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Marktkommunikation und Internet

Grundlagen einer nutzerorientierten Konzipierung der Webpräsenz

Marktkommunikation und Internet
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gerald Trajer
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 155 Seiten
  • Dateigröße: 2,6 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4905-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4905-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4905-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Trajer, Gerald November 2001: Marktkommunikation und Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: E-Commerce, Multimedia, (Online) Marketing, Nutzerverhalten, Internet

Diplomarbeit von Gerald Trajer

Einleitung:

Das Internet hat in der kurzen Zeit seines Bestehens eine brisante Entwicklung hinter sich. Eine regelrechte Hysterie machte sich in der Wirtschaftswelt breit: Jedes Unternehmen müsse etwas im Internet zu bieten haben, sonst wäre es binnen weniger Jahre nicht mehr überlebensfähig. Das Entstehen neuer Märkte und gar einer neuen Ökonomie wurde unter hohem Mediendruck propagiert. Die eskalierte Hochstimmung fand jedoch ein schnelles Ende. Nach nun rund fünf Jahren Kommerzialisierung des Internets blieben nur wenige erfolgreiche Ideen des großen Internet-Hypes über. Die große Dot-Com Krise, die seit März 2000 um sich greift und laut Forrester über 90% aller Internetfirmen in den Untergang ziehen wird, sind jedoch nicht nur Ergebnis der Unterfinanzierung, wachsenden Konkurrenzdrucks oder Kapitalflucht.

Das Scheitern vieler, vor allem werbefinanzierter Geschäftsmodelle, hat gezeigt, dass das einfache Übertragen herkömmlicher Marketingstrategien und Kommuni-kationsmodelle auf das Internet nicht funktioniert. Viele der beobachteten Ideen sind an den falschen Annahmen über das Nutzerverhalten der Internetuser gescheitert. Die Frage nach der Tragfähigkeit gegenwärtiger Konzepte der Marktkommunikation muss gestellt werden.

Vor diesem Hintergrund nähert sich die vorliegende Arbeit dem Themenkomplex Internet und Marktkommunikation.

Das Internet unterscheidet sich grundsätzlich von den klassischen Medien. Der hohe Grad an Interaktivität der Online-Medien stellt den Nutzer in eine allmächtige Position – per Mausklick bestimmt der Konsument was er wann sieht. Die anarchische Struktur des Internets lässt ihn selbstbestimmend und wahlfrei auf jedes beliebige Angebot im Netz zugreifen. Dies zwingt das Unternehmen zu einer Fokussierung auf den einzelnen Kunden als eigenständiges Individuum. Individualisierung, Dialogfähigkeit oder Aufmerksamkeit sind nur einige Schlagwörter, mit denen sich das Unternehmen auseinandersetzen muss, will es erfolgreich mit den neuen Medien kommunizieren.

In diesem Sinne liegt die Erkenntnismotivation des Autors in der Aufarbeitung grundlegender Aspekte zur Konzipierung einer Webpräsenz aus einer nutzerorientierten Perspektive.

Die Loslösung des Konsumenten aus seiner passiven Rezipientenrolle wirft den Marketingtreibenden auf grundsätzliche Fragen zurück: Wie können Kommuni-kationsanlässe geschaffen werden und wie können diese optimal bedient werden. Wie wird die Kommunikation mit den Kunden zielgerichtet geführt und wie kann sie erfolgreich aufrechterhalten werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, fundierte Theorien und aktuelle Lösungsansätze darzustellen, die Antworten auf diese Fragen geben.

Das Individuum, sein Verhalten und seine Motive stehen dabei im Mittelpunkt bei dieser Fragestellungen. Eine Analyse der Fähigkeiten und Potentiale der neuen Medien sind dabei Ausgangspunkt der weiteren Analysen.

Ausgewählte Theorien der Kommunikationswissenschaft, Soziologie, Psychologie und der Wirtschaftswissenschaften sollen hierzu ein gesamtheitliches Verständnis zur Funktionsweise der neuen Medien und der Verhaltensweise ihrer Nutzer bilden.

Gang der Untersuchung:

Zunächst wird das Internet aus kommunikationstheoretischer Sichtweise beschrieben. Die notwendigen Definitionen von Medien, Multimedia und Medien-konsum bilden das grundlegende Begriffsverständnis für die folgenden Kapiteln. Die Beziehung zwischen Menschen und Medien und allgemeine Grundlagen zum Medienkonsum dienen einem einführenden ganzheitlichen Verständnis zur Thematik. Die Eigenschaften der neuen Medien und die Einordnung in die bestehende Medien-landschaft werden innerhalb dieser Theorien ausgeführt.

Die neuen Medien beeinflussen die Märkte und verändern ganze Wirtschaftszweige. In dieser oft zitierten „neuen Ökonomie“ herrschen besondere Gesetze. Kapitel 3 stellt die wichtigen Theorien zur neuen Ökonomie vor und untersucht die Auswirkungen der neuen Medien.

Kapitel 4 analysiert zunächst kurz die Entwicklung des Internets und ihre zu Grunde liegenden Innovationen. Ein Modell zur kommerziellen Entwicklung des Internets, sowie aktuelle Zahlen zur globalen Ausdehnung des Webs veranschaulichen den Status quo. Die anschließenden soziodemographischen und medienanalytischen Zahlen aus aktuellen Studien geben Antwort auf die Frage, wer das Internet benutzt und welche Inhalte sich größter Popularität erfreuen.

Der moderne Mensch ist vielen Trends ausgesetzt. Marketing muss diesen Trends folgen und ihre Mitteln zeit- und zielgerecht einzusetzen wissen. Eine Auswahl maßgebender Trends bringt Kapitel 5.

Das Internet nimmt in den Kommunikationszielen der Unternehmung eine spezielle und strategisch wichtige Rolle ein. Ein Vergleich mit den klassischen Medien zeigt die Potentiale der neuen Medien auf. Neue Methoden und Instrumente wie One-to-One Marketing oder Mass-Customization erweitern die Intensität der Kunden-beziehung. Aktuelle Beispiele illustrieren in Kapitel 6 die erfolgreiche Umsetzungen dieser Marketingstrategien.

Werbung ist ein wesentliches Instrument der Marketing-Kommunikation. Die Wirkung von Werbung im Internet wird jedoch zunehmend kritisch hinterfragt. Der Erfolg von Bannern und mögliche alternative Werbeformen, mit denen eine Lösung der Misere der Online Werbewirtschaft erhofft wird, ist ebenfalls in Kapitel 6 ausgeführt.

Der letzte Teil dieses Kapitels beschäftigt sich kurz mit Überlegungen zur konkreten Gestaltung einer Webpräsenz und der Erfolgsmessung von Websites.

Wie Eingangs erläutert, führt kein Weg an einer nutzerorientierten Konzipierung der Webpräsenz vorbei. Das Verhalten und die Motive sind deshalb die Kernaspekte dieser Arbeit. Genauer ausgeführt wird in Kapitel 7 das Informationsverhalten an Hand der Theorien zum Entwicklungsprozess des Internetnutzers, zum Akzeptanzprozess von Innovationen, zur Selektionssituation im WWW, zum Flow-Erlebnis, zur kognitiven Dissonanz und zum Involvement des Nutzers. Die gewonnen Erkenntnisse werden schließlich in Kapitel 8 resümiert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
2. Das Internet aus kommunikationstheoretischer Perspektive 8
2.1 Medium 8
2.2 Die Beziehung zwischen Mensch und Medien 11
2.3 Multimedia 17
2.4 Das Internet als Hybridmedium zwischen Individual- und Massenkommunikation 23
2.5 Elektronisch mediatisierte Kommunikation 27
3. Auswirkungen der neuen Medien 30
3.1 Das Market-Pull-Prinzip 30
3.2 Customer Empowerment 30
3.3 Dialog-Marketing 31
3.4 Neue Marktgesetze 31
3.5 Die Internetökonomie - eine Netzökonomie 32
3.6 Beziehung der klassischen Medien zu den neuen Medien 35
4. Darstellung des Internets und seiner Nutzer 37
4.1 Entwicklung des Internets 37
4.1.1 Meilensteine in der Entwicklung des Internets 37
4.1.2 Innovationsfeld des Internets 38
4.1.3 Die kommerzielle Nutzung des Internets 39
Defintionen 39
Die Entwicklung des E-Commerce 41
4.2 Allgemeine quantitative Darstellung 44
4.3 Struktur der Internetnutzer 45
4.4 Medienanalytische Zahlen 49
5. Ausgangssituation für die Marktkommunikation 54
5.1 Der Weg in eine Aufmerksamkeitsökonomie 54
5.2 Wandelnde Märkte verlangen neue Methoden und Strategien im Marketing 56
5.3 Der Trend zur Individualisierung 57
6. Das Internet als kommunikationspolitisches Instrument 59
6.1 Ziele der Marktkommunikation 59
6.2 Die Rolle der neuen Medien in der Kommunikationspolitik 60
6.2.1 Klassifizierung der neuen Medien 60
6.2.2 Dimensionen der Kundenintegration 62
6.2.3 Funktionen der Online-Marketing Instrumente 63
6.3 Methoden des Online-Marketing 67
6.3.1 Die Individualisierung von Produkten, Dienstleistungen und des Marketing 67
6.3.2 Der Customer Buying Cycle 71
6.3.3 Vom "Interruption Marketing" zum "Permission-Marketing" 74
6.3.4 Vertrauensmanagement 75
6.3.5 Electronic-Branding 78
6.3.6 Virtuelle Communities 80
6.3.7 Guerilla-Marketing 82
6.4 Werbung im Internet - Webvertising 84
6.4.1 Das WWW als Werbeträger 84
6.4.2 Wirkungsmodell der Online-Werbung 87
6.4.3 Werbeformen 89
Banner 89
Alternative Werbeformen 91
6.4.4 Gestaltung, Platzierung und Schaltung der Werbung 94
6.5 Gestaltung der Webpräsenz 98
6.5.1 Technikspezifische Überlegungen 98
6.5.2 Einsatz von Text und Bild 101
6.5.3 Einsatz von Musik und Ton 104
6.5.4 Gestaltung von Text und Bild 105
6.6 Erfolgsmessung der Webpräsenz 109
7. Modellierung des Verhaltens der Internet-Nutzer 113
7.1 Entwicklungsstufen des Internet-Nutzers 115
7.2 Der Akzeptanzprozess von Innovationen 119
7.3 Die Selektionssituation im WWW 122
7.4 Die Flow-Theorie von Czikszentmihalyi 126
7.5 Die Kognitive Dissonanz und das Informationsverhalten 129
7.6 Das Informationsverhalten in Abhängigkeit des Involvements 133
8. Resümee 137
9. Quellennachweis 144

Automatisiert erstellter Textauszug:

von zentraler Bedeutung: Mehrwert, Vertrauen und Transaktion. Eine Wirkungskette der einzelnen Faktoren setzt sich folgendermaßen zusammen: 153 Voraussetzung für Transaktionen ist das Vertrauen der Kunden Das Vertrauen in einen Anbieter steigt mit dem gebotenen Mehrwert Je besser ein Anbieter über einen Kunden und ähnliche Kundensegmente Bescheid weiß, um so zielgenauer kann er Mehrwert generieren Um Gewohnheiten und Bedürfnisse der Kunden zu ermitteln, benötigen Anbieter möglichst viele Transaktionen mit ihren Kunden Als Folge des gebotenen Mehrwertes wird die Häufigkeit der Transaktionen zunehmen. Ein Unternehmen mit mustergültigem Vertrauensmanagement ist das internationale Online-Auktionshaus ebay. Die weltweit erfolgreich operierende Auktionsplattform hat es mittels ausgeklügelten Kunden- und Verkäuferbewertungssystemen geschafft, eine Vertrauensbasis zwischen den Klienten herzustellen. Die Marke ebay steht für die Seriosität der Anbieter und der Ware gerade. [...]

„Die Netzwerkwirtschaft gründet auf Technologie, kann aber nur auf Beziehungen errichtet werden. Sie beginnt mit Chips und endet mit Vertrauen.“149 In der Literatur wird immer wieder auf die Wichtigkeit von Vertrauen für das Entstehen einer loyalen Kundenbeziehung hingewiesen. In den letzten Jahren hat das Internet durch die vielen unseriösen und dubiosen Geschäftemachereien und den aggressiven Marketingmethoden an Glaubwürdigkeit verloren. 65% der OnlineShopper hätten kein Vertrauen in Web-Sites und 66,7% der Online-Shopper geben eine mangelnde Vertrauenswürdigkeit des Shopping-Anbieters als Grund für einen Transaktionsabbruch an.150 Für den Kunden stellen sich auch viele als Barrieren wahrgenommene Risiken in den Weg, die ein Zustandekommen einer „Permission“ [...]

Drei Schlüsselfaktoren setzen ein funktionierendes Permission-Marketing voraus: Erwartung – people look forward to hearing from you Personalisierung – the messages are directly related to the individual Nutzen oder brauchbarer Content – the marketing is about something the prospect is interested in Eine Einwilligung des Konsumenten in eine Beziehung passiert in fünf Schritten: 1) Angebot eines Anreizes Aufmerksamkeit und Einwilligung: die Qualität der Kommunikationsinhalte ist wesentlich. Platte, inhaltsarme Slogans sind fatal. 2) Nutzung der Aufmerksamkeit, um die Leistung zu erklären: Der Konsument bekommt für seine Aufmerksamkeit wertvolle Informationen geboten. Es muss eine win-win Situation erkennbar sein. 3) Verstärkung der Anreize, um die Einwilligung aufrechtzuerhalten. 4) Angebot weiterer Incentives, um eine weitergreifende Einwilligung vom Kunden zu erhalten. 5) Lenkung der Einwilligung in die Richtung, in der Profit zu machen ist, wenn die Zeit gekommen ist. [...]

Arbeit zitieren:
Trajer, Gerald November 2001: Marktkommunikation und Internet, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
E-Commerce, Multimedia, (Online) Marketing, Nutzerverhalten, Internet

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