Das Marketing des internen Kunden
Selektive Rekrutierungs- und Motivationsstrategien der Personalpolitik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Adina Arniella
- Abgabedatum: Juli 2002
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 589,1 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Lausitz, Standort Cottbus Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5865-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5865-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5865-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Arniella, Adina Juli 2002: Das Marketing des internen Kunden, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Leistungsturniere, variabler Vergütungsanteil, Signalling, Senioritätsentlohnung, Organisationsstrategien
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Diplomarbeit von Adina Arniella
Einleitung:
Die Einstellung von neuen Mitarbeitern ist aufgrund der auf dem Arbeitsmarkt herrschenden Qualitätsunsicherheit eine unsichere Investition für Unternehmen. Die Arbeitgeber sind bemüht, bereits vor dem Vertragsabschluss von bestimmten beobachtbaren Merkmalen, auf die Qualität eines Arbeitnehmers zu schließen. Diese bestehende Informationsasymmetrie, die meist zum Nachteil der Arbeitgeber besteht, impliziert die Anwendung von selektiven Strategien. Hierbei eignen sich besonders selbstselektierende Strategien, bei denen sich der Arbeitnehmer mit seinen Fähigkeiten und Präferenzen wahrheitsgemäß zu erkennen gibt, um diese asymmetrisch verteilten Informationen aufzuheben.
Entsprechend gewinnt ein gezieltes Personalmarketing für Unternehmen an Bedeutung. Vor allem auf die richtige Selektion der Bewerber vor und nach dem Unternehmenseintritt kommt es an, um im harten Konkurrenzkampf der Unternehmen die entscheidenden Innovations-, Wissens- und Servicevorsprünge zu erreichen und dauerhaft zu halten.
Das Personalmarketing bedient sich dabei Instrumente und Strategien, welche die Personalgewinnung sowie die Personalerhaltung und Leistungsmotivation sicherstellen.
Das Marketing des internen Kunden als weitergehender Begriff des Personalmarketings ist ein sehr facettenreiches Thema. Zu diesen Facetten zählen u. a. die gezielte Anwerbung der künftigen Arbeitnehmer, die Vertragsverhandlungen, die Weiterentwicklung, Förderung und Motivation der Arbeitnehmer. Das Marketing des internen Kunden bedeutet, allgemein die richtigen Mitarbeiter (interne Kunden) für das Unternehmen zu finden, zu gewinnen und zu halten. Im speziellen und im Rahmen dieser Arbeit untersucht es, wie durch selektiv wirkende Rekrutierungs- und Motivationsstrategien Humanressourcen zu gewinnen und zu motivieren sind, so dass beim Eintritt in das Unternehmen die Geeignetsten ausgewählt werden und nach dem Eintritt weiterhin jeder Mitarbeiter auf die für ihn geeignetste Stelle, z. B. durch Leistungsturniere, eingesetzt bzw. befördert wird.
Die Kundengewinnung und der Kundenservice sind nur über die Mitarbeiter des Unternehmens zu realisieren. Der Mitarbeiter selbst muss sich als Intrapreneure – Unternehmer im Unternehmen – verstehen, um den hohen Ansprüchen der Kundenorientierung gerecht zu werden und dem Unternehmen in dem hartumkämpften Markt Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Das Marketing des internen Kunden hat zum Ziel, genau die Arbeitnehmer zu identifizieren und an das Unternehmen zu binden, die diese Aufgaben erfüllen können und im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen über entwicklungsfähige Potentiale verfügen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine weitest gehend ökonomische Betrachtung der selektiven Aspekte und der Effizienz ausgewählter Rekrutierungs- und Motivationsstrategien als Teil der Personalpolitik. Ferner sollen die Auswirkungen und Zusammenhänge aktueller Organisations- und Motivationsinstrumente auf das selektive Personalinstrument der Leistungsturniere analysiert werden.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Nachdem das erste Kapitel das Ziel und den Aufbau dieser Arbeit erklärt, gibt das zweite Kapitel einen Überblick über die in dieser Arbeit verwendeten Begriffe der Selektionsstrategien, des Personalmarketings, der Motivation, des Rekrutings und des Internen Kunden. Es wird die Rolle und Bedeutung des internen Kunden für Unternehmen dargestellt, die Faktoren, denen er ausgesetzt ist und die ihn in seiner Motivation und Präferenz beeinflussen.
Das sich daran anschließende Kapitel „Selektive Personalinstrumente der Bewerbervor- und endauswahl“ geht auf ausgewählte Personalrekrutierungsmethoden und ihren selektiven Charakter ein. Bei den jeweiligen selektiven Personalinstrumenten wird deren Grundidee geschildert und der selektive Aspekt herausgestellt bzw. eine Bewertung vorgenommen.
Das vierte Kapitel behandelt exemplarisch die Tournament-Theorie als eine der verbreitetsten Motivationsstrategien. Das vierte Kapitel gliedert sich in drei große Teile. Der erste Abschnitt untersucht innerhalb der Tournament-Theorie die Auswirkungen verschiedener Gehaltsstrukturen auf die individuellen Leistungen der Individuen, stellt die selektiven Aspekte heraus und zeigt Nebeneffekte und Vorteile von Leistungsturnieren auf. Im zweiten Kapitelabschnitt wird die Auswirkung der Teamarbeit sowie hierarchisch flach organisierter Unternehmen auf die Effizienz und Anwendbarkeit von Leistungsturnieren analysiert. Der Abschnitt „Interdependenzen mit aktuellen monetären Motivationsinstrumenten“ vergleicht Prämien/Bonusse mit der Tournament-Theorie, versucht einen Zusammenhang von Leistungslöhnen mit Leistungsturnieren herzustellen und untersucht, ob es einen optimalen variablen Vergütungsanteil gibt, der sich aufgrund des Einflusses verschiedener Determinanten zusammensetzt.
Im fünften Kapitel werden die gewonnenen Erkenntnisse mit einem abschließenden Fazit zusammengefasst und bewertet.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 1 | |
| Abbildungsverzeichnis | II | |
| Tabellenverzeichnis | III | |
| Inhaltsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| 1.2 | Vorgehensweise und Gliederung | 2 |
| 2. | Begriffliche Grundlagen | 4 |
| 2.1 | Der Mitarbeiter als interner Kunde | 4 |
| 2.1.1 | Motivation und Wissen als strategische Unternehmensressource | 4 |
| 2.1.2 | Veränderte Rahmenbedingungen im Unternehmensumfeld | 7 |
| 2.2 | Der Begriff der Selektionsstrategie | 10 |
| 2.3 | Der Personalmarketingbegriff | 13 |
| 2.4 | Der Rekrutingbegriff | 15 |
| 2.5 | Der Motivationsbegriff | 18 |
| 3. | Selektive Personalinstrumente der Bewerbervor- und endauswahl | 21 |
| 3.1 | Signalling | 22 |
| 3.1.1 | Grundidee des Signalling | 23 |
| 3.1.2 | Selektiver Aspekt | 26 |
| 3.2 | Alternative Vertragsangebote | 27 |
| 3.2.1 | Verfahren mit isolierter Bewerberbetrachtung | 28 |
| 3.2.2 | Verfahren mit Betrachtung der Bewerberkonkurrenz | 29 |
| 3.3 | Senioritätsentlohnung | 30 |
| 3.3.1 | Grundidee der Senioritätsentlohnung | 31 |
| 3.3.2 | Bewertung der Senioritätsentlohnung | 32 |
| 3.4 | Assessment Center | 34 |
| 3.4.1 | Grundmodell und Bewertung des Assessment Centers | 34 |
| 3.4.2 | Selektiver Aspekt | 36 |
| 4. | Leistungsturniere als selektives Personalinstrument | 38 |
| 4.1 | Tournament-Theorie | 38 |
| 4.1.1 | Auswirkungen der Gehaltsstruktur auf die individuellen Leistungen | 39 |
| 4.1.1.1 | Belohnungs- oder Bestrafungsturnier? | 42 |
| 4.1.1.2 | Gehaltsstrukturen im Vergleich | 43 |
| 4.1.2 | Selektive Aspekte | 45 |
| 4.1.3 | Nebeneffekte von Leistungsturnieren | 46 |
| 4.1.4 | Vorteile der Leistungsturniere gegenüber anderen Personalinstrumenten | 48 |
| 4.2 | Interdependenzen mit aktuellen Organisationsstrategien | 49 |
| 4.2.1 | Kollisionsproblem Teamarbeit und Leistungsturniere | 49 |
| 4.2.2 | Flache Hierarchien und ihre Auswirkungen auf Leistungsturniere | 50 |
| 4.3 | Interdependenzen mit aktuellen monetären Motivationsinstrumenten | 53 |
| 4.3.1 | Leistungsturniere im Vergleich zu Prämien/Bonusse | 53 |
| 4.3.2 | Zusammenhang von Leistungslöhnen mit Leistungsturnieren | 56 |
| 4.3.3 | Optimaler variabler Vergütungsanteil | 58 |
| 5. | Fazit | 62 |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Quellenverzeichnis | VII | |
| Eidesstattliche Erklärung | XIII |
Das Weiterkommen auf der internen Karriereleiter ist eines der wichtigsten Motivationsfaktoren überhaupt. Beschnittene Karrierewege veranlassen viele Mitarbeiter zu Kündigungen und bewirken oftmals einen dramatischen Leistungsabfall. Die Tournament-Theorie beschäftigt sich personalökonomisch mit den Voraussetzungen für motivationale und selektive Wirkungen. Das Anreizinstrumentarium bei der Tournament-Theorie besteht im Lohnunterschied zwischen den Arbeitsplätzen unterschiedlicher Hierarchiestufen und daneben auch noch in der Möglichkeit, an einem weiteren Beförderungswettbewerb auf der nächsten Hierarchiestufe teilnehmen zu können.90 Selektiv wirken Leistungsturniere, wenn vorausgesetzt wird, dass es sich um heterogene Arbeitskräfte handelt und eine Informationsunvollkommenheit herrscht.91 Im folgenden sollen die Hintergründe für diese Behauptungen aufgezeigt sowie folgende Fragen geklärt werden:92 • • • • Wie genau wirken sich Beförderungen auf die Motivation der Arbeitnehmer aus? Wie viele Beförderungen sind idealtypisch? Wie Was groß sind sollten die die Einkommenszuwächse von zwischen den verschiedenen anderen Hierarchiestufen sein? Vorteile Leistungsturnieren gegenüber Motivationsinstrumenten der Personalpolitik? [...]
Das Alter, die Dauer des Beurteilungstrainings und die Zahl der Beurteilungstage hatten dagegen keinen Einfluss „…Ein entsprechend dem spezifischen Verwendungszweck gut gestaltetes Assessment Center kann nach dieser Untersuchung als „mit Sicherheit prädikativ valide“ angesehen werden. Damit hebt sich das Assessment Center deutlich von den übrigen Verfahren zur Bewerberselektion ab.“86 Zu dieser hohen Validität tragen u.a. die schon im Vorfeld stattfindenden Selektionsprozesse bei. „Die Abschreckung der leistungsschwächeren Bewerber angesichts niedrigerer Erfolgswahrscheinlichkeiten einerseits, hoher Kosten der Teilnahme andererseits führt zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung hinsichtlich der propagierten hohen Validität, ungeachtet des eigentlichen diagnostischen Wertes des Verfahrens.“87 Neben der Validität, ist auch die Selektionsrate und Basisrate bei einer Personalselektion von entscheidender Bedeutung, die ihrerseits wiederum Einfluss auf die Validität der Bewerberselektion ausüben. Die Basisrate ist dabei definiert als der Anteil einer nicht vorsortierten Bewerberpopulation, die a priori bei gegebenen Auswahlverfahren als erfolgreich gilt. Somit spiegelt die Basisrate die Qualität des Bewerberpools wider. Bei einer Basisrate von 1,0 erfüllen alle Bewerber die gestellten Anforderungen, so dass der Einsatz eines Prädiktors als wenig sinnvoll erscheint, ebenso wenn diese extrem niedrig ist, da zur Personalselektion eine unrealistisch hohe Anzahl von Bewerbern nötig wäre um den „Richtigen“ zu finden. Die Selektionsrate definiert sich als das Verhältnis der Anzahl der akzeptierten, neu einzustellenden Mitarbeitern zur Gesamtzahl der Bewerber. Die Selektionsrate bezieht sich also auf die Ablehnung/Akzeptanz und die Basisrate auf den Erfolg/Misserfolg von Bewerbern. Bei einer [...]
Jede dieser Aufgaben zielt auf spezifische Fähigkeitsmerkmale der Bewerber: So lässt sich z. B. mit Hilfe der Postkorbübung die Problemanalysefähigkeit des Bewerbers bestimmen. Um einen Ausgleich von Beurteilungsfehlern entgegenzuwirken, werden die gesuchten Fähigkeitsmerkmale des Bewerbers jeweils durch mehrere Verfahren erfasst. Auch tragen die unterschiedlichen Beobachtungspersonen zu einer Reduktion von Beurteilungsfehlern bei.80 Der Grundprozess von der einzelnen Verhaltensbeobachtung bis zur Entscheidungsfindung in einem AC läuft ungefähr wie folgt ab:81 1. Beobachtung: Zunächst werden die Teilnehmer von einer trainierten Gruppe von Beobachtern in Einzelübungen beobachtet und das Verhalten des Teilnehmers mit Hilfe eines dafür entwickelten Beobachter-Bogens festgehalten. 2. Individuelle Bewertung: Nach der Übung wird das Verhalten mittels Beurteilungsbögen in den Anforderungsmerkmalen bewertet, wobei sich die einzelnen Beobachter nicht austauschen sollen, um sich nicht zu beeinflussen. 3. Diskussion: Nach Abschluss aller Übungen werden alle Eindrücke und Urteile zwischen den Beobachtern ausgetauscht und diskutiert und so die individuellen Stärken und Schwächen der Teilnehmer herausgearbeitet. 4. Ergebnisse: Auf der Basis dieses Gesamtbildes werden in der Beobachterkonferenz Entscheidungen getroffen und individuelle Entwicklungsempfehlungen formuliert. Zum Schluss werden die Ergebnisse dem Teilnehmer zurückgemeldet. Als Vorteile des Assessment Centers lassen sich sein systematischer Ablauf, seine Fokussierung auf direkt beobachtbare Verhaltens- und Fähigkeitsmerkmale aus dem zukünftigen Tätigkeitsfeld sowie die mehrfache Erfassung desselben Fähigkeitsmerkmals im Methodenverbund und der Einsatz mehrerer Beobachter nennen.82 Als Nachteile und gängige Fallen für Beobachter und Konstrukteure sind zu nennen: Beim automatisierten klassischen AC beziehen sich die Kritikpunkte auf den teilweise fehlenden inhaltlichen Zusammenhang zwischen den einzelnen Aufgaben und damit darauf, dass die Teilnehmer nicht die Chance haben, einmal gemachte Fehler in einer späteren Situation wieder auszugleichen, da die Bewertung für die einzelne Übung schon abgeschlossen ist. Ein inhaltlich vernetztes und komplexes Gesamtszenario kann hier Abhilfe schaffen.83 Des weiteren sind zu wenig Beobachtungschancen pro Merkmal zu kritisieren, zu allgemeine oder zu konkrete Beobachtungshilfen, bei denen der rote Faden verloren gehen kann und die klassischen [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832458652
Arbeit zitieren:
Arniella, Adina Juli 2002: Das Marketing des internen Kunden, Hamburg: Diplomica Verlag
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Leistungsturniere, variabler Vergütungsanteil, Signalling, Senioritätsentlohnung, Organisationsstrategien



