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Maßnahmen zur Umstrukturierung und Organisationsentwicklung eines internationalen Unternehmens

Entwicklung von generischen Role Profiles und Job Families

Die Diplomarbeit wurde 2005 als beste Diplomarbeit der Pädagogischen Hochschule Freiburg ausgezeichnet.
Maßnahmen zur Umstrukturierung und Organisationsentwicklung eines internationalen Unternehmens
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jochen Schäble
  • Abgabedatum: September 2004
  • Umfang: 180 Seiten
  • Dateigröße: 6,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Pädagogische Hochschule Freiburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9595-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9595-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9595-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Diplomarbeit wurde 2005 als beste Diplomarbeit der Pädagogischen Hochschule Freiburg ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Schäble, Jochen September 2004: Maßnahmen zur Umstrukturierung und Organisationsentwicklung eines internationalen Unternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tätigkeitsanalyse, Personalentwicklung, Fortbildung, Stellenbeschreibung, Business Process Reengineering

Diplomarbeit von Jochen Schäble

Einleitung:

Technologische Veränderungen, steigender Konkurrenzdruck durch internationalen Wettbewerb und ständig neue Auflagen und Rahmenbedingungen fordern von Unternehmen und Organisationen ein verstärktes Veränderungsbewusstsein und zunehmende Wandlungsbereitschaft. Unternehmen müssen sich, um am Markt bestehen zu können, einer ganzen Reihe von strategischen, strukturellen und personellen Herausforderungen stellen.

Dies lässt sich am Beispiel der Unternehmensentstehung von Novartis veranschaulichen. Novartis wurde 1996 durch die Fusionierung der Firmen Ciba-Geigy und Sandoz gegründet, was zur damaligen Zeit den bisher größten Unternehmenszusammenschluss in der Geschichte darstellte. Novartis ist ein weltweit führendes Unternehmen im Gesundheitswesen mit seinem Kerngeschäft in den Bereichen Pharma, Consumer Health, Generika, Augenheilmittel und Tiergesundheit und hat ihren Hauptsitz in Basel (Schweiz). 2004 beschäftigt der Konzern weltweit rund 80 000 Mitarbeiter in über 140 Ländern. Forschung, Entwicklung und Produktion von Pharmazeutika ist sehr anspruchsvoll und deshalb in ein komplexes System eingebunden, welches ein hohes Maß an Arbeitsteilung, Spezialisierung, Kompetenzen und Kooperation erfordert.

Ein System kann aufgrund von Strukturveränderungen, die beispielsweise durch eine Fusion provoziert werden, sehr unterschiedlich reagieren. Den positiven Folgen wie der Bildung von Kompetenzgemeinschaften, Wegfall von Wettbewerbern und Schaffung von Synergieeffekten stehen kontraproduktive Folgen wie die organisatorische Neugestaltung, Konfrontation unternehmerischer Traditionen mit den Veränderungen sowie die Verantwortung für die Belegschaft gegenüber. Der Zusammenschluss von Ciba-Geigy und Sandoz zu Novartis bedeutete auch ein Aufeinandertreffen zweier vom Unternehmensstil sehr unterschiedlicher Systeme. Dies konfrontierte die betroffenen Mitarbeiter und Führungskräfte mit einschneidenden Veränderungen in ihrer gewohnten Unternehmensstruktur sowie Unternehmenskultur.

Problemstellung:

In dieser Arbeit wird eine organisatorische und gleichzeitig personelle Strukturierungsmaßnahme des Unternehmens behandelt. Sie verbindet sich mit einem Organisations- und Personalentwicklungsprojekt, welches das Management vor einigen Jahren mit dem Ziel startete, Jobfamilien (engl. job family) und Rollenprofile (engl. role profile) zu entwickeln.

Jobfamilien sollen dabei als Kategorisierungsmodell für sämtliche Jobs der Chemischen Produktion dienen, die im Unternehmen existieren. Ähnliche Jobs werden einer Jobfamilie zugeordnet. So können sich in der Organisation, je nach Einteilungs- und Gewichtungsalgorithmus, eine bestimmte Anzahl von Jobfamilien herauskristallisieren. Traditionen, Fusionen, strukturelle/personelle Veränderungen und teilautonome Entwicklungen in einzelnen Betrieben führten mit der Zeit zu einer Vielzahl von Jobs, Positionen, Stellen und ebenso vielen unterschiedlichen Bezeichnungen.

Dies provozierte zwangsläufig Unübersichtlichkeit, Verwirrung und mangelnde Gleichbehandlung von Mitarbeitern zwischen den einzelnen Betrieben. Durch Entwicklung von Rollenprofilen soll diesem Ausufern begegnet werden. Rollenprofile lassen sich als abstrahierte Stellenbeschreibungen verstehen. Sie beinhalten ausschließlich die Komponenten, welche unabhängig von einer bestimmten Abteilung, Person oder einem bestimmten Betrieb sind. Deshalb werden sie auch als generisch bezeichnet. Alle Mitarbeiter, die der gleichen Jobbezeichnung zugeordnet werden (Meister, Vorarbeiter) müssen, egal wo, mit wem und unter welchen Vorgesetzten sie arbeiten, bis zu einem gewissen Grad identische Aufgaben und Anforderungen erfüllen.

Rollenprofile umfassen den größten gemeinsamen Nenner für alle typischen und üblichen Aufgaben und Anforderungen in einem Job und bilden die Bausteine für Jobfamilien. Jede Jobfamilie setzt sich durch eine bestimmte Zahl von Rollenprofilen zusammen. Mit den Rollenprofilen werden die unterschiedlichen Abstufungen nach Anspruch und Verantwortungsfülle definiert und es wird festgelegt, welche Indikatoren maßgeblich für den Unterschied zwischen den einzelnen Stufen im hierarchischen Gefüge der Jobfamilie sind.

Ziel dieser Maßnahme ist es, eine Bilanzierung vorhandener Jobs vorzunehmen und überflüssige auszusondern. Des Weiteren sollen durch Um- und Neustrukturierung mehr Transparenz und Entwicklungsperspektiven für Mitarbeiter und Führungskräfte geschaffen werden. Rollenprofile sollen schließlich auch als systematische Basis für eine Neuauflage der individuellen Stellenbeschreibungen dienen.

Gang der Untersuchung:

In der vorliegenden Arbeit wird ein Ausschnitt dieses Projektes beispielhaft abgebildet. Dabei wird von der Abteilung Chemische Produktion der Schweizer Betriebe die Jobfamilie Produktion herausgegriffen. Die Hauptaufgabe dabei ist, für diese Jobfamilie die erforderlichen Rollenprofile zu ermitteln und anschließend zu entwickeln.

Dies geschieht in standardisierter Form anhand eines Formulars, welches vom Management des Unternehmens entworfen und bereitgestellt wird. Darauf stützt sich auch der empirische Teil dieser Arbeit. Für die Formulierung der Profile wird ein speziell für diesen Zweck entwickeltes qualitatives Verfahren verwendet. Die Untersuchung erfolgt durch eine Folge von mehreren Workshops, deren Teilnehmer sich aus unterschiedlichen Betrieben und unterschiedlichen Hierarchiestufen zusammensetzen. Dabei werden Ergebnisse der einzelnen Workshops von den Teilnehmern der Folgeworkshops sukzessive verbessert, sowie die Auswertung und Interpretation der Daten den Teilnehmern überlassen. Die fertig gestellten Rollenprofile werden am Schluss dieser Arbeit inhaltlich zusammengefasst, gegenübergestellt und kommentiert.

Dementsprechend gestaltet sich die Gliederung der Diplomarbeit: In Kapitel 1 werden die Ausgangssituation des Unternehmens, die Standortbestimmung der Untersuchung und der Zweck der systematischen Entwicklung von Anforderungsprofilen erläutert. Letzteres legt die Wahl eines arbeitsanalytischen Verfahrens zur Datengewinnung nahe, das als Grundlage für die Entwicklung ausgewählter Organisationsinstrumente (Jobfamilien Rollenprofile und Stellenbeschreibungen) dienen soll.

In Kapitel 2 werden allgemeine Begriffe geklärt, die ausgewählten Organisationsinstrumente erläutert und in einen Zusammenhang gestellt.

In Kapitel 3 wird genauer auf das zentrale Organisationsinstrument Rollenprofil eingegangen und inhaltlich der Stellenbeschreibung gegenübergestellt. Dabei wird besonders auf die Novartis-Fähigkeiten sowie Werte und Verhaltensweisen eingegangen, die vom Unternehmen im Rollenprofil eingesetzt wurden und in keiner ‚üblichen’ Stellenbeschreibung zu finden sind. Das Phänomen Unternehmenskultur wird erläutert und der Zusammenhang zur Organisationsentwicklung hergestellt.

In Kapitel 4 wird die qualitative und quantitative Vorgehensweise empirischer Forschung diskutiert und die Methodenwahl aufgrund der Rahmenbedingungen, welche die Untersuchung beeinflussen, eingeschränkt. Die Entscheidung eine qualitative Methode zu verwenden wird durch die Ergebnisse eines Pretests unterstützt.

In Kapitel 5 werden die verwendeten Methoden der empirischen Untersuchung beschrieben und auf mögliche Beurteilungsfehler hingewiesen. Beim empirischen Verfahren handelt es sich schwerpunktmäßig um einen Methodenmix aus Expertenbefragung und Gruppendiskussion, welcher in der Durchführung mehrerer Workshops seine Ausprägung findet. Der planmäßige Verlauf der Workshops, die Teilnehmerzusammensetzung, die verwendeten Hilfsmittel und das Prinzip der Datenerhebungs- und Rückkoppelungsmethode, welches die Sammlung und Interpretation der Daten bei den Teilnehmern belässt, werden erläutert und begründet.

Eine Darstellung der Ergebnisse und eine zusätzliche Auswertung erfolgt in Kapitel 6. Dort werden die erarbeiteten Rollenprofile anhand ihrer Kriterien (Hauptverantwortlichkeiten, Funktionsumfang etc.) miteinander verglichen, um die Unterschiede der einzelnen Profile aufzuzeigen. Anschließend werden noch Aspekte angesprochen, die sich im Zusammenhang mit dem empirischen Verfahren ergeben haben oder denen aufgrund der Teilnehmerbeiträge ein hoher Stellenwert beigemessen wurde (Entwicklungsperspektiven, Ausbildungsvoraussetzungen etc.).

In Kapitel 7 werden wichtige Punkte des empirischen Verfahrens im Rückblick beurteilt. Speziell die Konzeption der Workshops und die Teilnehmerbeteiligung werden dabei herausgegriffen. Im Ausblick werden Anregungen für die Implementierung und Wirkungskontrolle der Organisationsinstrumente gemacht und auf den Prozesscharakter dieser Arbeit hingewiesen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Vorwort 6
Einleitung 7
1. Vorüberlegungen, Datengrundlage und Organisationsinstrumente 11
1.1 Anforderungsprofil und Persönlichkeitsprofil 11
1.2 Herausforderung für das Unternehmen 13
1.3 Platzierung der Untersuchung im Unternehmen 14
1.4 Ausgangssituation 15
1.5 Ressourcen und Materialien des Unternehmens 16
1.6 Arbeitsanalyse als Grundlage zur Datengewinnung 17
1.7 Verhältnis zwischen Wissenschaft und Praxis 19
1.8 Einsatz von Organisationsinstrumenten 21
2. Begriffsbestimmungen aus theoretischem und praktischem Blickwinkel 22
2.1 Definition allgemeiner Begriffe 22
2.2 Jobfamilie 24
2.3 Rollenprofil 29
2.4 Ziele und Vorteile von Jobfamilien und Rollenprofilen 31
2.5 Bedeutung der Jobfamilien und Rollenprofile für das Unternehmen 32
2.6 Probleme und Nachteile von Jobfamilien 33
2.7 Die Stellenbeschreibung 34
2.7.1 Ziele von Stellenbeschreibungen 35
2.7.2 Kriterien einer Stellenbeschreibung 36
2.7.3 Vor- und Nachteile von Stellenbeschreibungen 38
2.8 Zusammenhang und Beziehung der Organisationsinstrumente 39
3. Entstehung und Wirkungsbereich von Rollenprofilen 41
3.1 Von der Stellenbeschreibung zum Rollenprofil 41
3.1.1 Rollenprofil in Kombination mit stellenspezifischen Ergänzungen 42
3.1.2 Stellenbeschreibung versus Rollenprofil 43
3.2 Unternehmenskultur 46
3.3 Zusammenhang mit Organisationsentwicklung (OE) 49
3.3.1 Begriffsbestimmung Organisationsentwicklung 49
3.3.2 OE im Zusammenhang mit Jobfamilien und Rollenprofilen 50
4. Information und Vorüberlegungen zum empirischen Teil 51
4.1 Quantitative Sozialforschung 51
4.2 Qualitative Sozialforschung 52
4.3 Vorgehensweise und Forschungsdesign 53
4.4 Weitere Rahmenbedingungen 54
4.4.1 Situative Implikationen 54
4.4.2 Qualitätssicherung der Ergebnisse aufgrund direkter Mitarbeiterbetroffenheit 54
4.4.3 Bereitschaft zur Nutzung und Anwendung der Rollenprofile 55
4.4.4 Berücksichtigung schon erarbeiteter arbeitsanalytischer Daten 56
4.4.5 Komplexität des Untersuchungsgegenstandes 58
4.4.6 Abstufung von Kompetenzen und Verantwortlichkeiten 59
4.5 Pretest bzw. Vorbefragung 59
4.5.1 Inhalt und Ablauf 59
4.5.2 Auswertung und Rückmeldung 60
4.6 Entscheidung für das qualitative, direkte Forschungsdesign 61
5. Methoden und empirischer Verlauf 62
5.1 Inhaltsanalyse 62
5.2 360-Grad Feedback 62
5.3 Expertenbefragung bzw. Experteninterview 63
5.3.1 Definition 63
5.3.2 Umsetzung der Expertenbefragung 64
5.3.3 Spezielle Expertenbefragung: Die Delphi-Methode 65
5.4 Gruppendiskussion 66
5.4.1 Definition 66
5.4.2 Vorteile der Gruppendiskussion 67
5.4.3 Nachteile der Gruppendiskussionen 69
5.5 Survey Feedback bzw. Datenerhebungs- und Rückkoppelungsmethode 70
5.6 Überblick 71
5.7 Mögliche Beurteilungsfehler 72
5.7.1 Selbst- und Fremdbild 72
5.7.2 Hierarchie-Effekt 73
5.7.3 Maßstab-Fehler 73
5.7.4 Soziale Erwünschtheit 73
5.8 Ablauf des empirischen Teils 74
5.8.1 Methodenmix 75
5.8.2 Teilnehmer 77
5.8.3 Zielgruppe 79
5.8.4 Hilfsmittel 79
5.8.5 Geplanter Ablauf des Workshops 79
5.8.6 Auswertung und Interpretation der Daten 80
5.8.7 Anonymität der (Zwischen)Ergebnisse 81
6. Auswertung und Ergebnisse 82
6.1 Einzelauswertung: Ergebnisse im direkten Zusammenhang mit den Rollenprofilen 82
6.1.1 Allgemeines 83
6.1.2 Zweck der Rolle und Hauptverantwortlichkeiten 84
6.1.3 Key Performance Indicators (KPI) 86
6.1.4 Rollenumfang 88
6.1.5 Optimale Vorkenntnisse 89
6.1.6 Fachwissen/berufliche Kenntnisse und Fähigkeiten 90
6.1.7 Novartis Fähigkeiten 91
6.2 Notwendige Modifikation des empirischen Verlaufes 94
6.3 Mangelnde Kenntnis über die Bedeutung der Organisationsinstrumente 94
6.4 Interpretationsunterschiede zwischen den einzelnen Betrieben 95
6.5 Reduzierung der Anzahl der Rollenprofile 96
6.6 Hierarchische Struktur in der Produktion für Mitarbeiter ohne akademische Ausbildung 97
6.7 Sprache und Formulierung 97
6.8 Breites Spektrum an Gehalts- bzw. Funktionsstufen 98
6.9 Karrierechancen und Aufstieg in der Hierarchie 98
6.10 Lehre bzw. Ausbildung als Mindesteinstellungskriterium 100
6.11 Position des Meisters als Zäsur in der Karriereentwicklung? 101
6.12 Fokussierung auf Richtlinien, Prozeduren und Verhaltensweisen 101
7. Beurteilung und Ausblick 103
7.1 Anmerkungen zur Verfahrensweise 103
7.2 Interaktion 105
7.3 Teilnehmerberücksichtigung 105
7.4 Offenlegung von Karriereperspektiven 106
7.5 ‚Rollout’ der Organisationsinstrumente und dessen Implikationen 106
7.6 Erfolgskontrolle der Organisationsinstrumente 108
7.7 Resümee 109
7.8 Schlussbemerkung 110
I. Abkürzungen 111
II. Abbildungsverzeichnis 112
III. Tabellenverzeichnis 113
IV. Verwendete Literatur 114
V. Verzeichnis Anhang 121
Formular: Rollenprofil 123
Formular: Ergänzende Information zum Rollenprofil (fakultativ) 125
Auswahl der Photodokumentationen 126
Tätigkeitsliste: Produktion 131
Zusammenfassung von Workshop I vom 23.03.2004 133
Zusammenfassung von Workshop II vom 11.05.2004 139
Zusammenfassung von Workshop III vom 28.05.2004 147
Zusammenfassung von Workshop IV vom 29.06.2004 157
Rollenprofil: Meister 168
Rollenprofil: Vorarbeiter 171
Rollenprofil: Technischer Assistent 174
Rollenprofil: Gruppenführer 177
Rollenprofil: Prozessmitarbeiter 180

Automatisiert erstellter Textauszug:

entwickelt werden soll. Offene Fragen können, wie der Vorversuch zeigte, bei Einzelbefragungen nicht oder nur sehr unbefriedigend beantwortet werden, da sich die Teilnehmer überfordert fühlten. Diese Erfahrung entspricht den Einwänden, die gemacht werden, Stelleninhaber bei der Beschreibung ihrer Arbeit mit einzubeziehen: „- Der ungeschulte Mitarbeiter ist nicht in der Lage sich so auszudrücken, dass die einzelnen Tätigkeiten genügend klar erkannt und beschrieben werden. - Die Mitarbeiter der unteren Tarifgruppen haben Schwierigkeiten beim Formulieren hrer i Gedanken.“70 Um eine sinnvolle Mitwirkung einzelner Mitarbeiter dennoch gewährleisten zu können, muss deshalb ein anderer Weg beschritten werden. Die Alternative, im Rahmen einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit zum Ziel zu kommen, rückt immer näher. 4.6 Entscheidung für das qualitative, direkte Forschungsd esign [...]

Die Beantwortung der genannten Fragen bereitete z. T. erhebliche Probleme. Deshalb ist es wenig hilfreich, die Ergebnisdaten zu beurteilen, sondern vielmehr die Reaktion der Befragten, welche viel deutlichere Hinweise auf die Auswahl und Durchführbarkeit des Forschungsverfahrens geben. Sowohl die Quantität als auch Qualität der Beiträge waren unbefriedigend; besonders die Bearbeitung der dritten Aufgabe machte Schwierigkeiten und stieß auf Unverständnis. Dabei reichten die negativen Reaktionen von Überforderung, Frustration, Formulierungsschwierigkeiten bis hin zu Verweigerung. Auffallend bei der inhaltlichen Beurteilung war vor allem, dass zwar Angaben zu technischen Inhalten gemacht werden konnten, inhaltliche Aspekte zu Verhalten, Führung und Verantwortung ausgelassen oder nur fragmentarisch behandelt wurden. Da es sich um eine Vorbefragung handelt, wird auf die Auflistung der Ergebnisse verzichtet. Die Reaktionen der Teilnehmer weist aber deutlich darauf hin, dass die Erfolgsaussichten das Verfahren via Fragebogen durchführen zu können eher gering sind. Geschlossene Fragen (multiple -choice, skalierte Fragen) sind in diesem Zusammenhang sehr schwierig zu formulieren und bergen Gefahr, nicht das wiederzugeben was [...]

In vielen Punkten, gerade wenn es um Delegation und Zuteilung von Kompetenzen geht, ist es notwendig, eine kontinuierliche Steigerung von Verantwortlichkeiten zu erzeugen. Die einzelnen Rollenprofile stehen in direkter Abhängigkeit zueinander. Diese Abstufungen lassen sich am effektivsten in gemeinschaftlicher Diskussion entwickeln und den entsprechenden Rollenprofilen zuordnen. Am einfachsten wird dies durch folgendes Beispiel erlä utert: In der Diskussion stellte sich heraus, dass von einem Prozessmitarbeiter Konfliktfähigkeit bis zu einem gewissen Grad erwartet wird. Zumindest sollte er offensichtliche Konflikte ansprechen und die Standpunkte anderer respektieren können. Für eine F ührungskraft, einen Vorarbeiter beispielsweise fällt der Anspruch höher aus; er soll in der Lage sein, Konflikte rechtzeitig zu erkennen und konstruktiv zu lösen. Der Führungsverantwortung und Führungskompetenz des Meisters wird noch hinzugefügt, dass er i Konflikten vermitteln kann, im Vorfeld aber vor n allem Konfliktpotential erkennen und abbauen können muss, also in der Pflicht der Prävention steht. Wenn ein Mitarbeiter Konfliktpotential erkennt und es unterlässt, entsprechende Maßnahmen anzustoßen, ist der Schaden im Vergleich geringer, als wenn eine Führungskraft, die nicht nur für sich sondern auch für andere verantwortlich ist, in diesem Zusammenhang versagt. Deshalb werden Kompetenzen festgelegt und Mitarbeiter dafür ausgebildet und eingesetzt. Kompetenzen lassen sich dabei nicht immer absolut darstellen; ein Kompetenzgefälle steht meist in einem relativen Zusammenhang. Die Kriterien lassen sich am einfachsten im Verhältnis zum nächst höher bzw. nächst tiefer angesiedelten Rollenprofil betrachten. Ein horizontaler, direkter Vergleich ist in der Praxis am einfachsten herzustellen, indem im Rahmen einer Expertengruppe die einzelnen Kriterien gesammelt, diskutiert und sich auf eine hierarchische Abstufung einig wird. 4.5 Pretest bzw. Vorbefragung [...]

Arbeit zitieren:
Schäble, Jochen September 2004: Maßnahmen zur Umstrukturierung und Organisationsentwicklung eines internationalen Unternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tätigkeitsanalyse, Personalentwicklung, Fortbildung, Stellenbeschreibung, Business Process Reengineering

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