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Der Markt des Spielwaren-Einzelhandels in Nürnberg

Der Markt des Spielwaren-Einzelhandels in Nürnberg
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marco Wagner
  • Abgabedatum: Juli 2003
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 2,4 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7353-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7353-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7353-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wagner, Marco Juli 2003: Der Markt des Spielwaren-Einzelhandels in Nürnberg, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marktanalyse, Marktbeobachtung, Marktpotential, Marktsättigung, Spielwaren

Diplomarbeit von Marco Wagner

Einleitung:

Man möge sich fragen, warum ein Informatikstudent mit Schwerpunkt Wirtschaft eine Diplomarbeit über ein Spielwaren-Thema schreibt. Folgendes Zitat aus einer der bekanntesten Computer-Fachzeitschriften in Deutschland beantwortet meiner Meinung nach diese Frage recht gut:

„ …letztlich läuft es darauf hinaus, dass Männer zeitlebens Kinder bleiben, Spielkinder halt, technikverliebte Jungs.

Technik ist in Wirklichkeit nichts anderes als Spielzeug, das im Laufe eines Männerlebens nur raffinierter und kostspieliger gerät. Stammt es anfangs noch unverhohlen aus dem Spielzeugladen, greift der erwachsene Mann später zu PCs, HiFi- oder Heimkino-Anlagen, Handys oder Hightech-Fahrrädern. Rund um die Midlife-Crisis sind es dann immer „individuellere“, sprich spleenigere Autos. Manche Kinder bleiben sich aber auch treu und kultivieren zeitlebens ganz offen ihr Lieblingsspielzeug, die Modelleisenbahn. Vermutlich sind alle anderen Ausprägungen sowieso nur Sublimation.“ [Detlef Grell, Verliebte Jungs] Ich würde sogar noch über die Aussage des Zitates hinausgehen und sagen, dass in der Informatik heutzutage mehr denn je spielerischer Umgang mit dem Computer gefordert wird. Sei es seit den 90er Jahren bei der Entwicklung und heutigen Etablierung eines graphischen Betriebssystems, mit dem der Kunde einen Computer quasi mit zwei Fingern per Maus steuern kann, sei es später beim „Boom“ des Internets, wo ein spielerisches Handeln, Kaufen und Verkaufen (wwwe-bayde) möglich wurde.

Umso wichtiger stellt sich die wirtschaftliche Frage, ob die klassischen Spielwaren bei dieser Flut an neuen Spielmitteln am Markt überhaupt noch Absatz finden können. Diese Diplomarbeit stellt eine beispielhafte Beobachtung für den Spielwarenmarkt in Nürnberg dar und soll zeigen, welches Marktpotential dort für den klassischen Spielwarenmarkt existiert. Sie ist eine Ist-Aufnahme des Spielwarenmarkts in Nürnberg. Mit dieser statistischen Erhebung als Referenz könnte man in 5 bis 10 Jahren eine erneute Ist-Aufnahme durchführen und für diesen Zeitverlauf eine Trend-Analyse erstellen.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Kapitel (1) wird der Begriff des heutigen Spielzeugs definiert, klassifiziert und für den weiteren Verlauf der Diplomarbeit eingegrenzt. Das zweite Kapitel (2) behandelt die Stadt Nürnberg als Spielwarenstadt. Im dritten Kapitel (3) wird auf der Basis des ersten und zweiten Kapitels der Spielwarenmarkt des Einzelhandels in Nürnberg beobachtet und eine Marktanalyse durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung 6
1. Spielwaren 8
1.1 Grundgedanken zum Begriff Spielen 8
1.1.1 Warum spielt ein Kind? 9
1.1.2 Definition der Begriffe Spielmittel, Spielzeug und Spielwaren 11
1.2 Spielwarenklassifikation 14
1.2.1 Klassifikation nach der Zielgruppe 14
1.2.1.1 Spielwaren für Kinder 14
1.2.1.1.1 Babys ( 0-1 Jahr ) 14
1.2.1.1.2 Littles (1-5 Jahre) 15
1.2.1.1.3 Kids (5-10 Jahre) 15
1.2.1.1.4 Teens (ab 10 Jahre) 16
1.2.1.2 Spielwaren für Erwachsene 16
1.2.2 Klassifikation nach den Warengruppen 17
2. Nürnberg als Spielwarenstadt 20
2.1 Chronik der Stadt Nürnberg 20
2.1.1 Vorgeschichte 20
2.1.2 Gründung 22
2.1.3 Mittelalter 23
2.1.4 Neuzeit 25
2.1.5 Industriezeitalter 26
2.1.6 Erster und Zweiter Weltkrieg 27
2.1.7 Wirtschaftswunderjahre 28
2.1.8 Weltgrößte Spielwarenmesse 29
2.2 Chronik berühmter Nürnberger Spielzeugfirmen 30
2.2.1 J. W. Spear & Söhne 31
2.2.1.1 Gründung in Fürth 32
2.2.1.2 Umzug nach Nürnberg 33
2.2.1.3 Flucht nach England 34
2.2.1.4 Boom von „Scrabble“ 35
2.2.1.5 Verkauf der Firma 36
2.2.1.6 Kurzübersicht 36
2.2.2 Paul Lehmann Patentwerk 37
2.2.2.1 Gründer Lehmann und Eichner 37
2.2.2.2 Gründung in Brandenburg 38
2.2.2.3 Neuaufbau in Nürnberg 41
2.2.2.4 Entwicklung der LEHMANN-GROSS-BAHN „L. G. B.“ 41
2.2.2.5 Wiedervereinigung Deutschlands 43
2.2.2.6 Kurzübersicht 44
2.3 Einteilung der Nürnberger Stadtgebiete 45
2.3.1 Statistische Gebietseinteilung 46
2.3.1.1 Einteilung nach statistischen Stadtteilen und statistischen Bezirken 48
2.3.1.2 Einteilung nach Postleitzahlen 50
2.3.2 Fläche 51
2.3.3 Bevölkerung 52
2.4 Einteilung der Nürnberger Spielwarenfirmen 54
2.4.1 Erhebung und Zählung 54
2.4.2 Geographische Aufteilung 54
2.4.2.1 Aufteilung nach statistischen Stadtteilen 55
2.4.2.2 Aufteilung nach Postleitzahlen 58
2.4.3 Aufteilung nach Industrie, Großhandel und Einzelhandel 59
3. Regionale Marktanalyse für den Spielwaren-Einzelhandel 60
3.1 Marktanalyse nach dem Kundeneinzugsgebiet 61
3.1.1 Bevölkerungsstand des Kundeneinzugsgebiets 61
3.1.1.1 Bevölkerung der Stadt Nürnberg 61
3.1.1.2 Bevölkerung in der Umgebung Nürnbergs 64
3.1.2 Demographische Entwicklung im Kundeneinzugsgebiet 67
3.1.2.1 Altersstruktur der Bevölkerung 68
3.1.2.2 Geburtenrate der Bevölkerung 69
3.1.3 Entwicklung der potentiellen Kunden 70
3.2 Marktanalyse nach der Konkurrenzsituation 72
3.2.1 Verteilung aller Einzelhandelsfirmen 72
3.2.1.1 Geographische Aufteilung aller Einzelhandelsbetriebe 72
3.2.1.2 Typen von Standortbereichen für Einzelhandelsbetriebe 74
3.2.2 Aufteilung nach den Betriebsformen des Spielwaren-Einzelhandels 75
3.2.2.1 Definition der Betriebsformen 75
3.2.2.2 Gliederung nach der Anzahl der Betriebsformen 78
3.2.2.3 Gliederung nach der geographischen Position 80
3.2.2.4 Gliederung nach der Verkaufsfläche 81
3.2.5 Umsatzhochrechnung anhand der Gesamtverkaufsfläche 83
3.3 Berechnung der Analyse 84
3.3.1 Berechnung des Marktpotentials 84
3.3.1.1 Definitionen für die Berechnung des Marktpotentials 85
3.3.1.2 Formel zur Berechnung des Marktpotentials 85
3.3.2 Schätzung der Marktsättigung 87
3.3.3 Fazit mit Bewertung der Ergebnisse 90
4. Anhang 92
4.1 Abbildungsverzeichnis 92
4.1.1 Abbildungen 92
4.1.2 Tabellen 93
4.2 Literaturverzeichnis 94
4.2.1 Monographien 94
4.2.2 Zeitschriften 95
4.2.3 Berichte und sonstige Veröffentlichungen 96
4.2.4 Internet-Homepages 97
4.2.4.1 Beschreibung der Spielentwicklung im Rahmen der Spielformen 97
4.2.4.2 Eröffnungsrede des Weltkongress für Kinderspiel (2001) 97
4.2.4.3 Kongressvortrag des ersten europäischen „European Toy and Childhood Congress“ (1997) 97
4.2.4.4 Statistisches Amt der Stadt Nürnberg 100
4.2.4.5 Statistische Jahrbücher der Stadt Nürnberg 100
4.2.4.6 Statistik Monatsbericht der Stadt Nürnberg (Dezember 2002) 100
4.2.4.7 Amt für Stadtforschung und Statistik, Monatsbericht April 2002 100
4.3 Adressenverzeichnis 101
4.3.1 Adressen der Ansprechpartner 101
4.3.2 Nürnberger Adressen aus der Spielwarenbranche 103
4.3.2.1 Einzelhandel 104
4.3.2.1.1 Fachgeschäfte 104
4.3.2.1.2 Spezialgeschäfte 105
4.3.2.1.3 Fachmärkte 108
4.3.2.1.4 Warenhäuser 110
4.3.2.1.5 Verbrauchermärkte 113
4.3.2.2 Großhandel 115
4.3.2.3 Industrie 118

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im Jahre 1832 wurde Jacob Wolf Spier in einer jüdischen Familie in Deutschland geboren. Die wirtschaftliche Not und die Hoffnung auf ein besseres Leben ließen in den 1850er Jahren die Auswanderung zu einer Massenbewegung anschwellen. Über eine Million Deutsche verließen ihre Heimat, bevorzugtes Ziel waren die Vereinigten Staaten von Amerika. Auch Jacob Wolf Spier wanderte 1852 nach Amerika aus und blieb dort für fast 10 Jahre. Er heiratete dort eine Deutsche und aus dieser Ehe gingen noch in der USA zwei Kinder, Ralph und Joseph, hervor. Sie trugen bereits den Nachnamen „Spear“, denn nach einer in den USA durchaus üblichen Praxis war der deutsche Name unter Beibehaltung der Aussprache zu „Spear“ anglisiert worden. Wie zehn Prozent der damaligen deutschen USA-Auswanderer kehrte die Familie Spear aus dem Land ihrer enttäuschten Träume nach Deutschland zurück. Die bayerische Stadt Fürth bildete 1861 die erste Station auf dem Wege zum Aufbau einer neuen Existenz. Doch schon 1862 zog J. W. Spear in einen kleinen oberfränkischen Ort bei Bamberg um, wo er vier Jahre lang als Geschäftsführer einer Holzwarenfabrik tätig war. Im August 1868 ließ sich die Familie Spear in Sonneberg im Herzogtum SachsenMeiningen nieder. Das Ehepaar Spear hatte mittlerweile für fünf Kinder zu sorgen. Vier weitere sollten in Sonneberg noch folgen. Bereits ein Jahr später 1869 trat dort J. W. Spear als Gesellschafter in einer Firma ein, die u. a. Farbkästen, Schatullen und Spiele produzierte. [...]

Dieser Weltkongress der Produzenten, Händler und Produkte führt die alte Tradition der Spielzeugstadt Nürnberg in moderner Form fort. Nicht zuletzt aufgrund der hohen wirtschaftlichen Bedeutung der Messe haben auch fast alle Zentralverbände der deutschen Spielwarenindustrie und des Handels ihren Sitz in Nürnberg. Dennoch hat der Strukturwandel und die Globalisierung der Spielzeugindustrie in den letzten drei Jahrzehnten tiefe Spuren in der Nürnberger Wirtschaftsstruktur hinterlassen. Die weltweite Konkurrenz und insbesondere das außerordentliche Wachstum der amerikanischen und asiatischen Spielzeugproduktion haben Deutschland schon seit Mitte der 70er Jahre von einem Spielzeugexportland zu einem Importland werden lassen. So hat die Nürnberger Region – wie die gesamte deutsche Spielwarenindustrie – in den letzten Jahrzehnten zweifellos einen enormen Bedeutungsverlust auf dem Gebiet der Spielwarenproduktion hinnehmen müssen. Berücksichtigt man aber die hervorgehobene Stellung Nürnbergs als Messe- und Handelsstadt, so lässt sich vor dem Hintergrund ihrer außerordentlich reichen Geschichte sicher behaupten, dass Nürnberg auch heute noch einen besonderen Platz in der Geographie der Spielzeugwelt beanspruchen darf. [Schwarz: Kongressvortrag (4.2.4.3)] [...]

In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wuchsen die großen Fabriken weiter und verdrängten die kleineren Betriebe zusehends. Innerhalb der Betriebe schritt der Maschineneinsatz voran und durch technische Innovationen und Rationalisierungen nahm die Bedeutung der Heimarbeit ab. Doch mit der Weltwirtschaftskrise und der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 änderte sich das Bild. Die Rassenpolitik der Nazis trieb die meisten jüdischen Spielwarenindustriellen aus Nürnberg ins Exil, zumeist nach England, Palästina oder in die USA. Dieser große Verlust an unternehmerischer Schaffenskraft führte in Verbindung mit dem selbst verschuldeten Boykott deutscher Spielwaren im Ausland zu einer bedeutenden Schwächung der Nürnberger Spielwarenindustrie und begünstigte zugleich den weiteren Aufschwung der ausländischen Spielwarenproduktion. Wie im Ersten Weltkrieg mussten auch ab 1939 die Nürnberger Spielwarenfabriken auf die Produktion von Rüstungsgütern umstellen. Im Sommer 1943 kam es zu einem generellen Produktionsverbot für Spielwaren. Nach Kriegsende im Mai 1945 stand die Nürnberger Spielwarenindustrie vor einem völligen Neubeginn: Die Hälfte aller Spielzeugfabriken war zerstört, viele qualifizierte Mitarbeiter waren tot oder befanden sich in Kriegsgefangenschaft. Materialnot, Kapitalmangel und der Zusammenbruch der Handelsbeziehungen und Absatzmöglichkeiten ließen die Produktion von Spielzeug zunächst unmöglich erscheinen. In dieser Situation erwies es sich als Glücksfall, dass Nürnberg in der amerikanischen Besatzungszone lag und die Militärregierung aus Gründen der Devisenbeschaffung die Produktion von Spielzeug exklusiv für den USMarkt anordnete. Fast zwei Jahre lang arbeiteten einige der renommiertesten Firmen wie TRIX oder FLEISCHMANN nur für den amerikanischen Markt. Sie hatten damit einen deutlichen Startvorteil, als nach der Währungsreform 1948 und der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 der Wiederaufbau in geregelte Bahnen gelenkt wurde. [Schwarz: Kongressvortrag (4.2.4.3)] [...]

Arbeit zitieren:
Wagner, Marco Juli 2003: Der Markt des Spielwaren-Einzelhandels in Nürnberg, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marktanalyse, Marktbeobachtung, Marktpotential, Marktsättigung, Spielwaren

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