Die Marte Meo Methode als besondere Art der Förderung im heilpädagogischen Voltigieren und Reiten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tessa Schleifenbaum
- Abgabedatum: März 2010
- Umfang: 135 Seiten
- Dateigröße: 6,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
- Bibliografie: ca. 117
- ISBN (eBook): 978-3-8428-1257-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schleifenbaum, Tessa März 2010: Die Marte Meo Methode als besondere Art der Förderung im heilpädagogischen Voltigieren und Reiten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Marte Meo, Reittherapie, Entwicklungspsychologie, Förderung, Voltigieren
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Diplomarbeit von Tessa Schleifenbaum
Einleitung:
Beziehungsanbahnung und Beziehungsgestaltung sind im Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren die Basisbausteine einer gelungenen therapeutischen Intervention. Weniger die Methode sondern der Beziehungsgehalt zwischen Therapeut und Klient sind für den Therapieerfolg von zentraler Bedeutung. Dies deckt sich mit den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen. Dabei schwindet gerade in der heutigen Zeit immer mehr eine zwischenmenschliche Verbindlichkeit und emotionale Nähe. Ebenso ist elterliches Verhalten zunehmend von Distanz und kognitiver Stimulation gekennzeichnet, weniger durch emotionale Wärme, Intuition und Verbundenheit. Intuitive, kulturübergreifende elterliche Kompetenzen geraten mehr und mehr in Vergessenheit. Wie können Eltern wieder einen Zugang zu diesen verschütteten intuitiven Kompetenzen finden? Wie genau funktioniert Beziehungsaufbau und wie kann eine positive, entwicklungsförderliche Interaktion zwischen Eltern und Kindern, aber auch zwischen Therapeuten/Pädagogen und Klienten gestaltet werden? Genau an dieser Fragestellung knüpft die Marte Meo-Methode an.
Auf der Basis klinisch- und entwicklungspsychologischer Grundlagen hat die Holländerin Maria Aarts, in den 80er Jahren die Marte Meo-Methode entwickelt. Eine weitere Quelle der Inspiration für die Marte Meo-Methode lieferte der Säuglingsforscher Daniel Stern. Dem Marte Meo-Konzept nach sollen Eltern, Pädagogen und Therapeuten aus den unterschiedlichsten Disziplinen dabei unterstützt werden positive Beziehungen zu ihren Kindern bzw. Klienten aufzubauen und sie in ihrer Entwicklung zu fördern. Mittels Videoaufnahmen werden Interaktionen zwischen Menschen nach bestimmten Kriterien analysiert und in einem anschließenden Beratungsgespräch mit dem Kunden reflektiert. Dieses Konzept knüpft an den vorhandenen Ressourcen und Stärken des Menschen an. Maria Aarts spricht nicht von ‘Störungen’, sondern von ‘noch nicht gemachten Entwicklungsschritten’. Probleme sollen in Möglichkeiten umgewandelt werden. Nicht die Störungen sondern die Fördermöglichkeiten, die Individualität, sowie die Umwelt der Menschen stehen im Mittelpunkt der Marte Meo-Therapie. Diese Sichtweise verdeutlicht auch den Paradigmenwechsels, der sich in den 80er und 90er Jahren vollzogen hat. Fortan wurde vermehrt auf eine Einzelfallbeschreibung und eine individuumzentrierte Diagnostik wert gelegt. Der Blick verlagerte sich von einer Klassifikation der Störung hin zu einem förderorientierten, auf Stärken aufbauenden Therapiesystem, welches in verstärktem Maße die Umwelt des Klientels in die Diagnostik und Therapie mit einbezieht. Interaktionen der Familienmitglieder untereinander und Alltagsnähe bekamen eine größere Gewichtung. Diese Trendwende vollzieht sich noch heute in vielen Feldern der Beratung, Therapie, Motodiagnostik, Entwicklungspsychologie und Pädagogik.
Die Aufgabe der Pädagogen und Therapeuten besteht nach der Marte Meo-Methode darin, dem Kind Hilfe zur Selbsthilfe zu geben: Es soll dort abgeholt werden wo es steht und an vorhandenen Stärken angeknüpft werden, damit dass Kind dazu befähigt wird Entwicklungsschritte aus ‘eigener Kraft’ zu bewältigen, was der lateinischen Übersetzung von Marte Meo entspricht. Marte Meo ist aber nicht nur ein Förderkonzept für Kinder, Jugendliche und deren Eltern, sondern findet immer mehr Anwendung in der Behindertenhilfe, der Gerontologie, Paartherapie oder als Supervisionsmethode für Pädagogen, Psychologen und Therapeuten.
Während meiner Ausbildung zum ‘Marte Meo-Practitioner’ begeisterte ich mich zunehmend für die Marte Meo-Methode. In meinem Arbeitsfeld dem Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren, stellte sich für mich die Frage, wie sich diese beiden Methoden kombinieren lassen. Sind die pädagogischen Grundhaltungen und Methoden miteinander kompatibel? Wie kann ich durch den Einsatz der Marte Meo-Methode mein Klientel beim Therapeutischen Reiten, zusätzlich zu den Methoden der Reittherapie, fördern? Diese Fragestellungen haben sich für mich aus meiner praktischen Tätigkeit als Reitpädagogin heraus ergeben. Im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit habe ich mich wissenschaftlich mit dieser Thematik auseinander gesetzt. Basierend auf dem theoretischen Hintergrund der Marte Meo-Methode wende ich die Marte Meo-Videoanalyse an einem Fallbeispiel an. Zum Einen um das Marte Meo-Leitmotto ‘zeigen und nicht erklären’ zu spiegeln und zum Anderen eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen, um so die zentralen Fragestellungen praxisorientiert zu ergründen.
Zu meiner großen Freude lernte ich auf dem internationalen Kongress für Therapeutisches Reiten 2009 Frau Babara Ehring-Hüttemann kennen, die sich mit derselben Thematik beschäftigt. Frau Ehring-Hüttemann hat vor ca. 20 Jahren ihre Ausbildung bei Antonius Kröger zur Reittherapeutin (DKThR) absolviert und in jüngster Zeit ihre Ausbildung zur Marte Meo-Therapeutin bei Maria Aarts abgeschlossen. In ihrer therapeutischen Arbeit unternimmt sie erstmalig den Versuch die Marte Meo-Methode in ihre Arbeit als Reittherapeutin einfließen zu lassen. Allerdings setzt Frau Ehring-Hüttemann die Kombination von Marte Meo und Reittherapie ausschließlich praktisch um. Im Rahmen dieser Arbeit erbringe ich als Fundament für die praktische Arbeit den theoretischen Baustein für die Verknüpfung dieser Methoden. Darüber hinaus erstellte ich verschiedene Videoaufnahmen vom Heilpädagogischen Voltigieren und Reiten, die ich unter Supervision von Frau Ehring-Hütteman nach der Marte Meo-Methode ausgewertet habe. Einen Ausschnitt davon stelle ich im weiteren Verlauf dieser vor.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil beinhaltet die theoretischen Aspekte des Heilpädagogischen Voltigierens und Reitens und der Marte Meo-Methode. Hier habe ich mich der Literaturrecherche gewidmet, um die zentralen Theorien beider Methoden dem Leser zugänglich zu machen. Aufbauend auf der Einleitung in Kapitel Eins folgt in Kapitel Zwei und Drei eine Betrachtung von Marte Meo und der Reittherapie. Der zweite Teil bildet eine Synthese zwischen der Marte Meo-Methode und dem Therapeutischen Reiten. Aufbauend auf den in Kapitel Vier dargestellten Vorüberlegungen folgt im fünften Kapitel die komprimierte theoretische Grundlage, um den zentralen Fragestellungen nach dem Nutzen und der Anwendbarkeit der Marte Meo-Methode in der Reittherapie nach zu gehen. Hierbei vergleiche ich die Ziele und die pädagogischen Grundhaltungen beider Methoden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus zu stellen. Dies bildet die Grundlage für den praktischen Teil dieser Arbeit (Kapitel 6). Dieser beinhaltet einen Ausschnitt der Videoaufnahmen mit anschließender Interaktionsanalyse. Dem Kapitel Sechs ist eine CD mit einem Ausschnitt aus einer Therapiestunde im Heilpädagogischen Voltigieren und Reiten beigefügt. In Kapitel Sieben folgt eine abschließende Diskussion über verschiedene wissenschaftliche sowie thematisch übergreifende Theorien, die mit weiterführenden Fragestellungen verbunden sind. Abgerundet wird die vorliegende Arbeit durch ein persönliches Resümee, indem die zentrale Fragestellung dieser Arbeit aufgegriffen und beantwortet wird. Abschließend erfolgt eine kurze persönliche Schlussbemerkung. Ferner bleibt an zu merken, dass sich hinter jedem Unterkapitel im Theorieteil eine kurze Zusammenfassung des Kapitels in einem grau unterlegtem Textfeld befindet. Außerdem wurde um den Lesefluss zu vereinfachen grundsätzlich die männliche Schreibweise verwendet.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| Teil I: Theoretische Grundlagen der Marte Meo– Methode und der Reittherapie | 4 | |
| 2. | Theoretische Grundlagen des Therapeutischen Reitens | 4 |
| 2.1 | Geschichte der Reittherapie | 5 |
| 2.2 | Anwendungsbereiche und Definitionen | 6 |
| 2.3 | Einordnung in den pädagogischen, therapeutischen Kontext | 11 |
| 2.4 | Pädagogische und therapeutische Grundhaltungen | 15 |
| 2.5 | Wirkfaktoren und Methodik | 18 |
| 2.5.1 | Balance | 19 |
| 2.5.2 | Der Bewegungsdialog mit und auf dem Pferd | 20 |
| 2.5.3 | Die Gangart als Wirkmoment | 21 |
| 2.5.4 | Beziehungsgeschehen und das Beziehungsdreieck in der Reittherapie | 22 |
| 2.6 | Anforderungen an den Reittherapeuten/Pädagogen | 24 |
| 2.7 | Indikationen und Kontraindikationen | 26 |
| 2.8 | Ziele | 26 |
| 2.9 | Kritik | 27 |
| 3. | Theoretische Grundlagen der Marte Meo-Methode | 29 |
| 3.1 | Begriffs-Definition | 29 |
| 3.2 | Entstehungsgeschichte von Marte Meo | 30 |
| 3.3 | Einführung in die Videoberatung | 31 |
| 3.4 | Anwendungsbereiche | 33 |
| 3.5 | Das theoretische Gerüst von Marte Meo | 35 |
| 3.6 | Pädagogische, therapeutische und wissenschaftliche Einordnung | 37 |
| 3.6.1 | Marte Meo im Kontext von Erziehungs- und Familienberatung | 39 |
| 3.6.2 | Abgrenzung zu anderen therapeutischen Verfahren | 41 |
| 3.6.3 | Evaluationsstudien und Lehre | 42 |
| 3.7 | Grundhaltungen | 43 |
| 3.8 | Wirkfaktoren und Methodik | 45 |
| 3.9 | Anforderungen an den Marte Meo-Therapeutenen | 55 |
| 3.10 | Indikation und Kontraindikation | 56 |
| 3.11 | Ziele | 57 |
| 3.12 | Kritik | 59 |
| Teil II: Theoretische und praktische Anwendung der Marte Meo-Methode in der Reittherapie | 62 | |
| 4. | Vorüberlegungen zur Anwendung der Marte Meo-Methode im HPV/R | 62 |
| 4.1 | Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Marte Meo und dem HPV/R | 64 |
| 4.1.1 | Personen- vs. Sachorientierung | 64 |
| 4.1.2 | Von einer dyadischen zu einer triadischen Beziehung | 65 |
| 4.2 | Ziele im HPV/R und der Marte Meo-Methode | 66 |
| 4.3 | Folgerungen für den Einsatz von Marte Meo in der Reittherapie | 67 |
| 4.4 | Einsatz der „Checklisten“ | 69 |
| 5. | Planung und Durchführung einer Marte Meo-Beratung | 72 |
| 5.1 | Setting | 72 |
| 5.2 | Zielgruppe und Indikation | 72 |
| 5.3 | Die Videoaufnahmen | 75 |
| 6. | Die Marte Meo-Interaktionsanalyse | 77 |
| 7. | Abschlussbetrachtung | 103 |
| 7.1 | Abschließende Diskussion | 103 |
| 7.2 | Resümee | 106 |
| 7.3 | Persönliche Schlussbemerkung | 110 |
| Quellenverzeichnis | 112 | |
| Anhang | 121 |
Textprobe:
Kapitel 3.10, Indikation und Kontraindikation:
Indikation:
Marte Meo ist ein ‘Kommunikationsprogramm’, welches ursprünglich für die Beratung in komplementären Beziehungen entwickelt wurde. Eine zentrale Voraussetzung für die Beratung ist Freiwilligkeit bei allen Beteiligten und eine engagierte Mitarbeit der Eltern (oder sonstigen Bezugspersonen). Für eine erfolgreiche Beratungsarbeit ist es wichtig, dass die Eltern selbst eine Veränderung wünschen und sich auf die Zusammenarbeit mit dem Marte Meo-Therapeutenen einlassen. Oft werden Eltern von sozialen Diensten und anderen pädagogischen Einrichtungen zu einem Marte Meo Berater überwiesen. Die Aufgabe des MM Therapeuten ist es dann, den Druck der auf den Eltern lastet zu nehmen und eine Vertrauensposition zu schaffen. Der Marte Meo-Therapeuthat gegenüber anderen Instanzen absolute Schweigepflicht. Die persönlichen Grenzen einer Familie müssen respektiert und gewahrt werden.
Kontraindikation:
Marte Meo darf nicht angewendet werden wenn Kinder oder Jugendliche ernsthaft gefährdet werden oder wenn die Probleme der Eltern so gravierend sind, dass eine konstruktive Mitarbeit unmöglich ist. Ebenso ausgeschlossen ist eine Marte Meo Beratung mit Drogenabhängigen Eltern oder Eltern die so mit ihren eigenen Problemen belastet sind, dass sie keine Energie mehr für ihre Kinder aufbringen können. Weiter ungeeignet für eine Marte Meo Beratung sind folgende Ausgangssituationen:
• wenn Eltern in ihren geistigen Fähigkeiten stark eingeschränkt sind.
• schwere körperliche oder psychische Erkrankung (zum Beispiel bei einer Depression oder Psychose).
• Eltern die ihre Verantwortung an andere abgeben.
• zu viele unstabile Komponenten in der Familie.
• bei einer akuten Gefährdung der Kinder durch z.B. Missbrauch (in diesen Fällen müssen die Kinder nach §8aSGB VIII sofort geschützt werden und ggf. aus der Familie genommen werden).
• wenn es bei einem der Familienmitglieder hinsichtlich Videoaufnahmen traumatische Erlebnisse gibt (z.B. sexueller Missbrauch der gefilmt wurde, politische Bespitzelung usw.). Immer dann, wenn das Medium Video schon mal in irgendeiner Weise in einem schädigenden Zusammenhang gestanden hat, ist es ausgeschlossen das Video als Heilmethode ein zu setzten. In solchen Fällen könnte eine Retraumatisierung ausgelöst werden.
3.11, Ziele:
‘Das Ziel von Marte Meo ist es, auf allen Ebenen Menschen zu ermutigen, ihre eigene Kraft zu nutzen, um Entwicklungsprozesse von Kindern, Eltern, Einzelpersonen, professionell Pflegenden und Supervisoren voranzubringen und anzuregen. Auf diese Weise lernen sie, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, die es ihnen ermöglichen, ihr Leben zu verbessern’. In der Annahme, dass Eltern immer nur das Beste für ihre Kinder wollen, ist eines der primären Ziele von Marte Meo, die Eltern zu stärken und konkrete Unterstützung bei der Beziehungsgestaltung und Erziehung ihrer Kinder zu ermöglichen. Marte Meo enthält zahlreiche konkrete Informationen über die Struktur erfolgreicher Interaktionsmomente und unterstützenden Verhaltens.
‘Eine ungestörte Interaktion mit dem Kind kann eine Quelle schier unendlicher glücklicher Erfahrungen sein und durchaus geeignet mögliche Störungen auf der einen oder anderen Seite zu kompensieren’. Daniel Stern spricht in diesem Zusammenhang von der ‘neuen klinischen Population’, die sich darin kennzeichnet, dass nicht die Individualsymptome Kern der Intervention sind, sondern eine Beziehungsproblematik. Demnach sind Störungen nicht im Kind, sondern in einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung zu lokalisieren. Diese werden in alltäglichen Situationen und Kontexten sichtbar.
Oft gelingt es den Eltern nicht ihre guten Absichten in die Tat um zu setzten und einen positiven Beziehungsaufbau zu gestalten. Einer der Gründe für ein Misslingen einer positiven Eltern-Kind-Interaktion ist, dass die Eltern selbst keine positiven Vorbilder hatten, sodass sie entsprechenden Fähigkeiten nicht erlernt haben und sie somit auch nicht an ihre Kinder weiter geben können. Auf der Grundlage neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse, hat M. Aarts ‘Checklisten’ für bestimmte Zielgruppen, wie Kinder mit ADHS, Schreibaby’s, oder für Schulen entwickelt, die als Orientierung bei der Analyse eines Videos dienen können. Diese ‘Checklisten’ dienen als Bestandsaufnahme darüber, an welchem Punkt der Entwicklung ein Kind gerade steht, woraus für den Experten zu erkennen ist, welche Fähigkeiten noch entwickelt werden müssen. In einem weiteren Schritt soll der Marte Meo-Therapeutin einer einfachen Alltagssprache den Eltern konkrete, detaillierte kleine Schritte zur Umsetzung dieser Entwicklungsziele vermitteln. Aarts hat den Begriff ‘missing link’ geprägt um die Notwendigkeit zu betonen ein Bindeglied zwischen akademischer Fachsprache und Alltagssprache zu schaffen.
Ein wesentliches Element dieses Konzepts ist die Lösungsorientierung und Praktikabilität. Nicht das Problem soll im Vordergrund stehen, sondern die Chance auf Wachstum. Der Lösungsweg kann von Fall zu Fall also ganz unterschiedlich sein. In der Ausrichtung auf die positiven Aspekte grenzt sich MM von vielen anderen Therapieverfahren ab. Für M. Aarts ist ein Problem ein noch nicht gemachter Entwicklungsschritt und sie achtet auf die Botschaft hinter dem Problem. Im Folgenden ein Zitat von Maria Aarts: ‘Ich bin fest davon überzeugt, dass die meisten Menschen und Familien über das Potential verfügen, ihre Probleme zu lösen und ihren eigenen Entwicklungsprozess zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Marte Meo Therapeuten werden darin ausgebildet, nach positiven Ansatzpunkten Ausschau zu halten, die den Entwicklungsprozess wieder in Gang bringen können’.
Sie bezeichnet den Prozess ‘Schwierigkeiten in Möglichkeiten um zu wandeln’ als eine Art ‘Photosyntheseprozess’. Marte Meo dient nicht dazu Probleme zum Verschwinden zu bringen, sondern die dahinter stehende Entwicklungsbotschaft zu lesen und Probleme als Chance für Entwicklung zu begreifen. Professor Gerald Hüther sagte anlässlich einer Marte Meo Fachtagung am 16. Jan. 2008 in Deutschland: ‘Kinder brauchen kein einfaches, sondern ein schwieriges Leben, so dass sie zu starken Persönlichkeiten heranwachsen können’.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842812574
Arbeit zitieren:
Schleifenbaum, Tessa März 2010: Die Marte Meo Methode als besondere Art der Förderung im heilpädagogischen Voltigieren und Reiten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Marte Meo, Reittherapie, Entwicklungspsychologie, Förderung, Voltigieren



