Das Marketing
Modell für eine erfolgreiche Wahlkampagne
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Harald Kohlberger
- Abgabedatum: August 1997
- Umfang: 186 Seiten
- Dateigröße: 15,5 MB
- Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5127-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5127-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5127-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kohlberger, Harald August 1997: Das Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: politstrategisches
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Diplomarbeit von Harald Kohlberger
Einleitung:
Eine betriebswirtschaftliche Analyse von Tatbeständen der Marketing-Dimension im politischen Spektrum erfordert den Mut, die Grenzen der heute in vielen Bereichen relativ ausgereiften wirtschaftswissenschaftlichen Teildisziplin Marketing zu überwinden, und diese auf den Sachverhalt der politischen Wahlkampagne auszudehnen. Denn es handelt sich dabei zweifelsohne um einen in Österreich bislang tabuisierten Managementbereich.
Die Marketing-Dimension ist dabei ein umfassendes, äußerst komplexes Phänomen. Wird sie jedoch verstanden und in der Folge bei der Problemlösung der politischen Wahlkampagnengestaltung professionell angewandt, so kann der in Österreich bislang von den Parteien mitunter betriebene „Wahlk(r)ampf , auf den im Exkurs-Kapitel 2.1.3. näher eingegangen werden wird, eine neue Qualität gewinnen und muß folglich nicht mehr länger als solcher bezeichnet werden.
Dies ist auch der Grund dafür, weshalb in der vorliegenden Arbeit bewußt versucht wird, den Begriff des „Wahlkampfs“ zu vermeiden und ihn durch den der „Wahlkampagne“ zu substituieren. Es bleibt Geschmackssache zu beurteilen, welcher Terminus treffender ist. Ziel der Substitution ist lediglich, die durch die Anwendung von Marketing angestrebte neue Qualität des politischen Kommunikationsereignisses „Wahlkampagne“ begrifflich zu unterstreichen.
Um aber zu klären, was die Marketing Dimension konkret bedeutet, und welche Art von neuer Qualität sie für die österreichischen Wahlkampagnen der Zukunft verspricht, soll es Ziel der Arbeit sein, die Anwendungsmöglichkeiten im marketingstrategischen Handlungsspielraum der Parteien in Österreich im Rahmen ihrer Kampagnenplanung aufzuarbeiten, zu analysieren und zu evaluieren.
Damit soll letztlich auch der Versuch unternommen werden, durch eine neue Sicht der Dinge eine vom Autor als „Erfolgs-Kampagne“ bezeichnete betriebswirtschaftliche Strategie zu entwickeln, die auch den politischen Erfolg einer Partei sichern soll, und dabei auf einen absoluten Führungsanspruch abzielt.
Gang der Untersuchung:
Im Rahmen dieser Arbeit wird nach der Einleitung (Kapitel 1) in einem ersten Schritt (Kapitel 2) auf die für das vorliegende Problem relevanten Entwicklungen rund um das politische Marketing sowie auf die für das Verständnis des Lesers notwendigen Grundlagen eingegangen. Dabei wird in einem diesem Abschnitt eingefügten Exkurs-Kapitel 2.1.3. kurz zum „Ist-Zustand“ des österreichischen „Wahlkampfs“ Stellung bezogen.
Im darauf folgenden Kapitel (Kapitel 3) wird sodann ein Grundmodell präsentiert, das die Ausgangsbasis für alle weiteren strategischen und konzeptionellen Überlegungen hinsichtlich der entwickelten „Erfolgs-Kampagne“ bilden soll.
Anschließend (Kapitel 4) befaßt sich der Autor mit den strategischen Implikationen des politischen Marketing für eine erfolgreiche Wahlkampagne in Österreich. Behandelt werden dabei vor allem die Fragen der Zielfestlegung, der Segmentierung des politischen Marktes, der strategischen Positionierung einer Partei und der darauf abgestimmten Bearbeitungsstrategie des Wählermarktes. Es soll daraufhin die grundsätzliche Strategie festgelegt und zudem untersucht werden, ob es noch zusätzliche strategische Erfolgsfaktoren bei der Planung einer Wahlkampagne gibt. Schließlich soll in diesem Kapitel auch noch die Frage beantwortet werden, ob die Parteien in Österreich aufgrund verschiedener Faktoren und Einflüsse überhaupt strategiefähig sind.
Im nächsten Kapitel (Kapitel 5) geht es, aufbauend auf den Erkenntnissen und den Festlegungen des vorigen Kapitels, um die dispositiv-operativen Entscheide im Rahmen der Kampagnenplanung. Außer einer Untersuchung der Relevanz der einzelnen Entscheidungsbereiche für den vorgestellten Zusammenhang, beinhaltet dieses Kapitel auch die Festlegung der einzelnen Instrumente für einen erfolgreichen Marketing-Mix. In einem weiteren Exkurs-Kapitel 5.3. soll außerdem das Problem der derzeitigen Finanzierungs- und der Ausgabenkultur der österreichischen Parteien in Hinblick auf deren „Wahlkämpfe“ behandelt werden.
Kapitel 4 und Kapitel 5 bilden dabei auch gleichzeitig das Kernstück der vorliegenden Arbeit, da sie sich mit dem eigentlichen Management der Parteien befassen, und der Autor hier auch seine eigenen Vorschläge und Ideen präsentiert, die gleichzeitig als Anregung für die österreichische Politik dienen sollen, Wahlkampagnen erfolgreich zu planen und umzusetzen.
Im darauffolgenden Kapitel (Kapitel 6) wird in knapper Form auf die Frage eingegangen, ob beziehungsweise welche Formen der Erfolgskontrolle beim politischen Marketing im aufgezeigten Kontext zur Verfügung stehen.
Vor dem Kapitel Fazit und Schluß (Kapitel 8) befaßt sich der Autor abschließend noch mit der Frage der Legitimität und der Effizienz des Marketing im Rahmen von Wahlkampagnen (Kapitel 7).
Damit schließt sich auch der Kreis einer umfassenden Untersuchung, die insgesamt darauf abzielt, einen übergeordneten wissenschaftlichen Rahmen für weitere politisch-inhaltliche Überlegungen zu schaffen, der als Voraussetzung für ein professionelles Management der Parteien im Rahmen ihrer Wahlkampagne betrachtet werden soll.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Marketing im politischen Kontext einer Wahlkampagne | 6 |
| 2.1 | Die Entstehung und die weitere Entwicklung des Marketing-Denkens bis hin zum politischen Marketing im Rahmen einer modernen Wahlkampagne | 7 |
| 2.1.1 | Marketing: Ursprung und Überblick | 7 |
| 2.1.2 | Auf dem Weg zum Marketing | 9 |
| 2.1.2.1 | Eine „Marketing-lose“ Zeit | 9 |
| 2.1.2.2 | Die Wurzeln der Marketing-Dimension | 10 |
| 2.1.3 | Die Verkaufsorientierung - das falsch verstandene Marketing | 11 |
| 2.1.3.1 | Das Verkaufskonzept im unternehmerischen Denken | 12 |
| 2.1.3.2 | „Der Wahlkampf“ - das “hard selling“ der Politik | 13 |
| 2.1.4 | Die betriebswirtschaftliche Beurteilung der Verkaufsveranstaltung „Wahlkampf“ | 14 |
| 2.1.5 | EXKURS I / Zur „Verkaufsorientierung“ der Parteien im Rahmen von Wahlkampagnen: „Die verkaufte Politik in Österreich“ | 19 |
| 2.1.5.1 | Selektive Beispiele für die „Verkaufsorientierung“ der Parteien in Österreich | 19 |
| 2.1.5.2 | Schlußfolgerungen für die moderne Wahlkampagne in Österreich | 23 |
| 2.1.6 | Der Übergang zum kunden- beziehungsweise zum wählerorientierten Marketing | 26 |
| 2.1.6.1 | Marketing Myopia als Auslöser für die Entwicklung zur Kunden- / Wählerorientierung | 26 |
| 2.1.6.2 | Die Wählerorientierung - das zentrale Moment im Rahmen des politischen Marketing | 27 |
| 2.1.6.3 | Marketing - die Ausbildung eines neuen Konzepts | 28 |
| 2.1.6.4 | Vom linearen Denken zum politischen Kreislaufmodell für die Wahlkampagne | 29 |
| 2.1.6.5 | Das komplexe Phänomen Marketing und die Vielfältigkeit seiner Bedeutung | 30 |
| 2.1.6.6 | Die Definition des politischen Marketing | 32 |
| 2.2 | Der Einfluß von „Political Marketing“ und „Marketing Politique“ auf die Ausdehnung des Marketing hinsichtlich der modernen politischen Kampagne | 33 |
| 2.2.1 | Das Wesen des „Political Marketing“ | 33 |
| 2.2.2 | Die europäische Folgeentwicklung des „Marketing Politique“ | 36 |
| 2.3 | Markt und Politik: Relevante Grundlagen für eine effiziente Kampagnengestaltung | 37 |
| 2.3.1 | Ideologie und Markt - ein Widerspruch hei der Gestaltung einer Wahlkampagne? | 37 |
| 2.3.2 | Die Analogie von Markt und Politik | 39 |
| 2.3.2.1 | Das Modell des wirtschaftlichen und des politischen Austauschs | 40 |
| 2.3.2.2 | Scheinbare Argumente gegen die Analogie von Markt und Politik | 41 |
| 3. | Das strukturelle Marketing-Modell für eine erfolgreiche Wahlkampagne | 44 |
| 4. | Die strategischen Implikationen des politischen Marketing für eine erfolgreiche Wahlkampagne in Österreich | 47 |
| 4.1 | Die Grundlagen des strategischen Denkens für eine moderne Wahlkampagne | 50 |
| 4.1.1 | Die Entwicklung und die Bedeutung des „strategischen Denkens“ | 50 |
| 4.1.2 | Die formelle und die inhaltliche Bedeutung strategischer Überlegungen bei der Planung einer modernen Wahlkampagne | 51 |
| 4.2 | Die strategische Zielplanung für eine moderne, österreichische Wahlkampagne | 53 |
| 4.2.1 | Der Inhalt und das Wesen strategischer Ziele | 53 |
| 4.2.2 | Ziele für eine Erfolgsstrategie bei der modernen Kampagnenplanung in Österreich | 55 |
| 4.3 | Die strategische Segmentierung auf dem österreichischen Wählermarkt | 61 |
| 4.3.1 | Grundsätze zur Segmentierung des Wählermarktes | 61 |
| 4.3.2 | Psychographische, soziologische und verhaltensbezogene Merkmale als zukunftsweisende Erfolgsfaktoren bei der Segmentierung des Wählermarktes in Österreich | 64 |
| 4.3.2.1 | Die unterschiedlichen Personentypen innerhalb der österreichischen Wählerschaft | 67 |
| 4.3.2.2 | Die „Psychologische Karte“ und die Megatrends: Der Wertewandel in Österreich | 69 |
| 4.4 | Die Strategie: Basispositionierung, Marktbearbeitung und Erfolgsfaktoren | 71 |
| 4.4.1 | Die Basispositionierung einer Partei im Rahmen der „Erfolgs-Kampagne“ | 71 |
| 4.4.2 | Die differenzierte Bearbeitung des Wählermarktes in Österreich | |
| 4.4.3 | Weitere strategische Erfolgsfaktoren | 75 |
| 4.5 | Sind Parteien bei der Planung einer modernen Wahlkampagne in Österreich überhaupt strategiefähig? | 77 |
| 5. | Die taktisch-operativen Entscheide zur Planung der einzelnen Marketing-Mix-Instrumente | 79 |
| 5.1 | Die Leistungspolitik im Rahmen der Kampagnenplanung | 81 |
| 5.1.1 | Grundsätzliche Bemerkungen zum Begriff der “Produktpolitik" | 81 |
| 5.1.2 | Leistungspolitische Schwerpunkte bei der Ausrichtung einer „Erfolgs Kampagne“ in Österreich | 82 |
| 5.1.2.1 | Die Botschaft der Kampagne | 83 |
| 5.1.2.2 | Die Kandidatenauswahl für die „Erfolgs Kampagne“ | 85 |
| 3.1.2.3 | Der Stil der Kampagne | 89 |
| 5.1.3 | Die leistungspolitische Strategiealternative für die „Erfolgs-Kampagne“ | 90 |
| 5.2 | Die Gestaltungspolitik im Rahmen der Kampagnenplanung | 93 |
| 5.2.1 | Grundsätzliche Bemerkungen zum Begriff der „Preispolitik“ | 93 |
| 5.2.2 | Ein vergleich zwischen politischer und kommerzieller „Gegenleistungspolitik“ | 94 |
| 5.3 | EXKURS II / Zur Gegenleistungspolitik: Die Kultur der Ausgaben und der Finanzierung rund um den österreichischen „Wahlkampf“ | 98 |
| 5.3.1 | Die Schwierigkeit der genauen Wahlkostenbestimmung in Österreich | 98 |
| 5.3.2 | Die Finanzierung der Wahlkosten aus öffentlichen Mitteln in Österreich | 99 |
| 5.3.3 | Die Wahlkosten in Österreich im internationalen Vergleich: | 102 |
| 5.3.4 | Wünschenswerte Perspektiven für ein modernes Finanzierungsmanagement von Wahlkampagnen in Österreich | 104 |
| 5.4 | Die Distributionspolitik im Rahmen der Kampagnenplanung | 108 |
| 5.5 | Die Kommunikationspolitik im Rahmen der Kampagnenplanung | 110 |
| 5.5 | Grundsätzliches zur Bedeutung der „Kommunikation“ für die Wahlkampagne | 110 |
| 5.5.2 | Eine Analyse von moderner, politischer und kommerzieller „Kommunikation“ und „Kommunikationspolitik“ | 111 |
| 5.5.3 | Die verschiedenen Möglichkeiten einer Partei zur politischen Kommunikation im Rahmen von Wahlkampagnen | 116 |
| 5.5.4 | Die kommunikationspolitischen Schwerpunkte bei der Ausrichtung einer „Erfolgs-Kampagne“ in Österreich | 117 |
| 5.5.4.1 | Die Wahlwerbung in Österreich: „Ist-Zustand“ und Ausblick | 117 |
| 5.5.4.2 | Die Promotionsmöglichkeiten einer Partei im Rahmen der Kampagne | 123 |
| 5.5.4.3 | Der „direkte Kontakt“ als wichtigstes Kommunikationsinstrument für die „Erfolgs-Kampagne“ in Österreich | 124 |
| 5.5.5 | Die kommunikationspolitische Strategiealternative für die „Erfolgs-Kampagne“ | 126 |
| 6. | Die Marketingkontrolle im Rahmen der Kampagne | 124 |
| 7. | Die Effizienz und die Legitimität des Marketing-Ansatzes in Bezug auf die Planung einer modernen Wahlkampagne | 134 |
| 8. | Fazit und Schluß | 137 |
| Literaturverzeichnis | 140 | |
| Anhang | II |
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