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Marktchancen des Pay-TVs und Auswirkungen auf die klassische Fernsehwerbung

Marktchancen des Pay-TVs und Auswirkungen auf die klassische Fernsehwerbung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Beatrice Eichbauer, geb. Callipo
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 135 Seiten
  • Dateigröße: 885,3 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Pforzheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6588-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6588-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6588-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Eichbauer, geb. Callipo, Beatrice Juni 2003: Marktchancen des Pay-TVs und Auswirkungen auf die klassische Fernsehwerbung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fernsehen, Medien, Premiere World, Bezahlfernsehen, Digitales Fernsehen

Diplomarbeit von Beatrice Eichbauer, geb. Callipo

Einleitung:

„Achtung, Achtung! Hier ist die Sendestelle im VOX-Haus auf Welle 400 Meter. Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, daß am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos telefonischem Weg beginnt. Die Benutzung ist genehmigungspflichtig...“ Mit dieser Durchsage begann am 29. Oktober 1923 die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Dies war zugleich der erste Schritt in Richtung Massenkommunikation im Rundfunkbereich, d.h. die Ausstrahlung eines Senders an eine Vielzahl von Empfängern. Die weiterentwickelte Form der Verbreitung von Sendungen stellte das Fernsehen dar. Von einem ständigen Wandel begleitet, entwickelte sich dieses Medium zum größten und einflußreichsten unserer Zeit.

Zu diesem fast 8 Jahrzehnte andauernden Wandel gehörte die Entwicklung der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten hin zum Dualen System, bzw. die Entstehung des Privaten Fernsehens, die Entwicklung der technischen Empfangbarkeit (Kabel, Satellit) und in jüngster Zeit die sogenannte „Revolution“ durch das digitale Fernsehen.

Vor diesem Hintergrund entstand 1991 der erste Pay-TV-Sender Premiere und 5 Jahre später DF1, die anfangs euphorisch als neue zukunftsträchtige Fernsehwelten gefeiert wurden. Mittlerweile sind die begeisternden Stimmen etwas gedämpft worden, da die Erfolgszahlen der beiden Sender zu Wünschen übrig ließen. Einige neugewonnene Erkenntnisse und die Aufdeckungen einiger Schwachstellen auf der Angebots- und Nachfrageseite deckten die Gründe für den mangelnden Erfolg auf.

Die vorliegende Studie zeigt eine Analyse dieser Ergebnisse und reflektiert die Marktchancen des Pay-TVs. Dabei stellt sie zunächst die von vielen angepriesene dritte Revolution des digitalen Fernsehens, mit all ihren technischen und inhaltlichen Neuerungen vor. Dies bildet gleichzeitig die Grundlage für den Themenschwerpunkt - digitales Pay-TV. Insbesondere beschäftigt sich diese Untersuchung mit der Frage, inwieweit sich das Pay-TV durchsetzen kann und welche Überlegungen die Anbieter anstellen sollten, um ihre Programme erfolgreich am Markt zu etablieren. Es werden hierbei übergreifende Zusammenhänge dargestellt, die die programmlichen Rahmenbedingungen betreffen, d.h. die Programminhalte, die Zielgruppen, die Finanzierung und damit die Positionierung im Kommunikationsmarkt.

Der zweite Fokus dieser Arbeit liegt auf der Problematik der Fernsehwerbung. In ihrer ursprünglichen Form stößt sie als Finanzierungsquelle für das weitgehend werbefreie Pay-TV an ihre Grenzen. Hier ist der verstärkte Einsatz neuer, nicht-klassischer Werbeformen von Nöten. Diese hätten nicht nur den Effekt, die bestehenden Abogebühren zu senken, sondern auch interaktive Möglichkeiten zu einer individuelleren Ansprache des Fernsehzuschauers zu bieten.

Gang der Untersuchung:

Der Ursprung dieses Themas lag in der Faszination des Mediums Fernsehen. Um die heutige Problematik verstehen zu können, sollten vorab typische Fernsehbegriffe erläutert werden.

Im zweiten Kapitel werden dementsprechend allgemeine Begriffe der Fernsehwelt erklärt, wobei der Bereich des „klassischen“ Fernsehens (Free-TV) vom digitalen Fernsehen abgegrenzt wird. Im Bereich des digitalen Fernsehens wird einerseits die unverzichtbare technische Funktionsweise kurz erklärt und die daraus neu entstandenen Möglichkeiten aufgezeigt. Andererseits werden die Grundbegriffe des Pay-TVs und dessen neue Kommunikationsdienste, wie z.B. Pay-per-View erläutert.

Die unmittelbare, unbestritten starke Konkurrenz des Pay-TVs, nämlich das Free-TV, wird im dritten Kapitel charakterisiert. Im ersten Schritt werden die analogen Fernsehangebote dargestellt. Gemeint sind die klassischen Sender, zu denen alle öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten und alle privaten Anbieter zählen, die anhand von Kabel, Satellit oder Hausantenne empfangen werden können. Beginnend mit einem kleinen, historischen Rückblick der deutschen Fernsehsender, wird die Struktur der Free-TV-Landschaft, mit all ihren Marktteilnehmern und Finanzierungsarten aufgezeigt. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Fernsehwerbung, als tragende Finanzierungsart der Privatsender gelegt.

Der nächste Punkt zeigt, daß die digitale Fernsehtechnik nicht ausschließlich für Pay-TV gilt, sondern auch im Free-TV-Sektor angewendet wird. Es gibt mittlerweile sog. digitale Bouquets, d.h. Programmangebote von Free-TV-Anbietern, die anhand eines Decoders (Set-Top-Box) empfangen werden können.

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem Themenschwerpunkt Pay-TV. Hier wird zunächst die Entwicklung im Bereich des Pay-TVs dargelegt, insbesondere anhand der bisherigen Teilnehmer Premiere, DF1 bzw. Premiere World. Obwohl der Großteil der Einnahmen über Abogebühren zufließt, wird selbst hier nicht vollständig auf Werbung verzichtet. Wie die Werbeformen genau aussehen und an welche Grenzen diese Einnahmequelle stößt, wird hier erörtert. Eine Analyse auf der Nachfrageseite soll außerdem zeigen, daß die Erfolgsbilanz beim Pay-TV noch zu wünschen übrigläßt. Aktuelle Ergebnisse des Nutzungsverhaltens dokumentieren die bisherige Akzeptanz des Pay-TVs. Mit Blick auf bereits etablierte Pay-TV-Angebote im Ausland, soll dargestellt werden, inwieweit sich die deutschen davon unterscheiden bzw. ob sie überhaupt miteinander vergleichbar sind.

Schließlich werden im fünften Kapitel alle bis dahin erlangten Erkenntnisse interpretiert. Dies bedeutet im einzelnen, daß anhand der programmlichen Rahmenbedingungen Schlüsse bezüglich des fehlenden Erfolges gezogen werden, um somit die Chancen des Pay-TVs festlegen zu können. Eine Gegenüberstellung des Free-TVs mit dem Pay-TV in Punkt 5.3 soll die Auswirkung auf die Fernsehnutzung verdeutlichen, d.h. hier wird die Frage geklärt, ob Pay-TV den üblichen Fernsehkonsum eher ergänzen oder verdrängen wird. Im Punkt 5.5 werden die Konsequenzen für die Fernsehwerbung diskutiert. Das bedeutet im einzelnen, die Begründung der Notwendigkeit für einen Ausbau der Werbemöglichkeiten im Pay-TV und die im nächsten Punkt folgende Darstellung der Lösungsansätze von teilweise schon umgesetzten und noch geplanten Werbealternativen.

Im Fazit werden alle Erkenntnisse zu einer abschließenden Beurteilung für das Pay-TV fokussiert, die anhand der vorliegenden Ergebnisse hinsichtlich der Marktchancen resultieren.

Inhaltsverzeichnis:

I. Abkürzungsverzeichnis 5
II. Abbildungsverzeichnis 6
III. Tabellenverzeichnis 7
1. Einleitung 8
1.1 Problemstellung und Ziel 8
1.2 Aufbau und Vorgehensweise 9
1.3 Abgrenzung 10
2. Begriffliche Grundlagen 12
2.1 Free-TV- die klassische deutsche Fernsehlandschaft 12
2.1.1 Begriffsbestimmung 12
2.1.2 Marktteilnehmer 13
2.1.3 Empfangsmöglichkeiten 14
2.1.4 Verbreitungsgebiet - national, regional, lokal 16
2.1.5 Programmstruktur - Vollprogramm, Spartenprogramm 17
2.1.6 Instrumente zur Erfolgsmessung 18
2.2 Digitale Fernsehangebote und Pay-TV 20
2.2.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung 20
2.2.2 Strukturelle Änderungen durch das digitale Fernsehen 23
2.2.3 Technische Rahmenbedingungen 23
2.2.4 Empfangsgeräte 26
2.2.5 Übertragungswege 28
2.2.6 Neue Kommunikationsdienste 30
2.2.6.1 Pay-per-Channel 30
2.2.6.2 Pay-per-View 30
2.2.6.3 Near Video-on-Demand 31
2.2.6.4 True Video-on-Demand 31
2.2.6.5 Multi-Channeling 32
2.2.6.6 EPG - Electronic Program Guide 32
2.2.7 Interaktivität 33
3. Entwicklung des Free-TV-Marktes 36
3.1 Klassische analoge Programmangebote 36
3.1.1 Die Geschichte des deutschen Free-TV-Marktes 36
3.1.2 Marktakteure des Dualen Systems 38
3.1.2.1 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk 38
3.1.2.2 Privatfernsehen 41
3.1.2.3 Abgrenzung öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter 42
3.1.3 Finanzierungsarten 44
3.1.3.1 Öffentlich-rechtliche Anbieter 44
3.1.3.2 Private Anbieter 46
3.1.4 Fernsehwerbung als Hauptfinanzierungsquelle 50
3.1.4.1 Werbespots und Werbeblöcke 50
3.1.4.2 Programmsponsoring 51
3.1.4.3 Dauerwerbesendungen 54
3.1.4.4 Teleshopping 55
3.1.4.5 Product Placement 57
3.1.4.6 Merchandising 60
3.2 Neue digitale Programmangebote 62
3.2.1 Kommunikations- und Programmpläne der Free-TV-Anbieter 62
3.2.2 Interaktive Kommunikationsdienste 64
4. Pay-TV - Programmangebote und Akzeptanz 66
4.1 Entwicklungsgeschichte und Anbieter in Deutschland 66
4.2 Konzept von Premiere World 68
4.2.1 Anfänge 68
4.2.2 USP's von Premiere World 69
4.2.3 Programmangebot 71
4.2.4 Digitale Kommunikationsdienste und interaktive Möglichkeiten 75
4.2.5 Finanzierungsmethode 76
4.3 Werbung als Zusatzfinanzierungsquelle bei Premiere World 78
4.4 Akzeptanz des Pay-TVs 79
4.4.1 Nutzungsverhalten der Konsumenten in Deutschland 79
4.4.1.1 Ausstattung 79
4.4.1.2 Zeitbudget 81
4.4.1.3 Spartennutzung 83
4.4.1.4 Medienbudget 85
4.4.2 Zahlungsbereitschaft der Konsumenten für Pay-TV 86
4.4.3 Akzeptanzchancen der neuen TV-Angebote 88
4.4.4 Akzeptanz des Pay-TVs im internationalen Vergleich 90
5. Möglichkeiten und Grenzen des Pay-TVs und neue Werbeformen 95
5.1 Aktuelle Marktsituation des Pay-TVs in Deutschland 95
5.2 Gründe für den fehlenden Erfolg 96
5.3 Auswirkungen auf die Fernsehnutzung 99
5.4 Chancen des Pay-TVs 100
5.4.1 Aus Sicht der Zuschauer 100
5.4.2 Aus Sicht der Pay-TV-Anbieter 101
5.4.3 Aus Sicht der Werbetreibenden 102
5.4.4 Zusammenfassung 102
5.5 Konsequenzen für die Werbebranche 103
5.6 Lösungsansätze für Alternativen und Nischen in der Fernsehwerbung 104
5.6.1 Interaktiver Werbespot 105
5.6.2 Individualisiertes Programmsponsoring 106
5.6.3 Individualisiertes Product-Placement 108
5.6.4 Virtuelle Werbung 108
5.6.5 Transactive Advertising 109
5.6.6 Werbekanäle 110
5.7 Zukunftsszenario 110
6. Fazit 112
IV. Anhang. 115
A. Chronik der Entwicklung des digitalen Pay-TVs in Deutschland 114
B. Programmangebot von Premiere World 117
C. Monatliche Aufwendungen für Massenmedien 119
V. Literaturverzeichnis 118
VI. Glossar. 128

Automatisiert erstellter Textauszug:

Demnach ist offenbar das Kriterium Werbefreiheit das stärkste Argument. Allerdings muss man an dieser Stelle anmerken, daß die Zuschauer lediglich bestehende Werbeformen kennen (Unterbrecherwerbung, Sponsorhinweise). Pay-per-View wird von fast jedem Dritten als entscheidenden Vorteil genannt, gefolgt von aktuellen Spielfilmangeboten. Allgemein scheint das Spielfilm- und Sportangebot einen großen Reiz auszuüben. Im Falle von Premiere World sind die Weichen schon gestellt worden: Insgesamt besitzt die KirchGruppe umfassende Programmressourcen insbesondere bei Spielfilmen und beim Sport und ist so gut gerüstet für die Etablierung des digitalen Pay-TV-Geschäfts. Die EU-Kommission legte bereits im Mai 1998 dar, daß die KirchGruppe der größte deutsche Anbieter von Kinofilmen und Unterhaltungsprogrammen ist.258 [...]

Wie wird sich die Einführung neuer Medien-Angebote (hier Pay-TV) auf die Nutzung der bestehenden Angebote auswirken? Dazu gibt es in der Kommunikationswissenschaft grundsätzlich zwei gegensätzliche Annahmen: Die Verdrängungsthese geht davon aus, daß das neue Medium die Nutzung der bestehenden Medien zurückdrängt, während die Nutzungszeit für alle Medien konstant bleibt. Die Komplementärthese unterstellt dagegen, daß das neue Medium die Nutzung der bestehenden unbeeinflusst lässt, wobei die Gesamtzeit der Mediennutzung ansteigt.255 Zur Beantwortung dieser Frage gibt es eine Reihe von Einschätzungen und Prognosen. So z.B. eine Prognose von Infratest Burke256: Demnach erwartet man einen Anstieg der Pay-TV-Nutzung um drei auf vier Minuten und einen Rückgang der Free-TV-Nutzung um sechs Minuten pro Kopf. Der Rückgang der Free-TV-Nutzung wird allerdings durch demografische Effekte (u.a. Anwachsen der älteren Bevölkerungsschichten) wieder ausgeglichen, so daß der Fernsehkonsum insgesamt stagnieren wird und das Free-TV keine grossen Nutzungseinbrüche erleben wird. Ähnliche Ergebnisse liefert auch eine Studie, die vom Projekt "Stargazer" (Untersuchung aus Virginia, USA) stammen257: Untersucht wurde die Akzeptanz von Pay-per-View und Video-on-demand. Die Ergebnisse belegen, daß ein zusätzliches Pay-TV-Angebot in den untersuchten Haushalten nicht zu [...]

Diese Tabelle macht deutlich, daß digitales Pay-TV exklusive Inhalte benötigt, um neben dem Free-TV attraktiv zu sein. Dazu gehören in erster Linie Ereignisse (Intern. Sport- und Musikevents), Sport, Spielfilme und Erotik. Entscheidend in diesem Zusammenhang wird der Anteil der Programme sein, der aus dem Free-TV ins Pay-TV abwandert.250 Die Preisentwicklung bei den Lizenzgebühren macht aber die Problematik überdeutlich: Kosteten die Bundesligarechte 1985/1986 noch zwölf Mio. Mark, so fielen für den Zeitraum 97/98 bis 99/2000 gar 540 Mio. Mark an.251 Die jüngste Entwicklung zeigt aber, daß sich schon jetzt Veränderungen anbahnen: Die KirchGruppe erwarb die Rechte für die Fußballweltmeisterschaften 2002 und 2006 für 3,4 Mrd. Mark.252 Premiere World überträgt ab 13.September 2000 die Dienstagsspiele der Championsleague in SPORTS WORLD. (Bei RTL laufen die Mittwochsspiele sowie Zusammenfassungen der Dienstagsspiele.)253 [...]

Arbeit zitieren:
Eichbauer, geb. Callipo, Beatrice Juni 2003: Marktchancen des Pay-TVs und Auswirkungen auf die klassische Fernsehwerbung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fernsehen, Medien, Premiere World, Bezahlfernsehen, Digitales Fernsehen

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