Bachelor + Master Publishing
873 Bachelorarbeiten, 0 Masterarbeiten, 10.111 Diplomarbeiten

Marktnahe Absatzprognose als Grundlage zur Kundenorientierung der Supply Chain in der Automobilindustrie

Marktnahe Absatzprognose als Grundlage zur Kundenorientierung der Supply Chain in der Automobilindustrie
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Ole Tangermann
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 107 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9105-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9105-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9105-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tangermann, Ole April 2003: Marktnahe Absatzprognose als Grundlage zur Kundenorientierung der Supply Chain in der Automobilindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Supply Chain Management, Prognose, Build-to-order, build-to-stock, Kaufprozess

Studienarbeit von Ole Tangermann

Einleitung:

Die Automobilindustrie steht durch wachsende Kundenanforderungen bei einem Käufermarkt und starkem Konkurrenzkampf infolge der Marktsättigung unter Wettbewerbsdruck. Von den Herstellern wird verlangt, dass sie ein auf den Käufer zugeschnittenes Produkt innerhalb kürzester Zeit liefern können. Die hohe Komplexität und Variantenvielfalt der Produkte, die mehrstufigen Zulieferernetzwerke, die produktionstechnischen Bedingungen der Automobilproduktion sowie das Distributionssystem stehen jedoch einer direkten und schnellen Marktbedienung entgegen. Der Wunsch nach kundenspezifisch gefertigten Produkten mit niedriger Lieferzeit fordert die technischen und ökonomischen Grundsätze der individualisierten Massenproduktion heraus.

Aufgrund hoher Kapitalintensität und dem Auslastungsrisiko der Produktionsanlagen, erheblicher Lagerkosten, komplexer Produktionsplanungsprozesse und Lieferzeiten, welche die Kundenerwartungen übersteigen, sind die Hersteller dazu gezwungen, einen erheblichen Planungsvorlauf einzuhalten. Nicht allen Fahrzeugen, die in die Produktion eingesteuert werden, liegen demnach Kundenbestellungen zugrunde. Im Zuge der verstärkten Kundenorientierung befindet sich die Industrie in der Migrationsphase von Build-to-Stock zu Build-to-Order-Systemen, um die Leistung der gesamten Supply Chain durch das Pull-Prinzip am Kunden auszurichten.

Um die Planungssicherheit zu erhöhen und die nicht kundenbelegten Fahrzeuge möglichst kundenorientiert zu fertigen, setzen Hersteller und Vertrieb ein historisch gewachsenes Instrumentarium an Planungs- und Prognosemethoden ein. Die Prognoseverfahren greifen jedoch auf historische, nicht marktnahe Daten zu und orientieren sich an veralteten Planungsidealen. Dadurch bleiben erhebliche Optimierungspotentiale in der Produktionsplanung, im Vertrieb sowie entlang der Supply Chain ungenutzt.

Das Ziel dieser Arbeit ist daher die konzeptionelle Entwicklung eines marktnahen Absatzprognosesystems, um eine Ausrichtung der Produktion an den Kundenwünschen zu ermöglichen. Nach einführender Darstellung des Prognoseumfeldes und den Besonderheiten der Automobilindustrie werden die derzeit verwendeten Prognosesysteme untersucht. Aufbauend auf einer Schwachstellenanalyse wird auf konzeptioneller Ebene ein marktnahes Prognosesystem entwickelt, das auf Nutzungsdaten des Internet-Konfigurators beruht und moderne Methoden des Data Mining zur Analyse des Informationsverhaltens einsetzt. Dabei wird den Möglichkeiten der Integration der Prognoseergebnisse in die Planungsprozesse der Automobilindustrie besondere Bedeutung geschenkt.

Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit:

Das Konzept für ein Prognosemodell muß sich an den produktions- und marktseitigen Bedingungen der Automobilindustrie richten, um eine Umsetzbarkeit gewährleisten zu können. Das Thema der vorliegenden Arbeit1 bewegt sich damit in der Schnittstelle zwischen den Produktions- und Planungsprozessen der Automobilhersteller und der Supply Chain und den Prognosemethoden, die zur Verbesserung der Planungsgrundlage eingesetzt werden können. Aufgrund der Komplexität der Planungsprozesse muss bei einer konzeptionellen Entwicklung eines Prognosesystems nicht nur das Prognoseverfahren selbst, sondern vor allem auch die Integration der Prognosesysteme in die Planungssysteme der Hersteller unter Beachtung der Besonderheiten der Automobilindustrie diskutiert werden.

Daher werden zunächst die Grundlagen des Kaufprozesses und des Fertigungsprozesses in der Automobilindustrie dargestellt. Die über der Liefererwartung liegende Lieferzeit, die hohe Variantenvielfalt sowie die Anforderungen an das Supply Chain Management bedingen erst die Notwendigkeit von Absatzprognosen. Das Umfeld der Automobilproduktion wird demzufolge in Kap. 2 dargestellt, um ein Verständnis für die Besonderheiten der Automobilwirtschaft und des Produktionsvorgangs zu schaffen (Kap. 2). Anschließend werden die wesentlichen im Automobilbau vertretenen Prozeßstrategien untersucht (Kap. 3). Dieses Kapitel widmet sich insbesondere der Diskussion um Push- versus Pull-Systeme, dem Wandel in den Distributionssystemen sowie der Produktionsprogrammplanung.

Aufbauend auf den Rahmenbedingungen der Kfz-Hersteller erfolgt eine Konzentration auf die Prognosesysteme, die zur Vorhersage der Produktionsauslastung und damit zur Gestaltung der Produktionsprogrammplanung, Disposition und Lagerhaltung verwendet werden.

Ausgangspunkt für einen Ansatz zur Verbesserung der Planungsgrundlage ist eine Bestandsaufnahme der derzeit eingesetzten Methoden. Daher werden zunächst die heute verwendeten Prognosesysteme dargestellt und einer kritischen Überprüfung unterzogen (Kap. 4). Die Schwachstellen der verwendeten Prognosesysteme werden im Kontext der Produktionsprogrammplanung herausgearbeitet und als Verbesserungsbedarf festgehalten. Kap. 5 schlägt auf konzeptioneller Ebene ein Prognosesystem vor. Zunächst werden verschiedene mögliche Prognosegegenstände diskutiert und ein Prognoseziel festgelegt. Anschließend werden Methoden untersucht und vorgeschlagen, um das Prognoseziel zu erreichen. Abschließend werden die Möglichkeiten geprüft, das Prognosesystem in das bisherige Planungssystem zu integrieren und somit der Praxis zugängig zu machen.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG 1
1.1 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit 2
1.2 Entwicklung der Automobilindustrie 3
1.3 Kurzportrait des CarConfigurators 6
1.4 Bedeutung und Problematik der Absatzprognose in der Automobilindustrie und Abgrenzung des Themenbereichs 7
2. KAUFPROZEß, FERTIGUNGSPROZEß UND SUPPLY CHAIN MANAGEMENT IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE 10
2.1 Kaufprozeß und Kaufentscheidung 14
2.2 Fertigungsprozeß eines Fahrzeuges 25
2.3 Lieferzeit und Liefererwartung - Produktionstechnik versus Kundenwunsch 27
2.4 Variantenvielfalt 32
2.5 Anforderungen an die Lieferkette und Supply Chain Management 39
3. PROZEßSTRATEGIEN DER AUTOMOBILINDUSTRIE: KUNDENFERTIGUNG VERSUS LAGERFERTIGUNG 45
3.1 Der Kundenbelegungsgrad 45
3.2 Lagerfertigung: Stock-Push-System 47
3.3 Kundenauftragsfertigung: Build-to-Order oder Pull-System 51
3.4 Produktionsprogrammplanung, Absatzplanung und Disponierung 55
4. PROGNOSESYSTEME ZUR PRODUKTIONSPROGRAMMPLANUNG IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE 60
4.1 Prognosegegenstand und Prognoseziel der heutigen Prognosesysteme 63
4.2 Derzeit verwendete Prognosemethoden und deren Datenbasis 66
4.3 Kritik und Mängel der jetzigen Prognosemethoden 70
5. KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN ZUR ENTWICKLUNG EINES MARKTNAHEN PROGNOSESYSTEMS 75
5.1 Prognosegegenstand und Prognoseziel 76
5.2 Einsetzbare Prognosemethoden und deren Datenbasis 81
5.3 Integration der Prognose in die Planungssysteme 87
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 93
7. LITERATURVERZEICHNIS 95

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Strategien der Automobilindustrie sind Gegenstand zahlreicher theoretischer und praktischer Überlegungen und spiegeln in ihrer Ausführlichkeit und Diversifikation die Komplexität der Branche wider. Nachdem in den vergangenen Jahren hauptsächlich die Produktion sowie die Zuliefernetzwerke optimiert wurden,189 werden derzeitig weitere Optimierungspotentiale und Handlungsbedarfe insbesondere in der Gestaltung der Vertriebssysteme und Distributionsstrategie gesehen.190 Während damit der Fokus der Bemühungen auf einer integrierten Betrachtung und Optimierung aller Aktivitäten und Wertschöpfungspartner von der Rohstoffherstellung über die Zulieferer bis zur Produktion stand, rückt nun die integrierte Steuerung aller dieser Vorgänge unter besonderer Berücksichtigung der Marktanforderung - also die Steuerung der Produktions- und Beschaffungsprozesse entsprechend der Absatzlage - in den Mittelpunkt. Die Beschreibung dieser Fragestellung würde jedoch einen weit größeren Rahmen beanspruchen, als diese Arbeit zuläßt. Daher sollen nachfolgend nur einige ausgewählte, prägnante Themenschwerpunkte aufgegriffen und kurz skizziert werden, um ein Verständnis der Situation zu schaffen. Als Ziel- und Meßgröße der gegenwärtigen Bemühungen der Automobilindustrie wird daher zunächst der Kundenbelegungsgrad eingeführt (Kap. 3.1). Anschließend werden die beiden gegensätzlichen Fertigungsstrategien erläutert (Kap. 3.2 und 3.3). Kap. 3.4 geht auf die Schwierigkeiten der Kombination der Planungsziele im Kontext der Produktionsprogrammplanung und Disponierung ein. [...]

Das Aufgabenspektrum des OEM wird sich im Gegenzug einer Konzentration unterziehen. Zunächst wurden einige Forschungsaufgaben an die Lieferanten übertragen. Durch den herstellerübergreifenden Trend, Zulieferteile zu verwenden, „ geht das Differenzierungspotential der Produktion“ 181 zurück. Daher wird die Funktion des Marketing und Vertriebs eine wesentlich höhere Bedeutung für die Hersteller einnehmen. Vor dem Hintergrund der Debatte um die GVO zeichnen sich schon jetzt Strategien der Hersteller ab, die darauf abzielen, den Einfluß auf den Vertrieb zu vergrößern.182 Vor diesem Hintergrund deutet sich an, daß der Hersteller seine Kernkompetenz zukünftig als Systemführer183 und Integrator184 sehen muß. Ihm fallen dabei im wesentlichen die Aufgaben der Gesamtverantwortung, der Projektkoordination, des Fahrzeugdesigns, der Fertigung des Rohbaus und der Karosserie185 sowie des Marketings („ Markenmanagement“ 186) zu. [...]

Die Wertschöpfungstiefe der Automobilhersteller ist durch die zunehmende Verlagerung von Tätigkeiten auf vorgelagerte Stufen der Kette kontinuierlich gesunken. Die Fertigungstiefe deutscher Hersteller liegt bei etwa 35%, was bedeutet, daß nur noch ca. ein Drittel der Wertschöpfung durch die Hersteller selber und der Rest durch Zulieferer erbracht wird.177 Branchenkenner rechnen mit einem weiteren Rückgang der Fertigungstiefe und erwarten, daß sie im Jahr 2010 nur noch zwischen 20 und 25 % betragen wird.178 Die Wertschöpfungstiefe ist allerdings entsprechend der Strategie und den Anforderungen der Konsumenten sehr unterschiedlich zwischen einzelnen Marken ausgeprägt. So beträgt sie bspw. bei dem stark auf Zulieferintegration konzipierten smart-Werk in Hambach nur noch ca. 10 %. Diese äußerst geringe Rate wird u.a. erst dadurch möglich, daß der smart konsequent in Modulbauweise gefertigt wird und die erhältlichen Ausstattungsvarianten relativ begrenzt sind. Die Tendenz zur Verlagerung der Wertschöpfung auf Wertschöpfungspartner besteht weiterhin fort. Abbildung 2-12 verdeutlicht die Rolle der drei wesentlichen Teilnehmer der Wertschöpfungskette (Lieferant, OEM, Vertrieb) und deutet deren zukünftige Entwicklung schematisch an.Während der Lieferant ursprünglich lediglich für die Zulieferung und die Entwicklung der Zulieferteile verantwortlich war, ist er heute im Rahmen der Integration ganzer Zuliefermodule in das Fahrzeug (bspw. Armaturentafel, Antiblockiersystem, Getriebe etc.) wesentlich an der Entwicklung beteiligt.179 Durch die JIT-Strategien, die einen Lagerabbau beim Hersteller und Lageraufbau „ auf der Straße“ und beim Zulieferer zur Folge haben, ist ein bedeutender Teil der Lagerfunktion und auch des Lagerrisikos vom OEM auf den Zulieferer übergegangen. Durch weitere Spezialisierungsbewegungen in der Branche wird sich die Ausbreitung der Kompetenzen der Lieferanten fortsetzen und nach Meinung einiger Experten dazu führen, daß die Zulieferer an der Montage der Fahrzeuge beteiligt werden. So könnte ein Zulieferer nicht nur wie bisher taktgenau das Produkt bis an das Montageband liefern, sondern es auch noch einbauen oder sogar als Montagespezialist („ 0.5tier-supplier“ , „ fabrikloser Hersteller“ 180) weite Teile der Montage übernehmen. [...]

Arbeit zitieren:
Tangermann, Ole April 2003: Marktnahe Absatzprognose als Grundlage zur Kundenorientierung der Supply Chain in der Automobilindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Supply Chain Management, Prognose, Build-to-order, build-to-stock, Kaufprozess

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2013, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren