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Marktanalyse der Tonträgerindustrie

Motive und Auswirkungen von Musikpiraterie, Strategien der Pirateriebekämpfung

Marktanalyse der Tonträgerindustrie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniela Bräunig
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 545,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6804-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6804-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6804-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bräunig, Daniela Februar 2003: Marktanalyse der Tonträgerindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marketing, Internet, MP3, Vertrieb, Filesharing

Diplomarbeit von Daniela Bräunig

Einleitung:

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Tonträgerindustrie erneut massive Umsatzrückgänge. Zentrale Ursache für diese negative Marktentwicklung ist ein dramatischer Anstieg des CD-Brennens sowie die kostenlose Verfügbarkeit von Musik im Internet. Beide Probleme hängen eng miteinander zusammen. Der kostenlose Tausch urheberrechtlich geschützter Musikstücke über das Internet wäre nicht so gefährlich, würde sich die gestohlene Musik nicht so einfach auf CD-Rohlinge übertragen lassen.

Die Nutzung des Internets, komprimierte Formate für Sounddateien (z.B. MP3), die Erhöhung der Bandbreite bei der Internetverbindung sowie die starke Verbreitung von CD-Brennern stellen die Branche vor erhebliche Herausforderungen. Von den aktuellen technologischen und strukturellen Entwicklungen wird die Tonträgerindustrie besonders stark tangiert.

Die bisherigen Strukturen von Vertrieb, Marketing und Rechteverwertung müssen sich grundlegend ändern. Unternehmen, die sich nicht schnell genug auf die neuen Marktbedingungen einstellen, werden es schwer haben, diesen tief greifenden Strukturwandel zu überstehen.

Musik ist nicht nur ein wichtiger Kulturfaktor, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das massenhafte Kopieren von Musik stört die Funktionsfähigkeit des Marktes fundamental. Die Piraterie bedroht die Existenzgrundlage von Künstlern ebenso wie von Herstellern, Verlagen und Fachhandel.

Die Unternehmen sind gezwungen, ihre Angebote zu schützen und gegen Piraten vorzugehen. Zur Schaffung von geeigneten Schutz- und Gegenmaßnahmen bedarf es zusätzlicher Bemühungen innerhalb des Marketing-Mixes. Notwendig sind z.B. kommunikationspolitische Kampagnen, die den Kunden über das Problem „Piraterie“ aufklären, produktpolitische Maßnahmen, wie der Einbau von Kopierschutzmaßnahmen und vertriebspolitische Veränderungen, um sich auf die wachsende Bedeutung des Vertriebes von Musik über das Internet einzustellen.

Es besteht akuter Handlungsbedarf und damit die Forderung nach schnellen Lösungen, um die weitere dramatische Talfahrt der deutschen Tonträgerindustrie zu beenden.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Auswirkungen der Musikpiraterie auf den Tonträgermarkt umfassend zu analysieren. Im Vordergrund stehen dabei die sich stets weiterentwickelnden Aufnahme- und Vervielfältigungstechnologien. Aus diesem Grund erfolgt eine Konzentration auf die technologischen Entwicklungen, die in den letzten Jahren maßgeblich zu einer Zuspitzung des Piraterieproblems geführt haben: der CD-Brenner und das Kompressionsverfahren MP3.

Das Problem der Tonträgerpiraterie soll dabei aus betriebswirtschaftlicher Sicht untersucht werden. Abschließend werden aktuelle marketingpolitische Ansätze und urheberrechtliche Schutzmaßnahmen im Umgang mit dieser Art des geistigen Diebstahls vorgeschlagen und näher beleuchtet.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 ZUR THEMENSTELLUNG 2
1.2 VORGEHENSWEISE 2
2. DIE TONTRÄGERINDUSTRIE 4
2.1 AKTEURE DER MUSIKWIRTSCHAFT 4
2.1.1 Künstler 5
2.1.2 Plattenfirma (Label) 5
2.1.3 Tonträgerhersteller 6
2.1.4 Musikverlag 6
2.1.5 Verwertungsgesellschaften 7
2.1.5.1 Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte 8
2.1.5.2 Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH 9
2.1.5.3 Zentralstelle für privates Überspielungsrecht 9
2.2 DER TONTRÄGERHANDEL 9
2.2.1 Struktur und Formen des Tonträgerhandels 10
2.2.1.1 Großbetriebsformen 10
2.2.1.2 Filialunternehmen, Facheinzelhandel, Verbrauchermarkt 11
2.2.1.3 Versandhandel und Club 12
2.2.2 Vertriebsstrukturen im Einzelhandel 13
2.3 UMSATZ- UND ABSATZENTWICKLUNG DES TONTRÄGERMARKTES 14
2.3.1 Umsatzentwicklung 14
2.3.2 Tonträgerabsatz 16
2.3.3 Käuferreichweite und Kaufintensität 17
2.3.4 Internationale Umsatz- und Absatzentwicklung 19
3. TONTRÄGERPIRATERIE 21
3.1 ARTEN DER TRADITIONELLEN TONTRÄGERPIRATERIE 22
3.1.1 Bootleg 23
3.1.2 Raubkopie 24
3.1.3 Raubkoppelung 24
3.1.4 Raub-Mix 25
3.1.5 Identfälschung 25
3.1.6 Überpressung 26
3.2 NEUE FORMEN DER TONTRÄGERPIRATERIE 26
3.2.1 Onlinepiraterie 26
3.2.1.1 Entwicklung und Funktionsweise von MP3 27
3.2.1.2 Filesharing 29
3.2.2 Schulhofpiraterie 30
3.3 UMSATZVERLUSTE DURCH ONLINEPIRATERIE UND PRIVATE VERVIELFÄLTIGUNG 32
3.4 MOTIVE DER MUSIKPIRATEN 34
4. SCHUTZ DES GEISTIGEN EIGENTUMS IN DER MUSIKWIRTSCHAFT 38
4.1 URHEBERRECHTSGESETZ 38
4.1.1 Urheberpersönlichkeitsrecht 39
4.1.2 Verwertungsrechte 39
4.1.2.1 Vervielfältigungsrecht 40
4.1.2.2 Verbreitungsrecht 41
4.1.2.3 Wiedergaberecht 42
4.1.3 Schranken des Urheberrechts 42
4.1.3.1 Schutzdauer 42
4.1.3.2 Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch 43
4.1.4 Leistungsschutzrechte 44
4.1.4.1 Schutz des ausübenden Künstlers 44
4.1.4.2 Rechte des Tonträgerherstellers 45
4.1.5 Rechtsverfolgung 45
4.1.5.1 Zivilrechtliche Folgen 46
4.1.5.2 Strafrechtliche Folgen 46
4.2 PRODUKTPIRATERIEGESETZ 47
4.3 REVIDIERTE BERNER ÜBEREINKUNFT 47
4.4 ROM-ABKOMMEN 48
4.5 TRIPS- ABKOMMEN 48
5. STRATEGIEN UND INITIATIVEN DER MUSIKWIRTSCHAFT GEGEN DIE TONTRÄGERPIRATERIE 50
5.1 WIRTSCHAFTLICHE MAßNAHMEN 50
5.2 RECHTLICHE MAßNAHMEN 51
5.2.1 Novellierung des Urheberrechts 52
5.2.2 Anpassung und Einführung neuer Geräteabgaben 54
5.3 TECHNISCHE MAßNAHMEN 55
5.3.1 Digital Rights Management 56
5.3.2 Serial Copy Management System 58
5.4 STRATEGISCHE MARKETINGMAßNAHMEN 58
5.4.1 Distributionspolitische Maßnahmen 59
5.4.2 Produktpolitische Maßnahmen 62
5.4.3 Preispolitische Maßnahmen 65
5.4.4 Kommunikationspolitische Maßnahmen 66
6. FAZIT 68
LITERATURVERZEICHNIS VII
EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG XVI

Automatisiert erstellter Textauszug:

Vor allem Schüler und Auszubildende gehören zu den extrem starken Nutzern des Internets. Sie luden mehr als 200 Dateien in drei Monaten herunter. Damit erweist sich insbesondere die Gruppe der jungen, wenig finanzkräftigen Konsumenten als Dauernutzer der kostenlosen Angebote. Eine gekaufte CD wird von diesen Personen im Durchschnitt dreimal kopiert und an Freunde und Bekannte weitergegeben. Bei allen befragten Personen besteht eine ausgeprägte Selbstbedienungsmentalität. Die wesentlichen Bedürfnisse der Konsumenten wurden durch die konventionellen Angebote der Musikindustrie bisher nicht erfüllt. Die User nutzen das kostenlose Angebot der Musiktauschbörsen für eine übersichtliche und komfortable Suche ihrer Musiktitel. Ein weiterer Vorteil liegt in der Abspielbarkeit und Speicherung der MP3-Files auf dem PC oder auf dem MP3-Player. 87 Laut einer Studie des Prognose-Kreises des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft über die Gründe für das CD-Brennen gaben 73 % der befragten Personen an (Mehrfachnennungen möglich), dass ihnen der Preis für eine CD aufgrund des geringen Materialaufwandes zu hoch sei. 74 % brennen CDs, weil sie nicht bereit sind für eine CD 15 Euro auszugeben, wenn ihnen nur zwei Lieder gut gefallen (siehe Abb. 10). Die Mehrheit der befragten Personen möchte ihre Lieblingslieder auf einem Tonträger vereinigen.88 Bei dieser Analyse greift der Prognose-Kreis vor allem auf Daten einer Vollerhebung seiner Mitglieder zurück, zusätzlich wurden Erhebungen der Marktforscher der GfK hinzugezogen. [...]

des Abgabepreises an den Handel aus. Dazu kommen die erheblichen Investitionen in die Produktion, die Kosten für Promotion und den Vertrieb von Tonträgern. Der Pirat investiert nur in die geringen Fertigungs- und Vertriebskosten. Er geht dabei keine unternehmerischen Risiken ein. Er zahlt keine Urheber- und Künstlerlizenzen, Aufnahmekosten, Werbungs- und Lagerkosten sowie Steuern.84 Bevorzugtes Repertoire der Tonträgerpiraten sind ausschließlich Titel, die sich bereits am Markt durchgesetzt haben. Diese Produkte versprechen ein geringes Absatzrisiko und sichern eine hohe Gewinnspanne.85 Die Öffnung der Ostgrenzen tragen entscheidend dazu bei, dass die Möglichkeiten der Vertriebswege für Fälschungen ausgebaut werden. Innerhalb der Europäischen Union kann man die Pirateriewaren praktisch beliebig zwischen den einzelnen Mitgliedsländern hin und her schmuggeln. Doch nicht nur der globale Austausch von Waren und Dienstleistungen, sondern auch der Umfang des Informationsnetzes wird zunehmend perfektioniert. Das Internet ermöglicht das weltweite Anbieten und Vermarkten von Produkten. Die Internetnutzer finden bei den Tauschbörsen einen guten Überblick über ihre Musikszene und Kontakte zu anderen Fans. "Die meisten wollen Songs, die es in Musikgeschäften nicht mehr gibt. Deshalb weichen sie auf das Internet aus", so die Wissenschaftlerin Dr. Sonja Haug. Die Soziologin von der Universität Leipzig führte mit dem Philosophen Dr. Karsten Weber von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) im Juni und Juli 2001 eine breit angelegte Online-Befragung mit mehr als 4000 Internetnutzer durch, in welchem Umfang und warum sie Musiktauschbörsen im Internet nutzen. „Die Gründe für die Nutzung der Internet-Angebote liegen vor allem in den fehlenden Alternativen zum preisgünstigen Erwerb von Einzelsongs, dem guten Überblick über die Musikszene sowie dem Gemeinschaftsaspekt der Musiktauschbörsen, die den Austausch mit Gleichgesinnten in aller Welt ermöglichen. Viele Teilnehmer der Tauschbörsen äußern das Motiv, sich gegen eine zunehmende Kommerzialisierung des Musikmarktes stellen zu wollen.“, Dr. Karsten Weber.86 [...]

Hohe Umsatzverluste hat die Musikwirtschaft im Jahr 2001 durch die so genannte Schulhofpiraterie erlitten, bei der Einzeltäter im heimischen Rahmen CDs (z.B. für die Schulklasse oder den Freundeskreis) kopieren und anschließend auf Schulhöfen oder am Arbeitsplatz verschenken oder weiterverkaufen.77 Maßgeblich für die starke Zunahme der Schulhofpiraterie sind die schnelle Verbreitung von CD-Brennern und der Preisverfall für CD-Rohlinge. Die meisten Haushalte haben heute einen Computer und die überwiegende Zahl der CD-Brenner sind Zusatzmodule zu den Heimcomputern. Mittels eines CD-Brenners lassen sich Daten auf eine CD-R oder CD-RW übertragen. CD-R ist die Abkürzung für CD-Recordable. Eine CD-R, die auch als Rohlinge bezeichnet wird, lässt sich nur einmalig beschreiben. Löschungen oder Änderungen des Inhaltes können nach dem abgeschlossenen Brennvorgang nicht mehr durchgeführt werden. Ein weiterer Vertreter der CD ist die CD-RW (CD Rewriteable). Der Datenträgerinhalt kann bis zu tausendmal geändert oder sogar gelöscht werden.78 Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) untersuchte in diesem Jahr den Markt und die Verwendung von CD-Rs. Diese Studie entstand auf der Basis einer Befragung von 10.000 Personen. Die Studie ist repräsentativ für 63,9 Millionen deutsche Personen ab 10 Jahren. Laut dieser Befragung haben 30 % aller Befragten im Jahre 2001 CD-Rohlinge gebrannt, das sind 19 Millionen Menschen. 90 % davon, 17,1 Millionen, kopierten Musik auf insgesamt 182 Millionen Rohlinge.79 Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person 10,7 Rohlinge mit Musik brannte. Besonders beliebt bei dem CD-Kopieren sind Neuheiten, die das Kerngeschäft der Phonwirtschaft ausmachen. Dabei werden häufig ganze CDs vervielfältigt. Als Quelle dienen dabei nicht nur Original-CDs, sondern häufig auch bereits gebrannte Kopien.80 [...]

Arbeit zitieren:
Bräunig, Daniela Februar 2003: Marktanalyse der Tonträgerindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marketing, Internet, MP3, Vertrieb, Filesharing

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