Der Markt für Alternative Investments
Möglichkeiten, Risiken und Perspektiven
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sebastian Petrich
- Abgabedatum: Juli 2006
- Umfang: 115 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9858-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9858-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9858-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Petrich, Sebastian Juli 2006: Der Markt für Alternative Investments, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Private Equity, Portfolio-Management, Asset Management, Rendite, Hedge Fonds
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Diplomarbeit von Sebastian Petrich
Problemstellung:
Der Markt für Alternative Investments hat in den letzten Jahren ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit erfahren. Ein Grund hierfür ist die Tatsache, dass einige Assetklassen in kurzer Zeit rasant gewachsen sind. So hat sich beispielsweise das in Hedge Fonds investierte Vermögen zwischen 1999 und 2004 auf eine geschätzte Summe von 950 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Auch die lang anhaltende Baisse am Aktienmarkt und das dauerhaft niedrige Zinsniveau haben Investoren veranlasst sich mit alternativen Anlageformen auseinander zu setzen.
Hinzu kommt, dass viele Anlageprodukte erst in den letzten Jahren entwickelt worden sind, sodass sich Investoren einem völlig neuen Spektrum an Möglichkeiten gegenüber sehen. Beispielsweise haben große Rückversicherer auf das vermehrte Auftreten von Naturkatastrophen reagiert und bieten Anlegern seit einiger Zeit die Möglichkeit in so genannte Katastrophenbonds zu investieren. So nutzt auch die Münchener Rück diese neuartige Möglichkeit der Verbriefung von Naturkatastrophenrisiken und hat erst Ende 2005 eine Katastrophenanleihe emittiert, die an das Auftreten von Wirbelstürmen gekoppelt ist.
Neben vielen positiven Schlagzeilen haben auch Negativbeispiele zu der gesteigerten öffentlichen Wahrnehmung beigetragen. Bspw. stellte 1998 die Schieflage des Long Term Capital Management Hedge Fonds eine echte Bedrohung für die Stabilität des Finanzsektors dar. Nur die Intervention zahlreicher namhafter Investment Banken und der Federal Reserve Bank of New York sicherte die Integrität und Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte.
Alternative Investments stellen ein Anlagesegment dar, das oft nur recht unscharf von den traditionellen Anlageformen abgegrenzt wird. Im Allgemeinen fallen Anlagemöglichkeiten, die nicht den traditionellen Investments am Aktien-, Anleihen- und Geldmarkt zu geordnet werden können, in die Rubrik der Alternativen Investments. Als Folge davon findet sich eine große Anzahl zum Teil sehr verschiedener Investmentmöglichkeiten in diesem Segment wieder. Anleger sehen sich folglich mit sehr unterschiedlichen und teilweise komplexen Teilmärkten und Anlagemöglichkeiten konfrontiert.
Ein bedeutender Aspekt Alternativer Investments ist ein verändertes Chancen/Risiken-Profil im Vergleich zu herkömmlichen Anlageformen. Sowohl nicht-traditionelle Anlageformen, die relativ neu auf dem Markt sind und sich erst in den letzten Jahren zu einer eigenen Assetklasse entwickelt haben, als auch solche, die schon seit Jahrzehnten existieren, ermöglichen Investoren neue Chancen und Möglichkeiten. Doch aufgrund der Verschiedenheit zu traditionellen Anlagen bergen alternative Anlageprodukte eben auch spezifische Risiken, derer sich Investoren bewusst sein müssen.
Neben den angeführten Problemfeldern ergibt sich die interessante Fragestellung, wie sich die Märkte für einzelne alternative Assetklassen in den letzten Jahren entwickelt haben und wie sie sich in naher Zukunft entwickeln werden. Wird sich das Interesse weiter erhöhen oder ist in einzelnen Segmenten schon eine Sättigung erreicht? In welchem Ausmaß werden institutionelle Anleger und Asset Management Unternehmen in Zukunft in dieses Segment investieren und in welchem Maße werden sie überhaupt Alternative Investments für ihre Portfolios berücksichtigen? Hierbei taucht die Frage auf, ob und inwieweit diese Entwicklung in einzelnen Regionen der Welt unterschiedlich verläuft.
Der Bereich der Alternativen Investments stellt somit aufgrund seiner gesteigerten öffentlichen Wahrnehmung, seines schnellen Wachstums, seiner Vielseitigkeit sowie seiner zahlreichen, teilweise exotischen Produktinnovationen ein äußerst spannendes und aktuelles Untersuchungsgebiet dar.
Das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es nach einer theoretischen Fundierung der Thematik potentiellen Anlegern einen Marktüberblick über die einzelnen alternativen Anlagesegmente und deren konkreten Anlageformen zu liefern. Des Weiteren wird detailliert das Chancen/Risiken-Profil analysiert mit dem Ziel, Investoren ein klares Verständnis der sich eröffnenden Möglichkeiten aber auch der zu beachteten Risiken zu geben.
Ferner adressiert die Arbeit die Entwicklung des Marktes für Alternative Investments, wobei Ergebnisse über vergangene Marktentwicklungen und zukünftige Perspektiven einzelner alternativer Assetklassen erarbeitet werden. Da die Analyse neben globalen auch regional differenzierte Ergebnisse liefert, versucht die Arbeit darüber hinaus Erklärungsansätze für eine etwaige regional unterschiedliche Entwicklung zu geben.
Gang der Untersuchung:
Das Kapitel 2 der Arbeit bildet die theoretische Fundierung der Thematik. Nach einem Überblick über das Anlageuniversum werden zunächst die grundlegenden Ideen der Portfoliotheorie behandelt. Die Erläuterung der relevanten portfoliotheoretischen Aspekte schafft die Voraussetzungen für die spätere Analyse des Chancen/Risiken-Profils Alternativer Investments. Anschließend befasst sich das Kapitel mit der Definition Alternativer Investments, sowie der Erläuterung charakteristischer Eigenschaften. Nach Diskussion der in der Literatur vorgefundenen Kategorisierungen wird eine eigenständige Einteilung alternativer Assetklassen vorgenommen, welche die Grundlage und den Rahmen für die in Kapitel 3 vorgestellten Produkte bildet.
Im Anschluss daran folgt in Kapitel 3 eine detaillierte Vorstellung von Investmentmöglichkeiten auf dem alternativen Anlagemarkt. Basierend auf der in Kapitel 2 erarbeiteten Produktkategorisierung werden diese Anlagesegmente ausführlich vorgestellt und analysiert. Das Kapitel erläutert Funktionsweisen der einzelnen Produkte und gibt einen Überblick über tatsächlich angebotene Anlageformen bzw. Investmentvehikel.
In Kapitel 4 werden die Chancen und Risken der alternativen Assetklasse analysiert. Dabei werden die in Kap. 3 vorgestellten Produkte auf diese Aspekte überprüft und ein detailliertes Chancen/Risiken-Profil der einzelnen alternativen Anlageprodukte erarbeitet.
Schließlich widmet sich Kapitel 5 den Entwicklungen des Marktes in Bezug auf Größe und Akzeptanz der alternativen Assetklassen bei Anlegern. Hier wird sowohl die vergangene Marktentwicklung untersucht, als auch eine mögliche zukünftige Entwicklung aufgezeigt.
Diese Untersuchung erfolgt zunächst auf globaler Ebene und wird anschließend auf drei Teilregionen spezifiziert. Dabei werden Trends in der Marktentwicklung in den Regionen Nordamerika, Europa und Japan analysiert. Auf diesen Ergebnissen aufbauend versucht dieses Kapitel dann Erklärungsansätze für etwaige regional unterschiedliche Entwicklungen zu liefern.
Abschließend folgt in Kapitel 6 eine Zusammenfassung der in der Arbeit gewonnenen Untersuchungsergebnisse.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VI | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VII | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 3 |
| 2. | THEORETISCHE GRUNDLAGEN | 4 |
| 2.1 | Überblick über das Anlageuniversum | 4 |
| 2.2 | Grundlagen der Portfoliotheorie | 4 |
| 2.2.1 | Portfoliotheorie nach Markowitz | 5 |
| 2.2.2 | Aspekte der Diversifikation | 6 |
| 2.3 | Definition Alternative Investments | 7 |
| 2.4 | Charakteristika Alternativer Investments | 8 |
| 2.5 | Klassifizierung alternativer Anlageformen | 10 |
| 3. | FORMEN ALTERNATIVER INVESTMENTS | 12 |
| 3.1 | Alternative Investmentstrategien | 12 |
| 3.1.1 | Hedge Fonds | 12 |
| 3.1.1.1 | Eigenschaften von Hedge Fonds | 12 |
| 3.1.1.2 | Hedge Fonds-Strategien | 14 |
| 3.1.1.3 | Anlageformen | 16 |
| 3.1.2 | Managed Futures | 17 |
| 3.1.2.1 | Eigenschaften von Managed Futures | 17 |
| 3.1.2.2 | Anlageformen | 18 |
| 3.2 | Private Equity Investments | 19 |
| 3.2.1 | Eigenschaften von Private Equity Investments | 19 |
| 3.2.2 | Finanzierungsphasen | 21 |
| 3.2.3 | Anlageformen | 23 |
| 3.3 | Investments in Rohstoffe | 24 |
| 3.3.1 | Klassifizierung von Rohstoffen | 26 |
| 3.3.2 | Segmente des Rohstoffmarktes | 27 |
| 3.3.2.1 | Edelmetalle | 27 |
| 3.3.2.2 | Industrierohstoffe | 28 |
| 3.3.2.3 | Agrarprodukte | 29 |
| 3.3.3 | Anlageformen | 30 |
| 3.4 | Physische Investments | 31 |
| 3.4.1 | Immobilien | 32 |
| 3.4.1.1 | Eigenschaften von Immobilien | 32 |
| 3.4.1.2 | Anlageformen | 33 |
| 3.4.2 | Kunstgegenstände | 35 |
| 3.4.3 | Weinfonds | 37 |
| 3.5 | Strukturierte Anlageprodukte | 38 |
| 3.5.1 | Wetterderivate | 39 |
| 3.5.2 | Katastrophenbonds | 41 |
| 4. | CHANCEN/RISIKEN-ANALYSE | 44 |
| 4.1 | Chancen Alternativer Investments | 44 |
| 4.1.1 | Diversifikationspotential | 44 |
| 4.1.2 | Außerordentliche Renditen | 47 |
| 4.1.3 | Werterhaltung und Inflationsschutz | 49 |
| 4.2 | Risiken Alternativer Investments | 51 |
| 4.2.1 | Volatilität | 51 |
| 4.2.2 | Illiquidität | 53 |
| 4.2.3 | Weitere Risiken | 55 |
| 4.3 | Ergebnisse der Chancen/Risiken-Analyse | 56 |
| 5. | ENTWICKLUNG UND PERSPEKTIVEN DES MARKTES FÜR ALTERNATIVE INVESTMENTS | 59 |
| 5.1 | Globale Entwicklungstrends Alternativer Investments | 59 |
| 5.1.1 | Alternative Investmentstrategien | 60 |
| 5.1.2 | Private Equity Investments | 62 |
| 5.1.3 | Investments in Rohstoffe | 64 |
| 5.1.4 | Physische Investments | 64 |
| 5.1.5 | Strukturierte Produkte | 66 |
| 5.1.6 | Ergebnisse der globalen Analyse | 68 |
| 5.2 | Regionale Entwicklungstrends Alternativer Investments | 69 |
| 5.2.1 | Hedge Fonds | 69 |
| 5.2.1.1 | Regionale Marktentwicklung | 69 |
| 5.2.1.2 | Erklärungsansätze für regionale Unterschiede | 70 |
| 5.2.2 | Private Equity | 71 |
| 5.2.2.1 | Regionale Marktentwicklung | 71 |
| 5.2.2.2 | Erklärungsansätze für regionale Unterschiede | 73 |
| 5.2.3 | Immobilien | 74 |
| 5.2.3.1 | Regionale Marktentwicklung | 74 |
| 5.2.3.2 | Erklärungsansätze für regionale Unterschiede | 75 |
| 5.2.4 | Regionale Entwicklungstrends der gesamten alternativen Anlageklasse | 76 |
| 5.2.4.1 | Regionale Marktentwicklung | 76 |
| 5.2.4.2 | Erklärungsansätze für regionale Unterschiede | 77 |
| 6. | ZUSAMMENFASSUNG UND ERGEBNISSE | 80 |
| ANHANG | 84 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 89 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 108 |
Basisvariable, gefolgt von Regen als Underlying mit 7% aller Kontrakte.230 Bei Temperatur-basierten Derivaten spielt das Standardmaß der Degree Days eine zentrale Rolle. Hierbei wird die Abweichung von einem Temperaturrichtwert ermittelt und dann in Größen wie Cooling Degree Days (CDD), Heating Degree Days (HDD) oder Growing Degree Days (GDD) ausgedrückt.231 Die über die Laufzeit kumulierten Degree Days bilden dann das Richtmaß für die Wertentwicklung des Wetterderivates. CDD und HDD sind eine wichtige Größe für Energieunternehmen, da sie angeben wie sich das Wetter auf den Einsatz von energieverbrauchenden Klimaanlagen bzw. Heizungen ausgewirkt hat.232 GDD dagegen sind für die Landwirtschaft relevant und treffen eine Aussage über die wetterbedingten Wachstumsmöglichkeiten von Pflanzen.233 Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft die Merkmale eines Wetterderivates mit HDD in Atlanta als Basis - ein typisches Derivat, wie es von Energieversorgern emittiert wird, um sich gegen Umsatzeinbußen eines zu warmen Winters abzusichern: [...]
großen Angebot an Weinen nur wenige zur Kapitalanlage einsetzbar sind, verlangen vom Investor entsprechende Fachkenntnisse des Weinmarktes und einen guten Überblick über Zustand und Wertschätzung einzelner Jahrgänge.222 Wer sich entschließt an dieser interessanten Variante der Kapitalanlage teilhaben zu wollen, kann das durch Weinfonds tun, in die man in der Regel ab einer fünfstelligen Mindestbeteiligung investieren kann. Auch wenn wenige offene Fonds existieren, repräsentiert die geschlossene Form die überwiegende Mehrheit der Weinfonds.223 Dabei können Investoren während einer Zeichnungsphase Anteile über einen bestimmten Nominalwert erwerben. Vor Ablauf der festgesetzten Laufzeit können Anteile lediglich privat und nicht etwa börslich veräußert werden. Nach Ablauf der Anlagedauer können Anleger dann wählen, ob sie die physische Lieferung der Weine wünschen oder ob die anteiligen Weinflaschen mit Hilfe der Fondsgesellschaft veräußert werden sollen.224 Da sich die Ausstattungsmerkmale der Fonds teilweise erheblich unterscheiden, seien in der folgenden Tabelle exemplarisch drei Weinfonds dargestellt: [...]
Eine neuartige und exotische Möglichkeit der Kapitalanlage stellen Weinfonds dar. Hierbei können Anleger von steigenden Preisen einzelner Weine oder Weinjahrgänge profitieren. Da sich dieses Anlagesegment essentiell von anderen Assetklassen unterscheidet, sind zunächst einige Besonderheiten von Kapitalanlagen in Wein hervorzuheben. Wie auch bei Kunstinvestments werfen Investitionen in Wein keine laufenden Gewinne ab und können somit nur durch Wertsteigerung der zugrunde liegenden Weine Rendite erwirtschaften.217 Preisentwicklungen von Wein werden grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt und sind nicht mit Kursentwicklungen von Rentenpapieren oder Aktien korreliert.218 Die Besonderheit auf der Angebotsseite besteht in der Unmöglichkeit der Reproduktion eines Weinjahrgangs und der permanenten Reduzierung des verfügbaren Angebots durch Konsum.219 Auf der Nachfrageseite haben Geschmacksurteile, Qualitätsnoten und -ratings von Weinexperten einen besonderen Einfluss auf die Höhe der Nachfrage.220 Eine Problematik dieses Segments ist die Preisermittlung und Häufigkeit der Preisfeststellung. Für einzelne Weine gibt es keine kontinuierlichen verbindlichen Marktpreise. Insgesamt erweist sich eine objektive Preisfindung als recht schwierig, da die Mengen oft zu klein sind, Preise von der Qualität der nachfolgenden Jahrgänge abhängen und Preise von Händler zu Händler differieren.221 Die schwierige Preisfestsetzung und auch die Tatsache, dass aus dem [...]
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Arbeit zitieren:
Petrich, Sebastian Juli 2006: Der Markt für Alternative Investments, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Private Equity, Portfolio-Management, Asset Management, Rendite, Hedge Fonds



