Marktselektion im Asien-Pazifik-Raum
Eine investorenorientierte Analyse nach Ausbruch der Krise
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alden Lee
- Abgabedatum: Oktober 1998
- Umfang: 91 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1643-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1643-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1643-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lee, Alden Oktober 1998: Marktselektion im Asien-Pazifik-Raum, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Auslandsstrategie, volkswirtschaftliche Indikatoren, Wachstumsprognosen, Auswahlverfahren, Markteintritt
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Diplomarbeit von Alden Lee
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Asien-Krise in einer investo-renorientierten Analyse und bietet Managern ein Entscheidungssystem für die strategische Ausrichtung in der Region. Dem Management soll dadurch ermöglicht werden, die vielen neuen Opportunitäten der Region zu erkennen und eine angemessene Reaktion auf die neuen makroökonomischen Gegebenheiten in der Region zu ermöglichen.
Es wird für Investoren ein Marktselektionsmodell vorgestellt, dessen Geltungsbereich speziell in der asiatisch-pazifischen Region liegt. Dieses Modell ermöglicht einem Investor, im Asien-Pazifik-Raum einen Selektionsprozeß durchzuführen, der unattraktive Länder herausfiltert und attraktive Länder in einer relativen Rangordnung darstellt.
Der Asien-Pazifik-Raum ist von Ökonomen, Journalisten und Geschäftleuten nicht eindeutig definiert. In der vorliegenden Arbeit werden die Länder Asiens untersucht, die an den Pazifik angrenzen. Die Mitgliedsländer der ASEAN werden vollständig analysiert, auch wenn sie zum Teil mehrere Tausend Kilometer vom Pazifischen Ozean entfernt liegen. Da üblicherweise auch die Mongolei, Kambodscha und Ozeanien dem Asien-Pazifik-Raum zugeordnet werden, werden auch diese Staaten dem Selektionsprozeß unterworfen.
Gang der Untersuchung:
Das erste Kapitel dient der Einführung in die Entscheidungsproblematik der Markt-selektion. Da es unterschiedliche Vorgehensweisen des Managements bei einer Markt-wahl gibt, werden diese kritisch dargestellt, um Vor- und Nachteile deutlich zu machen. Des weiteren werden die Komponenten, die einer Markteintrittsentscheidung zugrunde liegen, erläutert und bewertet, da diese die Wahl des attraktivsten Marktes beeinflussen. Außerdem wird auf die Problematik der unsicheren Datenlage und deren Fortschreibung eingegangen. Da die Wahl und Bewertung der Kriterien bei der Marktselektion eine entscheidende Stellung einnimmt, werden die Schwierigkeiten angesprochen und Verfahrensmöglichkeiten zur Messung der relativen Marktattraktivität erläutert.
Im zweiten Kapitel werden die wesentlichen Ansätze und Kriterien der Marktse-lektionsmodelle zusammengefaßt und einer kritischen Würdigung unterzogen. Es wird ein Überblick über die Entwicklung dieses Forschungsbereiches gegeben und gezeigt, welche signifikanten Unterschiede zwischen den Ansätzen bestehen, um eine Einordnung zu ermöglichen. Zudem werden die Funktionsweisen der Selektionsprozesse dargestellt und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Bewertung und Auswahl von Märkten diskutiert. Dadurch sollen die Zusammenhänge von Aufwand, Ergebnis und Verfahren verdeutlicht werden. In einer abschließenden Beurteilung wird die Notwendigkeit einer Verbesserung des Entscheidungsprozesses für die investorenorientierte Anwendung aufgezeigt.
Das dritte Kapitel dient der Darstellung eines neuen Marktselektionsmodells, welches dem Management eine Unterstützung für eine systematische, rationale Länderauswahl bietet. Das Modell zeigt, anhand welcher Kriterien unattraktive Länder aus dem Auwahlprozeß herausgefiltert werden müssen, damit dem Unternehmen Fehlinvestitionen erspart bleiben. Die Methodik des Modells läßt eine ganzheitliche Betrachtung des Ziellandes zu und führt durch ein mehrstufiges Vorgehen zu einem kostengünstigen Resultat.
Im vierten Kapitel wird die Anwendung des neuen Modells beispielhaft dargestellt, während es einer empirischen Analyse für den Asien-Pazifik-Raum unterworfen wird, um die Aussagefähigkeit der Ergebnisse zu überprüfen. Es wird festgestellt, ob das Vorgehen eines objektiven Entscheiders nach der vom Modell geforderten Systematik bereits vor Ausbruch der Asien-Krise eine Investition in einem Land verhindert hätte, dessen Wirtschaft sich in den Jahren 1997 und 1998 erheblich verschlechtert hat.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 4 | |
| Diagrammverzeichnis | 4 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 5 | |
| 0. | Einleitung | 6 |
| 1. | Grundlagen der Marktselektion | |
| 1.1 | Formen der Länderauswahl | 11 |
| 1.1.1 | Passive Vorgehensweise | 11 |
| 1.1.2 | Aktive Vorgehensweise | 12 |
| 1.2 | Eingrenzung der Markteintrittsentscheidung | 13 |
| 1.3 | Wahl der Kriterien | 14 |
| 1.4 | Entscheidungsproblematik | 16 |
| 1.4.1 | Mehrdimensionalität der Zielvorstellungen | 17 |
| 1.4.2 | Unsicherheit | 17 |
| 1.4.3 | Selektionsverfahren | 18 |
| 1.5 | Fazit | 20 |
| 2. | Modelle der Marktselektion | |
| 2.1 | Clusteranalyse | 21 |
| 2.2 | Landesmarktanalyse | 25 |
| 2.3 | Feinanalyse | 29 |
| 2.4 | Fazit | 31 |
| 3. | SAL-Modell | |
| 3.1 | Methodik | 32 |
| 3.2 | Grobselektion | 33 |
| 3.2.1 | Vorauswahl | 34 |
| 3.2.2 | Marktgröße | 34 |
| 3.2.3 | Ausgleichslücke | 35 |
| 3.2.4 | Fehlallokationen | 37 |
| 3.2.5 | Externa | 38 |
| 3.2.6 | Ethik | 39 |
| 3.3 | Feinselektion | 39 |
| 3.3.1 | Dekaskepsis | 40 |
| 3.3.2 | Marktanalyse | 44 |
| 3.4 | Portfolio-Analyse | 45 |
| 3.5 | Fazit | 46 |
| 4. | Empirische Relevanz | |
| 4.1 | Ergebnisprüfung | 47 |
| 4.1.1 | Marktpotential | 47 |
| 4.1.2 | Ausgleichslücke | 48 |
| 4.1.3 | Fehlallokationen | 52 |
| 4.1.4 | Externa | 57 |
| 4.1.5 | Ethik | 58 |
| 4.1.6 | Dekaskepsis | 58 |
| 4.2 | Implikationen | 59 |
| 4.2.1 | Grobselektion | 59 |
| 4.2.2 | Dekaskepsis | 61 |
| 4.3 | Fazit | 63 |
| 5. | Resümee | 65 |
| Literaturverzeichnis | 68 | |
| Anhang | ||
| Landkarte der Analyse-Länder | ||
| Kriterien der Marktselektion | ||
| SAL-Modell |
Auslandsverschuldung Traditionell werden die Devisenreserven in Monatsimporten oder im Verhältnis zum BSP bewertet.123 Da heutzutage allerdings hohe Summen spekulativen Geldes sehr schnell transferiert werden, ist es angemessener, das Verhältnis von liquiden Mitteln zu Devisenreserven zu messen.124 Weil allerdings die Geldmenge M2 wegen unterschiedlicher Definitionen schwer zu quantifizieren ist, muß für eine vergleichende Analyse eine andere Variable verwendet werden.125 SACHS & VELASCO & TORNELL und COLE & KEHOE haben gezeigt, daß Schuldenkrisen meist durch einen hohen Anteil kurzfristiger Auslandsschulden ausgelöst werden.126 Niedrige Auslandsverschuldung und hohe Devisenreserven verringern die Gefahr der Instabilität bei einem Leistungsbilanzdefizit. Ein kritisches Stadium ist erreicht, wenn die Gläubiger das Vertrauen in das Land verlieren und die Devisenreserven nicht mehr die kurzfristigen Kredite decken.127 [...]
Die Literatur weist zwei verschiedene Ansätze in der Vorgehensweise der Grobselektion auf, die Cluster- und die Landesmarktanalyse. Die Clusteranalyse ordnet die Grundgesamtheit der Länder einzelnen Gruppen bzw. Clustern zu, indem die Korrelation von ausgewählten Kriterien überprüft wird. Da umfangreiche Analysen notwendig sind, ist dieses Verfahren sehr kostenintensiv. Zugleich werden die Länder nicht in einer Rangordnung dargestellt, so daß eine Auswahl der attraktivsten Ländern nicht möglich ist. Der Entscheider kann lediglich den attraktivsten Ländercluster wählen. Diese können produkt-spezifisch ausgesucht werden, so daß transnationalen Unter-nehmen durch dieses Verfahren die Möglichkeit gegeben wird, Ländermärkte mit hoher Korrelation in ähnlicher Weise zu bearbeiten und Skalenerträge im Marketingbereich zu erreichen. Die Landesmarktanalyse ermöglicht demgegenüber durch die Anwendung eines mehrstufigen Selektionsprozesses eine schnelle und kostengünstige Konzentration auf wichtige Märkte. Dank der reichhaltigen Kriterienkataloge in der Literatur lassen sich leicht entscheidungsrelevante Kriterien für einen Selektionsprozeß aufstellen. Die Landesmarktanalyse ist daher zu bevorzugen, wenn sich ein Unternehmen auf einzelne Länder oder Regionen beschränken möchte. In einer Feinanalyse werden interessante Märkte einer genaueren Bewertung unterzogen. Das Punktbewertungsverfahren bietet die Möglichkeit, viele Kriterien zu einer quantifizier-baren Zahl zu aggregieren. Das Setzen von Mindestanforderungen vermeidet die Kompen-sation eines zu schlechten Merkmals mit mehreren guten. Die Verbindung mit der Profil-methode ermöglicht es dem Management, auch komplexere Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen für die Endauswahl lassen sich aufgrund von Entscheidungsregeln bei unsicherer Erwartung treffen. [...]
Kritik Die Kriterien der Feinauswahl werden von BEREKHOVEN umfangreich dargelegt (was in der kurzen Zusammenfassung nicht gezeigt werden konnte), wodurch dem Entscheider die Möglichkeit gegeben wird, eine eigene Bewertung vorzunehmen.96 Da alle in der Feinanalyse zu untersuchenden Märkte die Mindestanforderungen erfüllen, ist auf dieser Stufe die Anwendung des Punktbewertungsverfahrens – wie es von SEIDEL und HENZLER vorgeschlagen wird – angebracht. Auf die über 120 Kriterien für die Feinanalyse kann hier nicht eingegangen werden. Vielmehr ist zu bezweifeln, ob die Nennung so vieler Kriterien ohne Erläuterungen einen Beitrag zur Theorie leistet. Wegen der vielen durchzuführenden Untersuchungen und der schlechten Prognosemöglichkeiten ist es von STAHR verfrüht, diese Stufe mit einem Entscheidungsbaum zu beginnen. Zuvor sollten klare Projektmöglichkeiten für eine geringe Anzahl von Märkten analysiert worden sein. Die von MEFFERT & BOLZ vorgeschlagenen analytischen Verfahren bei sicheren Erwartungen sind für eine Auslandsinvestition in Märkten mit einer dynamischen Umwelt nicht [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832416430
Arbeit zitieren:
Lee, Alden Oktober 1998: Marktselektion im Asien-Pazifik-Raum, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Auslandsstrategie, volkswirtschaftliche Indikatoren, Wachstumsprognosen, Auswahlverfahren, Markteintritt



