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Marketing für den ÖPNV

Dargestellt am Beispiel des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV)

Marketing für den ÖPNV
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Philip Diekert
  • Abgabedatum: März 2003
  • Umfang: 139 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6865-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6865-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6865-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Diekert, Philip März 2003: Marketing für den ÖPNV, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Dienstleistungsmarketing, Kommunikationspolitik, Marktforschung, Werbung, Dienstleistungsqualität

Diplomarbeit von Philip Diekert

Zusammenfassung:

Die Verkehrssituation in vielen Städten und Ballungsräumen der Bundesrepublik Deutschland lässt sich am besten mit dem Begriff „Verkehrskollaps“ beschreiben. Der Autoverkehr kommt in den Metropolregionen während der Hauptverkehrszeiten fast vollständig zum Erliegen. Aus dieser Gegebenheit resultiert ein steigender Attraktivitätsverlust der Städte als Lebensraum, da die immense Zunahme des motorisierten Individualverkehrs (MIV) zu starken Umweltbelastungen in Form von Lärm- und Abgasbelästigungen sowie einer wachsenden Zahl an Verkehrsunfällen führt. In Anbetracht dessen scheint es ersichtlich, dass die Probleme der steigenden Mobilitätsanforderungen der Zukunft nur auf der Basis eines leistungsfähigen und attraktiven öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) kompensiert werden können. Ein gut funktionierender ÖPNV wird somit zum entscheidenden Faktor jeglichen Verkehrs der Städte und Ballungsräume, da ohne ihn auch der MIV durch zunehmende Selbstblockade nicht mehr stattfinden kann. Als Hauptziel gilt es daher, das große, „schlafende“ Umsteigepotenzial auf den ÖPNV in der Zukunft verstärkt zu aktivieren.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung bewertet den anscheinend unaufhaltsamen Anstieg des Autoverkehrs und die damit verbundenen negativen Folgen für die Umwelt als kritisch. Es hat sich ein öffentliches und allgemeines Bewusstsein gebildet, welches die steigenden Mobilitätsbedürfnisse nicht mehr hauptsächlich durch motorisierte individuelle Verkehrsmittel gedeckt sieht. Stattdessen rücken Werte wie Umweltschutz, erlebbare Urbanität, körperliche Unversehrtheit und Lebensqualität in den Vordergrund. Gegenüber dem ÖPNV ist das Meinungsbild in der Öffentlichkeit dagegen durchaus positiv ausgeprägt. Aus rationaler Sicht ist man sich dessen bewusst, dass Busse und Bahnen entscheidend zur Entlastung der Umwelt und des Individualverkehrs beitragen. Nur durch einen kontinuierlichen Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur kann eine langfristige, umweltverträglichere Mobilitätsalternative zum Auto geschaffen werden. Eine Betrachtung der tatsächlich stattfindenden Verkehrsmittelwahl in den großen Städten verdeutlicht jedoch, dass eine Diskrepanz zwischen diesem öffentlichen Bewusstsein und dem tatsächlich stattfindenden individuellen Verkehrsverhalten besteht. Die Bürger loben zwar das Potenzial und die Fähigkeiten des öffentlichen Verkehrs, aber dieses Umdenken alleine führt in der Realität noch nicht unbedingt zum Umsteigen vom eigenen Auto auf den ÖPNV. Die Ursprünge dieser Problematik liegen zum großen Teil auf emotionaler Ebene, denn der ÖPNV hat an vielen Stellen ein Imageproblem. Im Gegensatz zum Auto, zu dem oft eine hohe emotionale Bindung besteht, assoziieren die Menschen mit dem ÖPNV vielfach negative Eigenschaften wie dreckig, unpünktlich und überfüllt. Damit stellt sich natürlich die Frage, wie es den Verkehrsbetrieben trotzdem gelingen kann, eine kontinuierliche Verlagerung der Verkehrsanteile vom MIV hin zum ÖPNV zu erreichen. Die Unternehmen sind dabei zu der Lösung gekommen, dass die Dienstleistung „ÖPNV“ ebenso wie Produkte des täglichen Lebens imagefördernd beworben werden muss. Genau wie in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft muss dem Marketing auch im Sektor des ÖPNV eine hohe Bedeutung zukommen, damit dem zunehmenden Wettbewerb mit dem MIV standgehalten werden kann. Verkehrsteilnehmer können nur dann zum Umsteigen auf den ÖPNV animiert werden, wenn dieser eine attraktive Alternative zum Individualverkehr darstellt. Dabei erscheint es besonders wichtig, durch mehr Qualität und Kundennähe die bestehenden Zugangshemmnisse zum ÖPNV abzubauen und somit die Berücksichtigung von Marktbedürfnissen voranzutreiben. Die beim Management der Verkehrsunternehmen vielfach zu beobachtende Konzentration der Aktivitäten auf eine möglichst wirtschaftliche und somit kostenorientierte Gestaltung des Kern-Leistungsprogramms (z.B. in Form von Linienführung und Taktzeiten) muss um eine markt-, kunden- und leistungsorientierte Ausrichtung erweitert werden. Die Betonung dieses Kundenaspektes ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Marketingpolitik.

Die Ausgestaltung eines solchen Konzeptes unterschiedlicher Marketingstrategien innerhalb der ÖPNV-Unternehmen ist Thema dieser Diplomarbeit. Marketing für den ÖPNV beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Einsatz von Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit als Maßnahmen der Kommunikationspolitik. Viel mehr sind sämtliche Aktivitäten der Marktforschung, Produktpolitik, Tarifgestaltung und Distributionspolitik ebenfalls Bestandteil einer integrierten, umfassenden Marketingkonzeption. Für die ÖPNV-Unternehmen ergeben sich somit vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung des Marketing-Mix. Dabei muss speziell die besondere Beschaffenheit des Produktes „Verkehrsdienstleistung“ und des Leistungserstellungsprozesses, beispielsweise im Vergleich zu materiellen Konsumgütern, beim Einsatz der marketingpolitischen Instrumente berücksichtigt werden.

Im Rahmen dieser Arbeit erfolgt zunächst eine grundlegende Darstellung aller charakteristischen Strukturen des ÖPNV-Marktes, die für die Implementierung einer Marketingkonzeption von Bedeutung sind. Des Weiteren enthält das Kapitel 2 erste kennzeichnende Informationen zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV), an dessen unternehmerischen Beispiel im späteren Verlauf der Arbeit die praktische Umsetzung der theoretischen Vorgaben erläutert werden soll.

Das anschließende Kapitel 3 konzentriert sich auf Merkmale, Funktionen und Zielsetzungen des allgemeinen Marketings unter Berücksichtigung der gesonderten Begebenheiten im ÖPNV-Sektor. Dabei spielen insbesondere dienstleistungsspezifische Charakteristika des ÖPNV-Angebotes und deren Auswirkungen auf die Marketinggestaltung eine Rolle.

Im Kapitel 4 werden die Voraussetzungen beschrieben, die für eine erfolgreiche Implementierung des Marketinginstrumentariums in einem ÖPNV-Unternehmen geschaffen werden müssen. Von entscheidender Bedeutung ist dabei vor allem eine verstärkte Kundenorientierung, die sich in den Maßnahmen des Qualitätsmanagements und insbesondere der Marktforschung widerspiegelt.

Den Schwerpunkt der Arbeit nimmt das Kapitel 5 ein, welches eine detaillierte Darstellung der auf den ÖPNV zugeschnittenen Kommunikationspolitik als Instrument des Marketing-Mix enthält. Dabei erfolgt zum einen eine Beschreibung der einzelnen kommunikationspolitischen Komponenten sowie deren beispielhafter praktischen Umsetzung im HVV.

Den Ausklang der Arbeit bildet eine Schlussbetrachtung, die auf eine zusammenfassende Herausstellung der Untersuchungsergebnisse zielt. Dazu erfolgt eine Bewertung der Bedeutung des Marketinginstrumentariums für ÖPNV-Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
2. GRUNDLAGEN 4
2.1 Definition des ÖPNV 4
2.2 Marketingrelevante Grundstrukturen des ÖPNV-Marktes 5
2.2.1 Determinanten der Nachfrage nach ÖPNV-Leistungen 5
2.2.2 Kategorisierung der ÖPNV-Nachfrage 7
2.2.3 Wettbewerbsanalyse auf Basis des Modal Split 10
2.3 Kennzeichen und Funktionen des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) 12
3. KENNZEICHEN DES ALLGEMEINEN MARKETINGS IM ÖPNV-SEKTOR 17
3.1 Merkmale der Personenbeförderung als Dienstleistung 17
3.2 Besonderheiten des Marketing im Verkehrsdienstleistungssektor 18
3.2.1 Immaterialität von Dienstleistungen 19
3.2.2 Leistungsfähigkeit des Dienstleistungsanbieters 21
3.2.3 Integration des externen Faktors in den Dienstleistungserstellungsprozess 23
3.3 Marketingbezogenes Zielsystem von ÖPNV-Unternehmen 25
3.3.1 Defizite in der Wahrnehmung öffentlicher Verkehrsmittel 25
3.3.2 Ziele und Aufgaben von Marketingmaßnahmen 26
3.4 Instrumente des Marketing-Mix im ÖPNV 27
3.4.1 Kommunikationspolitik 27
3.4.2 Produkt- und Leistungspolitik 28
3.4.3 Preispolitik 29
3.4.4 Distributionspolitik 30
4. KUNDENORIENTIERTES QUALITÄTSMANAGEMENT ALS BASIS DES ÖPNV-MARKETINGS 33
4.1 Dienstleistungsqualität und Kundenzufriedenheit im ÖPNV 33
4.2 Bedeutung des Qualitätsmanagements in ÖPNV-Unternehmen 37
4.3 Marktforschung als Schnittstelle zwischen Qualitätsmanagement und Marketing 41
4.3.1 Marktforschungsgrundlagen 41
4.3.2 Marktforschungsziele 43
4.3.3 Untersuchungsgegenstand von Marktforschung im ÖPNV 45
4.4 Erhebungsinstrumente der ÖPNV-Marktforschung 47
4.4.1 Primär- und Sekundärforschung 47
4.4.2 Methoden zur Messung der Kundenzufriedenheit 49
4.4.2.1 Fragebögen und Online-Befragungen 49
4.4.2.2 Kundenbarometer 51
4.4.2.3 Kundenforum 52
4.4.2.4 Testkunden 53
4.5 Marktforschung im Rahmen des HVV 55
5. KOMMUNIKATIONSPOLITIK ALS MARKETINGSTRATEGIE DES HVV 59
5.1 Werbung 60
5.1.1 Grundlagen der Werbung 60
5.1.2 Bestimmung von zielgerichteten Werbestrategien 60
5.1.3 Adressaten von Werbemaßnahmen 62
5.1.4 Werbeobjekt und Werbebotschaft 62
5.1.5 Gemeinschaftswerbung (Public-Awareness-Kampagnen) 64
5.1.6 Werbung im Anwendungsbereich des HVV 66
5.2 Fahrgastinformation 71
5.2.1 Kriterien und Instrumente der Informationspolitik 72
5.2.2 Fahrgastinformation im Anwendungsbereich des HVV 74
5.3 ÖPNV als kommunizierte Marke 76
5.3.1 Corporate Identity 77
5.3.2 Markennamen und Markenartikel 81
5.3.3 Markierungskonzepte im Anwendungsbereich des HVV 83
5.3.3.1 Corporate Design im HVV 83
5.3.3.2 Markenartikel im HVV 85
5.4 Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) 88
5.4.1 Externe Öffentlichkeitsarbeit 88
5.4.2 Interne Öffentlichkeitsarbeit 89
5.4.3 Öffentlichkeitsarbeit im Anwendungsbereich des HVV 90
5.5 Direktkommunikation (Direct Marketing) 94
5.5.1 Grundlagen und Ziele des Direct Marketing 94
5.5.2 Direktkommunikation im Anwendungsbereich des HVV 96
5.6 Verkaufsförderung (Sales Promotion) 97
5.6.1 Consumer Promotion 98
5.6.2 Staff Promotion 99
5.6.3 Verkaufsförderung im Anwendungsbereich des HVV 99
5.7 Event Marketing 101
5.7.1 Grundlagen und Ziele des Event Marketing 101
5.7.2 Event Marketing im Anwendungsbereich des HVV 101
5.8 Sponsoring 102
5.8.1 Grundlagen und Ziele des Sponsoring 102
5.8.2 Sponsoring im Anwendungsbereich des HVV 103
5.9 Product Placement 104
5.9.1 Grundlagen und Ziele des Product Placement 104
5.9.2 Product Placement im Anwendungsbereich des HVV 104
6. SCHLUSSBETRACHTUNG 105
ANHANG VIII
LITERATURVERZEICHNIS XVII
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG XXX

Automatisiert erstellter Textauszug:

57 ausgedrückt, es müssen vornehmlich diejenigen Bereiche verbessert werden, die die Kunden als besonders wichtig einstufen (TNS EMNID, 2002, S. 21 f.). Ein weiteres Verfahren im Rahmen der Marktforschung stellt die so genannte HVV-Imageanalyse dar. Der HVV beteiligt sich dazu seit 1994 an der jährlich erfolgenden Mehrthemenumfrage des Marktforschungsinstituts gdp (HVV, 2002e, S. 19). Die Untersuchung zielt insbesondere auf eine Beurteilung des HVV insgesamt sowie ausgewählter Leistungs- und Servicemerkmale. Die Analyse basiert auf einem standardisierten Fragebogen24, mit dem 1.000 repräsentativ ausgewählten Personen im Alter ab sechzehn Jahren telefonisch konfrontiert werden. Die Gesamtbeurteilung des HVV-Leistungssprektums erfolgt dabei anhand einer Schulnotenskala von 1-6; die Beurteilung der einzelnen Leistungsmerkmale ergibt sich durch die Bewertung auf einer 6er-Skala von "1 = trifft voll und ganz zu" bis "6 = trifft überhaupt nicht zu" (HVV, 2002e, S. 3). Um eine zielgruppenspezifische Analyse der Ergebnisse zu ermöglichen, werden zusätzlich auch soziodemographische Faktoren sowie Angaben zum HVVNutzungsverhalten abgefragt. Dadurch ist es möglich, Unterschiede in den Beurteilungen von Männern und Frauen aufzudecken oder die Imageeinschätzungen bestimmter Nutzergruppen zu vergleichen. Durch den jährlichen Rhythmus dieser Imageanalyse können die Entwicklung der eigenen Imagewerte im Zeitvergleich beobachtet und somit Tendenzen oder Veränderungen frühzeitig identifiziert werden. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Veränderungen bezüglich der Beurteilung des gesamten HVV-Leistungssprektums in den Jahren 2000 bis 2002 (HVV, 2002e, S. 5). [...]

56 Untersuchung in einem Rhythmus von etwa zwei Jahren. Diese regelmäßige Durchführung ermöglicht die Feststellung von Veränderungen in der Beurteilung und Bedeutung verschiedener Leistungs- und Servicemerkmale. Aus diesem Datenmaterial lassen sich letztendlich Rückschlüsse auf die Qualität des eigenen Nahverkehrsangebotes ziehen (TNS EMNID, 2002, S. 4). Der Fragebogen gliedert sich in drei Teile. Der erste abgefragte Teilbereich zielt auf das Nutzungsverhalten des ÖPNV. Dabei sind Faktoren wie die Nutzungshäufigkeit und die Fahrausweisnutzung (Einzelkarte, Tageskarte, Monatskarte usw.) von Interesse. Ein weiterer Teil des Kundenbarometers umfasst die Erhebung von allen relevanten soziodemographischen Faktoren wie Alter, Führerscheinbesitz, Berufstätigkeit und Haushaltsgröße (TNS EMNID, 2002, S. 25 f.). Der umfassendste Bereich der Befragung konzentriert sich auf die Ermittlung der Zufriedenheit der Kunden mit den Leistungen des HVV. Dazu werden zunächst einige globale Zufriedenheitswerte (Wiederwahl, Weiterempfehlung, Abwanderungsresistenz usw.) erhoben. Anschließend erfolgt eine detailliertere Erfragung von einzelnen Leistungsmerkmalen, die sich sowohl auf allgemeine, den gesamten ÖPNV betreffende Bereiche beziehen als auch nur das jeweilig konkret erfragte Verkehrsmittel oder dessen Haltestellen und Stationen betreffen können (TNS EMNID, 2002, S. 25 f.). Die Befragungspersonen beurteilen den ÖPNV dabei nach den Faktoren Basisleistung Angebot, Personal, Basisleistung Verkehrsmittel, Tarif und Automaten, Sicherheit, Information und Erscheinungsbild. Diese sieben Beurteilungsdimensionen werden auch als Leistungspakete bezeichnet (TNS EMNID, 2002, S. 8 ff.). Die differenzierte Erhebung einzelner Zufriedenheitswerte verfolgt den Zweck, die unterschiedlich hohe Bedeutung einzelner Leistungsmerkmale für die Globalzufriedenheit mit dem HVVAngebot festzustellen. Da eine hohe Zufriedenheit mit einem wichtigen Merkmal für die Globalzufriedenheit von größerer Bedeutung ist als eine hohe Zufriedenheit mit einem weniger wichtigen Merkmal, muss die reale Bedeutung einzelner Leistungsmerkmale für das Zustandekommen von Kundenzufriedenheit im Rahmen der Analyse ermittelt werden. ÖPNV-Unternehmen wie der HVV können auf diese Weise erfahren, auf welche relevanten Merkmale bei der Leistungserstellung ganz besonders geachtet werden sollte, da diese sich direkt auf die Globalzufriedenheit und somit auch auf das Wiederwahl- und Weiterempfehlungsverhalten sowie die Abwanderungsresistenz auswirken. Anders [...]

Kundenbarometers, in dem auch andere ausgewählte Nahverkehrsverbünde hinsichtlich eines Benchmarking23 berücksichtigt werden (HVV, 2000c, S. 23). Das Kundenbarometer zielt über die Befragung von Nutzern des ÖPNV auf eine Erfassung der Kundenzufriedenheit bezogen auf alle relevanten Leistungsmerkmale des HVV (TNS EMNID, 2002, S. 4). Damit dient dieses Marktforschungsinstrument der Qualitätskontrolle von HVV-Leistungen, womit gleichzeitig eine Datengrundlage für kurz- und mittelfristige Leistungsverbesserungen sowie gezielte und effiziente Marketingmaßnahmen geschaffen wird. Infolgedessen können die Bedürfnisse der gegenwärtigen und zukünftigen Kunden besser erkannt und umsatzfördernde betriebliche Maßnahmen abgeleitet werden. Das HVV-Kundenbarometer basiert auf einer repräsentativen telefonischen Befragung von 1.000 HVV-Kunden ab 16 Jahren, die den HVV innerhalb des jeweils vorgelagerten halben Jahres mindestens einmal genutzt haben müssen (HVV, 2002e, S. 19). Die Stichprobenziehung erfolgt dabei mittels Zufallsauswahl innerhalb des HVV-Bedienungsgebietes (TNS EMNID, 2002, S. 4). Um eine kontinuierliche Informationsgewinnung über die Einschätzungen und Bedürfnisse der ÖPNV-Fahrgäste zu gewährleisten, erfolgt diese repräsentative [...]

Arbeit zitieren:
Diekert, Philip März 2003: Marketing für den ÖPNV, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Dienstleistungsmarketing, Kommunikationspolitik, Marktforschung, Werbung, Dienstleistungsqualität

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