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Mediale Inszenierungen - Zur Inszenierung von Authentizität am Beispiel von Big Brother und Loft Story

Mediale Inszenierungen - Zur Inszenierung von Authentizität am Beispiel von Big Brother und Loft Story
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Ingo Neuling
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 342,6 KB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7617-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7617-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7617-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Neuling, Ingo Februar 2002: Mediale Inszenierungen - Zur Inszenierung von Authentizität am Beispiel von Big Brother und Loft Story, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Reality Soap, Realitätsfernsehen, Theatralität, Selbstinszenierung, Inszenierungsstrategien

Magisterarbeit von Ingo Neuling

Einleitung:

Die Frage, deren Beantwortung Ziel dieser Arbeit sein wird, ist, wie die Verantwortlichen von Loft Story bereits bei der Planung die Entwicklungen im Loft in ihren Grundzügen vorwegnehmen, den Zuschauer dabei aber möglichst in dem Glauben zu belassen, alles entwickle sich ohne Eingriffe von außen. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit richtet sich demnach auf die mediale Inszenierung von Authentizität.

Gang der Untersuchung:

Ausgegangen wird dabei von den Rahmungen, die der Sendung in vielerlei Gestalt übergestülpt werden. Sie manifestieren sich in dem Regelwerk, dem Wohnraum sowie in der Auswahl und Stilisierung der Kandidaten. Sie geben einen Rahmen vor, innerhalb dessen sich die Geschehnisse zielgerichtet entwickeln und gleichzeitig als authentisch wahrgenommen werden sollen. Ferner sollen die Rahmungen der französischen denen der deutschen Version gegenübergestellt werden, um unterschiedliche Inszenierungsstrategien zu erkennen. Aufgezeigte Unterschiede sollen dann, sofern möglich, auf kulturelle Hintergründe zurückgeführt werden. An dieser Stelle sei angemerkt, dass der Fokus der Arbeit auf der französischen Version ‚Loft Story‘ liegt und Vergleiche, sofern nicht anders vermerkt, mit der ersten Staffel von Big Brother in Deutschland gezogen werden. Dabei wir wie folgt vorgegangen:

Im theoretischen Rahmen soll zunächst auf den Begriff der ‚Authentizität‘, der im Zusammenhang mit dem Gezeigten in den Vorankündigungen missbräuchlich genutzt worden ist, näher eingegangen werden, wobei sowohl die ‚endemolsche‘ Definition als auch die ursprüngliche Bedeutung dargelegt wird.

Weitere, für die Arbeit grundlegende Begriffe, wie die der ‚Theatralität‘, der ‚Inszenierung‘, und der ‚Selbstinszenierung‘ werden anschließend geklärt.

Wie die Ankündigung der Sendung in Frankreich als fiction réelle bereits andeutet, spielt das Format mit den Oppositionen Realität und Fiktion. Inwiefern das Fernsehen allgemein Orientierungsmuster für das ‚reale Leben‘ liefert und wie es zu einem Austausch solcher Muster zwischen Zuschauer und Medium kommt, soll dieses Kapitel abschließen.

Das Big Brother Format wird im allgemeinen als Hybridgenre bezeichnet, d.h., es bedient sich Aspekten, deren Ursprung in unterschiedlichen Genres zu suchen ist. Im dritten Kapitel soll daher das Format in den Kontext des Realitätsfernsehens eingeordnet und einzelne, aus anderen Genres stammende Aspekte aufgezeigt werden.

Im vierten Kapitel werden die Regeln von Big Brother und Loft Story miteinander verglichen. Ziel ist es, markante Unterschiede im Regelwerk aufzuzeigen, die auf unterschiedliche Inszenierungsstrategien und Zielsetzungen zurückzuführen sind.

Die Inszenierung des Wohnraumes wird im fünften Kapitel zu untersuchen sein. Nach einem Exkurs, in dem die Funktionsweise eines Panopticons erklärt werden soll, wird hier die Ausstattung des Loft mit der des Containers verglichen, um etwaige Unterschiede herauszustellen, die wiederum das Geschehen im Loft gezielt beeinflussen könnten.

Im Anschluss daran wird auf den Vorspann von Loft Story, wie er einleitend vor jeder Sendung gezeigt wird, eingegangen. Dazu werden die einzelnen Einstellungen sowie der eingeblendete Text und die verbalen Erläuterungen dargelegt und im Hinblick auf die Steuerung der Erwartungshaltung der Zuschauer untersucht.

Ferner sollen im siebten Kapitel die Bewohner des Loft vorgestellt werden. Die Frage, die es dabei zu beantworten gilt, ist zunächst, wie die geschlechtsspezifische Rollenverteilung gehandhabt wird. Ferner sollen die im Vorfeld präsentierten Persönlichkeitsmerkmale und Charaktereigenschaften der Kandidaten analysiert werden, die bereits auf die von ihnen zu spielende Rolle im Loft hindeuten. Daran anknüpfend soll untersucht werden, welche Inszenierungsstrategien bei den Gewinnern beider Sendungen verfolgt wurden.

Im achten Kapitel wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob es beim Verhalten der Bewohner des Loft und des Containers generell Unterschiede gibt, die sich auf kulturspezifische Hintergründe zurückführen lassen. Dabei wird sich auf die Bereitschaft der Bewohner zur Auflehnung gegen die Autorität (in diesem Fall sind es die Redaktionen) und das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit beschränkt.

Im abschließenden Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
2. Der theoretische Rahmen 5
2.1 Authentizität 5
2.2 Theatralität 10
2.3 Inszenierung 12
2.4 Die Inszenierung des Selbst 14
2.5 Realität und Fiktion 15
3. Big Brother und Loft Story im Kontext des Realitätsfernsehens 17
4. Vergleich der Regelwerke 19
4.1 Big Brother: Die Regeln 19
4.2 Loft Story: Die Regeln 22
4.3 Die Regeln als zielgerichteter Rahmen der Inszenierung 24
5. Die Inszenierung des Wohnraumes 27
5.1 Exkurs: Das Panopticon als Mittel zur Disziplinierung 27
5.2 Der Container von Hürth und das Loft in La Plaine-Saint-Denis 29
6. Der Vorspann von Loft Story 32
6.1 Analyse der Einstellungen 32
6.2 Ästhetik des Vorspanns 34
7. Die Vorstellung der Bewohner 36
7.1 Die geschlechtsspezifische Rollenverteilung 36
7.2 Die Personen der ersten Big Brother Staffel 39
7.3 Die männlichen Bewohner des Loft 42
7.4 Die weiblichen Bewohner des Loft 45
7.5 Die Zusammensetzung der Bewohner als zielgerichteter Rahmen der Inszenierung 47
8. Die Inszenierungsstrategien der Sieger 50
8.1 Loana und Christophe 52
8.2 Brüche in der Inszenierung der anderen Bewohner 54
9. Unterschiede aufgrund kultureller Hintergründe 54
9.1 Verhalten gegenüber den Verantwortlichen von Loft Story 55
9.2 Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit 58
10. Résumée 62
11. Literaturverzeichnis 67
12. Anhang 73

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bei der Vorstellung der männlichen Bewohner hingegen spielt Körperlichkeit nur eine untergeordnete Rolle. Die körperlichen Reize des Mannes sind auf ein Jung-Schlank-Sportlich-Image begrenzt, unterstützt durch das Tragen modischer Kleidung. Nur bei Aziz wird der Oberkörper halbnackt präsentiert, was aber in Richtung eines Machoimages interpretiert werden kann. Vielmehr wird der Charakter stärker akzentuiert. Die verschränkten Arme bei Philippe und Jean-Edouard deuten auf starke, selbstsichere Persönlichkeiten. Christophe ist der ‚Normalo‘ und tanzt ganz einfach. Steevys freche Mimik läßt auf den dahintersteckenden ‚Filou‘ schließen, und Fabrice, der Langhaarige, ist auf sein Äußeres bedacht. Der Mann im Loft ist also eher mit sich selbst beschäftigt, und stellt somit das ‚Objekt‘ dar, welches von den weiblichen Kandidatinnen erobert werden soll. Sie stellen den reagierenden Part im Geschlechterverhältnis, der den Verführungskünsten der Frauen in welcher Weise auch immer begegnen muß. [...]

Im Unterschied zu den männlichen Bewohnern läßt sich bei den weiblichen feststellen, daß die Präsentation ihrer Körper im Vordergrund steht. In bezug auf die Rollenverteilung wird deutlich, daß sich die Rolle der Frau auf die der Verlockung und Versuchung reduziert. Sie stellt ihre körperlichen Reize zur Schau und scheint damit locken und verführen zu wollen. Nur bei Kenza wird ausschließlich ihr Gesicht in Szene gesetzt. Durch ihren Augenaufschlag wird aber auch bei ihr die Verführerin sichtbar. Dies spricht der Frau im Zusammenspiel der Geschlechter den agierenden Part zu. Sie ist es, die mit ihren Reizen eine Reaktion beim anderen Geschlecht hervorrufen möchte, und ergreift somit die Initiative bei der Partnersuche. [...]

Laure ist oben herum nur mit einem BH gekleidet, hält die Arme seitlich ausgestreckt und wackelt mit ihrem Oberkörper. Loana besitzt eine sehr sinnliche Mimik und Gestik. Sie trägt einen weißen Spitzen-BH, und ihre Hände gleiten seitlich an ihrem Oberkörper herunter. Julie zeigt sich in einem luftigen Sommerkleidchen ohne Ausschnitt, jedoch schwingt sie während ihrer Bewegungen den Rock so, daß für einen kurzen Augenblick ihr Slip zu sehen ist. Kimy trägt eine Art gold-glitzerndes Abendkleid mit einem sehr tiefen Ausschnitt und tanzt. Nur bei Kenza sind ausschließlich Kopf und Schulter im Bild zu sehen. Sie trägt eine Art Businessuit, hält die Arme hinter dem Kopf verschränkt und schaut mit kokettem Augenaufschlag von leicht unten zur Kamera hinauf. [...]

Arbeit zitieren:
Neuling, Ingo Februar 2002: Mediale Inszenierungen - Zur Inszenierung von Authentizität am Beispiel von Big Brother und Loft Story, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Reality Soap, Realitätsfernsehen, Theatralität, Selbstinszenierung, Inszenierungsstrategien

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