Markteintrittsstrategien für die EU
Die erfolgreiche Platzierung eines österreichischen Unternehmens in den neuen EU-Mitgliedsstaaten am Beispiel Polen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Barbara Stauder
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 185 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,6
- Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8912-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8912-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8912-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Stauder, Barbara Juni 2005: Markteintrittsstrategien für die EU, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Markteintrittsstrategien, Polen, Investitionsleitfaden, Unternehmen, Markterschließung
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Diplomarbeit von Barbara Stauder
Problemstellung:
Seit mehr als einem Jahrzehnt ständigen wirtschaftlichen Wachstums und politischer Reformen hat Polen sich seinen Platz unter den größten und stabilsten Volkswirtschaften in Ost- und Mitteleuropa gesichert. Als verlässliches Mitglied von NATO und OECD und als neues Mitglied der Europäischen Union ist Polen außerdem ein vertrauenswürdiger und attraktiver Partner für die internationale Geschäftswelt.
Die Attraktivität Polens für die internationale Geschäftswelt ist in der letzten Meinungsumfrage unter internationalen Investoren von 2003 bestätigt worden. Auf die Frage nach den entscheidenden Gründen für eine Investition in Polen wurden die Wachstumsaussichten, die Arbeitskosten, die Größe des polnischen Marktes, die hervorragenden Fähigkeiten der polnischen Angestellten, die Möglichkeit zur Senkung der Herstellungskosten sowie die günstigen Bedingungen für ausländische Investoren genannt.
„Früher war in Polen alles billig, heute ist alles teuer. Ist man heute also schon zu spät gekommen?“ Eine Ungewissheit schwebte wie ein schwarzer Schatten über manchen Unternehmerköpfen. Doch Expertenmeinungen haben schon vor dem Beitritt Polens zur EU vorausgesagt: „Wenn Polen einmal in der EU ist, kommen alle.“ Und das hat sich bewahrheitet.
Das Tempo, das ausländische Investoren in den letzten Jahren vorgelegt haben, ist ein verlässliches und objektives Kriterium für die Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung Polens. Die Regierung kennt und schützt die Bedeutung ausländischen Kapitals und setzt ihre systematischen Anstrengungen zur Liberalisierung und Vereinfachung der polnischen Wirtschaftsgesetze fort. Heute bietet Polen interessierten Geschäftspartnern eine Vielzahl von Investitionsanreizen, die mit den EU-Normen harmonisiert sind.
Trotz der enormen Angleichungen and EU-Standards, die im Zuge der Übernahme des Gemeinschaftsrechts passiert sind, bleiben bei einem Eintritt in den polnischen Markt noch eine Menge nationaler Normen zu beachten. Wenn man als Unternehmen keine Kenntnis über Polen oder dessen Markt mitbringt, muss man diese erst in Erfahrung bringen oder hilft sich mit einem Investitionsleitfaden.
Gang der Untersuchung:
Das Ziel dieser Arbeit ist es Informationen zu sammeln, welche einem Unternehmen dahingehend behilflich sind, sich mit den Themen des Markteintrittes, der Unternehmensumwelt, verschiedener Geschäftsstrategien und dem polnischen Markt theoretisch auseinander zu setzten, um sich damit das Basiswissen für ein internationales Engagement anzueignen, welches für einen nachhaltig erfolgreichen Eintritt in einen solchen Markt unerlässlich ist.
Der mit viel praktischen Informationen ausgestattete Investitionsleitfaden soll schließlich Unternehmen dabei behilflich sein, sich nicht in der Flut zu befolgender Regelungen zu verirren, sondern den Überblick zu bewahren und somit schneller mit der Umsetzung des internationalen Großprojektes erfolgreich zu sein.
Nach einer umfassenden Literaturrecherche, mit der alle relevanten theoretischen Themengebiete abgedeckt wurden, konnte mit der Erstellung der Kapitel 2 und 3 begonnen werden. Behilflich waren dabei hauptsächlich ausgewählte Werke und Papers zu den Themen Internationalisierung und Markteintritt.
Für die Kapitel 4, 5 und 6 hingegen war es nötig noch eine lange Recherchephase zu durchlaufen, in der die wichtigsten Werkzeuge das Internet und Informationsbroschüren von Wirtschaftspartnern darstellten.
Im Zuge der Ausführungen zu den Entscheidungen vor dem Markteintritt (Kap. 2) soll eine allgemeine Einführung in die Thematik erfolgen, bevor in den darauf folgenden Kapiteln die Markteintrittsstrategien und die Rückschlüsse auf die bisher gewonnenen Informationen dargestellt und erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| TABELLENVERZEICHNIS | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| ABSTRACT | 1 | |
| 1. | EINFÜHRUNG | 2 |
| 1.1 | Problemstellung | 2 |
| 1.2 | Zielsetzung | 3 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 3 |
| 2. | ENTSCHEIDUNGEN VOR DEM MARKTEINTRITT | 5 |
| 2.1 | Das internationale Unternehmensumfeld | 6 |
| 2.1.1 | Das ökonomische Umfeld | 6 |
| 2.1.2 | Das soziokulturelle Umfeld | 9 |
| 2.1.3 | Das politisch-rechtliche Umfeld | 14 |
| 2.1.4 | Die Konkurrenz | 18 |
| 2.2 | Marktselektion | 21 |
| 2.2.1 | Marktdefinierung und -segmentierung | 21 |
| 2.2.2 | Marktselektionsstrategien | 22 |
| 2.3 | Produktstrategie | 24 |
| 2.3.1 | Bedeutung und Ziele der Produktstrategie | 25 |
| 2.3.2 | Alternativen der Produktstrategien | 26 |
| 2.4 | Distributionsstrategie | 29 |
| 2.4.1 | Die Vertriebskanalstruktur | 30 |
| 2.4.2 | Logistik | 34 |
| 2.4.3 | Adaptive Distributionspolitik | 35 |
| 2.5 | Preisstrategie | 36 |
| 2.5.1 | Ziele der Preisstrategie | 37 |
| 2.5.2 | Alternativen der Preisstrategie | 37 |
| 2.5.3 | Determinanten der Preisstrategie im Ausland | 40 |
| 2.6 | Finanzierungsstrategie | 41 |
| 2.7 | Kommunikationsstrategie für das Ausland | 44 |
| 2.7.1 | Werbestrategie im Ausland | 45 |
| 2.7.2 | Public Relations | 46 |
| 2.8 | Personalpolitik für das Ausland | 47 |
| 3. | MARKTEINTRITTSSTRATEGIEN | 52 |
| 3.1 | Einführung | 52 |
| 3.2 | Internationale Markteintrittsstrategien: Abgrenzung | 53 |
| 3.2.1 | Funktioneller Markteintritt | 57 |
| 3.2.2 | Institutioneller Markteintritt | 63 |
| 3.3 | Schwierigkeiten beim Eintritt | 77 |
| 3.3.1 | Markteintrittsbarrieren | 78 |
| 3.3.2 | Marktaustrittsbarrieren | 86 |
| 3.3.3 | Pfadabhängigkeit | 87 |
| 3.3.4 | Unsicherheit | 90 |
| 4. | POLEN: DAS UNTERNEHMENSUMFELD | 97 |
| 4.1 | Polen: Ein Länderprofil | 98 |
| 4.2 | Das politisch-rechtliche Umfeld Polens | 99 |
| 4.3 | Das ökologische Umfeld: Regionale Einteilung | 100 |
| 4.4 | Das ökonomische Umfeld: Wirtschaftsstruktur Polens | 104 |
| 4.5 | Polen und die EU | 107 |
| 4.6 | Schlussbemerkungen und Ausblick | 109 |
| 5. | MARKTSELEKTION: WER INVESTIERT WO? | 111 |
| 5.1 | Der Nationenvergleich | 111 |
| 5.2 | Der Branchenvergleich | 112 |
| 5.3 | Der Unternehmensvergleich | 114 |
| 6. | INVESTITIONSLEITFADEN FÜR POLEN | 118 |
| 6.1 | Finanzierungsstrategie für österreichische Unternehmen | 119 |
| 6.1.1 | Auslandsinvestitionsgesetz und Gesellschaftsformen | 119 |
| 6.1.2 | Investitionsanreize in Polen | 121 |
| 6.1.3 | Österreichische Finanzierungsmöglichkeiten | 129 |
| 6.1.4 | Finanzielle Unterstützung der EU für Polen | 131 |
| 6.2 | Grunderwerb durch Ausländer | 133 |
| 6.2.1 | Regelungen für Immobilien | 133 |
| 6.2.2 | Genehmigungserfordernis für Immobilien | 134 |
| 6.3 | Steuersystem in Polen | 135 |
| 6.3.1 | Körperschaftssteuer (CIT) | 135 |
| 6.3.2 | Einkommenssteuer (PIT) | 136 |
| 6.3.3 | Umsatzsteuer (VAT) | 137 |
| 6.3.4 | Besteuerung von Immobilien | 138 |
| 6.3.5 | Steuervergünstigungen | 138 |
| 6.4 | Rechtliches Umfeld: Rechtssystem in Polen | 139 |
| 6.4.1 | Rechtsgrundlagen | 140 |
| 6.4.2 | Personalpolitik in Polen: Arbeitsrecht | 141 |
| 6.4.3 | Schiedsgericht für Streitfälle | 145 |
| 6.4.4 | Insolvenzrecht | 145 |
| 6.4.5 | Eigentumsvorbehalt | 147 |
| 6.5 | Versicherungsregelungen | 148 |
| 6.6 | Die Warschauer Börse | 151 |
| 6.7 | Banken und Zahlungsverkehr | 152 |
| 6.8 | Kommunikationsstrategie: Messen in Polen | 154 |
| 6.9 | Rechnungslegung und Jahresabschluss | 155 |
| 6.10 | Aufnahme der Wirtschaftstätigkeit und Checkliste | 157 |
| 6.11 | Weisheiten für „Polen-Neulinge“ | 160 |
| 6.12 | Kontaktadressen und Internetseiten | 161 |
| 7. | SCHLUSSBEMERKUNGEN | 173 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 174 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 180 |
Exkurs: Die Fusion AOL – Time Warner Anfang 2000 wurde die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch das Internet-Unternehmen AOL bekannt gegeben. Die Fusion erregte nicht nur wegen ihrer Größe hohe Aufmerksamkeit, sondern auch weil erstmals ein junges InternetUnternehmen einen etablierten, traditionsreichen und deutlich umsatzstärkeren Medienkonzern übernahm. Durch diese Übernahme entstand eine „MIT-Gruppe“ (Anm.: Medien und Informationstechnologie), welche die gesamte Produktpalette in dieser Branche umfasst. Diese Fusion hat eine Katalysator-Funktion für die Konvergenz von Medien, Informationstechnologie und Telekommunikation übernommen. Mit der Zeit wird sich zeigen, ob und wie AOL und Time Warner es möglich ist, das volle Profitpotential, das durch den Zusammenschluss entstanden ist, zu implementieren und voll auszuschöpfen. Denn es sind besondere Managementkompetenzen, um die kulturellen Unterschiede, die so charakteristisch für die zwei jeweiligen Unternehmen sind, zu umgehen und zu ihrem gemeinsamen Erfolg umzuwandeln.105 [...]
firmen- und branchenspezifischem Know-how. So ergab eine US-amerikanische Studie unter 454 Firmen, dass es nach Akquisitionen in 37 % aller Fälle zu wesentlichen Veränderungen in der Geschäftsleitung kam und 20,5 % aller Firmen tauschten das Topmanagement sogar komplett aus.103 In diesen Fällen spricht man von einer „feindlichen Übernahme“ oder „hostile takeover“: „Die Übernahme, wie wir sie heute…aus weltweiten Konkurrenz-Kämpfen kennen, ist nicht selten eine „feindliche Übernahme“, also der Erwerb der Anteilsmehrheit an einem…Unternehmen gegen den Willen des Managements. Diese Übernahmen dienen oft nur dazu, um den Wettbewerber lahm zu legen und… auch um dessen Substanz mit Gewinn abzustoßen zu können. Ein… Argument für ‚freundliche‘ Übernahmen (…mit Billigung des Managements), ist der wachsende Zwang zur Größe infolge der Globalisierung.“104 [...]
Zur Begriffsklärung: Unter einem Merger (= Zusammenschluss, Fusion) versteht man die Zusammenführung von Gesellschaftsanteilen und/oder Vermögensanteilen zweier Unternehmen in eine neue Gesellschaft. Hingegen eine Acquisition (= Ankauf, Akquisition) ist der Erwerb von Gesellschaftsanteilen und/oder Vermögensanteilen eines fremden Unternehmens. Eine Akquisition eines Unternehmens zeichnet sich dadurch aus, dass sie vor allem zeitsparend ist. Nicht zuletzt aus dem Grund haben M&A’s während des letzten Jahrzehnts weltweit stark zugenommen. Aber diese Zahlen waren von einer hohen Misserfolgsrate begleitet, und bedingt durch das hohe finanzielle Engagement wird dieses Modell oft kritisch diskutiert. Gerade deswegen kommt diese Strategie nur zum Eintritt in neue Märkte kaum in Frage.100 Gründe für ein Unternehmen, diese Strategie zu verfolgen, kann die Implementierung existierender Organisationsstrukturen sein, die zu einer Unsicherheits- und Komplexitätsreduzierung führen (z.B. bestehende Geschäftsbeziehungen zu Kunden, Lieferanten, Banken). Diese erlauben schnelle Entscheidungen und entwickeln spezielle Sprachregelungen, die das Unsicherheitsproblem minimieren sollen. Unternehmen können dann Transaktionen effizienter als Märkte abwickeln, da die passenden Entscheidungen zu geringeren Kosten gefunden werden können.101 Weitere Anreize für eine Fusion oder Anteilsakquisition liegen nahe an den Beweggründen eine Kooperation oder ein Joint Venture einzugehen. Auf Grund der ähnlichen Hintergedanken finden sich auch hier die Vermeidung von Konkurrenz, die Übernahme einer „erfahrenen Basis an Humankapital“, der Erwerb besonderer Kompetenzen (insbesondere intangible Fähigkeiten), sowie einer Risikominimierung bzw. der Risikoverteilung zwischen den Unternehmen und der Wissenstransfer/–erwerb wieder.102 Nach einer Übernahme kann man davon ausgehen, dass nicht jeder Spitzenmanager seinen Arbeitsplatz wie gewohnt behalten wird. Neben Entschädigungszahlungen und verlorenen Positionen oder Aufstiegsmöglichkeiten droht dem Management der Verlust der Einkommensquelle durch Einbußen von [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832489120
Arbeit zitieren:
Stauder, Barbara Juni 2005: Markteintrittsstrategien für die EU, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Markteintrittsstrategien, Polen, Investitionsleitfaden, Unternehmen, Markterschließung



