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Medienkompetenz im Informationszeitalter

Medienkompetenz im Informationszeitalter
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Andre Roitzsch
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität - Gesamthochschule Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3134-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3134-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3134-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Roitzsch, Andre September 2000: Medienkompetenz im Informationszeitalter, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sprachkompetenz, Medienkompetenz, Medienpädagogik, Kommunikative Kompetenz, Informationsgesellschaft

Magisterarbeit von Andre Roitzsch

Zusammenfassung:

Die beschleunigten medientechnischen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben unsere Kommunikationsmöglichkeiten und damit auch unser Zusammenleben radikal verändert. Vor allem vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und lebensweltlichen Veränderungen, die sich durch diese Entwicklung bedingt eingestellt haben und in Zukunft noch weiter verschärfen werden, besteht durchaus der Bedarf, sich mit Fragen der - zunächst mal - adäquaten Nutzung von Medien zu beschäftigen. Diese Erkenntnis hat sich verbreitet und schließlich zu der gegenwärtigen Konjunktur des Medienkompetenzbegriffs geführt.

Als problematisch erweist sich in diesem Zusammenhang allerdings die Tatsache, dass die Diskussion um Medienkompetenz häufig in theoretische Grundsatzfragen ausufert und damit auf einem für die pädagogische Handlungspraxis unbrauchbaren Niveau stecken bleibt.

Diese Arbeit beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema Medienkompetenz und verknüpft Aussagen dazu mit den Gegebenheiten des Informationszeitalters. Die zu belegende These der Arbeit ist somit nicht gerade revolutionär:

Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels von der Industrie- zur Informationsgesellschaft stellt die Kompetenz im Umgang mit modernen medientechnischen Errungenschaften (sprich Medienkompetenz) eine Schlüsselqualifikation dar, die es auf verschiedenen Ebenen zu fördern gilt.

Der Unterschied zu vielen anderen Arbeiten mit demselben oder ähnlichem Thema besteht in dem ausdrücklich angestrebten Bezug zur pädagogischen Handlungspraxis: Der hier entwickelte Medienkompetenzbegriff ist (auch) theoretisch fundiert, vor allem aber praktisch relevant. Zudem werden Möglichkeiten für die praktische Anwendbarkeit exemplarisch angesprochen.

Hierzu nähert sich die Arbeit dem Thema Medienkompetenz auf drei unterschiedlichen Ebenen:

Auf der normativen Ebene werden in Teil I zunächst theoretische Grundlagen erarbeitet. Die verwandten Begrifflichkeiten werden geklärt, der Untersuchungsgegenstand Medienkompetenz erhält so ein normativ-ideologisches Fundament.

Anschließend wird in Teil II auf der strategischen Ebene ein Status Quo auf der Grundlage der zuvor getroffenen Aussagen ermittelt.

Auf diese Weise erhält der Medienkompetenzbegriff die Konturen, die schließlich notwendig sind, damit abschließend in Teil III auf der operativen Ebene Folgerungen für die Handlungspraxis herausgestellt werden können.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 4
Teil I - Theoretische Grundlagen
1. Zum Begriff der Medien 8
1.1 Geschichte der Massenmedien 14
1.2 Charakteristika der „Neuen Medien“ 19
2. Zum Begriff der Kompetenz 23
2.1 Die formale Struktur von Kompetenz 24
2.2 Sprachliche Kompetenz 26
2.2.1 Kompetenz und Performanz bei Noam Chomsky 26
2.2.2 Entwicklungspädagogischer Ansatz nach Jean Piaget 28
2.2.3 Gerold Ungeheuer zum Prinzip der sprachlichen Kreativität 29
2.3 Kommunikative Kompetenz 32
2.3.1 Kommunikative Kompetenz bei Dell Hymes 33
2.3.2 Kommunikative Kompetenz bei Jürgen Habermas 35
2.3.3 Kommunikative Kompetenz bei Pierre Bourdieu 37
2.3.4 Die Verwendung von Schemata und Scripts bei Niklas Luhmann 38
3. Medienkompetenz 41
3.1 Medienkompetenz bei Dieter Baacke 42
3.2 Medienkompetenz bei Ralf Vollbrecht 45
3.3 Medienkompetenz in bei Lothar Mikos 47
Teil II - Status Quo der Medienkompetenz
4. Zur Operationalisierbarkeit von Medienkompetenz 53
4.1 Medienkompetenz als Medienmündigkeit 55
4.2 Medienkompetenz als medienspezifische Benutzungsfähigkeit 58
4.3 Formulierung eines Medienkompetenzbegriffs 60
5. Das Informationszeitalter: Warum Medienkompetenz heute so wichtig ist 65
5.1 Massenmedien als (Mit-) Konstrukteure der Wirklichkeit 65
5.2 Medienkompetenz als lebensweltlich verankerte Kulturtechnik 71
5.3 Neue Medien in der Arbeitswelt 76
5.4 Die Notwendigkeit der Förderung von Medienkompetenz 79
5.4.1 Zur Ungleichen Verteilung von Bildungskapital 81
Teil III - Folgerungen für die Handlungspraxis
6. Die Förderung von Medienkompetenz als gesellschaftliche Aufgabe 83
6.1 Aufgaben der Wissenschaft 86
6.2 Aufgaben der Politik 88
6.3 Aufgaben der Wirtschaft 90
7. Das Modell Public-Private-Partnership 93
7.1 Das Europäische Zentrum für Medienkompetenz 96
7.2 Beispiel: Netd@ys NRW - Schulen ans Netz 100
Fazit 105
Literaturverzeichnis 109

Automatisiert erstellter Textauszug:

kationswissenschaft, die sich als interdisziplinäre Wissenschaft mit dem Phänomen menschlicher Verständigung beschäftigt, spielt in diesem Kontext eine gewichtige Rolle. Sie kann wegen der elementaren Bedeutung von Kommunikation für die Gesellschaft ebenso zur Beantwortung gesellschaftlicher Fragen auf individueller und überindividueller beitragen, wie zur Klärung von Fragen bezüglich der eingesetzten Kommunikationsmedien. Dass neben den genannten Disziplinen auch Beiträge beispielsweise aus der Linguistik oder der Psychologie zur Klärung des Medienkompetenzbegriffs herangezogen werden144, verdeutlicht einmal mehr den umfassenden Charakter des Untersuchungsgegenstandes. Dieser Eindruck verstärkt sich noch mit Blick auf die zunehmenden Überschneidungen der beteiligten Disziplinen bei einer intensiveren Untersuchung des Medienkompetenzbegriffs. So wurde beispielsweise die ursprünglich bewahrpädagogische Ausgangsposition der Medienpädagogik, die in den 1960er Jahren die medienbezogene Diskussion des Faches dominierte, in der Vergangenheit zunehmend von einer sozialwissenschaftlichen Position abgelöst, die den Medien eine Bedeutung für die Alltagsbewältigung und Identitätsbildung zuspricht.145 Durch den Bezug zu konkreten kommunikativen Handlungssituationen, der sich aus dieser Perspektive ergab, ist zugleich der Brückenschlag zur Kommunikationswissenschaft vollzogen worden. [...]

Diese vorgeschlagene Dreiteilung der Hauptverantwortlichkeiten ist eine von verschiedenen Möglichkeiten, auch die Förderbeiträge zur Medienkompetenz zu operationalisieren. Gewiss ließen sich darüber hinaus andere gesellschaftliche Subsysteme benennen, die ihrerseits einen wichtigen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Förderung von Medienkompetenz leisten können und müssen (z.B. die von Gapski und Gehrke angesprochene Kultur). Insofern ist eine grobe Differenzierung in die Subsysteme Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zwar gewiss nicht falsch, bleibt jedoch eher oberflächlich. Dieser Umstand wird jedoch angesichts der formulierten Zielsetzung der Arbeit, in begrenztem Umfang mögliche Handlungsvorschläge zu formulieren, in Kauf genommen. Dennoch soll die angesprochene Oberflächlichkeit zumindest ansatzweise begrenzt werden. Daher werden im Folgenden die Aufgaben der drei vorgeschlagenen Bereiche ihrerseits untersucht. [...]

Was bedeuten nun diese Überlegungen für unsere Frage nach den für Förderung von Medienkompetenz zuständigen Akteuren der Gesellschaft? Zunächst nur soviel: die Förderung von individueller Medienkompetenz kann nicht lediglich auf einen speziellen gesellschaftlichen Bereich beschränkt bleiben. Vielmehr müssen sich Akteure aus verschiedenen Handlungsfeldern zusammenschließen, um mit vereinten Kräften - je nach vorhandenen Möglichkeiten - einen Beitrag zu einer gesamtgesellschaftlichen Förderung von Medienkompetenz zu leisten. Die Welt der Medienreflexion und Medienkritik kann vor allem einen Beitrag zur Schaffung von normativen Grundlagen leisten, die als konzeptioneller Leitfaden für mögliche Fördereinrichtungen denkbar wären. Die Perspektive der Welt der markt- und standortorientierten Förderpolitik dagegen hat den Vorteil, dass sie bereits konkrete Mängel benennen kann. Daher ist es vorteilhaft, sie bei der Planung spezieller Projekte zur Förderung von Teilmedienkompetenzen einzusetzen. [...]

Arbeit zitieren:
Roitzsch, Andre September 2000: Medienkompetenz im Informationszeitalter, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sprachkompetenz, Medienkompetenz, Medienpädagogik, Kommunikative Kompetenz, Informationsgesellschaft

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