Marketingforschung und Marketingplanung im Tourismus
Fallbeispiel Extremadura, Spanien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Philipp Arnold
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 182 Seiten
- Dateigröße: 3,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Pforzheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9615-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9615-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9615-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Arnold, Philipp Januar 2005: Marketingforschung und Marketingplanung im Tourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ökotourismus, Naturtourismus, Marketingforschung, Imgageforschung, Marktkommunikation
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Diplomarbeit von Philipp Arnold
Einleitung:
In der heutigen Welt besitzt die Lust zu Reisen ein gigantisches, internationales Gewicht und rückt die Tourismuswirtschaft auf der Liste der globalen Wirtschaftsmotoren auf einen der führenden Plätze. Der Tourismus ist in der Lage, gerade Ländern mit relativ niedrigen Industrialisierungsgrad ein hervorragendes Entwicklungspotential für den heimischen Beschäftigungsmarkt zu liefern und unterstützt somit eine nachhaltige Entwicklung schwächerer Gebiete. Natürlich lassen sich heute auch die negativen Auswirkungen eines (zu) schnell wachsenden Tourismus erkennen, der Volkswirtschaften in einen wahren Ausverkauf ihrer Landschaften zwingt und die Bevölkerung in eine starke Abhängigkeit stürzen kann.
Reisen ist zu einem Grundbedürfnis der Menschen geworden. Der stetig wachsende Wirtschaftszweig Tourismus ist mit über 250 Millionen Beschäftigten der weltweit größte Arbeitgeber und erbrachte allein in Europa im Jahr 2003 einen Umsatz knapp 400 Milliarden Euro. Gerade bei diesen ökonomischen Dimensionen verwundert es, dass man in vielen Unternehmen der Tourismuswirtschaft ein systematisches Marketing, wie es andere Branchen schon seit Jahren praktizieren, vergeblich sucht. Eine Antwort findet sich im Rückblick auf vergangene Jahrzehnte. Die touristischen Verkäufermärkte ermöglichten nahezu jedem touristischen Anbieter ohne differenziertes Marketing seit den fünfziger Jahren bis ins letzte Jahrzehnt ein stetes Wachstum. Die Neunziger jedoch zeigten erste Sättigungstendenzen und kündigten den Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt an, der natürlich auch gestiegene Anforderungen an die touristischen Leistungsanbieter stellte.
Die vorliegende Arbeit möchte die Wirkungsfelder touristischer Marketingforschung, sowie den Entstehungsprozess einer Marketingkonzeption, am Beispiel der spanischen Region Extremadura aufzeigen. Die Untersuchung zielt daraus ab, der regionalen Tourismusorganisation TUREXTREMADURA, dem Auftraggeber der vorliegenden Studie, wertvolle Erkenntnisse über das touristische Potential dieser Urlaubsregion in Deutschland zu liefern. Die umfassende Darstellung der touristischen Marketingforschung trägt der Tatsache Rechnung, dass heute und in Zukunft (Markt-)Informationen für Marketingentscheidungen aufgrund der veränderten bzw. verschärften Marktbedingungen immer bedeutsamer werden.
Die Wettbewerbsbedingungen intensivieren sich beständig, gerade innerhalb der Grenzen der Europäischen Union. Die Liberalisierung des Luftverkehrs, gepaart mit dem Aufkommen neuer Wettbewerber in Verbindung mit Konzentrationsbewegungen zeigen die veränderten Marktbedingungen auf und machen eine systematisch betriebene, touristische Marketingplanung in unserer Zeit für alle touristischen Leistungsträger, vom Souvenirhersteller bis zum Kurort, unerlässlich. Aufgrund der hohen Substituierbarkeit touristischer Angebote entwickelt sich zudem ein wachsender Preis- und Verdrängungswettbewerb unter den Urlaubsregionen dieser Welt. Touristisches Marketing muss somit darauf abzielen, Bedürfnisse und Wünsche bzw. (Urlaubs-)Motivationen der Zielgruppen im Voraus zu ermitteln, sie in entsprechende Produkte und Dienstleistungen umzusetzen und anschließend mit Hilfe des absatzpolitischen Instrumentariums den Verkauf dieser Leistungen zu unterstützen. Die im weiteren Verlauf dieser Arbeit beschriebene Marketingforschung und -Planung, hat sich zum Ziel gesetzt, genau diese Anforderungen zu erfüllen.
Problemstellung:
Aufgrund ihres geringen Bekanntheitsgrads in Deutschland steckt der Tourismus der untersuchten Region noch in den Kinderschuhen. Eine intensive Erforschung der vorhandenen Angebotsfaktoren ist, wie auch eine detaillierte Analyse der Nachfrageseite, für eine praxisgerechte Marketingplanung daher zwingend erforderlich. Der Analyse des (touristischen) Images kommt im Rahmen der vorliegenden Untersuchung ein besonderes Gewicht zu.
Eine dreistufige Primärforschung wurde für die Erforschung des Regionenimages entworfen und in Deutschland wie auch in Spanien durchgeführt. Nach einer Verdichtung der Ergebnisse der Situationsanalyse mittels einer SWOT-Analyse werden im sechsten Kapitel für die touristisch kaum erfahrene Region Strategieempfehlungen ausgesprochen. Die abschließende Gestaltungsphase koordiniert das Marketinginstrumentarium, mit dem Ziel, die touristischen Stärken der Destination in Deutschland der Nachfrage gegenüber zu vermitteln.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Aufgabenstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Problemstellung und Vorgehensweise | 2 |
| 2. | GRUNDLAGEN | 4 |
| 2.1 | Tourismus | 4 |
| 2.1.1 | Natur- und Kulturtourismus | 6 |
| 2.1.2 | Das touristische Produkt | 7 |
| 2.1.3 | Die touristische Destination | 8 |
| 2.1.4 | Tourismusmarketing | 9 |
| 2.1.5 | Marketingforschung im Tourismus | 10 |
| 2.1.5.1 | Methoden touristischer Marketingforschung | 11 |
| 2.1.5.2 | Anwendungen touristischer Marketingforschung | 13 |
| 2.2 | Prozess der Marketingkonzeption | 14 |
| 2.2.1 | Die touristische Analysephase | 15 |
| 2.2.1.1 | Struktur der touristischen Analysephase | 15 |
| 2.2.1.2 | Ergebnis der touristischen Analysephase | 17 |
| 2.2.2 | Die Konzeptionsphase | 19 |
| 2.2.2.1 | Die Marketingziele | 19 |
| 2.2.2.2 | Die Marketingstrategien | 19 |
| 2.2.3 | Die Gestaltungsphase – Der Marketing-Mix | 20 |
| 3. | SITUATIONSANALYSE DER DESTINATION | 22 |
| 3.1 | Marktabgrenzung | 22 |
| 3.2 | Destinationsanalyse - Das touristische Angebot der Extremadura | 23 |
| 3.2.1 | Das ursprüngliche Angebot der Extremadura | 24 |
| 3.2.1.1 | Die natürlichen Angebotsfaktoren | 25 |
| 3.2.1.2 | Die soziokulturellen Angebotsfaktoren | 28 |
| 3.2.2 | Die abgeleiteten Angebotsfaktoren der Extremadura | 30 |
| 3.2.2.1 | Touristische Transportwirtschaft | 30 |
| 3.2.2.2 | Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe | 31 |
| 3.2.2.3 | Reiseveranstalter / Reisebüros | 32 |
| 3.2.3 | Bisheriger Marketing-Mix der Destination | 34 |
| 3.3 | Die touristische Nachfrage der Extremadura | 35 |
| 3.3.1 | Quantitative Merkmale der touristischen Nachfrage | 36 |
| 3.3.2 | Qualitative Merkmale der touristischen Nachfrage | 38 |
| 3.3.3 | Urlaubertypologie | 42 |
| 3.4 | Wettbewerbsanalyse | 44 |
| 3.5 | Umfeldanalyse | 48 |
| 4. | TOURISTISCHE IMAGEFORSCHUNG | 51 |
| 4.1 | Image als Entscheidungskriterium – Bedeutung im Tourismus | 51 |
| 4.2 | Zielsetzung der Imageforschung | 51 |
| 4.3 | Forschungsgrundsätze der Imageforschung | 52 |
| 4.4 | Sekundäranalyse | 53 |
| 4.4.1 | Konzeption der Sekundäranalyse | 53 |
| 4.4.2 | Ergebnisse der Sekundäranalyse | 54 |
| 4.5 | Primäranalyse | 56 |
| 4.5.1 | Konzeption der Primäranalyse | 56 |
| 4.5.2 | Ergebnisse der Primäranalyse | 57 |
| 5. | SWOT-ANALYSE | 62 |
| 5.1 | Stärken-Schwächen-Analyse | 62 |
| 5.2 | Die Wettbewerber | 65 |
| 5.3 | Chancen-Risiken-Analyse | 66 |
| 6. | MARKETINGKONZEPTION DER DESTINATION | 68 |
| 6.1 | Marktsegmentierung | 68 |
| 6.2 | Marketingzielsetzung | 68 |
| 6.2.1 | Orientierungsziele | 69 |
| 6.2.2 | Strategisches Leitbild | 71 |
| 6.2.3 | Handlungsziele | 72 |
| 6.3 | Marketingstrategien | 73 |
| 6.3.1 | Marktfeldstrategie | 73 |
| 6.3.2 | Marktimpulsstrategie | 75 |
| 6.3.3 | Marktsegmentierungsstrategie | 76 |
| 6.3.4 | Marktgebietsstrategie | 76 |
| 6.3.5 | Verhalten gegenüber den Wettbewerbern | 77 |
| 7. | MARKETING-MIX DER DESTINATION | 78 |
| 7.1 | Produkt- und Leistungspolitik | 78 |
| 7.2 | Preispolitik | 80 |
| 7.3 | Distributionspolitik | 80 |
| 7.4 | Kommunikationspolitik | 81 |
| 7.4.1 | Klassische Werbung | 82 |
| 7.4.2 | Verkaufsförderung | 84 |
| 7.4.3 | Public Relations | 85 |
| 7.4.4 | Sponsoring | 86 |
| 8. | AUSBLICK | 88 |
| A. | BILDER AUS DER DESTINATION | 90 |
| B. | ABBILDUNGEN UND TABELLEN | 104 |
| C. | FRAGEBOGEN | 112 |
| D. | HÄUFIGKEITSTABELLEN | 131 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 171 |
In der einleitenden Pilotstufe der Imageanalyse geht es darum, ein generelles Bild der Extremadura, wie es sich in den Medien abzeichnet, zu erfassen und zu analysieren. Speziell bei potentiellen Urlaubern, die die Region noch nicht besucht haben, kann davon ausgegangen werden, dass neben den (Reise-)Erzählungen von Bekannten und Freunden sich die „veröffentlichte Meinung“ wesentlich auf Vorstellungen, Einstellungen und Sichtweisen in positiver wie auch negativer Form auswirkt; diese „imageerzeugenden“ Einwirkungen werden auch als Multiplikatoren bezeichnet.87 Die Ergebnisse der Medienanalyse stützen sich auf die Aussagen von diversen Beiträgen und Artikeln in der touristischen Fachpresse. In erster Linie handelt es sich dabei um Verlage, die sich auf Reiseführer spezialisiert haben. Ergänzend zur Analyse der Medienberichterstattung über die Extremadura wurde eine Analyse des „Werbe-Image“ durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden die offiziellen Darstellungen der Region, wie sie durch die entsprechenden [...]
Nach Ansicht von VOGEL wird die Urlaubsentscheidung mit Hilfe von Images getroffen und da sich der Reisende zunächst mit der Frage nach dem „Wohin“ befasst (Anhang B Abb. Nr.11), kommt dem Image der Destination eine maßgebliche Rolle zu.80 „Ein Image von einem Land, einer Region oder einer Landschaft besteht aus objektiven und subjektiven, aus richtigen und eventuell auch falschen Vorstellungen, Einstellungen, Erfahrungen einer Person bzw. Personengruppe von diesem Meinungsgegenstand“.81 Daraus ergibt sich, dass je positiver ein Länder- oder Regionenimage ist, desto größer ist auch das Interesse, einen Urlaub in dieser Region zu verbringen. Die Potenz des Image wird auch von der Aussage von STEINBACH bekräftigt: „So beurteilen die Touristen nicht das Abbild nach der Realität, sondern die Realität nach dem Abbild“.82 [...]
● Reiseziele Fast jeder dritte Deutsche verbringt mittlerweile seine Urlaubsreise in Deutschland. Dafür sind gleichermaßen finanzielle wie psychologische Faktoren verantwortlich. Qualität und Preis, Sauberkeit und Sicherheit, eingebettet in eine natürlich schöne Landschaft müssen die Inlandziele dafür bieten. Darunter leiden klassische Ferienziele wie Spanien oder Italien, die ihren hohen Marktanteil nur schwer erweitern können. Neue Ziele im Mittelmeerraum wie die Türkei können ihre Marktstellung dagegen ausbauen. Der Fernreisemarkt stagniert dagegen weiterhin auf niedrigem Niveau. Im vergangenen Jahr haben mehr Bundesbürger ihren Urlaub an der Ostsee (8,8%) verbracht als in allen außereuropäischen Ländern zusammen. OPASCHOWSKI: „Fernreisen bleiben als Urlaubsträume attraktiv, aber in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten eher die Ausnahme von der Regel.“ Sie werden auf lange Sicht keine Konkurrenz zu den mediterranen und inländischen Reisezielen sein. Allenfalls Billigflieger könnten dem Ferntourismus wieder etwas Auftrieb geben.79 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832496159
Arbeit zitieren:
Arnold, Philipp Januar 2005: Marketingforschung und Marketingplanung im Tourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ökotourismus, Naturtourismus, Marketingforschung, Imgageforschung, Marktkommunikation



