilung in die Aufgabenfelder des Bundes und der Länder, der Kommunen sowie der Anbieter von Studio- und Büroflächen vorgenommen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Aufbau und Methodik der Arbeit 2
1.3 Abgrenzung der Thematik 3
2. Die Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland 5
2.1 Das Fernsehen in Deutschland 5
2.1.1 Konzentrationstendenzen in der Film- und Fernsehwirtschaft 6
2.2 Herstellung eines Film- und Fernsehproduktes 9
3. Entwicklung der Film- und Fernsehwirtschaft 11
3.1 Wachstumsbranche Film- und Fernsehwirtschaft 11
3.1.1 Räumliche Konzentration und Entwicklung der Beschäftigtenzahlen 11
3.1.2 Wirtschaftliche Entwicklung der Branche und der Unternehmen 14
3.1.3 Beschäftigte, Betriebsgrößen und Ausbildung in der Film- und Fernsehwirtschaft 16
3.1.4 Fazit 18
3.2 Förderung der Film- und Fernsehwirtschaft 19
3.2.1 Die Förderung in Deutschland 19
3.2.2 Die europäische Förderung 22
3.2.3 Die Förderung in Frankreich 22
3.2.4 Bewertung der Förderprogramme 23
4. Nachfragebedingungen in der Film- und Fernsehwirtschaft 25
4.1 Entwicklung des Fernsehkonsums 25
4.2 Der TV-Werbemarkt und die Auswirkungen auf den Programmbeschaffungsmarkt 27
4.3 Nachfrage nach Film- und Fernsehprodukten 30
4.4 Nachfrage nach Freizeiteinrichtungen 34
4.4.1 Studiotour Babelsberg 34
4.4.2 Bavaria Filmtour 35
4.4.3 TV-World Hamburg – ZDF-Medienpark Mainz 36
4.5 Nachfrage nach Events 38
4.6 Fazit 40
5. Neue Trends in der Film- und Fernsehwirtschaft 42
5.1 Business-TV 42
5.2 Interaktives Fernsehen 45
5.3 Fazit 48
6. Entwicklung von Medienstädten in Deutschland. 50
6.1 Der Begriff Medienstadt 50
6.2 Medienstadt Köln 52
6.2.1 Ein Überblick 52
6.2.2 MediaPark Köln 54
6.2.3 Standort Ossendorf/Coloneum. 56
6.2.4 Mediencentrum Hürth 60
6.2.5 Medienstadt Köln in der Bewertung 63
6.3 Medienstadt München 64
6.3.1 Ein Überblick 64
6.3.2 Mediencampus Unterföhring 68
6.3.3 Bavaria-Filmzentrum Geiselgasteig 69
6.3.4 Medienstadt München in der Bewertung 71
6.4 Medienstadt Berlin 73
6.4.1 Ein Überblick 73
6.4.2 Medienstadt Babelsberg 76
6.4.3 MediaCity Adlershof 79
6.4.4 Medienstadt Berlin in der Bewertung 81
6.5 Medienstadt Wiesbaden 82
6.5.1 Ein Überblick 82
6.5.2 Standort Unter den Eichen 85
6.5.3 Medienstadt Wiesbaden in der Bewertung 86
6.6 Medienstadt Dortmund 87
6.6.1 Ein Überblick 87
6.6.2 Stiftsforum Hörde 91
6.6.3 Television Communication Center 92
6.6.4 Medienstadt Dortmund in der Bewertung 93
7. Zur Theorie der unternehmerischen Standortanforderungen 95
7.1 Unternehmerische Standortanforderungen im Überblick 95
7.2 Standortbedingung Produktionscluster und regionales Arbeitsmilieu 98
7.2.1 Produktionscluster 99
7.2.2 Regionale Arbeitsmilieus 101
8. Standortanforderungen der Film- und Fernsehwirtschaft 105
8.1 Standortanforderungen aus der Literatur 105
8.2 Standortanforderungen aus der Erhebung 108
8.2.1 Zur Methodik der Unternehmensbefragung 109
8.2.2 Ergebnisse der Erhebung 112
8.3 Zusammenfassung 117
9. Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Standortbedingungen für Medienstädte der Film- und Fernsehwirtschaft 118
9.1 Aufgabenfeld des Bundes und der Länder 118
9.2 Aufgabenfeld der Kommune 120
9.3 Aufgabenfeld der Studiobetreiber 124
9.4 Zusammenfassung 126
10. Resümee 128
11. Verzeichnisse 13
11.1 Literaturverzeichnis 130
11.2 Internetquellenverzeichnis 137
11.3 Interviewverzeichnis 137
11.4 Abbildungsverzeichnis 140
11.5 Tabellenverzeichnis 140

Automatisiert erstellter Textauszug:

oder die „Telemesse“ in Düsseldorf besucht. Hier geht es in erster Linie nur darum, Präsenz zu zeigen und mit Geschäftspartnern in Kontakt zu bleiben. In den Blickpunkt des Interesses der Film- und Fernsehwirtschaft sind Fachmessen anderer Branchen gerückt. Um neue Kunden zu gewinnen, werden von kleinen Fernsehproduktionen verstärkt Fachmessen der Industrie wie die „Hannover Messe“ oder Dienstleistungsmessen wie z.B. die „Internationale Tourismus Börse (ITB)“ besucht. Denn es sind nicht nur die TV-Sender, die auf dem Markt für Nachfrage sorgen. Immer mehr Unternehmen erkennen die Kommunikationsmöglichkeiten, die über das Medium Fernsehen auch auf dem Übertragungsweg „Internet“ möglich sind. Die Film- und Fernsehwirtschaft hat bereits ein dichtes Netzwerk zur Informationsbeschaffung geknüpft. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass Newsletter und Branchendienste zwar abonniert sind und auch gelesen werden, allerdings in vielen Bereichen keine neuen Informationen bieten. Lokale Newsletter wie z.B. der Newsletter des Medienbüros Wiesbaden oder des privaten Anbieters „Com Cologne“ in Köln finden kaum Beachtung und stellen somit nicht unbedingt eine Standortanforderung dar. Wie bereits in verschiedenen Erhebungen dokumentiert wurde, suchen die Unternehmen der Film- und Fernsehwirtschaft die räumliche Nähe zu einem urbanen Umfeld, um Kreativität entfalten zu können. Während der Befragung auf diese Standortbedingung angesprochen, wurde diese Aussage nicht in jedem Fall bestätigt. Vor allem für technische Dienstleister ist diese Standortbedingung völlig unbedeutend. Die kreativen Köpfe in den Produktionsunternehmen dagegen brauchen ein junges, aufgeschlossenes und attraktives Umfeld zur Anregung der eigenen Kreativität. Es sind die Funktionen und Facetten einer Stadt wie die Kunst-, Theater- oder Kneipenszene, die multikulturelle Vielfalt und die Mischung zwischen städtischem Trubel und Erholungsanlagen, die als Standortbedingung für eine unternehmerische Kreativität gegeben sein muss. Die Film- und Fernsehwirtschaft ist eine moderne Branche, die Trends entwickelt und aufgreift. Ein städtisches Umfeld ist im Gegensatz zu der konservativen Landbevölkerung aufgeschlossener für Trends. Von einigen Interviewpartnern wird allerdings auch die These vertreten, dass Beschäftigte der Branche ihre Kreativität auch im ländlichen Raum entfalten können. Beim Gedankenaustausch über die Standortbedingungen an den jeweiligen Befragungsorten, wurden das Image und die Adresse des jeweiligen Standortes betont. Auch wenn am Standort selbst keine Kunden, Auftraggeber oder Dienstleister in unmittelbarer räumlicher Nähe vorhanden sind, haben die befragten Unternehmen den Standort auf Grund des Images und der Adresse ausgewählt. Für ein bundesweit operierendes Unternehmen in der Film- und Fernsehwirtschaft macht es schon Sinn, [...]

flächen kümmern sich wenig um den Kommunikationsbedarf ihrer Mieter, so dass z.B. nicht alle Standorte mit Restaurationsbetrieben ausgestattet sind. Dabei wird auf die Standortanforderung „Ort der Kommunikation“ von den Interviewpartnern großen Wert gelegt. Um Kontakte zu pflegen und diese Fühlungsvorteile in den regionalen Arbeitsmilieus auszunutzen, werden informelle Veranstaltungen sehr geschätzt. So sind an einigen Standorten Partys der Unternehmen oder „After-Work-Partys“ des Studiobetreibers eine willkommene Möglichkeit, mit dem Nachbarn zu kommunizieren, Kontakte zu pflegen und neue Kontakte aufzubauen. Diese Kontaktpflege findet auch über die Veranstaltungen der Fachverbände der Film- und Fernsehwirtschaft statt. In der Branche ist eine Vielzahl von Fachverbänden tätig, die entweder durch Orts- oder Fachbezug ihre Mitglieder akquirieren. Beim Besuch dieser Fachveranstaltungen wird oftmals der inoffizielle Teil nach den Fachvorträgen oder Diskussionsrunden höher eingestuft als der offizielle Teil. Vor allem beim inoffiziellen Teil, der Party oder dem Stehempfang, können Kontakte gepflegt und ausgebaut werden. Der Inhalt der Fachvorträge ist oftmals schon bekannt. In der Befragung haben allerdings auch Interviewpartner den Standpunkt vertreten, dass so genannte Verbandsarbeit keinen wirtschaftlichen Mehrwert für das Unternehmen erbringt und aus diesem Grund solche Treffpunkte der Branche nicht besucht werden. Fachverbände und Veranstaltungen vor Ort besitzen damit als Standortanforderung nur eine geringe Bedeutung. Ein weiterer Hinderungsgrund liegt in dem kleinen Mitarbeiterstamm der Unternehmen, so dass ein Engagement in den Interessenvertretungen nicht möglich ist. Nicht alle Unternehmen sehen Bedarf, über Verbandsveranstaltungen Personal- und Informationsnetzwerke zu knüpfen. Ähnliche Antworten ergaben sich auf die Frage nach der Standortbedingung „räumliche Nähe zu Messen der Film- und Fernsehwirtschaft“ sowie „Messen als Kommunikationsorte“. Geschäftsabschlüsse werden auf Messen selten getätigt. Messen werden nur genutzt, um Präsenz zu zeigen und wiederum im inoffziellen Rahmenprogramm auf Partys und Empfängen Kontakte zu pflegen. An den Standorten selbst besteht nicht unbedingt Nachholbedarf an Fachmessen. Deshalb bildet eine Messe vor Ort keine bedeutende Standortanforderung. Die Beschäftigen der Film- und Fernsehwirtschaft sind sehr mobil und besuchen aus diesem Grund auch die international bedeutenden Messen wie die „International Broadcasting Convention (IBC)“ in Amsterdam oder die „National Association of Broadcasters (NAB)“ in Las Vegas. Beide Messen werden zur Information über technische Neuheiten und zur Kontaktpflege genutzt. Bei den Messen im deutschen Raum werden die Programmmessen „Medienforum Köln“, „Medientage München“ [...]

Da bei der Herstellung der Film- und Fernsehprodukte in der Regel mit den gleichen Unternehmen zusammengearbeitet wird, hat sich oftmals zwischen den Kooperationspartnern ein persönliches und vertrauensvolles Verhältnis herausgearbeitet. Diese persönlichen Kontakte werden genutzt, um vertrauensvolle Informationen aus der Branche auszutauschen. Die Informationsströme in den regionalen Arbeitsmilieus bilden die Basis für Innovationen auf technischer oder kreativer Ebene. Nach Aussage einiger Interviewpartner wird in der Branche sehr stark „geklatscht und getratscht“. Derartige Informationen sind für die Beschäftigten und Unternehmen der Film- und Fernsehwirtschaft von großer Bedeutung. Die Möglichkeit, an Plätzen, Orten oder Veranstaltungen an diesen Informationsströmen teilnehmen zu können, ist somit eine wichtige Standortanforderung der Film- und Fernsehwirtschaft. Es werden Neuigkeiten zur Personalsituation, zur Auftragslage, zu Projekten und Konzepten sowie Empfehlungen für mögliche Geschäftspartner ausgetauscht. Für die unternehmerische Tätigkeit sind diese Informationen von großer Bedeutung, da man z.B. im Frühstadium einer Projektplanung seine Tätigkeit als Dienstleister oder Zulieferer anbieten kann. Auch die Trends und Entwicklungen der Branche werden über diesen Austausch weitergegeben und jeder Unternehmer kann mit seiner Geschäftsausrichtung auf diese Trends reagieren und Strategien entwickeln. Diese persönlichen Kontakte dienen nicht nur zum Informationsaustausch, sondern auch als Jobbörse. Freie Mitarbeiter bieten regelmäßig ihre Arbeitskraft über persönliche Kontakte an und Unternehmen geben sich gegenseitig Empfehlungen über Firmen und freie Mitarbeiter mit hoher Arbeitsqualität. Darüber hinaus werden die Kontakte von den freien und fest angestellten Mitarbeitern als Medium für die Arbeitsplatzsuche oder den -wechsel eingesetzt. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die Auftragsakquise und Preisabsprache über persönliche Kontakte. Gegenseitig werden Aufträge weitergegeben, die z.B. nicht in das eigene Arbeitsfeld passen. Gemeinsam werden Ausschreibungen durchkalkuliert oder Preisnachlässe abgesprochen. Bei der Fragestellung, wo und wie diese Kontakte gepflegt werden und Informationen ausgetauscht werden, ergibt sich ein unterschiedliches Bild. Von allen Befragten wird die These unterstützt, dass freie Mitarbeiter wegen ihrer vielfältigen Kontakte und beruflichen Engagements eine ideale Informationsquelle darstellen. Neben den Gesprächen während einer Produktion wird die Kommunikation regelmäßig auch bei informellen Veranstaltungen oder Verabredungen gepflegt. Nur an wenigen Medienstandorten besteht die Möglichkeit, z.B. in der Mittagspause oder bei einem Kaffee am Nachmittag diese Kontakte in angenehmer gastronomischer Atmosphäre zu pflegen. Auch die Studiobetreiber als Vermieter großer Büro-, Lager- und Produktions- [...]

Arbeit zitieren:
Drenk, Dirk April 2001: Medienstädte in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Standortfaktor, Medienstadt, Film, Medien, Fernsehen

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