Marketingkonzeption eines Fitness- und Freizeitunternehmens
Auf dem Weg zum überregionalen Anbieter
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thorsten Weidemann
- Abgabedatum: Februar 1999
- Umfang: 54 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Essen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2290-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2290-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2290-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Weidemann, Thorsten Februar 1999: Marketingkonzeption eines Fitness- und Freizeitunternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Strategie, Ziele, Freizeit, Mix, Sport
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Diplomarbeit von Thorsten Weidemann
Einleitung:
Eine der stärksten positiven Strömungen unserer Zeit ist die Gesundheits- und Fitnessbewegung. Dies wird auch durch das Statistische Bundesamt gestützt, daß seit mehreren Jahren einen eindeutigen Trend ausweist: Die Verkürzung der Arbeitszeit läßt mehr Raum für aktives Sportleben, Freizeitanlagen werden stärker frequentiert, das Bewußtsein für Fitness wächst stetig; trotz anhaltender Diskussion über die Gesundheitsreform, der nach wie vor negative Unterton in vielen Berichten über Fitnesstraining, das steuerliche Ungleichgewicht zwischen professionell arbeitenden Fitness - Studios einerseits und öffentlich geförderten Vereinen und Volkshochschulen andererseits. Da verwundert es einen nicht, daß auch führende Wirtschaftsexperten die Sport- und Freizeitindustrie zu den Zukunftsbranchen mit den höchsten Wachstumserwartungen in Deutschland zählen, und daß trotz abnehmender Umsatzzuwächse bei den bereits etablierten Anbietern die Zahl der Mitglieder in deutschen Fitnessanlagen seit Jahren stets ansteigt.
Die Fitnessbranche in Deutschland kann auf eine mittlerweile inzwischen etwa 25 - jährige erfolgreiche Geschichte zurückblicken, die durch ein stetes Wachstum gekennzeichnet ist. Somit ist sie zwar ein noch relativ junges, aber eben auch kein ganz neues Phänomen mehr. In diesem Zeitraum hat die Sportstudiobranche die Sportentwicklung vor allem im Bereich des Gesundheits- und des Freizeitsports mit geprägt und sich zu einer eigenständigen Säule des organisierten Sports neben den Sportvereinen entwickelt. Fitness ist für immer mehr Menschen ein nicht mehr wegzudenkender Begriff und Fitnessclubs sind für viele Inbegriff für Spaß, Kommunikation und Bewegung, in denen sich Ihnen vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung im Kreise Gleichgesinnter in angenehmer Atmosphäre bieten. Allerdings darf nicht vergessen werden, daß "Fitness" in der Regel ganz am Ende der Konsumkette der deutschen Haushalte steht.
Leider scheinen aber die Vorteile, die ein regelmäßig betriebenes Fitnesstraining für das körperliche Wohlbefinden mit sich bringt, nicht genügend bekannt zu sein, denn so war vor Jahren der reine Aufbau von Kraft und Muskelmasse noch die Ursprungsmotivation für das Training im Sportstudio. Aus jener Zeit stammt auch das "Mucki - Buden - Image" der Branche. Diesen Vorwurf müssen sich die Betreiber von Fitnessanlagen auch heute noch oft anhören und gegenüber potentiellen Kunden das Vorurteil entkräften, wonach Fitnesstraining gesundheitsgefährdend sei. In den letzten Jahren gelang der Fitnessbranche jedoch mit dem verstärktem Einzug des Cardio - Fitness - Trainings ein wichtiger Schritt in Richtung Glaubwürdigkeit. Daher muß sie sich ihrer Verantwortung bewußt sein und durch professionelle Arbeit am und mit dem Kunden ihren Stellenwert langfristig rechtfertigen.
Ungeachtet der erfolgreichen Etablierung und Konsolidierung der Branche werden jedoch Fitnesseinrichtungen - wie auch alle anderen Anbieter im Bereich von Sport und Freizeit - mit ständig neuen Herausforderungen konfrontiert. Diese resultieren zum einen aus dem Strukturwandel der Betriebe, die sich dauerhaft am Markt etablieren konnten, zum anderen aus den fortlaufend dynamischen Veränderungen des Marktes für Sport und Freizeit auf der Anbieter- und Nachfragerseite. Das Angebot an Sport- und Freizeitgütern, sowie Freizeitdienstleistungen aller Art von kommerziellen und non - kommerziellen Anbietern wächst schneller als die Nachfrage, wobei zu beobachten ist, daß viele Anbieter und Angebote, die ursprünglich in einer eher komplementären, sich ergänzender Beziehung zueinander standen, nun stärker in eine substitutive Konkurrenz zueinander geraten, also mit gleichen oder sehr ähnlichen Angeboten bzw. Leistungsversprechen um die gleiche Klientel werben. Daneben ändert sich die Struktur der Nachfrage fortlaufend aufgrund weiterhin labiler und fluktuierenden Freizeit- und Bewegungsinteressen.
Vereine oder Billiganbieter sorgen für reichlich Diskussionsstoff. Doch, als wäre dies nicht schon genug, sind am Markt starke deutsche und ausländische Investoren aufgetaucht. Als folge werden Millioneninvestitionen in den Fitnessanlagen eingebracht, sei es als Fitnesskette oder durch Franchising oder in Kombination von Eigeninvestitionen und Franchisevergabe. Seit geraumer Zeit sind darüber hinaus weitere potentielle Investoren aus anderen Wirtschaftsbereichen am Fitnessmarkt interessiert, ein Indiz dafür, daß er eine erfolgreiche Branche ist.
Am Beispiel des regional sehr erfolgreich operierenden Sport- / Fitness- und Freizeitunternehmens "TEAM WOF World of Fitness", wird in der Ihnen vorliegenden Arbeit, anhand der drei grundlegenden Konzeptionsebenen einer Marketingkonzeption, Marketingziele, Marketingstrategie und Marketingmix, ein Fahrplan im Sinne von schlüssigen Handlungsanweisungen entwickelt und vorgestellt, der dem Unternehmen eine Möglichkeit zum Aufbau einer Dienstleistungsmarke innerhalb der Fitnessbranche aufzeigen soll, da es sich wie der Arbeitstitel schon andeutet auf dem Weg zum überregionalen Anbieter befindet.
Die Marketingkonzeption wird mit Hilfe eines pyramidenförmigen Aufbau dargestellt, welcher mit steigender Konzeptionsebene durch eine zunehmende Konkretisierung, gekennzeichnet ist, in der die Ziele des Unternehmens umfassend geschildert, die unternehmensrelevanten Strategien herausgearbeitet und ein entsprechender Mix entwickelt wird.
Die Arbeit zeigt, daß sich die Dienstleistung "Fitness" nicht so einfach verkaufen läßt, wie es häufig in der breiten Öffentlichkeit angenommen wird, sondern das dazu ein gut durchdachtes, vernünftiges und professionell aufgebautes, strategisches Unternehmenskonzept gehört. Weiterhin belegt sie, daß zu einem erfolgreichen Dienstleistungsunternehmen eine überlegene Kommunikation, eine langfristige Verpflichtung zu Qualität und Leistung, ein ausgebautes Leistungskontrollsystem und ganz besonders eine hohe Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit gehört.
Ziel dieser Arbeit war es aber auch festzustellen, ob das Unternehmen "TEAM WOF World of Fitness" das Potential besitzt eine Dienstleistungsmarke innerhalb der Fitnessbranche aufzubauen. Unter Berücksichtigung der langsamen Wirkungsweise der ausgewählten Strategien und der Kenntnis über derzeitig geplante Anlagen, bin ich mir dessen sehr sicher, daß es dem Unternehmen gelingen wird innerhalb der nächsten 3 - 5 Jahre dieses Ziel zu erreichen. So sieht denn auch die Prognose des Deutschen Sportstudio Verbandes e. V. (DSSV), bis zum Jahr 2005, eine generell erfolgversprechende Zukunft für die Fitnessbranche voraus.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Konzeptionsebene der Marketingziele | 4 |
| 2.1 | Das Unternehmen "TEAM WOF World of Fitness" | 4 |
| 2.2 | Unternehmensentwicklung | 4 |
| 2.3 | Unternehmensziele | 5 |
| 2.4 | Unternehmensphilosophie | 7 |
| 2.5 | Situationsanalyse | 10 |
| 2.5.1 | Unternehmensinterne Stärken - Schwächen - Analyse | 11 |
| 2.5.2 | Unternehmensexterne Chancen - Risiken - Analyse | 14 |
| 3. | Konzeptionsebene der Marketingstrategie | 17 |
| 3.1 | Marktsegmentierungsstrategie | 17 |
| 3.2 | Wettbewerbsstrategie | 19 |
| 3.3 | Produktstrategie | 23 |
| 3.4 | Positionierungsstrategie | 24 |
| 4. | Konzeptionsebene des Marketingmix | 27 |
| 4.1 | Markengestaltung | 27 |
| 4.1.1 | Markenname | 27 |
| 4.1.2 | Markenzeichen | 28 |
| 4.1.3 | Qualität | 30 |
| 4.2 | Marketinginstrumentarium | 31 |
| 4.2.1 | Angebotspolitik | 32 |
| 4.2.1.1 | Produkt | 32 |
| 4.2.1.2 | Programm | 33 |
| 4.2.1.3 | Preis | 34 |
| 4.2.2 | Distributionspolitik | 35 |
| 4.2.2.1 | Absatzwege | 35 |
| 4.2.2.2 | Absatzorganisation | 36 |
| 4.2.2.3 | Warenverteilung | 36 |
| 4.2.3 | Kommunikationspolitik | 37 |
| 4.2.3.1 | Werbung | 38 |
| 4.2.3.2 | Verkaufsförderung | 38 |
| 4.2.3.2.1 | Verkaufspromotion | 39 |
| 4.2.3.2.2 | Verbraucherpromotion | 39 |
| 4.2.3.3 | Public Relations / Öffentlichkeitsarbeit | 40 |
| 4.2.3.3.1 | Corporate - Identity - Strategie | 40 |
| 4.2.3.3.2 | Sponsoring | 41 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 42 |
| Literaturverzeichnis | 43 |
Kunden weitergegeben. Das Unternehmen erhofft sich dadurch eine Ausweitung des Marktanteils, um über die Produktion großer Mengen Kostenerfahrungskurven - Effekte zu realisieren. Diese führen zu einer weiteren Kostensenkung und sichern somit langfristig die Position als Kostenführer. Mit der Differenzierungsstrategie wird das Ziel verfolgt, eine Einzigartigkeitsposition des Produktes und / oder der Dienstleistung innerhalb der Branche zu erlangen. Hierzu stehen dem Unternehmen mehrere Differenzierungsmöglichkeiten offen. Grundsätzlich sind alle strategischen Erfolgsfaktoren, mit Ausnahme des oben geschilderten strategischen Erfolgsfaktors Kosten, zum Aufbau einer Einzigartigkeitsposition geeignet. Dabei können sowohl einzelne Erfolgsfaktoren als auch eine Kombination mehrerer Erfolgsfaktoren Gegenstand der Differenzierung sein. Aufgrund der sich dadurch ergebenden vielen Differenzierungsmöglichkeiten, gibt es häufig mehrere Differenzierer in einer Branche. Von seiten der Unternehmen ist darauf zu achten, daß vom Kunden der durch die Differenzierung offerierte Zusatznutzen auch wahrgenommen wird und die Bereitschaft zur Zahlung eines höheren Preises besteht. Wesentliche strategische Erfolgsfaktoren bei der Verfolgung der Differenzierungsstrategie sind Qualität, Zeit, Service und Erzeugnisvielfalt. Bei der Verfolgung der Konzentrationsstrategie streben die Unternehmen ebenfalls entweder die Kostenführerschaft oder die Differenzierung an. Im Unterschied zu den vorher geschilderten Strategien, richten sich diese Strategien dabei jedoch nicht auf den gesamten Markt, sondern zielen auf ein bestimmtes Marktsegment. Die Segmentierung der Märkte kann nach den in Kapitel 3.1 geschilderten Merkmalen erfolgen. Aufgrund der segmentspezifischen Marktbearbeitung ist es den Unternehmen möglich, effektiver und effizienter als die branchenweit tätigen Unternehmen zu agieren. Aufgrund des von Porter formulierten U - förmigen Zusammenhangs zwischen Marktanteil und Unternehmenserfolg müssen sich die Unternehmen für eine der Wettbewerbsstrategien, Kostenführerschaft oder Differenzierung, entscheiden. Tun sie dies nicht, geraten sie in die schlechte strategische Position des „stuck in the middle“. Der relative Marktanteil steht dabei in enger Beziehung zu der verfolgten Wettbewerbsstrategie. Die Kostenführerschaft setzt eine hohen Marktanteil voraus. Die Differenzierungsstrategie erfordert aufgrund der häufig mit ihr verbundenen Exklusivität meist nur einen niedrigen Marktanteil. Ebenfalls ein niedriger Marktanteil ergibt sich bei der Verfolgung der Konzentrationsstrategie, da die Unternehmen sich [...]
Die Segmentierungsform kann aus geographischen, demographischen, psychographischen und verhaltensorientierten Merkmalen bestehen. Eine geographische Marktsegmentierung liegt dann vor, wenn der Gesamtmarkt nach Ländern, Bundesländern, Regierungsbezirken, Regionen, Großstädten, Kaufkraftbezirken, Wohngebieten usw. in Teilmärkte aufgeteilt wird. Von demographischer Marktsegmentierung spricht man, wenn der Markt nach sozio - ökonomischen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Familienstand, Beruf, Einkommen, Bildungsstand, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht usw. abgegrenzt wird. Demographische Merkmale sind verhältnismäßig leicht meßbar und liefern gute Segmentierungsergebnisse, weswegen sie zusammen mit geographischen Kriterien die traditionelle und beliebteste Segmentierungsform darstellen. Als psychographische Marktsegmentierung wird die Zusammenfassung möglichst gleichartiger Käuferschichten aufgrund bestimmter psychologischer Kriterien verstanden, beispielsweise, Persönlichkeitsstruktur (z.B. gesellig, häuslich, ehrgeizig, autoritär), Einstellungen, Präferenzen, Motive, Nutzenerwartungen und der Lebensstil der Käufer (Life - Style). Dabei versuchen die Unternehmen das Image ihrer Produkte über entsprechende Werbebotschaften bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen und Lebensstilen anzupassen. Eng verbunden mit der psychographischen ist die verhaltensorientierte Marktsegmentierung. Diese liegt vor, wenn man versucht den Markt nach Kaufanlaß und Kaufintensität, Markenwahl und Markentreue, Preisverhalten und Verwendungsverhalten, sowie Einstellungs- und Verhaltensgewohnheiten der Käufer, zu segmentieren. Die psychographische Marktsegmentierung spielt für das Dienstleistungsunternehmen „TEAM WOF World of Fitness“ im Vergleich zu den übrigen drei Segmentierungsformen eine überaus große Rolle. Dabei ist der Lebensstil der Kunden (Life - Style) von zentraler Bedeutung. Das Produkt des Sport- / Fitness- und Freizeitanbieters wendet sich zunächst einmal an die Kundengruppe, die ihre Freizeit sinnvoll gestalten und somit zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen will. Dieser Kundengruppe ist die Gesundheit, das Wohlbefinden, die Vitalität und die Verbesserung ihrer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit wichtig. Eine weitere Zielgruppe besteht aus den Personen, welche einfach nur Entspannung, Meditation, Relax und Wellness suchen. Zwei völlig konträre Zielgruppen bestehen aus dem Personenkreis, die a) zur Gewichtsreduktion und b) zum Muskelaufbau ein Fitness - Studio besuchen. Einen immer größeren Anteil macht die Personengruppe aus, die aus Therapie-, Rehabilitations- und Präventionsgründe, z. B. zur Vorbeugung gegen Herz - Kreislauf- und Stoffwechsel- [...]
Als Marktsegmentierung bezeichnet man die Aufteilung des Gesamtmarktes in abgrenzbare möglichst homogene Teilmärkte. Aufgrund der vorgenommenen Marktsegmentierung lassen sich Zielgruppen besser erfassen und gezielter bearbeiten, da die Käufer des Teilmarktes homogener in bezug auf Wünsche und Bedürfnisse reagieren, als diejenigen des Gesamtmarktes. Hauptzweck der Marktsegmentierung ist die Strukturierung von Nachfragergruppen, da die Gesamtheit der Nachfrager eine inhomogene Einheit bildet. Der Nebenzweck der Marktsegmentierung liegt in der Erhöhung der Markttransparenz, wodurch das Unternehmen einen detaillierteren Überblick über die Marktsituation und Marktstruktur erhält und somit Marktchancen und Marktrisiken leichter erkennen kann. Bei der Segmentierung kann nach verschiedenen Kriterien vorgegangen werden. Dabei unterscheidet man zumeist unterschiedliche Merkmale bei der Zielgruppenbildung. [...]
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