Master-KAG: Unentbehrliches Instrument in der Investmentfondsbranche oder Auslaufmodell?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anastasia Minker
- Abgabedatum: Dezember 2006
- Umfang: 58 Seiten
- Dateigröße: 660,0 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hessische Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Deutschland
- Bibliografie: ca. 73
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4007-7
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Minker, Anastasia Dezember 2006: Master-KAG: Unentbehrliches Instrument in der Investmentfondsbranche oder Auslaufmodell?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Master KAG, Investmentfonds, Spezialfonds, Fondsbuchhaltung, Risikocontrolling
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Diplomarbeit von Anastasia Minker
Einleitung:
Die Master-KAG ist in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Trends in der deutschen Investmentfondsbranche geworden. Zum einen durch das Rundschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom 06. Dezember 2001, das es den Kreditinstituten1 ermöglichte, bestimmte Prozesse an Dritte auszulagern. Zum anderen durch die gestiegenen Serviceanforderungen der Kunden an eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG) sowie den zunehmenden Druck, die Spezialfondsanlagen zu optimieren.
Bei einer Master-KAG handelt es sich um eine Kapitalanlagegesellschaft, die hauptsächlich administrative Aufgaben wie Fondsbuchhaltung und Berichtswesen übernimmt. Das Portfoliomanagement des i.d.R. in mehrere Segmente aufgeteilten Masterfonds wird ganz oder teilweise an verschiedene externe Asset Manager oder Berater ausgegliedert. Das Aufbrechen der Wertschöpfungskette führt zu einer verbesserten Rollenverteilung bei der Verwaltung von Vermögen. Viele institutionelle Investoren tendieren immer mehr zu arbeitsteiligen Strukturen und betrauen unterschiedliche Anbieter mit dem Management der Vermögenswerte und der eigentlichen Verwaltung.
Die Zielsetzung dieser Diplomarbeit besteht in einer detaillierten Analyse der Master-KAG im Allgemeinen und der Zukunftschancen und Risiken des Geschäftsmodells im Speziellen. Dabei wird untersucht, ob die Master-KAG auch in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen in der deutschen Investmentfondsbranche einschließlich der veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und der neuen Herausforderungen im Wettbewerb ihre Attraktivität beibehält.
Eine eingehende Beschreibung des Konzepts Master-KAG in einer kritischen und umfassenden Betrachtung der aktuellen Marktsituation für die Anbieter der Master- KAG-Lösungen stellt einen zentralen Bestandteil der Arbeit dar.
Aufbau der Arbeit:
Die vorliegende Arbeit, gegliedert in fünf Kapitel, beschäftigt sich primär mit dem deutschen Spezialfondsmarkt und untersucht das Modell Master-KAG als unentbehrliches Instrument in der Investmentfondsbranche.
Das zweite Kapitel enthält grundlegende Informationen zu dem Anlageinstrument Spezialfonds. Zunächst werden die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert. In diesem Zusammenhang werden die Rollen der Kapitalanlagegesellschaft und der Depotbank definiert. Darüber hinaus wird ein Überblick über die historische Entwicklung und die Vorteile der Anlage in Spezialfonds gegeben.
Das dritte Kapitel setzt sich aus sieben Abschnitten zusammen. In diesen findet zuerst eine Begriffsdefinition der Master-KAG statt, die Entstehung des Geschäftsmodells und die Vorraussetzungen für die Gründung werden aufgezeigt. Darauf folgt die Übersicht der Kernkompetenzen und besonderen Ausprägungen der Master-KAG. Die Beschreibung von Vor- und Nachteilen der Master-KAG-Lösung schließt das dritte Kapitel ab.
Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den aktuellen Entwicklungen auf dem Markt für die Anbieter der Master-KAG-Lösungen in Deutschland, dabei werden die führenden Gesellschaften eingehender betrachtet. Auf die steigende Konkurrenz mit Global Custodians wird ebenfalls eingegangen. Darauf folgend werden die wichtigsten Kriterien für die Auswahl einer Master-KAG aufgezeigt.
Die Arbeit endet mit einer Zusammenführung der Themenkomplexe aus den vorangegangenen Kapiteln. Hierbei wird die Frage untersucht, ob die Master-KAG ein unentbehrliches Instrument in der Investmentfondbranche darstellt oder bereits ein Auslaufmodell ist.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV |
| II. | ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VI |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | AUFBAU DER ARBEIT | 2 |
| 2. | GRUNDLAGEN SPEZIALFONDS | 2 |
| 2.1 | GESETZLICHE BESTIMMUNGEN | 3 |
| 2.2 | DIE FUNKTION DER KAPITALANLAGEGESELLSCHAFT | 5 |
| 2.3 | DIE FUNKTION DER DEPOTBANK | 6 |
| 2.4 | ANLEGERKREIS | 7 |
| 2.5 | HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES SPEZIALFONDS | 9 |
| 2.6 | VORTEILE DES SPEZIALFONDS | 11 |
| 3. | MASTER-KAG-KONZEPT | 12 |
| 3.1 | DEFINITION DES BEGRIFFS MASTER-KAG | 13 |
| 3.2 | ENTSTEHUNG DES GESCHÄFTSMODELLS | 15 |
| 3.3 | VORAUSSETZUNGEN FÜR DAS ANGEBOT EINER MASTER-KAG | 17 |
| 3.4 | KERNKOMPETENZEN EINER MASTER-KAG | 18 |
| 3.4.1 | Fondsadministration und Fondsbuchhaltung | 19 |
| 3.4.2 | Konsolidiertes Reporting | 20 |
| 3.4.3 | Risikocontrolling | 21 |
| 3.4.4 | Performance-Messung | 23 |
| 3.4.5 | Zusatzdienstleistungen | 24 |
| 3.5 | AUSPRÄGUNGEN EINER MASTER-KAG | 26 |
| 3.5.1 | Echter vs. virtueller Masterfonds | 26 |
| 3.5.2 | Klassisches Advisory- oder Outsourcing-Modell | 28 |
| 3.6 | VORTEILE EINER MASTER-KAG-LÖSUNG | 31 |
| 3.6.1 | Aus Sicht des Investors | 31 |
| 3.6.2 | Aus Sicht der Master-KAG | 32 |
| 3.7 | NACHTEILE EINER MASTER-KAG-LÖSUNG | 33 |
| 4. | DER MARKT FÜR MASTER-KAGEN | 35 |
| 4.1 | MARKTGRÖßE UND –ENTWICKLUNG | 35 |
| 4.2 | MARKTTEILNEHMER UND GESCHÄFTSMODELLE | 37 |
| 4.3 | GESCHÄTZTES MARKTPOTENZIAL | 39 |
| 4.4 | MASTER-KAG VS. GLOBAL CUSTODIANS | 40 |
| 4.5 | AUSWAHL EINER MASTER-KAG | 42 |
| 5. | ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBETRACHTUNG | 43 |
| 5.1 | CHANCEN UND RISIKEN | 43 |
| 5.2 | ZUKUNFT DES GESCHÄFTSMODELLS | 44 |
| III. | LITERATURVERZEICHNIS | VII |
Textprobe:
Kapitel 3.4.5, Zusatzdienstleistungen:
Die Kernaufgaben wie Administration und Fondsbuchhaltung, einheitliches Reporting oder Risiko- und Performance-Messung stellen derzeit keine Herausforderungen mehr an eine Master-KAG dar, wie das in der Pionierzeit in den 90er Jahren der Fall war. Vielmehr versuchen die konkurrierenden Master-KAGen sich durch die Erweiterung des Dienstleistungsangebots um die sog. Add-On- Services voneinander zu differenzieren. Es wird immer deutlicher, dass der zukünftige Erfolg einer Master-KAG in hohem Maße von der Fähigkeit abhängt, dem Kunden neben den standardisierten Dienstleistungen auch maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können.
Zu den erweiterten Dienstleistungen der Master-KAG zählen u.a.:
Performance-Attributionsanalyse.
Im Rahmen der Performance-Attributionsanalyse wird der Ertrag aus der Kapitalanlage in die einzelnen Erfolgsfaktoren aufgesplittet. Es geht um die Feststellung, wie es zur erreichten Wertentwicklung des Anlagevermögens gekommen ist. Dabei wird die Performance auf Asset-Klassen, Märkte und ggf. Einzeltitel heruntergebrochen. Ferner wird untersucht, in welchen Asset-Klassen bzw. Regionen Investitionen den größten Profit erzielt haben.
Overlay Management.
Weiterhin wird den institutionellen Anlegern eine Vielzahl unterschiedlichster Overlay-Wertsicherungsstrategien angeboten. Generell handelt es sich hierbei um ein zentralisiertes, segmentübergreifendes Rendite- und Risikomanagement. Folglich bietet sich ein Masterfonds optimal als Grundlage für das Overlay Management, da durch die Aggregation der Risiken die Korrelation zwischen verschiedenen Vermögenswerten berücksichtigt werden kann. Außerdem kann eine Overlay-Strategie auch auf die Erzielung der Zusatzerträge gerichtet sein. Für Overlay Management wird meist ein separates Segment innerhalb des Masterfonds eingerichtet.
Strategische Asset Allocation.
Immer mehr institutionelle Anleger wünschen Unterstützung durch die Master-KAG bei der Entwicklung des Anlagekonzeptes im Hinblick auf die langfristige Aufteilung des Anlagevermögens auf verschiedene Regionen, Anlageklassen und -segmente. Diese Entscheidung hängt im Wesentlichen von der Renditeerwartung und Risikoneigung des Anlegers ab.
Asset Liability Management.
Asset Liability Management stellt einen Abgleich der Kapitalverpflichtungen auf der Passivseite mit den Erträgen der Kapitalanlage auf der Aktivseite der Bilanz dar und wird vornehmlich bei Verwaltung von Pensionsgeldern nachgefragt. Somit ist das professionelle Asset Liability Management eine wichtige Angebotskomponente für Versicherungen und Pensionskassen. Laut neuesten Umfragen der Heissmann Investoren Studie 2006 steuern bereits zwei Drittel der befragten Anleger ihre Portfolien unter Anwendung von Asset Liability Management.
Commission-Recapture-Programme.
Durch die Commission-Recapture-Programme wird dem Anleger die Möglichkeit geboten seine Transaktionskosten zu reduzieren, da bei bestimmten Orders, die mit im Vorfeld festgelegten Brokern gehandelt werden, etwa die Hälfte der Kommissionen rückvergütet und zwischen dem jeweiligen Service Provider und dem Fonds aufgeteilt wird.
Administration von Direktanlagen, Transaktionskostenanalyse und Wertpapierleihekonzepte.
Darüber hinaus kann die Master-KAG den Anleger bei der Administration von Direktanlagen entlasten, die Abwicklungskosten mithilfe von durchgehender Transaktionskostenanalyse reduzieren oder aber auch die Erträge durch den Einsatz von Wertpapierleihe steigern.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836640077
Arbeit zitieren:
Minker, Anastasia Dezember 2006: Master-KAG: Unentbehrliches Instrument in der Investmentfondsbranche oder Auslaufmodell?, Hamburg: Diplomica Verlag
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Master KAG, Investmentfonds, Spezialfonds, Fondsbuchhaltung, Risikocontrolling



